Okt 29 2007
Heute über’s Jahr
Heute über’s Jahr, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 4 Personen
Sprecher: Lange schon hatte Rao, ein Hindu in Indien, der Verkündigung des Evangeliums gelauscht. Mehr als einmal hatte er erklärt:
Rao: Es ist alles wahr und richtig, was ich gehört habe.
Missionar: Aber warum willst du denn nicht glauben und ein Kind Gottes werden?
Rao: Ich will darüber nachdenken. Jesus war ein guter und großer Mann, gewiss auch Gottes Sohn. Deine Religion ist die wahre, und es ist wohl möglich, dass ich mich bekehre, aber es braucht seine Zeit dazu.
Sprecher: Die Zeit verging. Der Missionar fing an, mit Rao zu sprechen.
Missionar: Die Gnadenzeit ist kostbar und deshalb ist es sehr gefährlich, deine Bekehrung immer wieder aufzuschieben.
Rao: Nun mag ich dich nicht mehr hören. Ich habe genug Zeit, ich tue niemals etwas übereilt. Gott ist gnädig und barmherzig; er wird sicher nichts dagegen haben, wenn ich mir die Sache zuerst gründlich überlege.
Sprecher: So trennte sich Rao von dem Missionar. Eines Tages trat eine Frau sehr eilig in das Zimmer des Missionars.
Frau: Entschuldigen Sie, lieber Missionar, dass ich sie stören muss; aber mein Mann ist krank. Rao bittet Sie, sie mögen ihn besuchen kommen, aber schnell, die Zeit ist kostbar.
Sprecher: Der Missionar, der zugleich auch Arzt war, begab sich sogleich zu Rao, der bleich und vor Angst zitternd auf seinem Bett lag.
Rao: Gib mir etwas, das mich gesund machen kann, bitte lieber Missionar, hilf mir, ich darf jetzt noch nicht sterben.
Missionar: Leben und Tod sind in Gottes Hand. Ich will tun was ich kann um dir zu helfen, aber der Erfolg steht beim Herrn, nicht bei mir.
Rao: Ich will leben, ich kann noch nicht sterben, bitte lieber Missionar hilf mir doch, ehe es zu spät ist.
Sprecher: So klagte der Kranke, mit zitternder Stimme, nachdem der Missionar ihn untersucht hatte. Der Arzt bat die Frau mit sich nach Hause zu kommen, um eine Medizin für Rao zu holen. Während er für den armen Heiden betete, durchfuhr ihn plötzlich ein Gedanke. Er füllte eine Flasche, schrieb einen Zettel und klebte diesen drauf. Er bat, diese Flasche Rao zu überbringen. Auf dem Etikett stand geschrieben: Heute über ein Jahr zum ersten Mal einen Esslöffel voll einnehmen. Als Rao die Flasche mit der Aufschrift erhielt, schrie er erschrocken auf.
Rao: Heute in einem Jahr? – Das muss ein Irrtum sein. Schnell, laufe zurück und bitte um Arznei, die sofort, jetzt gleich eingenommen werden kann. Ich kann doch nicht bis zum nächsten Jahr warten, ich kann ja heute noch sterben!
Sprecher: Seine heißen Hände, die mit zitternder Hast nach der Medizin gegriffen hatten, sanken kraftlos auf die Decke zurück, wo sie wartend liegen blieben. Wiederum empfing Rao eine Flasche vom Missionar, aber entsetzt las er, dass die Arznei heute in einem Monat zu ersten mal eingenommen werden könne. Angstschweiß trat ihm ins Gesicht, als er immer wieder die Worte las:
Rao: Heute in einem Monat. Fort, fort… sage dem Missionar, dass er sich irre. Ich will gleich Hilfe haben, jetzt, sofort! Wer weiß, ob ich in einem Monat noch lebe!
Sprecher: Als seine Frau ihm eine neue Flasche brachte, auf welcher stand: Morgen einnehmen; frage sie:
Frau: Ist es nun die richtige Flasche?
Rao: Morgen einnehmen. Nein, nein! Was hilft mir Medizin, die ich erst morgen einnehmen kann. Ich bin jetzt krank, jetzt geht es um Leben und Tod. Geh und bitte den weißen Lehrer, selber zu kommen. Ich muss mit ihm reden.
Sprecher: Die Frau richtete ihren Auftrag aus; der Missionar folgte ihr mit einer neuen Flasche. Er verabreichte Rao die lang ersehnte Medizin, die gegen das verheerende Fieber half.
Missionar: Rao, du konntest nicht warten, als du fühltest, dass es um Leben und Tod ging. Kannst und darfst du warten, wenn es um das Heil deiner Seele geht, wenn über ewigen Tod oder ewiges Leben zu entscheiden gilt?
Sprecher: Rao verstand. Sogleich, ohne lange zu überlegen und zu bedenken, nahm er Jesus als seinen persönlichen Herrn und Heiland an. Er wurde ein glückliches Kind Gottes. Er wurde gesund, ja doppelt gesund. Denn von nun an war er ein Licht und ein gutes Zeugnis für seinen Heiland.
Und du, mein Freund! Wie steht es mit dir? Hast du dich schon um das Heil deiner Seele gekümmert? Wenn nicht, verliere keine Zeit!
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