Archive for Oktober 18th, 2007

Okt 18 2007

Weihnachtsfest für die neuen Nachbarn

Geschrieben von under Weihnachten

Weihnachtsfest für die neuen Nachbarn, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 8 Personen

Autor: Das ist keine außergewöhnliche Geschichte, denn so oder ähnlich erging es bestimmt schon manch einem von uns auch. Oft erwischen wir uns dabei, unseren Nächsten zu wenig Liebe erwiesen zu haben. Oder nicht aufmerksam genug sind in dem Moment, wo jemand unsere Hilfe brauchen konnte. In dieser Geschichte handeln die Kinder als vorbildliche Christen. Jesus hatte Recht in Matthäus 18, 3 als er uns die Kinder zum Vorbild gestellt hat. Am Forstweg 13 wohnt Familie Klingenthal: Hausvater Paul mit seiner Frau Margret, zwei Kinder haben sie: Peter, der in die dritte Klasse geht und schon fast so gescheit ist wie sein Lehrer. Und dann ist da noch Miriam, die nächstes Jahr zur Schule kommt. Ihren großen Augen entgeht nichts, und die kleinen Ohren hören alles. Es ist drei Tage vor Weihnachten und es beginnt schon zu dunkeln, als Miriam von ihrer Tante Lina heimkommt. Sie wohnt auf der anderen Straßenseite.

Mutter: Na Miriam wie war’s bei Tante Lina?

Miriam:
Prima, Mutti! Ich hab beim Plätzchen backen geholfen.

Mutter: So, so. . Und wie viel hast du geholfen?

Autor:
Miriam zählt an den Fingern ab:

Miriam:
Nur zehn und drei Stück, Mutti.

Mutter:
Na, hoffentlich bekommst du kein Bauchweh von der Helferei!

Autor:
Als sich die ganze Familie zum Abendessen gemütlich am Tisch versammelt hat, fragt Vater Klingenthal bei seiner Frau.

Vater: Margret, wer ist denn da im Haus Wolkenblick? Ich sah dort Licht, als ich eben heimkam.

Mutter:
Im Wolkenblick? Das ist unmöglich. Da kann doch niemand mehr drin wohnen, das Haus soll doch abgerissen werden.

Vater:
Es brannte aber Licht Margret, ganz bestimmt!

Autor: Das Haus Wolkenblick ist ein verlottertes Holzhaus gleich neben Klingenthals, versteckt zwischen Büschen und Bäumen mit einem großen, verwilderten Garten. Über ein Jahr steht es schon leer. Und jetzt wollte die Gemeindeverwaltung das Haus abreißen.

Mutter: Paul, ich habe Angst. Wenn da nun Einbrecher drin hausen – so ganz nebenan! Nach unserer Seite hin ist ja nicht einmal ein Zaun! Geh doch mal rüber zu Lina, ob sie von dort auch etwas gesehen hat.

Vater:
Margret, dann wäre Lina schon zweimal hier gewesen!

Autor:
Nach dem Abendessen geht Margret dann aber doch selber hinüber zu ihrer Schwester Lina, und vor der Haustür stößt sie fast mit ihr zusammen.

Lina:
Huch, Margret, gut dass du kommst, grade wollte ich zu dir. Denk nur, als ich am Vormittag fortging, sah ich ein Lastauto vor dem Wolkenblick stehen, und zwei Männer trugen Möbel und Briketts und Brennholz hinein. Ach, sieh nur! Da kommt die Gemeindeschwester, komm, wir fragen sie was da los ist.

S. Ruth:
Guten Abend ihr zwei. Ihr bekommt ab heute neue Nachbarn! Nicht für lange. Das sind Flüchtlinge… Farbige.. Die Gemeinde hat ihnen dieses Haus für kurze Zeit zur Verfügung gestellt. Sie sprechen nur Englisch. Ich denke, ihr kommt mit denen gut aus. Das sind liebe Leute. Kümmert euch bisschen um sie. Einen schönen Abend wünsch’ ich euch, jetzt muss ich weiter.

Lina: Na, bitte, wenn Schwester Ruth da ist, dann betreut sie die Gemeinde. Wir haben jetzt keine Zeit für Flüchtlinge.

Mutter:
Flüchtlinge, Farbige – sagst sie? Die Armen! Und das so kurz vor dem Fest!

Lina: Aber unsere Gemeindeverwaltung ist ja in Ordnung; die sorgt schon für sie.

Mutter:
Das ist doch beruhigend. Ich wüsste nämlich nicht, wie ich mich auch noch um die kümmern könnte. Ich muss doch noch das neue Rezept für Ingwerplätzchen ausprobieren. Und diesmal soll Miriam zum Fest einen ganzen Napfkuchen ,,mit viel drin” – wie sie sagt – für sich allein bekommen. Sie hat ihn doch so gern. Und mein Kleid muss ich noch vom Schneider holen, und einkaufen soll ich auch noch, und die Rollschinken sind noch abzukochen! Ach, Lina, es ist schon eine Plage mit dem Fest!

Lina:
Hast recht, Margret. Wir Frauen sind einfach überfordert.

Autor:
Bestätigt ihr Lina mit einem Seufzen. Nachher erzählt Margret beim Abendessen ihrem Paul alles. Die Kinder sitzen mäuschenstill dabei, damit niemand auf die Idee kommt, sie ins Bett zu schicken. Gerade sagt der Vater:

Vater: Das ist ja wirklich die Höhe, wenn wir uns auch noch um solche Leute kümmern müssten. Kann einem ja das ganze Fest verderben! Für was zahlen wir denn unsere Steuern? Und unser Beitrag an den Hilfsverein ist ja auch nicht gerade klein. Und überhaupt: da sind wohl erst mal die andern dran, die mit dem großen Geldsack – nicht gerade wir!

Peter: Was wollen die fremden Lumpen da – in Bethlehem?… Ein Bett wohl gar? Geht heim in euer Nazareth! Sagt bloß, da hättet ihr kein Platz… Lasst uns in Ruh! Rebekka! … Schließ die Tür mal zu!

Autor:
Wie ein Trompetenstoß ist Peters Stimme durch die Stube gefahren, und es dauert eine Weile, bis der Vater als erster die Sprache wieder findet:

Vater:
Wo hast du denn den Spruch aufgelesen, Peter?

Peter: In der Sonntagsschule, Vati. Ich bin doch der Wirt im Krippenspiel, der Maria und Joseph ausgesperrt hat!

Autor:
Der Vater ist erleichtert.

Mutter: Und warum hast du den gerade jetzt aufgesagt?

Peter: Ooch, nur so – weil ihr ja auch gerade über so was geredet habt.

Autor: Miriam macht große Augen.

Miriam: Vati? …Farbige… Wie sind die? Gibt es auch blaue und grüne?

Autor: Der Vati muss lachen:

Vater:
Blaue?… Nein, aber Grüne, die gibt’s neuerdings. Nur sind das keine Farbigen, Miriam. Farbige sind immer braun – mehr oder weniger.

Miriam:
Dann ist der Turnlehrer Gadmer auch ein Farbiger! Der ist doch so doll braun!

Vater:
Nein, Miriam, der ist nur ein Schweizer.

Autor: Miriam versteht die Welt nicht mehr, aber der Vater versteht seine Tochter.

Vater:
Am liebsten würdest du jetzt gleich hinlaufen und dir die neuen Nachbarn ansehen, oder? (Miriam nickt) Bleib da aber weg, man kann nämlich nicht wissen, wie diese Fremden mit kleinen Mädchen umgehen.

Autor:
Am anderen Morgen fragt Miriam:

Miriam:
Feiern die Farbigen auch Weihnachten?

Mutter: Glaub ich nicht, Miriam.

Miriam: Dann bekommen die ja gar keine Geschenke und merken gar nicht, dass der liebe Gott sie auch ganz gern hat.

Mutter: Um ihnen das zu sagen, haben wir ja unseren Pfarrer.

Miriam: Gehen die denn in die Kirche?

Mutter: Das ist ihre Sache!

Autor: Meint die Mutti und verschwindet schnell in die Küche. Miriam geht hinüber zu Tante Lina. Von dort kann man das Haus Wolkenblick nämlich gut beobachten. Doch es kommt nur einmal ein Mann – oder ist es eine Frau? – aus dem Wolkenblick auf die Straße heraus, ganz eingewickelt in einen viel zu großen Kapuzenmantel, der bis auf den Boden reicht. Nicht einmal das Gesicht ist zu sehen. Als der Kapuzenmann wieder zurückkommt, trägt er ein großes Paket

Miriam:
Tante Lina! Tante Lina! …Komm! …Schnell!

Autor: Tante Lina schaut zum Fenster hinaus.

Lina: Da ..das sind ja Pampers! …Du liebe Zeit, auch das noch! …Die haben ja ein Baby!

Autor: Am Nachmittag fragt Miriam:

Miriam: Mutti, darf ich noch mal zu Tante Lina rüber?

Mutter: Gut, bleib aber nur solange, bis es anfängt dunkel zu werden.

Autor: Ganz schnell läuft Miriam raus. Sie ist bei Tante Lina noch gar nicht ganz im Haus, da ruft sie bereits:

Miriam:
Tante Lina, es fängt schon an dunkel zu werden, ich darf nicht länger bei dir bleiben.

Autor: Lina schüttelt den Kopf
Lina: Was hat das denn wieder zu bedeuten? Kaum im Haus…?

Miriam: So, Tante Lina, Mutti hat gesagt, wenn es anfängt dunkel zu werden, muss ich heimkommen. Schlaf gut, Tante Lina, Tschüss!

Autor:
Noch ein Gutenachtkuss – und draußen ist sie. Aus dem Kind werd’ einer klug, denkt Tante Lina. Miriam steht draußen und überlegt, sie will so gern mal den fremden Farbigen etwas näher sehen.

Miriam: Ich will nur einmal das Baby sehen. Nur einmal.

Autor:
flüstert sie und schleicht auf das Wolkenblickhaus zu. Dort brennt in der Küche Licht, aber es ist niemand zu sehen. Miriam wagt sich näher.

Miriam: O, wie sieht es da drinnen aus!

Autor: Überall stehen Kartons, Säcke, volle Plastiktaschen, Brickets und Holz herum. Auf dem Herd steht einsam ein kleiner Kochtopf.

Miriam: Und wenn die mal Spaghetti kochen wollen? Dafür ist der Kochtopf viel zu klein.

Autor: überlegt Miriam, denn Spaghetti isst sie ja so gern! Ein halbes Brot liegt auf dem Tisch, daneben ein Messer, eine Flasche Putzmittel und ein Bund rote Mohrrüben. Da kommen die Leute aus dem Nebenzimmer herein.

Miriam: Sind die aber klein und braun! Und schönes Haar hat die junge Frau: ganz schwarz und glänzend! Aber wo ist das Baby?

Autor: Jetzt räumt die Frau den Tisch ab, legt ein Tuch darauf, stellt eine Schüssel hin und gießt Wasser hinein. Dann kniet sie hin vor einer am Boden stehenden Kartonschachtel, holt das Baby raus und wickelt es auf dem Tisch aus. Miriam hört durchs Fenster deutlich, wie das Baby weint. Beinahe wäre sie hineingestürzt, um das herzige Kind im Arm zu wiegen. Doch jetzt muss sie wirklich heim. Sie läuft ganz schnell über den Garten nach Hause.

Miriam: Da bin ich, Mutti.

Mutter: Ist recht Miriam.

Autor: antwortet es aus der Küche. Im Keller angekommen, wo Peter an seiner Modelleisenbahn bastelt, setzt sich Miriam stumm auf eine Kiste und grübelt. Plötzlich springt sie auf und – zornig mit dem Fuß aufstapfend – ruft sie laut:

Miriam: Gibt’s ja gar nicht! Es muss doch einen Weg geben!

Autor: So macht’s ihr Vater auch immer, wenn er mal nicht mehr weiter weiß.

Peter: Was für einen Weg?

Autor: fragt Peter und stellt eine Weiche für den Zug.

Miriam:
Na, zu den Farbigen.

Autor: Peter sieht seine Schwester verwundert an:

Peter:
Einfach durch den Garten, Miriam.

Autor:
Da erzählt Miriam ihrem Bruder, was sie vorhin gesehen hat.

Miriam: Denen müssen wir doch helfen!

Peter: Aber wie denn?

Autor: Miriam setzt sich wieder auf die Kiste, ist traurig und denkt nach. Ihre Augen wandern durch den Keller, über die Regale und die vielen alten Sachen darin: Pfannen, Kannen, Töpfe, Schüsseln, Gläser, Schachteln. In der einen hatte ihre Mutti alte Sachen aufbewahrt. Da blitzt ihr ein Gedanke durch den Kopf.

Miriam: Peter, du, ich weiß was!

Autor:
Und Miriam erklärt ihm eifrig ihren Plan.

Peter:
Das geht nicht Miriam.

Miriam:
Hol mir mal bitte den roten Karton von da oben herunter. Was da noch alles drin ist!

Autor:
Die Kinder wühlen und packen aus. Einiges kann man davon nehmen. Miriam überlegt weiter und schaut sich um.

Miriam:
Peter, da… den großen, alten Kochtopf, den brauchen sie dringend – für Spaghetti, weißt du, und die Bratpfanne. Und die Kaffeekanne auch.

Peter:
Aber die ist doch kaputt, Miriam!

Miriam:
Macht nichts! Aber wie bringen wir das alles rüber?

Autor: Da fällt Peter ein, dass im Holzstall ja noch ihr alter Kinderwagen steht. Sie laufen gleich hin um sich ihn anzusehen. Er hat zwar kein Verdeck mehr, und an einem Rad fehlt die Gummibereifung; auch sieht man ihm selbst im Dunkeln an, dass er den ganzen Sommer über, mit Blumen bepflanzt, im Vorgarten gestanden hat. Sie probieren und schieben:

Miriam: Er lässt sich noch fahren! Den nehmen wir in den Keller und machen ihn sauber.

Autor:
Die Kinder sind noch am Putzen, als die Mutter von oben ruft:

Mutter:
Was macht ihr eigentlich da unten so lang.

Miriam u. Peter:
Nicht runter kommen! Nicht runter kommen!

Autor:
schreien die beiden! Und Miriam fällt zum Glück noch ein, der Mutti, zuzurufen:

Miriam: Eine Weihnachtsüberraschung!!!

Mutter:
So, so eine Weihnachtsüberraschung!

Autor: schallt es von oben. Als die Kinder endlich im Bett sind, sagt Margret zu ihrem Mann:

Mutter:
Paul, ist das nicht lieb? Die Kinder basteln an einer Weihnachtsüberraschung für uns. Nur gut, das der Peter dabei ist, sonst hätte ich doch Bedenken.

Vater:
Ach, Margret brauchst keine Angst zu haben. Lass sie nur machen.

Autor:
Am anderen Morgen ist Margret früh zum Einkaufen gegangen. Miriam ist zur Tante Lina rüber gegangen. Aber die sagt gleich zu ihr:

Lina: Miriam, ich muss fort und bin möglicherweise erst gegen Abend zurück. Ich gebe dir schon jetzt dein Weihnachtsgeschenk. Aber erst am Abend aufmachen, hörst du? Und dieses hier, das gibst du dem Peter. Und nun ab mit dir.

Autor:
Voller Freude läuft Miriam nach Hause. Und nun geht’s ab in den Keller zu Peter.

Peter:
Guck mal, Miriam, ich hab die alte Matratze vom Kinderwagen gefunden.

Miriam:
Wozu? Wir haben ja kein Bettzeug dazu.

Autor: Peter grübelt: Bettzeug? Und schon verschwindet er nach oben. Als er zurückkommt, trägt er einen dicken Sack vor dem Bauch.

Peter: Da ist das Bettzeug! Als du für den Kinderwagen zu groß geworden warst, hat Mutti alles in den Sack getan. Ich war dabei.

Miriam:
So, jetzt legen wir alles in den Wagen und fahren ihn in den Holzstall zurück Peter, ich muss noch mal nach oben etwas holen.

Autor: Was sie da alles findet – in der Küche, im Kühlschrank, in der Speisekammer! Dann ruft sie den Peter rauf. Der macht Augen.

Peter:
U – und so viel?

Autor:
In Muttis Küchenschürze schleppen sie alles in den Holzstall. Da hören sie die Mutti heimkommen.

Mutter:
Wer hilft mir heute beim Plätzchenbacken?

Autor: Keine Antwort aus dem Keller.

Mutti: Sonst streitet ihr euch doch immer darum.

Peter:
Aber Mutti, die Weihnachtsüberraschung!

Mutti: Ach ja, richtig. Der Vater freut sich ja auch schon darauf.

Autor:
Am Nachmittag kehrt Tante Lina heim und kommt ganz aufgeregt zu ihrer Schwester Margret.

Lina: Da siehst du’s Margret. Das haben wir von unserer Asylantenpolitik. Wir setzen uns mit den Flüchtlingen nur Läuse in den Pelz. Nichts als Spitzbuben und Halunken sind das. Verdächtig sind sie mir aber schon. Paul sollte doch besser die Polizei anrufen.

Mutter:
Ich will es ihm sagen wenn er heimkommt, Lina.

Autor: Als Paul davon hört meint er:

Vater:
Ich habe von den Nachbarn noch nichts gemerkt. Weshalb wollt ihr die Polizei rufen? Die wollen doch auch ein wenig Weihnachten haben.

Autor:
Als Margret sich in der Küche noch mal umsieht und in dem Kühlschrank die Würstchen nachzählt, wird sie doch unruhig.

Mutter:
Peter, hast du dir etwa ein paar Würstchen genommen?

Peter:
Nein Mutti, ganz gewiss nicht.

Autor:
Das stimmte ja auch, denn Miriam hatte sie genommen.

Mutter:
So etwas! Dann hat sich der Fleischer verzählt. Die muss er mir nachliefern! Sei mir nicht böse, mein Junge. Die Mutti wird eben langsam alt und vergesslich.

Autor: Im Übrigen ist der Nachmittag wie gewohnt verlaufen. Wie gewohnt sind sie miteinander zum Gottesdienst gegangen. Der Pfarrer hat eine feierliche Predigt gehalten.

Pfarrer:
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Lukas 2,10-11. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Lukas 2,17 Des Engels Predigt lautet, dass dies Kindlein unser Heiland sei, an dem wir allen Trost und Freude haben sollen. Wenn ein Christ anfängt, Christus zu kennen als seinen Herrn und Heiland, durch welchen er aus dem Tode erlöst ist und in seine Herrschaft als Erbe erwählt ist, so wird sein Herz mit allen Kräften streben Gottes Ehre und Lob weiter unter die Leute zu bringen.

Autor:
Nach der Predigt hatten sich alle gegenseitig ,,Frohe Weihnachten” gewünscht. Der feierliche Gottesdienst war zu Ende. Danach sind Klingenthals heimgekehrt. Zu Hause gab es Weihnachtsessen – Würstchen mit Kartoffelsalat, und endlich ist die Bescherung gekommen. Peter kann nun seine Eisenbahnanlage erweitern. Auch ein Buch ist dabei: ,,Durchs wilde Turkestan” was der Vater schon lange so gern mal lesen wollte! – Miriam hat sich über die neuen Schlittschuhe gefreut, Tante Linas Pandabär ausgepackt und den Rosinenkuchen gleich probiert – aber nur ganz wenig! Jeder hat auch noch einen großen Weihnachtsteller erhalten mit Süßigkeiten, Äpfeln, Apfelsinen und Bananen. Und nun hatten es sich die Eltern gemütlich gemacht. Der Vater ist sofort auf die Reise gegangen: ,,Durchs wilde Turkestan” und die Mutter hat angefangen Briefe zu lesen. Peter werkelt längst wieder im Keller. Seinen Weihnachtsteller hat er vorsichtshalber gleich mitgenommen. Dann schleicht er leise nach oben und holt für sich und Miriam Mantel, Schuhe und Mützen von der Garderobe in den Keller. Miriam nimmt auch ihren Weihnachtsteller, den Panda und den Rosinenkuchen und verzieht sich leise nach unten. Die Mutti tut so als merke sie nichts und flüstert ihrem Mann zu: “Jetzt kommt die Weihnachtsüberraschung, Paul!” Der brummt vom Turkestan her ein: ,, So – so!” Miriam und Peter ziehen sich rasch im Keller an und stapfen los. So voll beladen lässt sich der Wagen nur schwer schieben und ein Rad quietscht laut. Endlich sind sie beim Haus Wolkenblick. Die Kinder haben den Wagen vor die Tür des Wolkenblicks gestoßen. In dem Moment erscheint zuerst der kleine braune Mann in der Tür, dann auch die Frau. Als der Gesang der Kinder zu ende ist, fängt Miriam auch noch an zu reden:

Miriam:
Das schenken wir euch, damit ihr merkt, das der liebe Gott euch auch sehr gern hat.

Autor:
Und nun schiebt sie den Kinderwagen auf die Tür zu. Da bekommt die junge Frau Angst um ihr Baby und läuft ins Haus rein, ihr Mann hinterher gefolgt von Miriam mit dem Kinderwagen und zum Schluss der Peter. Daheim unterbricht Margret ihre Brieflektüre.

Mutter:
Wo bleiben nur die Kinder? Peter… Miriam…

Autor:
Alles bleibt still. Dann spricht sie aufgeregt ihren Mann an:

Mutter:
Paul, die Kinder sind weg!

Vater:
Die Kinder, wieso? Na das ist aber ne schöne Weihnachtsüberraschung!

Autor: Im Keller finden sie die Außentür offen stehen. Schon holt Margret tief Luft und will gerade laut rufen, da zupft Paul sie am Ärmel.

Vater: Tsch-sch! Schau mal da hinüber,

Autor:
Durch die Büsche sehen Margret und Paul wie die Kinder auszupacken beginnen. Verwundert sieht Margret, dass Miriam ihren Kuschelbär in einen großen Karton legt, der am Boden steht und noch lange hineinschaut. Dann nimmt sie ihren Weihnachtsteller, tut den Rosinenkuchen obendrauf und legt der jungen Frau alles in die Hände. Im nächsten Augenblick hebt die Frau ihr Baby aus dem Karton und legt es Miriam lächelnd in den Arm. Miriam strahlt vor Freude. Peter packt währenddessen weiter aus – da sind die Würstchen und Spaghetti, der große Kochtopf, Milch, Zucker, Kaffee und Honig, es will kein Ende nehmen. Der Küchentisch ist schließlich voll beladen. Zum Schluss nimmt Peter die alte Bratpfanne in die Hand und versucht dem Mann etwas zu erklären – möglicherweise das Rezept für seine geliebten Pfannekuchen. Nun scheint Miriam ihm etwas zuzurufen und schon verabschieden sie sich hastig von dem Paar.

Vater:
Margret, sie kommen raus. Schnell hinter die Büsche.

Autor:
Und schon öffnet sich die Tür vom Wolkenblick und die Kinder laufen schnell nach Hause.

Peter: Wenn nur Vati und Mutti nichts gemerkt haben.

Miriam:
Das sind wirklich ganz liebe… Leute.

Autor:
Sagt Miriam gerade voll Begeisterung. Und schon stehen sie vor den Eltern. Dem Peter rutscht das Herz bis in die Schuhe und Miriam fängt sofort an laut zu schluchzen. Vorsichtig wirft sie einen Blick zu Mutti hinaus. Aber die schluchzt ja auch! Dann fällt allen ein Riesenstein vom Herzen. Die Eltern sind ja gar nicht bös auf sie. Und nun geht’s los. Gleichzeitig und durcheinander berichten sie von den Asylanten im Wolkenhaus.

Vater:
Jetzt sollten wir die Stube noch ein wenig herrichten.

Mutti:
Du meinst für den Besuch?

Vater:
Ja, wollen wir denn die drei aus dem Wolkenblick nicht zu uns herüber bitten?

Musik


Autor:
Als Jesus ein Kind herbeigerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keines Falls in das Himmelreich hineinkommen. Matthäus 18,3. Die Kinder haben durch ihre kindliche Weise einen großen Dienst getan. Und die Eltern mussten beschämt zugeben, das Gebot der Nächstenliebe missachtet zu haben. Lasst uns so sein wie die Kinder.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Weihnachtsfest für die neuen Nachbarn (63.5KB)
Klicks: 521

PDF    Sende Artikel als PDF   

No responses yet

Okt 18 2007

Eine Tragödie am Heiligabend

Geschrieben von under Weihnachten

Eine Tragödie am Heiligabend, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 7 Personen

Autor: Menschen, die in einer christlichen Familie aufwachsen, behalten die vergangenen Weihnachtsfeste in ihrer Kindheit besonders in Erinnerung. Man kann sie auch nicht so leicht vergessen, weil jedes Weihnachtsfest mit seinen lieblichen Liedern, der Musik und Erinnerung an die Geburt Jesu Christi als unseren Retter jedes Jahr eine besondere Bedeutung haben.

Im Gymnasium der Stadt Kischinöw herrschte ungewöhnlicher Lärm. Die Jungs unterhielten sich fröhlich und packten ihre Koffer, um in den Weihnachtsferien nach Hause zu fahren. Aber nicht alle durften nach Hause, daher herrschte auch nicht bei allen diese Fröhlichkeit. Diejenigen, die nicht nach Hause durften, mussten während der Weihnachtsferien in der Schule bleiben. Sie schauten traurig, ja, sogar neidisch auf ihre Mitschüler, die in den Augen der Zurückbleibenden als „die Glücklichsten“ angesehen wurden. Ganz besonders bedrückt, dass sie dableiben mussten, waren die zwei Brüder Alexander und Viktor.
Der 14-jährige Alexander, der ältere von den beiden, war ein großer, starker Junge. Dagegen war der 12-jährige Viktor weichherzig und schwach. Alexander gewöhnte sich viel schneller an die Umgebung, obwohl er die Disziplin, die dort herrschte und die strengen Regeln des Tages nicht gern hatte. Aber dank seinem fröhlichen und aufgeschlossenen Charakter fand er immer wieder schnell Freunde und wurde zum Führer der Jungs, wenn es darum ging, etwas anzustellen. Es gab nichts, was ihn in seinem Vorhaben hindern könnte. An die Folgen hatte er niemals gedacht und handelte ganz nach seinen Wünschen. Für Viktor war die Trennung von den Eltern besonders schwer gefallen; er hatte Schwierigkeiten, Freunde zu finden, überdachte jeden Schritt, den er tat, lernte in der Schule auch besser als Alexander.
Viktor stand am Fenster und weinte leise. Alexander ging im Zimmer hin und her, dann brach er das Schweigen:

Alexander: Das ist ungerecht, dass Vati uns nicht erlaubt hat, nach Hause zu kommen, auch wenn Schneestürme sind! Aber, dass die Zeit sich hier lange ziehen wird, daran hat er wahrscheinlich nicht gedacht; und dann fahren die besten und lustigsten Kinder natürlich auch nach Hause.

Viktor: Ich habe mich so gefreut, dass ich bald Mutti, Vati und auch Lilli sehen werde. Ich habe so eine Sehnsucht, gerade am Weihnachtsfest zu Hause zu sein. Alexander, kannst du dich noch daran erinnern, als wir zusammen Weihnachtslieder sangen und Papa auf der Orgel spielte? Wie ist es doch zu Hause immer so schön.

Autor: Mitfühlend sah Alexander seinen Bruder an, dann fragte er ihn prüfend:

Alexander: Viktor, wenn du willst, dann können wir trotzdem nach Hause fahren und wir werden auch gut dort ankommen.

Viktor: (verwundert) Aber, … Papa schrieb doch, dass wir wegen des Schneesturmes hier bleiben sollen?!

Alexander: Glaubst du, die Eltern werden sich nicht freuen, wenn wir ganz unerwartet zum Weihnachtsfest erscheinen?!

Viktor: Natürlich, aber, das ist doch unmöglich.

Alexander: Warum denn? Die Sache ist ganz einfach, wir begeben uns morgen auf den Weg und sind zu Weihnachten zu Hause.

Viktor: Ohne dass Papa es uns erlaubt hat?!

Alexander: Na und! Wir müssen doch auch endlich mal selbständig werden. Glaubst du, Papa würde sich nicht über unsere Tapferkeit freuen? Sei jetzt nicht so ein Gerechter. Unser Kommen wird für alle ein angenehmer Scherz sein.

Viktor: Alexander, ich glaube nicht, dass Papa sich über unseren Ungehorsam freuen wird. Natürlich ist es traurig, dass wir hier bleiben müssen, aber wenn Papa das so möchte, dann bleibe ich auch hier.

Alexander: Viktor, du bist ein unmöglicher Mensch. Mit dir kann man aber auch gar nichts machen. Denk doch nur daran, wie Mutti sich freuen wird.

Autor: Man konnte an Viktors Gesicht sehen, wie in ihm ein innerer Kampf vorging. Für einen kleinen Augenblick strahlten seine Augen voller Freude, aber gleich darauf erlosch dieser Glanz.

Viktor: Nein, Alexander, ich fahre nicht! Das ist doch Ungehorsam, und du weißt doch, wie streng Papa ist. Mutti wird schon ein gutes Wort finden, um unsere Strafe zu erleichtern.
Und wie denkst du, die Genehmigung vom Direktor zu bekommen? Er weiß doch, dass wir nicht fahren dürfen.

Autor: Alexander errötete leicht und ohne Viktor anzusehen, sagte er:

Alexander: Wir sagen, dass wir die Erlaubnis in dem nächsten Brief erhalten haben.

Viktor: Wie bitte, zuerst wolltest du mich zum Ungehorsam überreden und jetzt auch noch zur Lüge! Alexander, was würde Mutter sagen, wenn sie deine Worte hören würde. Aber du meinst das doch nicht wirklich. Sag, dass du es nur aus Spaß gesagt hast??!

Autor: Ohne zu antworten verließ Alexander das Zimmer. Viktor stellte sich wieder ans Fenster, ohne auf die anderen Kinder zu achten. Seine Gedanken waren weit weg – zu Hause. Ohne dass er es wollte, liefen ihm plötzlich Tränen übers Gesicht.

Viktor: Wie gut war es doch letztes Jahr zu Hause. Wie freuten wir uns an der Erinnerung, dass Jesus einmal geboren war. Wir sangen solch schöne Lieder. Und wer wird uns hier von Jesus erzählen? O Gott, ich möchte so gerne nach Hause.

Autor: Er wurde von dem ins Zimmer kommenden Alexander in seinen Gedanken unterbrochen.

Alexander: Viktor! Ein Telegramm von Papa, wir dürfen fahren.

Viktor: Alexander, ist das wahr?!? Wirklich wahr???

Alexander: … Hier, nimm und lies selbst.

Viktor: (liest) „Fahrt morgen mit dem ersten Zug los, Papa.“

Alexander: So, morgen fahren wir also los. Das Wetter draußen ist schön, nichts hindert uns daran, loszufahren. Komm, lass uns zum Direktor gehen.

Autor: Fröhlich gingen sie zum Direktor und lasen ihm den Inhalt des Telegramms vor.

Direktor: Kinder, ich wundere mich, dass euer Vater euch die Erlaubnis zum nach Hause fahren gegeben hat. Wir erwarten einen großen Schneefall. Und ihr habt noch eine weite Strecke vom Bahnhof mit dem Schlitten zu fahren.

Viktor: Aber, Herr Direktor, sie verbieten uns doch nicht die Fahrt nach Hause?

Direktor: Mein Lieber, gerade wegen dir mache ich mir Sorgen. Du bist zu schwach für diese Reise. Ja, wann habt ihr das Telegramm denn erhalten?

Viktor: Gerade eben. (zu Alexander) Zeig es doch dem Herrn Direktor.

Direktor:
Na gut, wir werden sehen, welches Wetter morgen sein wird. Gegen den Willen des Vaters werde ich euch hier nicht halten. Packt eure Sachen schon mal ein, und dann sehen wir weiter.

Musik

Autor:   Am nächsten Morgen war der Himmel grau, aber es schneite nicht. Voller Sorge ließ der Direktor die Kinder nach Hause fahren. Viktor strahlte übers ganze Gesicht. Alexander dagegen war aufgeregt und irgendwie zerstreut. Aber sie konnten sich nicht lange des schönen Wetters freuen, gegen Mittag fing es an zu schneien. Es schien, dass es gar nicht aufhören würde.

Alexander:
O, was machen wir jetzt, es hört gar nicht auf zu schneien.

Viktor:   Das ist doch nicht schlimm. Ich habe überhaupt keine Angst. Außerdem möchte doch Papa, dass wir kommen sollen.

Autor:
Der Gedanke, dass sie den Willen des Vaters erfüllten, war für Viktor ein Schutz vor allen Gefahren. Und in der Zwischenzeit brach auch ein Schneesturm in der Steppe aus. Mit Mühe gelang es dem Zug, vorwärts zu kommen, so dass er mit einer großen Verspätung im Bahnhof einfuhr. Von hier sollten die Brüder den weiten Weg mit dem Schlitten zurücklegen. Wie es schon früher immer war, trafen sie sich hier immer mit dem Hausdiener John und der brachte sie nach Hause.
Als sie aus dem Zug stiegen, bemerkte Viktor entsetzt, dass John, der Hausdiener, nicht da war.

Viktor:   Vielleicht möchte Papa, dass wir von hier wieder zurückfahren und deshalb hat er nicht John geschickt, um uns abzuholen.

Alexander:   Er verspätet sich bestimmt nur. Weißt du, das beste ist, wir nehmen uns eine Droschke und fahren ihm entgegen.

Viktor:   Alexander, aber Papa hat davon nichts geschrieben.

Alexander:   Im Telegramm kann man auch nicht viel schreiben. Und wenn Papa es wollte, dass wir zurückfahren sollen, dann würde uns schon hier auf dem Bahnhof ein Telegramm erwarten.

Autor:
Diese Worten überzeugten Viktor und er beruhigte sich. Abgesehen davon, begann es schon zu dämmern und noch mehr zu schneien. Die beiden Brüder begaben sich auf den Weg mit einer gemieteten Droschke. Die Pferde atmeten schwer und mit Mühe zogen sie den Schlitten über hohe Schneehaufen. Endlich kamen sie bis zur ersten Station. Es war ein kleines Häuschen am Anfang des Waldes. Als Viktor erfuhr, dass John auch hier nicht war, fing er an zu weinen. Mit Mühe gelang es Alexander, ihn etwas zu beruhigen. Noch nie in seinem Leben fühlte sich Viktor so verlassen, einsam und unglücklich, wie an diesem Abend.
Am Morgen sind die Schneestürme weniger geworden, aber es schneite immer noch. Viktor wachte mit großen Kopfschmerzen auf und dazu machte er sich Sorgen um John, von dem er meinte, dass er im Schnee stecken geblieben ist. Sie kamen an der vierten Station ohne Zwischenfälle an. Dort mussten sie lange warten, bis die Pferde ausgetauscht wurden und als sie wieder losfahren konnten dämmerte es bereits schon wieder.

Es schneite immer noch, allmählich begannen die Pferde ihren Schritt zu verlangsamen und ringsum war die Steppe und immer wieder Steppe, kein Lichtlein, kein Baum, man hörte nur das Heulen des Windes von allen Seiten. Umsonst schauten sie mit schmerzenden Augen in die Dunkelheit, in der Hoffnung, das Licht der fünften Station zu sehen.

Alexander:
Wir müssen doch schon an der Station sein. Mir scheint, als ob wir schon eine Ewigkeit fahren.

Kutscher:   Der Schnee… der Schnee ist an allem schuld. Ich glaube, ich habe den Weg verloren. Ich sehe keine Telegraphenmasten mehr.

Alexander:   O, Gott, was machen wir jetzt?!

Kutscher:   Beruhigt euch, bleibt ganz ruhig! Wir finden sie gleich, ich habe sie vor kurzem noch gesehen.

Autor:
Ganz müde und verzagt schlief Viktor ein. Es schneite schon weniger, aber den Weg fanden sie immer noch nicht. Es wurde Nacht. Eine tiefe Stille umfing die Irrenden. Mit bangem Herzen sah Alexander den Himmel an. Er erinnerte sich an zu Hause. In Gedanken hörte er den Vater auf der Orgel spielen, und die Mutter ,,O, du fröhliche” singen.

(Gesang: ,,O, du fröhliche” mit Musikbegleitung)

Tränen traten ihm in die Augen, und im Herzen brach ein reuiges Gebet aus.

Alexander:
O, Gott! Ich habe gesündigt. Ich habe Viktor belogen und war dem Vater ungehorsam … Vergib mir, … und bringe uns nach Hause, Herr, ich verspreche dir, nie mehr gegen den Willen des Vaters zu handeln. Ich will ein anderer Mensch werden.

(Ende Musik und Singen)

Autor:
Viktor rührte sich im Schlaf. Alexander hörte ihn fragen:

Viktor: Alexander, ist John schon da?

Alexander:   Viktor beruhige dich doch. John ist zu Hause und feiert fröhlich mit allen das Weihnachtsfest. Er ist nicht ausgefahren um uns abzuholen.

Viktor:   Alexander, du hattest doch das Telegramm vom Vater bekommen!

Alexander:   Früher oder später erfährst du doch die Wahrheit. Man kann nichts mehr daran ändern. Aber, Viktor, ich bitte dich, bleibe ruhig, ich erzähle dir alles. Papa und Mama wissen nicht, dass wir raus gefahren sind und das Telegramm, das ich dir zeigte, war vom vorigen Jahr. Viktor, jetzt weißt du alles. Kannst du mir vergeben?

Autor:
Viktor sagte kein Wort. Alexander fühlte, dass Viktor am ganzen Leibe zitterte. Furcht erfüllte seine Seele.

Alexander:   Viktor, sag doch etwas. Nicht wahr, du wirst mich jetzt hassen?

Viktor:   Nein, Alexander, ich hab’ dich lieb. Aber ich weiß, dass wir sterben müssen. Solch ungehorsame Kinder kann der große Gott von Gefahr nicht retten. Und wir haben auch kein Recht, zu Ihm zu beten.

Alexander:   Ich betete schon zu Gott, dass Er uns retten soll. Du darfst nicht sterben, nur wegen meinem Ungehorsam. Viktor, wenn Gott uns rettet, möchte ich ein neues Leben anfangen.

- Pause -

Kutscher:   Vor uns ist irgendetwas Schwarzes, gleich sehen wir, was es ist.

Autor:   Eine Zeit war nichts als nur das Atmen der Pferde zu hören, doch plötzlich unterbrach die Stille ein Geheul.

Alexander:   Georg, hörst du einen Hund heulen? Fahre doch dahin, irgendwo in der Nähe müssen Leute sein.

Autor:   Aber Georg handelte ganz anders. Er verstand, was das Heulen bedeutete. So schnell, wie er nur konnte, drehte er die Pferde in die entgegen gesetzte Richtung und jagte die Pferde so schnell sie nur laufen konnten.

Kutscher:   (zu Alexander) Das Schwarze, was wir in der Ferne gesehen haben, war der Wald und das Heulen, ist eine Herde von Wölfen. Ich hoffe, dass sie uns noch nicht gespürt haben.

Autor:
Aber das Heulen kam immer näher und näher. Auch die Pferde verspürten eine Gefahr und liefen noch schneller davon.

Alexander:   Wie wird das bloß weitergehen? Welch furchtbare Weihnachten.

Autor:
Alexander fiel weinend auf seine Knie und schrie zu Gott.

Alexander:
O, Gott! Herr… Verlass uns nicht, lass uns nicht umkommen. Rette du uns. Ich bin schuld in allem, aber bitte, rette den unschuldigen Viktor und Georg. Ich verspreche Dir, so zu leben, wie es Mama und Papa wollen. Ich werde anders. Herr, ab jetzt will ich Dir gehören.

Autor:   Die Gefahr war ganz nahe. Die Wölfe waren schon ganz in der Nähe, um ihre Beute zu bekommen. Aber der große allmächtige und barmherzige Gott erhörte das Gebet von Alexander. Glücklich entkamen sie der hungrigen Herde von Wölfen, in dem sie ein Licht in der Ferne sahen und da die Rettung fanden. Sie kamen an die vierte Station.

Alexander:   Herr, ich danke Dir für die Rettung, die Du uns schickst.

Autor:   Mittlerweile verlor Viktor vor Furcht und Kälte das Bewusstsein und kam lange nicht zu sich. Man trug ihn ins Gästezimmer und Alexander verbrachte den Rest der Nacht am Bett von Viktor.
Früh am nächsten Morgen begaben sie sich wieder auf den Weg, obwohl es Viktor nicht besser ging. Alexander dachte die ganze Nacht über die wunderbare Rettung und sein Herz füllte sich mit Dankbarkeit gegenüber Gott. Diese Nacht wird er nie in seinem Leben vergessen und dazu ist in dieser heiligen Nacht Jesus auch in seinem Herzen geboren. Er wurde ein anderer Mensch. Endlich sahen sie schon die bekannten Straßen und Alexander freute sich, schon bald zu Hause zu sein; nur Viktor ließ ihm keine Ruhe, er lag vor ihm und kämpfte mit dem Tod.
Im Hause empfing sie der Hausdiener John:

John:   (zu Alexander) So eine Überraschung! Warum habt ihr mich nicht benachrichtigt, ich hätte euch abgeholt, wenn ich das gewusst hätte.

Alexander:   John, bitte hilf mir, Viktor nach Hause zu tragen, er ist auf dem Wege sehr krank geworden.

Autor:   Als Viktor hinein getragen wurde, man ihn  versorgte und die Begrüßung vorbei war, fragte der Vater Alexander:

Vater:   Wie konntet ihr euch nur so leichtsinnig auf solch eine schwere Reise begeben? Obwohl, von dir kann man ja solches schon erwarten. Du wolltest immer schon deinen Willen durchsetzen. Aber von Viktor hätte ich so etwas nicht erwartet. Ich habe doch deutlich geschrieben, ihr sollt nicht fahren.

Alexander:   Papa, Viktor war dir auch diesmal nicht ungehorsam. Ich habe ihn belogen.

Autor:   Ehrlich und ausführlich schilderte Alexander, was er getan hatte, ohne sich zu verteidigen. Dann erzählte er auch von dem Weg und der schrecklichen Nacht.

Alexander:
Papa, in dieser Nacht sah ich, wie leichtsinnig und ungehorsam ich bis heute war. Aber diese Nacht veränderte auch mein Leben, ich habe Jesus Christus in mein Herz aufgenommen. Ich will Ihm jetzt ganz angehören. Vergib auch du mir alles, Papa.

Autor:   Lieber Freund, hast du auch schon ein neues Leben begonnen?

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Eine Tragödie am Heiligabend (49.5KB)
Klicks: 539

PDF Creator    Sende Artikel als PDF   

No responses yet

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de