Bei Kerzenschein, am Heilig’ Abend,
sehe ich ins Kerzenlicht hinein.
Die Weihnachtsbotschaft ist so labend.
Sie scheint mir ja so nah zu sein.
Die Augenlider sinken.
Mich überfällt ein süßer Schlaf.
Und schon mir Israels Palmen winken.
Ich seh’ Josef, wie er sein Tagwerk schafft.
Eine laute Stimme unterbricht ihn.
Er geht zur Werkstatt gleich hinaus.
Das Gebot des Kaisers trifft ihn.
Der Schätzung halben muss er zur Stadt hinaus.
Er macht aus Nazareth sich auf,
mit Maria, die anvertraut ihm ward.
Bald nimmt die Reise ihren schweren Lauf.
Der erwartenden Maria ist die Reise hart.
Nach langer Reise angekommen,
ist die Herberge schon voll.
Für Maria ist die Zeit gekommen.
Ist da nicht einer der sie nehmen will?
Ist denn auch wirklich nichts mehr frei,
für den Erlöser dieser Welt?
Ist’s wahr, dass alles schon besetzet sei?
Wer ist der ihm ein Lager stellt?
Ist’s wahr, dass Gottes Sohn,
geboren werden soll im Stall,
er, der verließ den Himmelsthron?
Bereitet ihm doch einen Saal!
Doch seine Liebe ist so groß,
dass er nicht auf sein Recht besteht.
Von Maria, er sich wickeln lässt,
sie ihn in eine Krippe legt.
Und die Hirten, bei der Herde,
sehen plötzlich helles Licht.
Und ein Engel kommt zur Erde,
spricht: Fürchtet euch nicht!
Siehe, ich verkündige euch große Freude,
die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Die Hirten denken sie sein verloren,
doch seel’ge Freud’ es ist der Heiland geboren.
Bald sehen die Hirten,
die Menge der himmlischen Scharen.
Vor Staunen gen Himmel sie starren.
Und sogleich sie hören,
die himmlischen Chöre:
Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
und den Menschen ein Wohlgefallen.
Vor Freude, den Hirten die Herzen sich regen.
Und als die Schar entschwunden ist,
untereinander es heißt:
Lasst uns nun gehen
nach Bethlehem
und die Geschichte sehen,
die da geschehen ist,
die uns der Herr kundgetan hat.
Und eilend sie kommen und finden,
das Kind, gewickelt in Windeln.
Oh seel’ger Moment, es ist Heilig Abend.
Vorbei ist Advent!
Bald schallt die fröhliche Kunde,
auf Erden, den Guten und Bösen,
so fröhlich, durch Hirten Munde:
Es ist der Heiland geboren, euch zu erlösen!
Kurz wache ich auf.
Noch fackelt die Kerze so fein.
Müdigkeit nimmt mich in Kauf.
Ich schlafe wieder so wunderbar ein.
Es glänzt mir die Sonne,
des Morgenlands jetzt.
Den Weisen, voll Wonne,
rührt Jesus das Herz.
Sie packen Geschenke.
Sie fahren bald los.
Der Stern sie stets lenket.
Sie sind ganz getrost.
Doch bleibet der Stern,
über Jesu Geburtsstätte stehen.
Die Weisen, sie danken dem Herrn.
Nun können Jesus sie sehen.
Sie fallen bald nieder
und beten ihn an.
Sie sind sich ganz sicher,
dass er helfen kann.
Sie schenken Geschenke:
Myrrhe, Weihrauch und Gold,
dass er ihrer gedenke,
oh du Augenblick hold.
Ich wache wieder auf.
Die Kerze flammet immer noch.
Nun mache ich sie aus.
Wie trübe ist die Welt jetzt doch?
Wie viele sind, die Jesus noch nicht kennen,
die Weihnachten immer noch Konsumfest nennen?
Hast du im Herzen schon Weihnachten gemacht?
Oder ist’s immer noch finstere Nacht?
So wisse, dass Jesus für dich
auf die Erde kam.
Er erniedrigte sich.
Er ist’s der dir helfen kann.
Gerade für dich ist er geboren,
ist er am Kreuze voll Leid gestorben.
Er will in dein Herz, sei es noch so verdorben.
Es ist auch für dich Heilig Abend geworden.