Nov
23
2007
Wachendes Aug’ für des anderen Glück,
fühlendes Herz für ein fremdes Geschick.
Schnelles Verständnis für Freunde in Not,
helfende Hände im Leben und Tod.
Liebe, die im verborgenen geht,
schweigendes Opfer und stilles Gebet.
Fern von der Menge und niemals genannt,
leis’ wie der Engel und selten erkannt.
Reich im Entsagen und dürftig im Lohn,
Friede im Leben und Freude im Tot.
Selig im Leben, doch selbst wünschenlos,
selbstlose Liebe – wie bist du so groß
Nov
23
2007
Willst du gesegnet sein? Sei selbst ein Segen.
Willst du geliebt sein? Liebe treu und rein.
Den Becher, den du andern bringst entgegen,
wird deinen Lippen süßer sein.
Du strebst nach Hohem, neig’ dich zum Geringen.
Willst du gehört sein, höre selber zu.
Du möchtest große, schwere Opfer bringen.
Dort weint ein Kindlein, gib ihm Trost und Ruh.
Willst du, daß deines Geistes Leuchte glänze,
tritt still zur Seite, gib den andern Raum,
und gönne ihnen stumm die Lorbeerkränze,
die du erhoffst im kühnen Traum.
Du mußt vielleicht im dunkeln Tale wandern,
nach treuem Mitgefühl dein Herze bangt.
Schau um dich, ob von den Betrübten allen,
nicht grade einer deinen Trost verlangt?
Was dir Gewinn war, achte nur für Schaden
um Christi Willen, nicht aus Tugendstolz.
Den Himmelsthron vertauschte Er in Gnaden
um deinetwillen mit dem Marterholz.
„Wer mir will dienen”, spricht dein Herr und Meister,
„Der folge mir.” Stimmst du von Herzen ein?
O höre doch, als sel’gen Lohn verheißt Er:
„Da, wo Ich bin, soll auch Mein Diener sein.”
Nov
23
2007
Nahe bei Jesu
Nahe bei Jesu, o Leben so schön,
seliges Wandeln auf sonnigen Höh’n!
Nicht einen Schritt mehr von Jesu entfernt.
Selig, ja selig, wer dieses gelernt.
Nahe bei Jesu heißt wandeln im Licht,
Satan und Sünde, hier herrschen sie nicht.
Liebliches Los, bei dem Meister zu ruh’n,
nur noch was Er sagt, mit Freuden zu tun.
Nahe bei Jesu in Demut gehüllt,
still und gebeugt und vom Geiste erfüllt.
Nur mit dem Sinn des Lammes geziert,
nur noch ein Werkzeug, von oben regiert.
Nahe bei Jesu, gedeckt durch Sein Blut,
sichere Zuflucht vor sengender Glut.
Willenlos nur noch dem Freunde geweiht,
Ihn zu begegnen mit Freuden bereit.