Nov 14 2007
Jesus lebt! Mit ihm auch ich.
Jesus lebt! Mit ihm auch ich, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 5 Personen
Erzähler: In der Stadt Bukarest lebte ein reicher, jüdischer Kaufmann Namens Adam Silber, mit seinem Töchterchen Debora, dessen Mutter vor kurzem gestorben war. Da musste Herr Silber, als Vertreter der Handelsfirma eine weite und lange Reise ins Land machen. Wo sollte er für diese Zeit sein mutterloses Mädchen lassen? Er wandte sich an seinen Chef und sagte:
Vater: Ich weiß wirklich nicht wo ich mein kleines Mädchen für diese Zeit unterbringen soll. Sie ist ja mein größter Schatz und meine Freude.
Chef: Bringen sie das Kind doch in die Missionsschule, die einen sehr guten Ruf hat.
Vater: Aber, wenn sie dort vom Christentum zu hören bekommt?
Chef: Ach, Kinder haben doch für solche Dinge überhaupt kein Verständnis. Und im Übrigen: welchen Schaden kann ein Gekreuzigter anrichten, der jetzt schon fast 2000 Jahre tot ist?
Erzähler: Der Chef war auch ein Israelit, kümmerte sich aber um die Gebräuche der Väter nicht, deswegen gab er Herr Silber ohne zu bedenken diesen Rat. So wagte der Vater es, seine Debora der Schule anzuvertrauen. Als er nach langer Zeit von seiner Reise nach Hause kam, bemerkte er mit Schrecken, das sein Kind tatsächlich, von dem ihm so verhassten und verachteten Christentum, angesteckt war. Er entschloss sich, sie gleich aus der Missionsschule wegzunehmen, mochte es sie auch bittere Tränen kosten, weil sie dort so glücklich gewesen war, wie Sie dem Vater, bei seinem Kommen, freudig erzählte hatte. Als Debora eines Abends dem Vater gute Nacht sagen wollte, fragte sie ihn liebevoll und kindlich.
Debora: Vater, hast du auch den Herrn Jesus lieb? Den guten Hirten der es so treu mit dem Menschen meint und auch mein Herz froh und glücklich gemacht hat? Du bist oft so traurig, ich möchte dich gerne so glücklich sehen wie ich bin.
Erzähler: Während Debora sprach, schaute sie ihren Vater mit ihren dunkelbraunen Augen in einer Weise an, dass er ihren Ausdruck nicht vergessen konnte. Trotzdem wies er sie rau von sich und gab ihr keinen Kuss. Der Unwille des Vaters kostete Debora bittere Tränen, auch dem Vater tat es Leid sein Kind zu betrüben. Aber der Erregung über ihre Worte konnte er nicht so bald Herr werden, wenn er sein Kind auch sehr liebte. Der Hass gegen den einen, der jetzt auch der Verführer seines Kindes geworden war, wurde immer stärker. Er musste sich rechte Vorwürfe machen, dass er sein einzi-ges Kind in die Missionsschule geschickt hatte. Aber er war jetzt nichts zu ändern. Er wollte sich bemühen, die empfangenen Eindrücke bei sich aus-zulöschen.
Das Fest der ungesäuerten Brote war angebrochen. Dieses Fest war in ihrem Haus stets feierlich begangen worden. Auch in diesem Jahr wollte Herr Silber an der alten, feierlichen Gewohnheit festhalten. Ja, das Fest sollte diesmal besonders prächtig gefeiert werden, damit Debora die Eindrücke aus der Missionsschule für immer vergessen sollte. Debora half dem Vater bei der Zubereitung. Als der Vater zum Schluss alle Sauerteigbrote ins Feuer warf, schaute Debora ihm mit einem sinnenden Ausdruck nach. Der Vater merkte es und Fragte:
Vater: Woran denkst du, Debora?
Debora: Papa, muss nicht auch aus unserem Herzen so der Sauerteig weggefegt werden, wenn wir einmal in den Himmel kommen wollen?
Vater: Wie meinst du das?
Debora: O, unser Herz ist immer noch so böse und voller Sünde. Unsere Lehrerin in der Schule hat uns gesagt, dass der Sauerteig Sünde und Bosheit bedeute, aber dass Jesus uns davon reinigen wolle.
Vater: Schweige, ich will diesen Namen nicht mehr hören!
Erzähler: Unwillig wandte der Vater sich ab. Und dennoch! Eine Stimme sagte: Das Kind hat recht. Zum Abend waren Gäste geladen. Alles war genau nach der Vorschrift angeordnet. Die Tafel war festlich verziert und durch brennende Kerzen erhellt, aber im Herzen des Herrn Silber blieb es dunkel: Es wurde ihm auch nicht besser zumute, als er gleich nach dem Gottesdienst in der Synagoge beiwohnte.- Wie ganz anders sah es dagegen in Deboras Herzen aus! – Es war merkwürdig, wie glücklich das einsame, mutterlose Kind war. Sie besaß in Wahrheit Jesus als ihr kostbares Gut. Er war ihre Freude, so jung sie auch war. Sie befolgte des Vaters Gebot, nicht mehr mit ihm über Jesus zu reden, aber das Glück, das ihr der Heiland geschenkt hatte, war deutlich in ihren Augen zu lesen. Der Vater fühlte, dass sein Töchterchen etwas besaß, wovon er keine Ahnung hatte. Aber er wollte nicht hören und sich nichts merken lassen. Da wurde Debora plötzlich krank. Eine schwere Lungenentzündung war aufgetreten. Sehr schnell nahmen ihre Kräfte ab. Der Arzt gab wenig Hoffnung auf Genesung. Die Not war manchmal groß, aber die Kranke ertrug es mit großer Geduld. Der trauernde Vater brachte jede freie Minute am Krankenbett seines Lieblings zu. Es war deutlich zu merken, dass Debora sich viel mit dem Himmel beschäftigte. Manchmal faltete sie die Hände und flüsterte:
Debora: Oh wie schön! Wie schön!
Erzähler: Ihre Augen glänzten, als ob sie den Himmel schon geöffnet sehe. Einmal, als sie wieder so froh und glücklich aussah, konnte der Vater nicht länger an sich halten und fragte leise:
Vater: Warum bist du so glücklich mein Liebling?
Debora: Weil der Herr Jesus lebt!
Erzähler: Der Vater fand kein Wort der Erwiderung. Was sollte er auch sagen? Konnte bloße Einbildung das Kind angesichts des Todes solche Worte sprechen lassen? Unmöglich! Hier triumphierte die höhere Macht des ewigen Lebens über den Tod. Als das Ende nahte und es kam bald – da fragte der Vater mit bebender Stimme:
Vater: Mein liebes Kind, hast du noch einen Wunsch, sage es mir!
Debora: Ja Vater, ich wünsche sehr, dass du auch den Herrn Jesus kennen lernen möchtest. Und dann – und dann – möchte ich so gern mein Fräulein aus der Missionsschule noch einmal sehen, um ihr zu sagen, dass ich zum Heiland gehe. Willst du sie holen?
Erzähler: Wie hätte der Vater den letzten Wunsch seines sterbenden Kindes abschlagen können? Sofort wurde die Lehrerin von dem Verlangen des sterbenden Kindes benachrichtigt, und bald trat sie in das stille Gemach. Ein Freudenstrahl verklärte das bleiche Gesicht Deboras, als sie ihre geliebte Lehrerin erblickte. Die Lehrerin begrüßte sie zärtlich, ließ sich an ihrem Bett nieder und begann mit ihr über das herrliche Leben zu sprechen, das ihrer bei dem Heiland warte.
Lehrerin: Du bist doch nicht bange vor den Tod liebes Kind?
Debora: Nein!
Lehrerin: Und warum nicht?
Debora: Weil ich ein Schäflein Jesu bin. Ach liebe Lehrerin, wollen Sie mir nicht noch einmal mein Lieblingslied vorsingen?
Erzähler: Die Lehrerin nickte. Sie wusste, was das Kind damit meinte.
Musik: (singt) Bin erlöst
Erzähler: Der Vater stand, im tiefsten Inneren getroffen am Fußende des Bettes und hörte dem Gesang zu. Er konnte sich dem machtvollen Einfluss des so oft geschmähten Nazareners nicht länger entziehen. Sein Herz war weich und empfänglich geworden in den Stunden der Trübsal. – Nach dem die Lehrerin gegangen war, winkte Debora ihren Vater zu sich. Als der sich mit Tränen in den Augen über sie beugte, flüsterte sie:
Debora: Du musst nicht um mich weinen, lieber Vater, denn der Herr Jesus nimmt mich zu sich in den schönen Himmel. Er ist für mich gestorben und für mich auferstanden. Ich werde ewig bei ihm sein! Und nicht wahr, lieber Vater, du kommst auch? Ach! Du kommst auch nicht wahr, Vater? Dann werden wir wieder alle bei einander sein!
Vater: Und Mama?
Erzähler: Da schlang Debora mit letzter Kraft ihre Arme um des Vaters Hals und flüsterte:
Debora: Mama hat den Herrn Jesus auch kennen gelernt, ganz unten in ihrem Körbchen liegt ein Neues Testament. Darin hat sie etwas für uns angestrichen.
Erzähler: Eine Stunde später entschlief sie in des Vaters Armen. Ihre befreite Seele verließ die zarte Hülle, um in die ewige Ruhe einzugehen. Auf den bleichen Zügen lag noch ein Nachglanz von dem Morgenlicht der Ewigkeit und ein Strahl davon war auch in die dunkle Seele des Vaters gefallen, der da auf den Knien lag und seinem Liebling heiße Tränen nachweinte.
Lied: Wohin Gott mich führet.
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