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Nov 25 2007

Drei Kreuze und neun Galgen

Geschrieben von under Ewigkeit

Drei Kreuze und neun Galgen, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 6 Personen

Sprecher: Vor bald zweitausend Jahren waren auf Golgatha drei Kreuze aufgerichtet. Am mittleren hing Jesus Christus, der Heiland der Welt; rechts und links von ihm zwei Mörder, von denen der eine im letzten Augenblick seines sündigen Lebens Reue zeigte und um Vergebung bat, worauf ihm ein sofortiger Zugang ins Paradies zugesagt wurde. Der andere ging ungerettet hinüber in die Ewigkeit. Das Kreuz steht nicht mehr, aber die Früchte, die das stellvertretende Leiden und Sterben Christi trägt, werden immer noch offenbar. Der amerikanische Feldprediger Henry Gerecke war für die geistliche Betreuung der deutschen Kriegsverbrecher zuständig. Im August 1943 wurde er in einem großen Krankenhaus angestellt. Einige Monate später wurde er als geistlicher Pfleger der hohen Nazi- Personen während ihres gerichtlichen Verhörs angestellt. Auch seine eigenen zwei Söhne waren Opfer dieser Missetäter geworden. Als er den Nazi- Führern in ihren Zellen vorgestellt wurde, fragte er sich selber:

Gerecke: Wie muss ich diese Menschen begrüßen, die so unendlich viel Leid über die Welt gebracht haben, und die Ursache sind vom Verlust von Millionen von Leben? Wie soll ich diese Männer bearbeiten und die Saat von Gottes Wort in ihre Herzen legen, ohne selber das Wachstum zu verhindern?

Sprecher: Zuerst wurde er in Görings Zelle gebracht, dann machte er allen anderen einen kurzen Besuch. Er hatte Gott um eine Botschaft für diese Männer gebeten. Diese Menschen sollten etwas hören vom Heiland, der auch für sie am Kreuze litt und starb. Es waren 21 Angeklagte. Eine Doppelzelle wurde zu einer kleinen Kapelle eingerichtet, wo die Gottesdienste gehalten werden konnten. Ein früherer Oberstleutnant der SS war der Organist. Das einfache Evangelium vom Kreuz hatte sein Herz umgewandelt. Keitel, von Ribbentrop, Reader, Dönitz, von Neurath, Speer, Schacht, Frick, Funk, Fritzsche, von Schirach, Sauckel und Göring waren unter Gereckes Zuhörerschaft. Sie sangen drei Lieder, dann folgte eine kurze Ansprache und zum Schluss das Gebet. Nie wurden sie durch irgendetwas gestört. Sauckel war der erste, der sein Herz dem Evangelium öffnete. Er war Vater von 10 Kindern und hatte eine gläubige Frau.

Sauckel: Kann denn der Sohn Gottes mich wirklich frei machen von allen meinen Sünden? Ich habe doch so viel Schlechtes getan.

Gerecke: Sicher kann er das. Er ist doch für deine Sünden am Kreuz gestorben und wieder auferstanden, damit wir, auch du, das ewige Leben erleben können. Du musst glauben, dass er dir die Sünden vergibt, dann macht er dich ganz frei.

Sauckel: Oh, ist das schön, ganz frei zu sein, keine Schuld mehr zu haben. Oh Gott, sei mir Sünder gnädig.

Sprecher: Gott hat durch sein Wort und seinen Geist mächtig an drei weiteren Männern gearbeitet und als reuige Sünder durften sie die Vergebung um Christi willen annehmen. Keitel, der Chef der Wehrmacht, dankte Gerecke für seine geistliche Hilfe.

Keitel: Sagen sie bitte denen einen großen Dank, die daran gedacht haben, uns Verbrechern geistliche Hilfe zukommen zu lassen. Sie haben mir mehr geholfen, als sie vermuten können. Möge Christus mir beistehen!

Sprecher: Dieses sagte er unter Tränen. Dann folgte die Verkündigung der Urteile. 10 von den Männern, darunter auch Keitel, Kaltenbrunner und Göring, wurden zum Strang verurteilt. Die andern bekamen lebenslängliche Haft oder 20 Jahre Haft. Nur drei Männer wurden freigesprochen. Noch zum letzten mal durften die Verurteilten mit ihren Frauen sprechen. Es waren schwere Augenblicke für sie alle. Sauckels Frau musste versprechen, die Kinder in der Furcht des Herrn zu erziehen. Göring war einer von denen, die den Herrn noch nicht angenommen hatten. Er fragte nur nach seinem Töchterchen.

Frau: Bitte, denk doch daran, dass du jetzt bald Gott begegnen wirst. Wie willst du ihn empfangen? Tu doch Buße und lass dich versöhnen mit Gott.

Göring: Ich brauche keinen Gott. Ich habe bis jetzt ohne Gott gelebt, ich kann auch ohne ihn sterben und jetzt hör doch endlich auf, davon zu sprechen. Was sagt denn unsere Edda dazu, dass sie den Vater verurteilt haben?

Frau: Edda hofft, ihren Vater im Himmel wiederzusehen. Das Kind glaubt und du nicht. Oh, wie wird es enttäuscht sein, wenn es hört, dass du den Herrn nicht annehmen willst, dass du so kalt und hart sein kannst. Wir haben immer für dich gebetet!

Göring: Ach dieser Kinderglaube, und du bist such schon davon angesteckt. Hör doch nicht auf das Gefasel des Kindes.

Frau: Die Liebe Jesu Christi hat mich ergriffen und ich durfte die Vergebung meiner Sünden erlangen. Das Kind hat mir den richtigen Weg gezeigt und zeigt ihn auch dir. Du willst aber ohne Gott und ohne die Vergebung deiner Sünde in den Tod gehen.

Sprecher: Nach dem Gespräch mit seiner Frau war Göring gerührt und zum ersten Mal sah man Tränen bei ihm. Am Abend vor der Hinrichtung hatte Gerecke noch ein langes Gespräch mit ihm. Er wies ihn auf die Notwendigkeit hin, sich bereit zu machen, Gott zu begegnen.

Gerecke: Denken sie doch daran, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Sie können sie alle bei ihm abladen und brauchen sie nicht mit in den Tod zu nehmen. Sie müssen ihn nur darum bitten, er wartet doch darauf.

Göring: Ich brauche keinen Gott zum Sterben. Sie meinen wohl, sie werden mich weich kriegen. Das ist doch nur für Kinder und Frauen. Christus starb für sie aber nicht für mich.

Gerecke: Wie wollen sie Gott mit ihren ganzen Schulden begegnen? Haben sie denn gar keine Angst davor?

Göring: Ich kenne keine Angst. Ich habe bis jetzt nicht in Angst gelebt. Wenn ich sterbe, treffe ich keinen Gott, tot ist tot.

Gerecke: Ihr Töchterchen Edda hofft und glaubt, ihren Vater im Himmel wiederzusehen.

Göring: Das Kind glaubt auf seine Art und ich auf meine.

Sprecher: Eine Stunde später nahm Göring sich das Leben. Eine kleine Ampulle lag auf seiner Brust. So ging er hinüber in die Ewigkeit. Und dann brach auch die letzte Stunde für die neun anderen an. Zwei von ihnen gingen mit einem „Heil Hitler“ in die Ewigkeit. Die andern starben, auf Gottes vergebende Gnade trauend. Das tat Gott in dem Leben derer, die nach menschlichem Maßstab die tiefste Verachtung verdienten. Wenn du auch in der Zelle deines Gefängnisses sitzt, wenn du auch ein zum Tode Verurteilter bist, oder wenn du als eine gebundene Seele auf freien Füßen herumläufst, jedermanns Achtung genießend, es ist keine Sünde zu groß und kein Sünder zu schnöde für das Opfer, das Gott in Christus uns bot. Er hasste die Sünde und strafte sie in seinem eigenen Sohn; darum hat er den Sünder unendlich lieb, das gilt auch dir!

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