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Dez 03 2007

Der neue Johann

Geschrieben von under Evangelisation

Der neue Johann, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 8 Personen

Karl: Schau mal, der ‘Schnaps-Johann’ geht zur Kirche. So betrunken, wie er ist, wird er sicherlich den Gottesdienst stören.

Heinrich: Ob die Christen sich um ihn kümmern werden?

Franz: Glaubst du, dass sie ihn bessern können? Er ist die Unfreundlichkeit und Faulheit in Person.

Heinrich: Ich verstehe nicht, wie Anne ihn damals heiraten konnte, obwohl sie wusste, dass er nur Gelegenheitsarbeiter war. Keiner beschäftigt ihn länger als eine Woche.

Karl: Ach, früher war er in Ordnung, aber seit er seinen Alkoholkonsum nicht mehr steuern kann, ist er völlig verlottert.

Sprecher: Niemand weiß zu erklären, wie es kam, dass Johann an diesem Abend in einem Saal geriet, in dem das Evangelium verkündigt wurde. Leise und bescheiden setzte er sich in die letzte Stuhlreihe.
Nach Schluss der Versammlung ging der Evangelist geradewegs auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter.

Evangelist: Guten Abend! Sind Sie heute zum ersten mal hier? Wie geht es Ihnen?

Johann: (grob) Das sehen Sie doch!

Sprecher: Johann schüttelte die Hand ab. Doch der Evangelist ließ sich dadurch nicht abweisen; er fühlte tiefes Mitleid mit diesem Mann, dem das Gebunden sein im Gesicht geschrieben stand. Er wusste auch, dass die Liebe Gottes noch weit größer war als die seinige.

Evangelist: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (geht)

Johann: (überlegt) Gott? – Gott hat so die Welt geliebt – geliebt? Dann muss er auch mich geliebt haben, denn ich gehöre, so wie ich bin, doch auch zur Welt. Da gibt es keinen Zweifel. Gott hat mich geliebt. Er gab seinen Sohn dahin, um für mich, den rettungslos verlorenen Sünder, das Leben zu lassen. Bis jetzt habe ich nur ein trauriges hoffnungsloses Leben gehabt.

Sprecher: Plötzlich sah er Gottes Arme weit geöffnet, geöffnet für eine verlorene Welt, geöffnet auch für ihn. Tränen liefen ihm über die Wangen. In Reue und Glauben nahm er seine Zuflucht zu dem Heiland der Welt und bekannte vor ihm sein sündiges Leben.
Johann ging nach Hause als ein neuer Mensch. Wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden. Mit einem Herzen voller Dank und Frieden betrat er seine kleine Wohnung im Erdgeschoss eines düsteren Hinterhauses.

Johann: Anne, ich habe mich bekehrt!

Anne: (schaut verwundert auf) Bekehrt? – (resigniert) Betrunken, wie immer.

Johann: Doch, Anne, ich bin wirklich bekehrt. Bevor wir schlafen gehen, müssen wir zusammen beten.

Anne: (schüttelt den Kopf) Beten? Das hat es noch nie gegeben. Bei uns doch nicht.

Johann: Ich weiß, aber ab jetzt soll es anders werden.

Anne: Nun gut, wenn du unbedingt willst…

Sprecher: Anne kniete mit ihm nieder, neugierig, was nun passieren würde. Doch Johann schwieg. Es fielen ihm keine Worte ein, obwohl sein Herz zum zerspringen voll war. Plötzlich fiel ihm ein, wie manche Menschen bei besonderen Anlässen ihre Dankbarkeit und ihre Freude Gott gegenüber kundtun. Er riss seine Mütze ab und lobte seinen Herrn mit einfachen Worten.

Musik

Karl: Habt ihr schon gehört? Der Johann hat sich bekehrt.

Heinrich: Was der ‘Schnaps-Johann’? Das glaube ich nicht. Er ist doch nie am hellen Tag nüchtern.

Karl: Doch! Er hat sich wirklich total verändert.

Franz: Ja, ich hörte, er sucht Arbeit.

Karl: Er hat schon eine Arbeitsstelle beim Möbelhändler. Mein Nachbar arbeitet auch dort. Er berichtete, dass Johann beim Verladen hilft und nebenbei erzählt er allen einen frommen Spruch: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahin gab.

Heinrich: Aber kann sich denn ein Mensch so schnell, so grundlegend ändern?

Franz: Wollen abwarten, wie es weiter wird.

Musik

Johann: Hallo, Anne! Du hast ja wieder überall geputzt. In letzter Zeit ist es schön bei uns.

Anne: Ja, aber die feuchten Wände sehen nicht gut aus.

Johann: Was können wir denn dagegen tun?

Anne: Johann, sollten wir uns nicht nach einer anderen Wohnung umsehen? Du verdienst doch jetzt so viel, dass wir uns eine bessere Wohnung leisten können?

Johann: Du hast recht. Für die Kinder sind die Zimmer zu kalt und zu zugig.

Anne: Außerdem hat dieses Viertel keinen guten Ruf.

Sprecher: Wenige Tage später sah er an einem kleinen Wohnhaus in einem anderen Stadtviertel ein Hinweisschild, dass dort eine Wohnung zu vermieten sei. Johann klingelte und fragte nach dem Eigentümer. Dieser kam dann selbst an die Haustür.

Johann: Guten Tag, Herr Scherer! Ich sah, dass Sie eine Wohnung vermieten wollen.

H.Scherer: Wer hat Interesse an der Wohnung, wer möchte sie mieten?

Johann: Ich.

H.Scherer: Wie, bitte, Sie?- Sie wollen hier mieten?

Johann: Sie wissen nicht wer ich bin, Herr Scherer.

H.Scherer: Doch, das weiß ich nur zu gut.

Johann: Ich glaube, Sie sind im Irrtum.

H.Scherer: Keineswegs. Ich habe von Ihnen gehört – nun ja, Sie arbeiten nur selten und -…Ja, mit dem Alkohol…

Johann: Hab ich es Ihnen nicht gerade gesagt, Herr Scherer, dass Sie sich irren? Der alte Johann ist tot. Ich bin der neue Johann. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Ich glaube an den Herrn Jesus und besitze jetzt das ewige Leben.

Sprecher: Wenige Wochen später war Johann mit seiner Familie umgezogen. Er blieb ein treuer Zeuge des Herrn Jesus, der jedem darauf aufmerksam machte, welch eine große Gabe Gott den Menschen gegeben hat.

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