Archive for Oktober 11th, 2007

Okt 11 2007

Großvaters Weihnachtsengelein

Geschrieben von under Weihnachten

Großvaters Weihnachtsengelein, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 7 Personen

Erzähler: Die schöne Gotteserde lag in tiefer winterlicher Stille. So weit das Auge reichte, breitete sich ein blendend weißer Teppich aus, mit Milliarden blitzender Diamanten besät. Im Garten des Rentners Wagner, bogen sich die Zweige der Bäume unter der schimmernden Schneelast. In den prächtigen Räumen des reichen Hauses sah es nicht so friedlich wie draußen in der Natur aus. Augenblicklich herrschte tiefes Schweigen in dem reichen und behaglich ausgestatteten Gemach, doch es war die Ruhe vor dem Sturm. Man sah es an den Zügen des Vaters und des Sohnes. In der Brust des Jungen tobte ein heißer Kampf. Die Züge des Alten deuteten von unbeugsamer Härte. Sein Sohn war sein Stolz, und er liebte ihn, aber sein Starrsinn ließ kein Nachgeben zu.

Vater: Bruno, ich sage es dir zum letzten mal. Bringst du mir Ina von Reuten als Schwiegertochter, so soll alles gut sein, und das Geld zu der Klinik, die du gründen willst, liegt sofort bar vor dir auf dem Tisch.

Sohn (Bruno): Vater, ich kann nicht. Du kannst doch wirklich nicht von mir verlangen, dass ich sie heiraten soll. Glaube nur, Vater, Herr von Reuters Zusage hat auch seine besonderen Gründe. Du weißt doch selbst, wie tief er in Schulden ist, sonst würde dem stolzen Herrn ein bürgerlicher Schwiegersohn nicht so willkommen sein.

Vater: Ach, was die Welt alles schwatzt, es wird nicht so schlimm sein. Übrigens sollst du es dir zur größten Ehre anrechnen, eine so hoch stehende Gemahlin zu bekommen. Ich weiß auch gar nicht, was du an ihr auszusetzen hast. Ina ist jung, schön, ein liebenswürdiges Wesen.

Bruno: Aber kein Herz, ich brauche eine Frau, die ein warmes Herz hat für meine Kranken und mich freudig unterstützt in meinem schönen Beruf als Arzt. Eine Hoheit wie sie, würde sich nicht herablassen, ich würde der Sklave ihrer Wünsche werden. Nein, eine solche Frau kann ich nicht brauchen, denn ich bin bereit als ein tüchtiger Arzt mein Leben in den Dienst der leidenden Menschheit zu stellen, da muss ich eine Gefährtin haben, die treulich Hand in Hand mit mir geht.

Vater: So, so! Solche Empfehlungen hätte ich meinem Sohn nicht zugetraut. Übrigens bitte ich dich zu bedenken, dass man bereits davon spricht. Auch habe ich Ina neulich angedeutet, dass du bald kommen würdest.

Bruno: Das war sehr unklug von dir Vater. Ina weiß genau, dass ich sie nicht liebe, und sie mich auch nicht sondern nur mein Geld. Meines Herzens Liebe hat immer und immer nur Schulmeisters Annchen gehört, schon als kleiner Junge hatte ich sie lieb. Gib uns deinen Segen, Vater!

Vater: Nie und nimmer, meinst du ich werde eine so hergelaufene…

Bruno: Halt ein Vater! Annchen ist ein wohlerzogenes Mädchen, sie hat einen frommen demütigen Sinn, das gilt bei mir höher als Ina von Reutens schön klingender Name.

Erzähler: Der alte Herr schwieg darauf, aber sein Blick war finster abgewandt. Bruno stand am Fenster und schaute hinaus, seine Brust hob und senkte sich unter schweren Atemzügen. Nach einer Weile sah er sich um und bat mit halberstickter Stimme.

Bruno: Vater, lass dich bewegen und gib deinen Segen, ohne dem ich nicht gerne glücklich sein möchte.

Vater: Nein! Nein! Noch mal nein!

Bruno: So muss ich diesen wichtigen Lebensschritt ohne deinen Segen tun, und so weh mir´s auch tut, muss ich dir doch erklären, dass keine andere als Annchen meine Frau wird.

Vater: Nun gut, doch wir sind dann fremde Leute!

Bruno: Vater, in zwei Stunden geht mein Zug zurück, der mich wieder zu meiner Pflicht ruft. Willst du mir nicht ein gutes Wort mit auf den Weg geben?

Vater: Ja, gehe, gehe, für immer, es sei denn du bringst mir Ina als Schwiegertochter, dann will ich dich mit offenen Armen willkommen heißen. Mit der Schulmeistertochter aber kommst du mir nicht unter die Augen!

Bruno: Vater, ist das dein letztes Wort?

Vater: Ja, und noch mal ja, entweder – oder!

Bruno: Ich kann nicht anders Vater, ich müsste sonst gegen Herz und Gewissen handeln.

Vater: Dann sind wir auch fertig miteinander. Geh!

Erzähler: Der junge Mann ging schweren Herzens hinüber zum Wohnzimmer, wo seine Mutter und Schwester waren. Seine Schwester Dora saß am Klavier und sang mit heller Stimme “Harre meine Seele, harre des Herrn!” Bruno taten die süßen Klänge und besonders die Trostworte wohl. Er setzte sich still in den Hintergrund des Zimmers und lauschte bis das Lied zu Ende war.
Die Mutter merkte bald, dass Ihn etwas besonders schwer bedrückte.

Mutter: Was hast du mein Sohn?

Dora: Bruno? Wie siehst du aus, was ist dir geschehen?

Erzähler: Das junge Mädchen eilte zu ihm und schlang zärtlich die Arme um seinen Hals. Auch die Mutter streichelte sanft sein Haar. Bei diesem Liebesbeweis verlor Bruno seine Selbstbeherrschung, er schlug die Hände vor´s Gesicht und schluchzte bitterlich. Es dauerte lange, bis er sich so weit beruhigt hatte, dass er der Mutter und Schwester sagen konnte, was er mit dem Vater erlebt hatte.

Dora: Es wird alles wieder gut werden. Der Vater hat doch im Grunde genommen ein Herz, und lieb hat er dich auch, nur hat er einen sehr harten Kopf. Aber der liebe Gott kann die Herzen der Menschen lenken wie Wasserbäche; nicht wahr Mutter? Wir wollen recht fleißig für unseren armen Bruno beten.

Bruno: Habt Dank, ihr Lieben, dass ihr mir so treulich beigestanden habt; so darf ich doch einen Trost aus dem Vatershause mitnehmen. Und dann bitte ich euch um eins: nehmt meine Braut liebreich an euer  Herz.

Mutter: Ja mein Sohn, uns soll sie herzlich willkommen sein. Ja, ich kann sogar offen sagen, dass sie mir weit aus lieber ist als Ina von Reuten.

Dora: O, ich will dein Annchen so lieb haben! Auch werde ich manchmal hinüber laufen und sie trösten.

Bruno: Nun muss ich mich fertig machen zum Fahren.

Erzähler: Eine halbe Stunde später knirschte draußen der Schnee unter seinen Füßen. Bruno ging mit müden Schritten hinaus aus seinem Vatershause, das nun bald wie ein verschlossenes Paradies hinter ihm liegen würde. An der Gartenpforte wandte er sich noch einmal um und winkte Mutter und Schwester einen letzten Gruß zurück, die ihm mit tränenden Augen nachschauten. Dann fiel das Tor klirrend hinter dem verstoßenen Sohne zu. An einem Fenster hinter dem Vorhang stand der Vater, auch er schaute dem Sohne nach. Als er die hohe Gastalt des Sohnes so müde vorwärts schreiten sah, wollte die Vaterliebe durchbrechen, es war ihm, als müsse er das Fenster aufreißen und ihm nachrufen, “O komm ans Vaterherz mein Sohn!” Doch da kam auch schon wieder der alte Trotz und Starrsinn.

Musik

Erzähler: Die Zeit eilte im raschen Fluge vorwärts. Im holden Frühling hatte Bruno sein Annchen heimgeführt. Der Vater hatte eine große Reise angetreten und war nicht zu Hause. So war es möglich, dass Mutter und Schwester den geliebten Bruno zum Traualtar begleiten konnten. Dora hatte die Braut mit Kranz und Schleier geschmückt. Nach der Hochzeit zog das Paar, von tausend Segenswünschen und warmen Gebeten begleitet, in die Stadt zurück, wo Bruno seine Praxis hatte. Er hatte sein Ziel erreicht und eine Heilanstalt gegründet. Ein alter Freund seines Vaters hatte dem jungen Arzt die Mittel dazu angeboten. Die Anstalt blühte in kurzer Zeit segensreich empor, und war bald weit und breit bekannt. Die junge Frau des Arztes überwachte alle Arbeiten. Überall spürte man ihre ordnende Hand und ihre sorgende Liebe für die Kranken. Die Kranken streckten ihr die Hände entgegen, wenn sie durch den Saal schritt. Überall und zu jedem hatte sie ein freundliches Wort. Die Frau des Arztes war ein rechter Segen. In Brunos Elternhaus ging still ein Jahr nach dem anderen dahin, ohne das sich etwas geändert hätte. Von Bruno und seiner Familie durfte in der Gegenwart des Vaters noch immer nichts gesprochen werden, aber in seinem Herzen war längst schon die Sehnsucht nach dem verstoßenen Sohn erwacht. Doch sein Starrsinn ließ keine Vergebung zu. Auch von außen hatte er nicht gute Erfahrungen gemacht. Ina von Reuten, sein Liebling, hatte einen reichen Kaufmann geheiratet, aber nach Verlauf etlicher Jahre hatte sie alles verschwendet und treulos ihren Mann und das Kind verlassen. Sie hatte mit einem anderen Mann das weite gesucht. Die Freundschaft mit Inas Vater hatte auch ein Ende genommen, denn der Herr von Reuten hatte schon öfters größere Summen geliehen, und als Brunos Vater ihn höflich danach fragte, da sagte der Herr, er habe niemals Geld von ihm geliehen. Jetzt sah er ein, dass es nicht gute Leute waren, und Bruno recht hatte als er sagte: “Ina will nur mein Geld.” Der Vater wurde jeden Tag unfreundlicher. Die Mutter und Dora waren fast am verzagen.

Dora: Ach Mutter, wir haben doch so gehofft und gebetet, ich habe ganz fest geglaubt, der liebe Gott müsste ein Wunder tun an Vaters Herzen, und nun ist alles aus.

Mutter: Nimm es dir nicht so zu Herzen mein Kind. Vater wird sich noch anders besinnen! Wir wollen glauben und beten.

Musik

Erzähler: Nun stand mal wieder das liebe Weihnachtsfest vor der Tür. Überall regte sich jenes geschäftige Treiben, gegenseitig Freude zuzubereiten. Mit tiefen dankerfülltem Herzen über die große Gottesgabe, der den eingeborenen Sohn zu unserer Rettung auf die Erde sandte, erfüllte der Menschen Herzen auch einander zu erfreuen. Kurz vor dem Fest kam ein alter Freund ins Haus, der dem Bruno damals die Mittel zur Gründung der Praxis gab.
Der Vater hatte niemals gefragt, wo Bruno das Geld her hatte. Dieser alte Freund des Hauses tat, als ob er nichts wüsste von der Uneinigkeit zwischen Vater und Sohn. Er erzählte ganz harmlos:

Freund: Na, gestern bin ich auch durch die Stadt gefahren und habe mir die Anstalt ihres Sohnes angesehen. Da ruht der Segen des Herrn darauf. Der Bruno verdient ihn aber auch.
Er ist wirklich ein ganzer Mann, und erst seine liebliche junge Frau, die ist in der Tat ein Segensengel. Man sollte nicht glauben, was dies stille Wesen alles schafft. Man muss nur einmal durch die Krankenzimmern gehen und mit ansehen, wie die Augen der Kranken aufleuchten bei ihrem Blick. Und ein Kind haben die beiden auch! Man denkt, die Kleine mit dem goldenen Lockenköpfchen und den großen Kinderaugen sei gerade vom Himmel nieder gekommen. Nein wirklich alter Freund, mit ihnen hat es der liebe Gott gut gemeint. Sie müssen doch wirklich glücklich sein, über solchen Familienreichtum. Aber jetzt ist es höchste Zeit für mich zu gehen. Auf baldiges Wiedersehen!

Musik

Mutter: Nun, liebe Dora, ich meine diese Lobrede unseres Freundes hat einen neuen Brand in Vaters Herz geworfen, er geht so unruhig auf und ab, und uns will er es nicht zeigen.

Dora: Ja Mutter, das habe ich auch schon bemerkt und mit neuer Hoffnung gehe ich in die Zukunft. Ich habe Papa aufmerksam beobachtet als unser alte Freund Bruno so lobte, wie es leuchtete in Papas Augen, als er von dem holden Enkelkinde erzählte.

Erzähler: Dora hatte jetzt immer viel zu tun. Sie nähte und strickte, dann schrieb sie wieder, ihre Wangen glühten vor Eifer. Nicht einmal die Mutter verriet sie etwas. Die Mutter betete nur im Stillen innig, das der Herr den Glauben ihres Kindes mit Lohn krönen möge. In den festlich geschmückten Räumen des Hauses brannte auch ein heller Weihnachtsbaum. Auf drei Tischen lagen reiche Geschenke für die Dienstboten aufgebaut. Dora hatte das schöne Fest mit einem Lied eröffnet. Dann las der Hausherr das Weihnachtsevangelium aus Lukas 2. Danach saß er still in einer Sofaecke, man sah es ihm an, dass ihm etwas fehlte.   Dora setzte sich ans Klavier, sie fing ganz leise an zu spielen: “Vom Himmel hoch da komm ich her…” Und was war das? Ein schöner Gesang war zu hören. Der Vater war aufgesprungen, er glaubte einen Engelgesang zu vernehmen, oder träumte er? Jetzt tat sich dir Tür auf und ein holdes Gestaltchen in einem duftigen weißen Kleidchen kam herein. Dora nahm es an die Hand und führte es bis zum Sofa. Die Kleine machte einen zierlichen Knick und sagte ihr Weihnachtsverschen auf.

Kleine: Lieb Großpapa, nun sind wir da zum schönen Weihnachtsfeste. Der Papa und die Mama mein. Die möchten gerne auch herein und wünschen dir das Beste.

Erzähler: Ein heißer Strom von Reutränen brach aus seinen Augen, während aus seinem Herzen der letzte Stolz schmolz. Doch plötzlich beugte er sich zu dem liebenden Kinde nieder und hob es auf seine Knie. Die Kleine hatte die weichen Armchen um seinen Hals geschlungen. Der Großpapa schluchzte zum Herzzerbrechen, und als er sich gar nicht beruhigen konnte, fragte die Kleine:

Kleine: Tut dir etwas weh, lieber Großpapa? Soll ich gehen meinen Papa holen. Papa kann allen Kranken helfen und Mama kocht ihnen so guten Tee. Bei uns sind viele Kranke zu Hause, auch kleine Kinder. Ich darf ihnen auch von meinen Spielsachen bringen. Aber jetzt will ich schnell gehen und Papa rufen.

Vater: Ach bleib bei mir, mein liebes Kind. Dora…

Erzähler: – weiter kam er nicht, aber ein bittender Blick schweifte zur Tochter hinüber, der ihr deutlich sagte, was sie tun durfte. Dora eilte hinüber ins Schulhaus. Wenige Minuten später kehrte sie mit Bruno und seiner Frau zurück. Zum ersten Mal nach 5 Jahren stand der verstoßene Sohn im traulichen Vatershaus und suchte Liebe am Vaterherzen. Vater und Sohn umarmten sich lange .

Bruno: Vater! Kannst du mir vergeben?

Vater: Um eures holden Kindes Willen, sei alles vergeben und vergessen.

Erzähler: Dann zog er auch die junge Frau in seine Arme und drückte einen warmen Segenskuss auf ihre Stirn. Als sich alles beruhigt hatte, sagte die Mutter:

Mutter: Dora, dir ist die Weihnachtsüberraschung mit des treuen Heilands Beistand so schön gelungen. Ich schlage vor, Bruno und Dora singen uns eins ihrer schönen Weihnachtslieder, wie sie es früher immer getan haben.

Musik

Erzähler: Alle stimmten freudig ein, und bald klangen die herzlichen Töne durch das traute Gemach. Die Mutter hatte den Arm um die Schwiegertochter gelegt. Das blonde Haupt der jungen Frau ruhte an der Schulter der Mutter und beide lauschten dem schönen Weihnachtslied. Der Großvater hatte wieder sein Weihnachtsengelein auf den Arm genommen. Er stand hinter dem strahlenden Christbaum und sein Herz stimmte diesmal vom tiefsten Grunde mit ein in die selige Himmelsbotschaft, die dort eben so lieblich von den Lippen seiner Kinder erklang. Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen!

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Okt 11 2007

Wenn ich es doch nur gewusst hätte!

Geschrieben von under Geschichten aus dem Leben

Von Viktoria, der Königin von England, erzählt man, dass sie während eines Aufenthalts in ihrer Sommerresidenz Balmoral gern in einfachen Kleidern durch den Wald wanderte und sich freute, wenn sie unerkannt blieb. Eines Tages geriet sie während eines solchen Spaziergangs in ein heftiges Unwetter. Als sie eine Hütte sah, eilte sie darauf zu. Eine alte Bäuerin, die ihr Haus nur selten verließ, lebte hier ganz allein. Die Königin grüßte sie und fragte, ob sie ihr einen Regenschirm leihen könne; sie werde dafür sorgen, dass er schnell zurückgebracht werde.

Die alte Frau ahnte nicht, wer sich mit einer solchen Bitte an sie gewandt hatte. „Nun“, antwortete sie mürrisch, „ich habe zwei Schirme. Der eine ist fast neu. Den alten können Sie bekommen, den neuen verleihe ich keinem.“ Mit diesen Worten gab sie der Königin den abgetragenen alten Schirm, dessen Stangen nach allen Seiten herausspießten. Die Königin dachte, bei diesem Wetter sei ein schlechter Schirm immer noch besser als gar keiner. – Sie dankte der Frau und ging mit einem freundlichen Lächeln hinaus.

Doch wie groß war der Schrecken der armen alten Frau, als am nächsten Morgen ein Diener in königlicher Livree eintrat und ihr im Namen der Königin Viktoria den alten Schirm zurückbrachte. Sie lasse danken und versichere, dass er ihrer Majestät gute Dienste geleistet habe, sagte der Überbringer.

Wie bedauerte die Frau es nun, dass sie der Königin nicht das Allerbeste, das sie besaß, angeboten hatte. Immer wieder klagte sie: „Wenn ich es doch nur gewusst hätte!“

„Ja, wenn ich es nur gewusst hätte!“ – das wird die Klage derer sein, die Jesus Christus, den König aller Könige, nicht erkannt haben, die es wagten, ihn mit etwas Minderwertigem zufrieden stellen zu wollen: ein bisschen Religion, ein bisschen Mitmenschlichkeit, ein paar gute Werke. Wir werden einmal vor ihm stehen und unser ganzes Leben wird vor seinen Augen offenbar sein. Wie sehr werden wir es bereuen, wenn wir ihm nicht das Allerbeste – unser Leben, unser Herz – gegeben haben.

Bereits bei Jesu Geburt hatte man keinen Raum für ihn. Hätten die Bewohner von Bethlehem damals gewusst, wer Joseph und Maria waren und das Kind, das geboren werden sollte, ganz sicher hätten sie einen Platz für den Sohn Gottes vorbereitet.

Und wir? Wie viel Platz darf Jesus, der Sohn Gottes, bei uns haben? In unserem Herzen, in unserer Wohnung, in unserem Alltag, in unserer Arbeit, in unserer Freizeit, im Urlaub, in unseren Begegnungen und Gesprächen?

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Okt 11 2007

Ein neuer Schein

Geschrieben von under Weihnachten

Ein neuer Schein, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 9 Personen

Sprecher: Keiner weiß eigentlich so recht, woher sie gekommen sind, die beiden Menschen, die dort oben an dem steilen Berghang weltab und landfremd hausen. Eine Zeitlang wurde im Dorf geredet, sie wären Zigeuner. Ihr Haus war auch wirklich leicht mit einem Wohnwagen ohne Räder zu verwechseln und die Frau, mit ihren schwarzen Haaren und Augen sah einer Zigeunerin wirklich ähnlich. Aber schließlich wusste doch jeder, dass das alles nur ein blasses Gerede war. Aber trotzdem will zwischen dem Dörfchen und den beiden dort oben am Berghang keine Freundschaft aufkommen. Ab und zu kommt der Mann zum Einkaufen herunter. Die Frau lässt sich gar nicht blicken und nach oben geht eigentlich auch niemand. Doch eines Tages, an einem kalten, trüben November klimmt der alte, weißbärtige Briefträger schnaufend und keuchend den Berghang hinauf.

Briefträger: Guten Tag! Hier ist ein Brief für sie.

Hermann: Dankeschön! – Auf Wiedersehen!

Briefträger: Auf Wiedersehen, Herr Bernbach!

Sprecher: Es ist ein großes Ereignis für die beiden, einen Brief zu bekommen. Fast feierlich setzt Hermann Bernbach sich ans Fenster und öffnet den Brief. Es dauert eine lange Weile, bis er sich schwerfällig zu seiner Frau hinwendet.

Hermann: Meine Schwester ist gestorben.

Maria: Ist das zufällig die, die damals deinen Vater gegen mich aufgehetzt hat, sodass dein Vater ihr und nicht dir den Hof vererbt hat?

Hermann: Sie war es nicht. Ihr Mann war schuld.

Maria: So hat er ja jetzt seinen Willen und der Hof gehört ihm.

Hermann: Mein Schwager ist schon seit zwei Jahren tot.

Maria: Und?

Hermann: Der Hof war verschuldet und ist versteigert.

Maria: Na, was soll der Brief dann?

Hermann: Es – es ist noch ein Kind da. Ein Mädchen. Der Amtsvorsteher fragt – wir sind die einzigen Verwandten…

Maria: Sollen wir es vielleicht noch ernähren? Jetzt hört aber alles auf. Ich will kein Kind im Haus!

Hermann: Hast du dich nicht früher immer nach einem Kinde gesehnt?

Maria: Ja, nach einem eigenen, aber nicht nach einem von dieser…

Sprecher: Sie bricht ab. Irgendetwas im Gesicht des Mannes bringt sie zum Schweigen. Krachend wirft sie die Tür hinter sich ins Schloss. Früh am nächsten Morgen leuchtet Hermann Bernbach mit flackernder Kerze zu seiner Frau ins Schlafzimmer.

Hermann: Ich gehe jetzt und hole mir Urlaub. Heute Mittag fahr ich und hole das Kind.

Sprecher: Sein Gesichtsausdruck ist fest entschlossen, als müsste er einem starken Widerstand begegnen. Aber seine Frau hat kein Gegenwort. So kommt es, dass Gisela ihren Einzug in dem Häuschen hält. Als Hermann mit dem Kind den Berg hochsteigt, strahlt sein sonst so düsteres Gesicht.

Maria: So fröhlich hat er damals ausgesehen als wir noch Brautleute waren.

Sprecher: Etwas Seltsames brennt dabei in ihr. Von dem sie nicht weiß, ob es Zorn, Eifersucht oder Erwartung ist.

Maria: Er freut sich wohl, dass er jemanden von seiner Sippe um sich hat. Nun werd’ ich erst recht überflüssig sein. – Aber das Mädchen soll nicht sagen, ihr Vater hätte wohl recht gehabt indem er sagte, ich sei schlampig und unordentlich.

Sprecher: Hastig rückte sie die Stühle zurecht, wischt und deckt den Tisch. Froh erstaunt erblickt Hermann Bernbach beim Eintritt den gedeckten Tisch. Das ganze Zimmer liegt in einem rotgoldenen Abendschein.

Hermann: Das ist nun unsre Gisela.

Gisela: Guten Tag, Tante Maria!

Sprecher: Mit ungeschicktem Lächeln schiebt er Gisela seiner Frau zu. Fast ist es, als erwarte er noch mehr freudige Überraschungen. Doch Marias Augen gleiten nur teilnahmslos über den Kopf des Mädchens und ihre Stimme ist noch härter als sonst.

Maria: Schon gut. Setzt euch und esst!

Sprecher: Das gibt ein Erstaunen im Dorf, als zwei Tage danach der große Hermann Bernbach Gisela zur Schule bringt.

Frau Anna: Guten Tag! Frau Martha und Frau Irma! Haben sie schon gehört? Die Bernbachs da oben haben ein Kind zu sich genommen.

Frau Martha: Ja, Ja. Aber das arme Kind kann einem ja leid tun. Bei so einer Frau zu sein. So etwas Unzufriedenes gibt es nicht noch einmal.

Frau Irma: Es heißt ja, es ist die Tochter von der verstorbenen Schwester des Mannes.

Frau Anna: Der Mann mag ja ganz ordentlich sein, aber die Frau, sie hat Augen wie eine Wildkatze. Aber Kinder, seid lieb zu dem Mädchen. Lasst sie ja nicht allein herumstehen und zerrt nicht an ihr herum hört ihr?

Sprecher: Die Kinder bejahen dies kräftig. So weiß Gisela sich vor Liebensbezeugungen kaum noch zu retten. Alles Mögliche wird ihr zugesteckt und sogar ein ganzer Stoß Poesiealben liegt in ihrem Schulranzen. Doch so lebhaft es in der Schule auch ist, umso trostloser und öder zu Hause.

Gisela: Wie langweilig ist es zu Hause. Käthe hat mich heute gefragt, ob ich schon Schläge bekommen habe. Zum Glück nicht. Aber auch kein liebes Wort, keinen einzigen lieben Blick. Ach, als meine Mutter noch lebte da war das alles anders. Doch jetzt ist sie beim Herrn Jesus im Himmel. Es ist so schwer der Tante etwas recht zu machen, sie klagt dauernd, dass sie viel mehr Arbeit hat, seitdem ich hier bin.

Sprecher: Ja, es ist sehr schwer mit dieser Tante. Wenn Gisela ihr helfen will sagt sie immer, sie soll etwas zum Lesen nehmen, oder sich anderweitig beschäftigen. Doch wenn der Onkel Hermann nach Hause kommt, wird es nicht mehr so langweilig.

Gisela: Oh, Hallo Onkel Hermann. Endlich bist du da, ich hab schon so auf dich gewartet, es ist so langweilig ohne dich.

Hermann: Das tut mir wirklich leid. Hast du nicht zu lesen oder so?

Gisela: Bloß mein Lesebuch. Aber das kenn’ ich schon auswendig.

Hermann: Nächstes Jahr im Frühling, wenn ich mehr Zeit hab’, können wir einen Starenkasten an der Tanne anbringen und…

Gisela: Ja, und dann werden wir ein Blumenbeet anlegen, Bäumchen und Stachelbeersträucher pflanzen.

Hermann: Einen Schlitten hab’ ich dir ja schon gezimmert. Damit kannst du, wenn es endlich scheit, fast bis vor die Schultür sausen.

Maria: Das kommt nicht in Frage. Das ist ganz ausgeschlossen. Das sie sich Hals und Beine bricht und ich sie dann auch noch pflegen kann! Nein danke.

Hermann: Ach Maria. Das ist doch alles halb so schlimm. Hals und Beine bricht man sich eigentlich nicht beim Schlitten fahren. Reg dich doch nicht so auf. Außerdem hast du heute wirklich schön aufgeräumt, auch die Kleider die du neuerdings für Gisela genäht hast, sich wunderbar und…

Maria: Ja, ja. Früher hab’ ich wohl nicht schön aufgeräumt? Klar. Da war ich nicht ordentlich genug. Die Kleider näh’ ich außerdem nur, damit diese Frauen aus dem Dorf nichts sagen können.

Hermann: Ach Maria, las doch! – Gisela, übrigens wollte ich dich auch noch fragen, ob du nicht morgen nach der Schule noch Einkäufe machen könntest, dann brauch ich nicht mehr ins Dorf zu gehen.

Gisela: Ja, natürlich.

Hermann: Wie war’s denn eigentlich in der Schule?

Gisela: Oh, die Schule, die macht Spaß. Wir wollen am letzten Schultag vor den Ferien eine Weihnachtsfeier machen. Auch ihr seid ganz herzlich eingeladen. Ich freu mich schon ganz…

Maria: Könnt ihr denn nicht endlich das dumme Schwatzen lassen? Da bekomm’ ich ja Kopfschmerzen von.

(Hermann und Gisela seufzen)

Sprecher: Eine lange Zeit sagt keiner ein Wort.

Maria: Na, jetzt habt ihr die Sprache auch ganz verloren. Nur eine kleine Bemerkung braucht man zu machen, und sofort sitz ihr da, mit langen Gesichtern.

Sprecher: Ja, die beiden haben es wirklich nicht leicht mit der Tante Maria. Gisela würde am liebsten auch nachmittags ins Dorf zu den Freundinnen laufen, aber das will die Tante auch nicht. Gisela traut sich gar nicht danach zu fragen. – Langsam vergeht die Zeit, aber man merkt immer mehr, dass es Weihnachten wird. Draußen ist alles weiß mit Schnee bedeckt. In der Schule riecht es nach Tannen und Plätzchen. Aber ob es auch im Häuschen dort oben Weihnachten wird?

Gisela: Was das wohl für ein Weihnachtsfest wird. Das erste ohne Mutter? Für Tante Maria hab’ ich einen Topflappen und für Onkel Hermann wollte ich gerne ein Paar Socken stricken. Aber als ich Tante Maria nach Wolle gefragt habe, hat sie so sauer wie immer geantwortet, dass hier, bei ihnen, kein Weihnachten gefeiert würde. Das war bestimmt kein Spaß. Denn nach Scherzen sieht Tante Maria nicht gerade aus.

Sprecher: Wenn Gisela so weit gedacht hat, wollen sich die Tränen hervordrängen. Doch das Gebet gibt ihr wieder Kraft. Oft sehnt sie sich nach ihrer Mutter, die ihr von Jesus erzählt hat, die mit ihr gebetet hat und so liebevoll war. Bei der Tante findet sie keine Liebe. Und wenn der Mond feierlich über den Bergen aufgeht, scheint es ihr als senke sich in den silbernen Strahlen ein Grüßen von ihrer Mütterlichkeit hernieder, das flüstert: “Lass den heiligen Christ in deinem Herz einkehren. Das ist besser als der reichste Gabentisch.” Dann blitzt in dem Mädchen die Sehnsucht auf:

Gisela: Oh lieber Herr Jesus, wenn du auch in Tante Marias Herzen einkehren würdest. Wenn du noch tote Feuer darin anzündest. Du allein kannst es. Gib du in ihr Herz einen neuen Schein!

Sprecher: Es ist ein Tag vor dem heiligen Fest, ein starker Schneesturm hat getobt. Jetzt kreisen nur noch einzelne Flocken über die Berglandschaft. Aber der Himmel sieht noch immer drohend aus, als wenn er noch große Schneemassen für die Feiertage aufgespart hätte. Es will heute gar nicht richtig Tag werden. Fast möchte Maria die Lampe anzünden. Es ist so dämmrig im Häuschen, aber für sich allein lohnt es sich nicht. Gisela hat noch bis Zehn Uhr Schule, ehe die Ferien beginnen, und der Mann ist zur Arbeit. Sie ist heute so unruhig. Was ist nur mit ihr los? Plötzlich wird es dunkel, es wird auch draußen unheimlich still, so als ob die Natur den Atem anhalte. Doch da bricht ein Sturm los. Es heult der Wind und es kracht in den Ästen. Ein wildes Jaulen und Pfeifen bricht an, als rase das wütende Heer von der Höhe ins Tal. Erschrocken tritt Maria ans Fenster. Hart peitscht der Schnee gegen die Scheiben. Sie schaut zur Uhr, halb zehn!

Maria: Das Kind hat ja gleich Schulschluss. Das Unwetter wird hoffentlich aufhören, ehe die Schule zu Ende ist! — Zwanzig Minuten noch. Mensch der Sturm will sich nicht legen. Bestimmt wird dort Kohlweg, der vom Dorf heraufführt zugeweht sein. Für das Kind wird es unmöglich sein nach Hause zu kommen oder – es wird im Schnee begraben. Sie wird doch so vernünftig sein und warten bis Hermann sie abholt. Aber ich hab ihr doch selbst verboten nach der Schule unten zu bleiben.

Sprecher: Gestern hat sie noch gespottet: “Das bisschen schlechte Wetter, bist doch kein Zuckerpüppchen. Und je schlimmer das Wetter, desto schneller nach Hause.” Verstört blicken Marias große Augen wieder auf die Uhr. Zwölf Minuten nur noch bis 10 und draußen heult nach wie vor der Sturm und wirbelt die Flocken. Noch ein letztes wirres Umblicken. Dann reißt sie kurz entschlossen den Mantel aus dem Schrank, schlingt ein Tuch um den Kopf, verschließt mit zitternden Händen die Haustür und jagt dem Dorf zu. Johlend braust ihr der Sturm entgegen. Nun hat sie den Hohlweg erreicht. Sie biegt zum Tal hinab. Aber jetzt sind die hohen Schneewälle ein neues Hindernis. Schritt für Schritt sinkt sie in die tiefe Schneemasse. Der Schweiß rinnt ihr, trotz der Kälte, von der Stirn. Aber was wäre erst mit Gisela? Sie wäre nie hier durchgekommen. Was, wenn sie hier umkäme? Dann wäre alles wie früher, sie bräuchte nicht mehr zu nähen, zu flicken und zu stopfen. Wie früher? Ihre Augen werden starr. Nein sie will es nicht mehr so wie früher haben. Viel zu lieb ist ihr Gisela geworden. Da endlich kommt sie an der Schule an. Der Lehrer wundert sich, dass die Frau, die da draußen steht, nicht herein kommt. Er öffnet die Tür um sie zu holen und ist ganz verblüfft, als er Maria dort sieht.

Lehrer: Frau Bernbach?

Maria: Ich wollte Gisela abholen.

Lehrer: Aber so kommen sie doch wenigstens herein! Bei diesem Wetter können sie doch nicht draußen stehen bleiben. Die Kinder üben noch einige Lieder für heute Abend.

Sprecher: Sie folgt dem Lehrer ins Klassenzimmer. Die Kinder schauen sie erstaunt an. Ist da nicht ein Augenpaar das sie aufleuchtend grüßt? Als sie so dasitzt, die alten Weihnachtslieder hört, geht die Müdigkeit weg. Es ist fast so schön wie früher in ihrer Heimatkirche.

Lehrer: Sie kommen doch heute Abend zu unserer Feier?

Sprecher: Sie nickt wie ein gehorsames Kind.

Lehrer: Möchten sie nicht ein wenig hinauf zu meiner Frau gehen, ein Tässchen heißen Kaffee trinken?

Maria: Nein, Oh Nein! Ich muss noch zum Krämer. Wenn sie Gisela bis Mittag bei sich behalten wollen, sie spielt so gerne mit ihrer Else. Ich muss noch…

Sprecher: Sie stockt, und dann lächeln ihre Augen heimlich verschämt, und ein lichter Schein erhellt ihr Gesicht, dass ein Strahl aller Schönheit darin aufleuchtet.

Maria: Sie wissen ja, Herr Lehrer, es ist Weihnachten!

Lehrer: Wie man sich doch in den Menschen so täuscht.

Sprecher: Sinnt der Lehrer, während er der schmächtigen, kleinen Frau nachblickt, die so eilig über den Schulhof geht.

Lehrer: Besser könnte es Gisela bei keiner anderen haben!

Sprecher: Frau Maria Bernbach aber stapft eifrig die Dorfstraße hinab. Immer noch ist das verlorene, weiche Lächeln um den sonst so herben Mund, wie das Lächeln eines erwartungsvollen Kindes.

Maria: Kerzen, Äpfel, Nüsse, Christbaumschmuck, ein Poesiealbum, Mandeln und Rosinen!

Sprecher: Murmelt sie vor sich hin, und während ihre Augen immer heller und heller strahlen, tönt aus der Ferne, vom Schulhaus her das ihr von der Kindheit bekannteste Lied.

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Okt 11 2007

Mit der eigenen Kette gefesselt

Geschrieben von under Geschichten aus dem Leben

Im Mittelalter lebte ein berühmter Schmied. Er geriet eines Tages in Gefangenschaft und wurde eingekerkert. Schon nach wenigen Stunden fasste er den Entschluss, einen Fluchtversuch zu wagen. Er untersuchte seine Ketten nach einer schadhaften Stelle. Doch seine Hoffnungen schwanden schnell dahin. Mit Schrecken musste er erkennen, dass er die Kette selbst angefertigt hatte; und es war immer sein Stolz gewesen, Ketten zu schmieden, die niemand zerbrechen konnte. Nun war er mit seiner eigenen Kette gefesselt.

Genauso verhält es sich mit uns allen. Mit unseren eigenen Händen haben wir die Ketten geschmiedet, die uns gefangen halten; Ketten, die wir aus eigener Kraft nicht mehr zerbrechen können. Gottes Wort sagt: „Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht“ (Johannes 8,34). Es gibt nur noch eine Hoffnung: Jesus Christus! – Er verspricht: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“ (Johannes 8, 36).

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