Archive for November, 2007

Nov 30 2007

Ich will nicht zurückbleiben!

Geschrieben von Christ under Evangelisation, Ewigkeit

Ich will nicht zurückbleiben, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit und Evangelisation für 4 Personen

Mutter: Verena, nimm doch bitte diese Äpfel und bringe sie Frau Lorenz, wir haben ja so viel geerntet.

Verena: Sicher, Mama.

Autor: Verena nahm den Korb und ging zu Frau Lorenz’ Haus. Sie schellte, aber niemand machte auf. Als Verena die Klinke herunterdrückte, öffnete sich die Tür. Seltsam! Sie war unverschlossen. Verena klopfte an die Küchentür. Keine Antwort. Sie klopfte an die Wohn- und an die Schlafzimmertür. Sie rief:

Verena: Hallo! – (zu sich) Vielleicht ist Frau Lorenz hinter dem Haus.

Autor: Aber auch dort und im Garten war niemand zu sehen, außer der Katze.

Verena: Wie sonderbar. Das ist doch gar nicht die Art von Frau Lorenz, auszugehen und alles offen zu lassen, wo sie doch sonst so sorgfältig ist. – (aufgeregt) Sollte der Herr Jesus gekommen sein und Frau Lorenz und alle wahren Christen zu sich geholt, mich aber zurückgelassen haben?

Autor: Wie betäubt sank Verena auf einen Stuhl. Jeder wusste, dass Frau Lorenz eine wiedergeborene Christin war, denn sie sprach zu den Leuten von ihrem Heiland. Auch mit Verena hatte sie oft ernste Gespräche geführt. Sie hatte ihr erklärt, wie wichtig es ist, dem Herrn Jesus seine Sünden zu bekennen, um errettet zu werden. Denn bald würde er wiederkommen und alle die zu sich nehmen, deren Sünden Er mit Seinem Blut abgewaschen hatte. Warum hatte sie nur der freundlichen Aufforderung von Frau Lorenz nicht Folge geleistet? Wie oft hatte sie sich nach solchen Gesprächen vorgenommen, den Herrn Jesus als ihren Retter und Heiland anzunehmen. Und jetzt – war es zu spät? Verena war erschrocken und verzweifelt. Einige Minuten später öffnete sich die Tür und Frau Lorenz trat ein. Verena seufzte erleichtert. Es war noch nicht zu spät.

Frau: (überrascht) Verena, wie schön, dich zu sehen. Aber wie bist du hier hereingekommen? Ich war ja schon erstaunt, dass die Tür offenstand.

Autor: Verena erzählte nun, wie es ihr ergangen war.

Frau: Dann muss Barbara mich falsch verstanden haben, als sie zur Arbeit ging und die Tür nicht zuschloss.

Verena: Ich denke, Gott wollte es so, dass die Tür unverschlossen blieb.

Autor: Als Frau Lorenz sie fragend ansah, erzählte Verena, was sie gerade erlebt hatte.

Verena: Und jetzt will ich keinen Augenblick länger zögern. Bitte, liebe Frau Lorenz, helfen sie mir, dass ich bereit bin, wenn der Herr Jesus wiederkommt.

Frau: Dann musst du jetzt mit dem Herrn Jesus sprechen.

Autor: Beide falteten ihre Hände und knieten nieder zum Gebet. Verena sagte dem Herrn Jesus, was für ein böses Mädchen sie oft gewesen war. Wie sie den Eltern manches Mal nicht gehorcht, wie sie gelogen und gestohlen hatte. Ja, alles was ihr einfiel, bekannte sie dem Heiland. Sie bat Ihn, Er möge doch alle ihre Sünden wegnehmen.

Frau: Nun dank Ihm auch, Verena.

Verena: Aber ich merke doch gar nicht, dass der Herr Jesus mich errettet hat.

Autor: Ja, zunächst hatte Verena Mühe, zu erfassen, dass der Herr Jesus ihre Sünden weggenommen hatte. Sie hatte Schwierigkeiten zu verstehen, dass der Herr “nur” auf dieses ihr ernstes Gebet gewartet hatte, um sie zu erretten. Doch bald schenkte Gott ihr die Gewissheit, sein Kind zu sein und sie konnte freudig sagen:

Verena: Ich bin Gottes Kind und nun gehe ich mit, wenn der Herr Jesu wiederkommt. Ich werde nicht zurückgelassen zum Gericht.

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Nov 30 2007

Der alte Turm

Geschrieben von Christ under Evangelisation

Der alte Turm, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 4 Personen

Sprecher: Das war eine frohe Überraschung, als der Vater eines Morgens zu seinem Sohn sagte:

Vater: Wilhelm, heute machen wir mal einen schönen Ausflug. In den Ferien wollen wir doch auch etwas sehen.

Sprecher: Unterwegs hielt der Vater plötzlich in einer alten Stadt an. Die Mutter fragte:

Mutter: Warum fahren wir nicht weiter?

Vater: Lasst uns mal die Sehenswürdigkeiten hier anschauen.

Sprecher: Wunderbar waren die alten Häuser mit ihren Fassaden. Reste von der alten Stadtmauer standen da, und Wilhelm hörte nicht auf mit Fragen. Überall wurde seine Neugierde geweckt. Auf einmal standen sie vor einem alten Turm. Er hieß im Volksmund “Schuldturm”.

Vater: Schau mal Wilhelm, wenn früher, in alter Zeit, ein Mann Schulden gemacht hatte, die er nicht bezahlen konnte, dann wurde er solange in diesen Turm gesperrt und festgehalten, bis er alles bezahlt hatte.

Sprecher: Erschüttert schaute Wilhelm auf das alte Gebäude. Dann wurde er sehr unruhig und sagte:

Willi: Vater, der Unglückliche konnte doch in dem Turm kein Geld verdienen. Dann kam der ja nie wieder heraus?

Vater: Doch Wilhelm, es bestand die Hoffnung noch, dass ein anderer kam, sich über ihn erbarmte und für ihn bezahlte. Einer musste kommen und den Mann loskaufen, dann war er frei.

Willi: (ruft) Vater, der Mann war dann aber dem Retter wohl sehr dankbar. Das ganze Leben wird er diese Liebestat nie vergessen haben.

Vater: So ist es mein Junge, das kann ich mir auch gut vorstellen. Doch, Wilhelm, ich kenne sogar einen, der dies getan hat. Ich war auch in einem Schuldturm. Schrecklich war diese aussichtslose Gefangenschaft. Meine Schuld war so groß, dass ich mein ganzes Leben hätte schaffen müssen und ich hätte doch nie etwas abtragen können.

Sprecher: Wilhelm blieb entsetzt stehen.

Willi: Du, Vater? Wie kann das denn möglich sein? Wie bist du denn wieder herausgekommen?

Sprecher: Nun begann der Vater dem Wilhelm zu erklären, dass jeder Mensch vor Gott ein solch großer Schuldner ist. Aufgrund dieser Verschuldung ist der Mensch verloren. Unmöglich ist es, diese Schuld selbst zu bezahlen, darum trifft jeden die ewige Trennung von Gott. Dieser Zustand ist furchtbar. Ewig draußen in Nacht und Grauen. Das ist viel schlimmer, als in solch einem Schuldturm.

Vater: Doch ich weiß, es ist einer gekommen und hat die Schuld bezahlt. Deshalb bin ich frei. Weißt du, wer das ist? Der Herr Jesus! Das hast du sicher auch schon in der Bibelstunde gehört, dass der Herr Jesus in 1.Timotheus 2, Vers 5 sagt: …einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle. – Am Kreuze hat Er diese Riesensumme beglichen. Der Preis war Sein Leben, das Er einsetzte zu unserer Erlösung. Im Glauben habe ich diese Gewissheit erlangt.

Sprecher: Wilhelm ist ganz stille geworden. Nachdenklich geht er neben dem Vater her. Nun hat er das Ganze verstanden. Der Entschluss reifte in ihm, doch auch aus dem Schuldturm herauszukommen. Er ruhte nicht eher, bis auch er mit dem Vater bezeugen konnte:

Willi: Auch ich bin ein Losgekaufter. Der Herr Jesus zahlte auch für mich das Lösegeld.

Sprecher: Und was denkst du zu tun? Rufe doch den Herrn Jesus an, dass Er auch dich freikauft. Um das zu erleben, musst du Ihm deine Sünden bekennen und Ihm sagen, dass du Ihm dafür dankst, dass Er auch für dich am Kreuze gestorben ist.

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Nov 25 2007

Das Bleigießen

Geschrieben von Christ under Neujahr

Das Bleigießen, ein christliches Anspiel zu Neujahr für 6 Personen

Sprecher: Die Stadt ist noch weihnachtlich geschmückt, doch ist Weihnachten schon vorbei. Man wartet auf das neue Jahr. Der Schnee ist dieses Jahr wieder hoch ausgefallen und bereitet den Autofahrern allerhand Schwierigkeiten. Es ist kalt, der Wind bläst stark, Leute wechseln die Straßenseiten, sie sind in ihren Kleidern wie vermummt. Sie gehen in die Geschäfte und kommen mit Taschen, gefüllt mit Neujahrsartikeln wieder raus. Die Geschäfte machen damit Riesenumsatz. Neujahr ist aber nicht nur das kalte Wetter und die Feuerwerke. Neujahr ist die Zeit, in der auch der Aberglaube hohen Umsatz macht. Wie immer geht man auch dies Jahr zum beliebten Bleigießen. Blei wird heiß gemacht und dann in einen Behälter mit kaltem Wasser gegossen. Bald erstarrt das Blei zu einer Form. Aus dieser Form deutet man die Zukunft des nächsten Jahres. Beim Einkaufen treffen sich einige Jugendliche der Stadt. Udo, Nadine und Anja sind sich einig, wie immer zum Jahreswechsel, Blei zu gießen, doch Karsten blickt der Sache kritisch entgegen.

Nadine: Karsten willst du dies Jahr etwa nicht zum Bleigießen kommen? Du warst doch sonst immer dabei.

Karsten: Ach, ich weiß nicht. Mir scheint die ganze Sache zu stark in Aberglaube oder sogar in Geisterbeschwörung auszuarten.

Udo: Geisterbeschwörung? Solch ein Schwachsinn, wir kommen doch nur zum traditionellen Bleigießen zusammen? Wie kommst du auf den Gedanken, dass die ganze Sache in Geisterbeschwörung ausarten sollte? Wir gießen doch nur heißes Blei.

Karsten: Früher war es ja auch anders. Doch nun scheint mir diese Tradition mehr und mehr zur Geisterbeschwörung zu werden. Wenn ich nur daran denke wie ihr einfach so in den Raum ruft und um ein vierblättriges Kleeblatt, ein Hufeisen oder ein Glücksschweinchen bittet. Ihr wisst zwar selbst nicht an wen dieser Ruf gerichtet ist, doch ich wäre da lieber vorsichtig mit.

Nadine: Karsten, du wirst uns doch wohl nicht den Spaß verderben? Du warst doch sonst immer dabei.

Karsten: Du weißt, ich war noch nie ein Spielverderber, aber…

Udo: Was aber? Sprich weiter.

Karsten: Aber, aber ihr habt mich doch überredet.

Sprecher: Draußen schießen schon die ersten Feuerwerksraketen empor, doch in einem Keller sitzt eine Gruppe Jugendlicher und befasst sich intensiv mit dem Bleigießen. Eine kleine Tischlampe beleuchtete schwach den Raum.

Nadine: Guckt mal, mein Blei hat sich zu einem Hufeisen geformt.

Udo: Kein Wunder, wenn du es auch in der Form gießt.

Nadine: Nein, das war einfach Glück. Ich bin mir fest überzeugt, dass ich im nächsten Jahr viel Glück haben werde.

Udo: Ach, warum klappt es bei mir nur nicht?! Es sind alles so sinnlose Formen.

Sprecher: Udo steigerte sich so hinein, dass er in seinem Wahn begann zu fluchen. Aus Spaß und Übermut fing er im Halbscherz an irgendwelche Mächte anzurufen. Karsten überfiel die Angst, die Gänsehaut ging seinen Körper hoch und runter, er ahnte Böses. (Karsten geht)

Udo: Karsten, wo willst du denn hin?

Karsten: Ich gehe, ihr treibt es doch zu weit mit eurem Bleigießen.

Udo: Karsten, was ist los? Wo bleibt dein Sinn für Humor? Es ist doch alles nur Spaß. Du verdirbst uns die ganze Stimmung, aber wir können auch alleine weitermachen. (Karsten geht weg) Ach, wieder so etwas Nichtssagendes. Ich gebs auf. Da Nadine gieß du für mich, du kannst das besser.

Anja: Halt! Was Sinnloses sagst du? Ich sehe es ganz deutlich. Es ist eine Katze, eine Katze. – Udo, das bedeutet nichts Gutes.

Sprecher: In diesem Wahn fuhr Udo nach Hause. Dirks Worte klingen ihm noch in den Ohren. Er sieht das Blei sich zu einer Katze formen. Doch plötzlich überquert tatsächlich eine Katze den Weg. Gleich sieht Udo darin die Erfüllung der Aussage Dirks. Er tritt auf die Bremse! Als Udo aufwacht befindet er sich im Krankenhaus, sein Gesicht ist verbunden, die Beine im Gips. Immer wieder sieht er die Katze, sie wird ihm zum Albtraum. Einige Tage des neuen Jahres sind vergangen. Als der Pfarrer der Stadt von dem Vorfall hörte, besuchte er Udo, der nun schon ansprechbar war.

Pfarrer: Hallo Udo.

Udo: Hallo Herr Pfarrer, was führt sie denn hier her?

Pfarrer: Udo ich hörte von dem was ihr gemacht habt. Ich wollte dich besuchen und mich mit dir darüber unterhalten. Meinst du nicht, dass ihr damit einen großen Fehler getan habt?

Udo: Ach, geben Sie sich keine Mühe Herr Pfarrer. Sie machen aus mir keinen Christen.

Pfarrer: Udo glaubst du wirklich, dass die Katze an deinem Unglück schuld war?

Udo: Herr Pfarrer, bitte lassen sie mich in Ruhe damit. Ich bin müde und möchte davon nichts hören, bitte lassen Sie mich allein.

Sprecher: Der Pfarrer ging, doch wusste er, dass Udo nochmal von ihm besucht werden müsste. Er wusste um Udos Seelenzustand und wollte ihm gerne helfen. Doch Udo war immer noch eigensinnig. Des Nachts schreckte er einige male auf und schrie laut auf. Aus seinen Augen sah man pure Angst. Der Satan quälte Udo. Er reichte dem Satan im Halbscherz seinen kleinen Finger, und nun reißt der Satan am ganzen Arm. Immer wieder wird er in seinen Albträumen von Dämonen, Erdteufeln und dem Satan verfolgt. Wieder und wieder sieht er den Bleiklumpen, läuft ihm die Katze über den Weg. Er war froh als es wieder Tag wurde. Aber trotz der Angst die er durchgestanden hat, konnte er sich nicht überwinden den Pfarrer zu rufen. Doch der Pfarrer kam ungerufen.

Pfarrer: Udo, hast du deine Meinung noch nicht geändert?

Udo: Doch Herr Pfarrer, ich sehe ein, dass ich es zu weit getrieben habe. Dieses Blei und die Katze sind mir zum Albtraum geworden. Immer wieder verfolgen mich Dämonen, ja der Satan selbst, in meinen Albträumen. Die Nacht war so schrecklich. Herr Pfarrer, ich habe Angst. Angst, dass mich der Satan ganz in Besitz nimmt. Was soll ich nu tun? Herr Pfarrer, bitte helfen Sie mir.

Pfarrer: Udo es war dein Aberglaube der dich ins Krankenhaus brachte. Wie du gemerkt hast steht hinter diesem Aberglauben der Satan mit seinen Mächten. Udo, es gibt noch eine Chance für dich – Jesus Christus. Lass ihn in dein Herz, so fliehen alle bösen Mächte. Willst du frei werden?

Udo: Ja.

Sprecher: Udo bekannte dem Herrn seine Sünden im Gebet und bald kehrte Friede und Freude in sein Herz. Er war glücklich, dass er nicht mehr Angst haben musste vor den bösen Mächten, dass er frei wurde vom Bleigießen und von der Katze. Er war froh, dass er frei war von jeglichem Aberglauben an Glückskleeblätter, Hufeisen, Schornsteinfeger und Glücksschweinchen. Er war glücklich, dass er so eine wichtige Lebensentscheidung am Anfang des Jahres treffen konnte. Ihn erwartete ein frohes neues Jahr.

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Nov 25 2007

Gute Botschaft

Geschrieben von Christ under Gottes Führung, Neujahr

Gute Botschaft, ein christliches Anspiel zum Thema Neujahr und Gottes Führung für 10 Personen

Sprecher: Der 2. Weltkrieg ist seit zwei Jahren zu Ende. Aber die Not und das Elend, die er mit sich brachte, konnte das Volk noch längst nicht vergessen. So manche Frau und Kinder warteten sehnsüchtig auf ihren Mann oder Vater, der irgendwo noch vermisst wurde. Der Krieg hinterließ nicht nur Spuren die mit Augen zu sehen sind, sondern er hinterließ auch in so manchen Herzen tiefe Furchen, die noch immer nicht geheilt sind. Aber langsam müssen die Leute sich mit ihrem Schicksal zufriedengeben. Langsam kehrt wieder der Alltag ein. Nun sehen wir eine Gruppe von Männern, die damit beschäftigt sind, im Wald Bäume zu fällen.
(Evtl. auf eine Kassette Geräusche aufnehmen und wie ein Baum kracht, oder Dias zu den verschiedenen Situationen oder ein Bild malen, das diese Situation darstellt: Eine Männergruppe am Baum fällen.)

Wie ein tiefes Atemholen geht es durch den Winterwald. Man hört jetzt keinen Vogellaut, der Wind rauscht nicht mehr. Und die bärtigen Männer sind still und schweigend zur Seite getreten. Am Stamm der hohen Buche steht der alte Holzmeister mit der Axt. Zwei Männer liegen auf den Kien und ziehen mit gleichmäßiger, ruhiger Bewegung die lange Säge hin und her, die sich tiefer und tiefer in den Stamm des Baumes hineinfrisst. Jetzt holt der Holzmeister mit der Axt weit aus und schlägt noch einige Male zu, dass die Späne fliegen. Der Baum hat bis dahin ruhig und hochragend gestanden. Nun läuft es wie ein Zittern den Stamm entlang bis hinauf in die weitästige Krone. Wieder fährt die Axt nieder zum Schlag, da schwankt der Wipfel.

1. Mann: Achtung! Der Baum fällt!

Sprecher: Langsam, langsam neigt sich der Stamm zur Seite, wie ein tiefes Stöhnen dringt’s aus dem innersten Mark des Waldriesen, dann ein Krachen, ein dumpfer Schlag, sodass der Erdboden dröhnt. Der Riese, der manches Jahrzehnt den Wind und Sturmgewittern fest gestanden und dem Untergang getrotzt hat, liegt geschlagen am Boden, von Menschenhand gefällt. Die Männer treten an den Baum heran, an dessen Wurzelstock der Alte noch steht, gestützt auf den Stiel seiner Axt, indes sein Blick gedankenschwer über den dahin gestreckten Stamm geht.

2. Mann: Ein prächtiger Kerl. Schade, dass er dem nachrückenden Jungwald schon hat Platz machen müssen. Der hätt’s noch eine Weile ausgehalten.

Bachmüller: Und noch gesund bis ins innerste Mark hinein. Man kann’s oft von außen nicht sehen, ob gesund oder krank. Wir hatten drüben beim “Dicken Stein” auf unserem Acker einen Wildkirschbaum stehen, ihr habt ihn gekannt. Was für ein Baum, meine Zeit! Mein Großvater hat sich auf ihm schon beim Kirschen pflücken die Hosen zerrissen. Ich hätte gewettet, dass er meine Enkel noch aushält. Im Sommer beim Kornschneiden, wie das fürchterliche Unwetter war, kommt ein Windwirbel und dreht den Stamm einfach ab.
Was soll ich sagen – da kommt’s heraus, innerlich faul, durch und durch, und man hat es ihm von außen nicht angesehen. Nur dass er seit zwei Jahren keine Kirschen mehr brachte. Ja – wenn etwas faul wird, kann’s keine Frucht mehr bringen. Ist schon eine ernste Sache.

Holzmeister: Wenn der Baum fällt, wohin er fällt, da wird er liegen, so sagt’s der weise Prediger Salomo. Das weiß ich sogar noch aus dem Konfirmandenunterricht, und wenn’s auch schon über 40 Jahre her ist. Der steht jetzt nicht mehr auf. Ja, ihr Männer, so liegt jetzt unser Volk. Der Krieg ist aus, wie wird’s weitergehen? Der Baum kann sich nicht wieder erheben, das ist vorbei. Hoffen wir, dass unser liebes Volk sich wieder aufrichtet und sich wieder zurechtfindet. – Aber nun ist Feierabend. Es ist Silvester heute, und ich denke, der Förster ist zufrieden, wenn wir heute eine Stunde früher heimgehen.

3. Mann: Sicher ist er das, Ludwig!

(Förster kommt, sieht alle freundlich an)

Förster: Brav geschafft habt ihr. Klein machen wir den da erst im neuen Jahr und für heute ist Feierabend. Beim Bürgermeister liegt euer Lohn, mit einer guten Zulage, weil’s Jahresende ist. Macht euch jetzt auf dem Heimweg.

Bachmüller: Dank Förster, Dank! Und frohes neues Jahr!

(reicht dem Förster die Hand und winkt dem Holzmeister zu)

Ludwig, dir ebenso. Frohes Neues Jahr – mach’s gut!

Sprecher: Die Männer nahmen ihre Sachen auf und wandten sich seitwärts, wo zwischen den Stämmen der Rauch eines kleinen Feuers aufstieg. Dort suchten sie Kaffeekessel und Brotsack zusammen, löschten mit einigen Handvoll Schnee die aufzischenden Flammen und stampften davon. Ihre Stimmen verhallten nach und nach in der Ferne, indes der Förster mit dem Holzmeister langsamen Schrittes folgte. Hier und da blieben die beiden Männer bei dem gefällten und aufgeschichteten Holz stehen, sprachen über die geleistete und noch zu leistende Arbeit, und als sie am Rande des Waldes ankamen, schritten die anderen Männer schon weit drunten im Tal dem fernen Dorf zu.

Förster: So Ludwig, nun wollen wir zusehen, dass wir auch nach Hause kommen. Alles andere sehen wir dann im Neuen Jahr. Ein jedes neues Jahr bringt neue Ziele, Erwartungen, Hoffnungen, Freuden und Wünsche, nicht wahr?

Holzmeister: Ja, vor einigen Jahren könnte ich mit Ihnen, Herr Iffland wohl noch einstimmen, aber nach solchen Jahren der Enttäuschung und des Leides! Wir haben es aufgegeben. Ich meine, meine Frau und ich.

Förster: Aber Ludwig! – glauben Sie denn nicht mehr an einen, der stärker ist als alles? Alles auf der Welt. Weißt du Ludwig, an einem Silvestertag, so wie heute war ich auch mit dieser Welt fertig! Ich sah für das nächste Jahr keine Zukunft, hatte weder Ziele noch Hoffnung. Damals erkannte ich, dass Gott es ist, der unseren Schritt und Tritt lenkt! Ich habe mich ihm hingegeben, und ihm meine Zeit zur Verfügung gestellt.

Sprecher: Langsam schritten sie talwärts. Weit und weiß lag vor ihnen die Erde. Der seit Tagen herrschende Frost hatte im reinen Weiß des Schnees Tausende von flimmernden Kristallen geschaffen, die Sonne stand schon weit hinter dem Wald, und hoch, wie eine Glocke aus azurfarbenem Glas stand der Himmel über der weiten Landschaft. Über allem lag eine feierliche Stille. Hinter den schneebedeckten Feldern ragte der Kirchturm des Dorfes auf. Wie ein schmales, dunkles Band zog sich im Weiß des Schnees der Pfad, den die Holzfäller getreten hatten, eine Brücke, die aus der Einsamkeit des Waldes hinüberführte, zu den Wohnungen der Menschen. Wortkarg und mit dunklem Gesicht ging der Holzmeister an seiner Seite, dem Förster war es, als müsse er den alten teilhaben lassen an der Freude des Neuen Jahres.

Förster: Ich freue mich schon jetzt auf Erlebnisse mit Gott im neuen Jahr. Wenn es auch nicht immer so kommt, wie ich’s gerade möchte. So weiß ich doch, dass es so das Beste für mich ist. In Römer 12,12 steht: “Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.

Holzmeister: Ja, Herr Iffland, wenn wir das noch glauben könnten. Das haben wir auch einmal geglaubt, meine Frau und ich. Aber der Glaube ist dahin, liegt mit unserm Bernhard da draußen irgendwo. Sie wissen das noch nicht, und jetzt ist die rechte Stunde, darüber zu reden. Sehen Sie, Förster, der Bernhard, das ist mein Alles gewesen. 10 Jahre waren wir verheiratet, da wurde uns der Bub geboren. Und was für ein Bub! Ein bildhübsches Kind, mit einem hellblonden Lockenkopf und lustigen Augen, und immer so ein schelmisches Lächeln im Gesicht. Ein Sonnenkind! Sonnenkind, und überall der Erste, in der Schule, in der Lehre, und als er zu den Soldaten kam – schon nach einem Jahr wurde er Unteroffizier. Wir, die Mutter und ich, waren so stolz auf ihn, mag’s auch sündhaft sein, dass ich das so sage. Und dann das bittere Ende: Vermisst! Seit fast zwei Jahren! Immer noch haben wir gewartet auf eine Nachricht und gehofft, auch im vorigen Jahr zu Silvester noch. Wir feierten Neujahr wie sie es meinten, voller Hoffnung und Vertrauen, dass wir von Bernd etwas hören. Aber wie Sie nun wissen, geht das Jahr zu Ende, und von Bernd keine Spur.

Förster: Ja, lieber Ludwig, das glaube ich Ihnen schon, das ist schon ein schweres Schicksal, das sie tragen müssen.

(Der Holzmeister atmet schwer auf und spricht leise weiter)

Holzmeister: Und da ist noch etwas, was uns ungemein zu schaffen macht. Da ist unser Nachbar, der Hessekarl, der uns das Leben so schwer macht. Immer schon war er uns feindlich gesinnt.
Als ich vor Jahren meinen Holzschuppen baute, behauptete er, ich habe zu nahe an die Grenze gebaut, ich sollte den Schuppen wieder abreißen. Als ich das nicht tat, setzte er eine neue Vermessung des Geländes durch mit dem Erfolg, dass er selbst von seinem Besitz einen Meter abgeben musste. Das war natürlich etwas, was ihn geradezu dem öffentlichen Spott aussetzte, und wo er konnte, ließ er es uns entgelten. Nun – er hat auch einen Sohn, und das ist ein rechter Strick, ein Raufbold, was soll ich sagen, ein wirklicher Leichtfuß, oft in der Kneipe und nie in der Kirche. Nun – auch er musste einrücken, und sehen Sie, der Bursche kommt wieder heim. Wenn ich den dann sehe und höre vom Nachbarhaus her, wie er seine frechen Lieder pfeift und herum schwadroniert, und ich denke an meinen Bernhard, den guten, frommen Jungen, der treu jeden Sonntag mit uns den Gottesdienst besuchte, und der – der kommt nun nicht wieder, Herr Iffland, Sie wissen nicht, wie das an uns, an der Mutter und mir, innerlich zehrt. Wie kann Gott so etwas zulassen? Das ist es, was uns quält und was uns mehr und mehr dahin bringt, uns von allem loszusagen. Wir wollen nicht mehr mit. Mag unser Leben verlöschen in Dunkelheit und Einsamkeit, was tut’s. Meine Arbeit tue ich ja gerne, und ich bin froh, dass ich noch schaffen kann, aber mehr auch nicht. Das wollte ich Ihnen einmal sagen, und es tut so wohl, sich endlich einmal bei einem Menschen auszusprechen, der mich versteht und mir zuhört.

(Pause)

Förster: Oh, Ludwig, das ist gewiss ein großes Leid, und ich kann Euch gut verstehen. Aber, das darf doch nicht das letzte sein. Ich musste bei Ihrem Erzählen plötzlich an den Mann denken, der den 73. Psalm geschrieben hat. Er hat auch darunter gelitten, dass es, wie er schreibt, den Gottlosen so wohl ging. “Sie sind nicht im Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.” Aber am Schluss ruft er aus: “Dennoch bleibe ich stets an Dir! – Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte!” Gewiss, ich verstehe Euch sehr gut, Ludwig. Es ist nicht leicht, so sein Liebstes hergeben zu müssen. Das lesen wir auch im Buche Hiob, der Mann, der so heimgesucht wurde und im tiefsten Leid stand. Und doch sagt er zu seiner verzagten Frau, nachdem sie soviel Gutes hatten hinnehmen dürfen, dass sie nun auch das Schwere erleiden wollen. Und so nahm er alles geduldig aus Gottes Hand und durfte dann später dafür einen reichen Segen empfangen. Ich sage Euch das zum Trost und zum Nachdenken für das neue Jahr, daheim in der Stille.

(Sie reichen sich die Hand und verabschiedeten sich)

Holzmeister: Danke, Herr Iffland, danke! Das war jetzt ein gutes Wort, und darüber wollen wir, meine Frau und ich, nachdenken. Wir möchten ja doch auch nicht so im Unglauben stehen und verlorengehen. Helfen Sie uns und denken Sie an uns.

Sprecher: So trennten sie sich. Der Holzmeister schritt zum Dorf hinüber, der Förster schlug einen Seitenweg ein, der zum Forsthaus führte. In der Stube, die der alte Ludwig nach einer Weile betrat, lag schon die Dämmerung des frühen Winterabends. Der Mann hing Mütze, Halstuch und Überrock an einen Nagel hinter dem Ofen, in dem das Feuer knisterte und eine behagliche Wärme ausstrahlte.

Holzmeister: Na, Mutter, sitzt du wieder im Dunkeln?

Frau: ‘n Abend, Ludwig. Was brauchen wir Licht, wir zwei Alten, vor Jahreswechsel kommt ja doch niemand zu uns. Da ist’s für uns zwei schon so hell genug.

Holzmeister: Gewiss, Mutter, wenn ich an früher denke. Ach, nun wein nicht schon wieder. Ich will ja nicht weiter daran erinnern.

Sprecher: Die Frau, deren weißes Gesicht sich hell von dem schwarzen Trauerkleid abhob, das sie um des verschollenen Sohnes willen jetzt immer trug, schluchzte leise vor sich hin.

Frau: Ach, Ludwig, dass wir auch so ganz allein sein müssen in unseren alten Tagen. Keiner fragt nach uns, keiner kommt zu uns – ’s ist kein Elend so groß wie das Verlassensein, nicht wahr?

Holzmeister: Ja, Mutter, das ist schon so. Der Förster ist mit mir gegangen. Ein prächtiger Mann, der Herr Iffland, ein frommer Mann. Ich hab ihm vom Bernhard erzählt, hab’s ihm gesagt, dass wir in diesem Jahr zum ersten mal ohne Hoffnung und Freude in das Neue Jahr hinübergehen. Und dass doch so viel Zweifel über uns gekommen sind, dass wir kaum noch an die Liebe Gottes glauben können, weil wir uns doch immer fragen müssen, womit wir das verdient haben, dass wir jetzt so verlassen sein müssen. Nun – er hat mir still zugehört, und dann hat er mir Mut und Trost zugesprochen. Hat auch vom Hiob gesprochen, von dem in der Bibel steht, der auch das schwerste Leid aus Gottes Hand genommen hat. Das war schön, Mutter, und ich hab sehr drüber nachdenken müssen auf meinem Weg. Mutter – wir wollen den Glauben an Gott und seine Gnade nicht aufgeben.

Sprecher: Der Holzmeister setzte sich wieder auf die Ofenbank, rückte nahe an seine Frau heran und legte seine raue, verarbeitete Hand auf ihre Hände, die gefaltet in ihrem Schoße lagen. Durch die Dämmerung des Zimmers ging das Ticken der alten Uhr an der Wand, die im ruhigen Gleichmaß die Sekunden der Zeit zählte. Nur noch einige Stunden hatte das Uhrwerk in diesem Jahr zu zählen.

Holzmeister: Mutter, ich habe einen schönen Vers gelesen, der will mir nicht mehr aus dem Sinn: “Mag Erdentrost uns schwinden, auf dich, Herr, darf ich bau’n. Wir wollen’s nicht ergründen, wir wollen nur vertrau’n.” Und das wollen wir tun, Mutter, wir wollen das Vertrauen nicht aufgeben. Über eins können wir doch auch so dankbar sein.
Unser Bernhard war nicht nur ein guter Junge, er war auch ein frommer Mensch, der nach Gottes Wort gelebt und an Jesus als seinen Heiland geglaubt hat. Wenn wir ihn hier auf Erden wirklich nicht mehr wiedersehen sollten, dann doch einmal dort, wie wir es in dem schönen Lied aussprechen: “Die Heimat der Seele ist droben im Licht.”

Frau: Ja, Vater, wir wollen vertrauen. Gott wird’s schon wohlmachen.

Sprecher: So saßen sie zusammen, die beiden Alten, und es war eine Stille um sie her. Ihre Herzen waren geborgen im Frieden Gottes. Da hörten sie, wie draußen an der Schwelle der Haustür jemand den Schnee von den Schuhen abklopfte.

Holzmeister: Hör, Mutter, da kommt doch noch jemand zu uns. So kurz vor Neujahr? Vielleicht will jemand noch etwas bereinigen bevor er ins neue Jahr geht. Es ist doch schön mit reinem Gewissen ins neue Jahr zu gehen.

(steht auf, öffnet die Tür)

Sprecher: Es war der alte “Boten-Ferdinand”, der Briefträger, der eintrat. Die klirrende Kälte draußen hatte ihm weiße Eiskügelchen in den grauen Bart gehaucht und sein Gesicht gerötet. Am Ausdruck des Gesichtes erkannte der Holzmeister, dass es die Kälte nicht allein sei, die ihm das Gesicht glühen machte.

Holzmeister: Kommst noch so spät, Ferdinand. Jetzt ist doch kein Botendienst mehr.

Briefträger: Nein, (nimmt die Mütze ab, kramt in der Tasche) aber jetzt um die Stunde sollte man sich doch mit neuer Hoffnung und Freude auf das Neue Jahr zubereiten. Mach Licht Ludwig, ich habe eine Neujahrsfreude für euch! Die allerschönste, die ihr euch denken könnt. Ich weiß, dass ihr sehr verlassen und einsam seid, und ich wollte nicht bis übermorgen mit dieser Karte hier warten, wenn ich wieder meinen Botendienst verrichten muss.

(Die Frau kommt langsam dazu)

Briefträger: Es hat mir keine Ruh’ gelassen, und darum bin ich trotz der späten Stunde noch gekommen. Hier…

(langsam und feierlich legt Ferdinand die Karte auf den Tisch)

Holzmeister: Was? – Was? (stottert, greift nach der Karte) Es ist nicht wahr! Es ist nicht möglich! Ferdinand, es ist – aber Mutter – Mutter, hörst Du? Von Bernhard! Mein Gott – mein guter Gott, wo hab ich denn nur meine Brille? Vom Bernd…

(sinkt auf einen Stuhl nieder, schluchzt)

Frau: (stammelnd) Von Bernhard?! Kann das denn wahr sein?! Mein Junge!

(Briefträger nimmt die Karte aus der Hand des Holzmeisters)

Briefträger: Nun, darum wollte ich nicht bis übermorgen mit der Karte warten. Kommt, ich will sie euch vorlesen.

Sprecher: Und mit starker und bewegter Stimme las der Bote das, was der vermisste Sohn geschrieben hatte, von Gefangenschaft, schwerer Krankheit, endlicher Genesung und dass er zurzeit in einem Lager im Osten auf seine Entlassung warte. Er hoffe, zum Neuen Jahr daheim bei Vater und Mutter zu sein. Die Blicke der beiden alten hingen an seinen Lippen, tränenschwer aber nicht mehr vom Leid, sondern von der Freude. Der hohen, seligen Freude die nun ihr Hoffen, Bangen und Beten belohnte.

Briefträger: Heute will ich meinem Gott doch auch dafür herzlich danken, dass ich Briefträger bin und euch diese Nachricht bringen durfte. Die Karte hat wegen der unzulänglichen Postverbindung zum Osten sehr lange bis hier gebraucht.

Holzmeister: Mutter, hast du gehört? Er will zum Neujahr daheim sein! Mach alles bereit, damit wir ihn richtig empfangen können, nicht dass er für uns so unerwartet kommt wie Ferdinand. Dank dir Ferdinand, dass du uns so erfreut hast, und dir so viel Mühe, trotz dieses Wetters gemacht hast. Mutter, meine Schuhe!

Frau: Aber Ludwig, wo willst du denn jetzt auf einmal hin?

Holzmeister: Ich will noch zum Förster, ehe das neue Jahr beginnt.

Frau: Aber Ludwig, jetzt noch? Es ist doch schon dunkel draußen. Warte doch bis morgen.

Holzmeister: Nein, nein, morgen ist Neujahr. Ich habe ihm gesagt, er soll für uns beten und an uns gedenken. Er soll sich auch mit uns freuen, wenn wir in das neue Jahr hinüber gehen.

Sprecher: Als die beiden Männer aus dem Hause traten, herrschte draußen eine Totenstille, es schien als wenn alles in sich gegangen wäre und noch einmal über das schon fast vergangene Jahr nachdenke, um rein und heilig in das neue und ungewisse Jahr zu treten. Nachdem Ludwig das Haus des Försters erreicht hatte, und ihm die frohe Kunde erzählte, freute sich dieser mit ihm.

Förster: Gott antwortet auf die Gebete seiner Kinder! Er sagt ja auch in Hebräer 10,35: Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Ludwig: Ja, Sie haben recht. Und ich danke Ihnen noch einmal für die Worte des Trostes, aber jetzt will ich nach Hause. Ich will mit meiner Frau zusammen in das neue Jahr voller Hoffnungen hinübertreten.

Sprecher: Als er zu Hause angekommen war, hörte man vom Kirchenturm her die Glocke zwölf schlagen. So konnten sie geborgen und im vollen Vertrauen auf Gott ins neue Jahr treten. Kannst du es, lieber Zuhörer auch?

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