Archive for Oktober 4th, 2007

Okt 04 2007

Die Geburt Jesu

Geschrieben von under Weihnachten

Die Geburt Jesu, ein christliches Gedicht zum Thema Weihnachten für drei Personen.

1 Kind:
Die Weihnachtsglocken klingen wieder
von allen Türmen traut hernieder
und grüßen laut das ganze Land;
sie künden wieder uns das Wunder,
dass aus den Himmelshöhn herunter
der Vater Seinen Sohn gesandt
als Menschenkind, um zu erlösen
die Welt von Schuld und allen Böse.

2 Kind: 
Zu Bethlehem ward Er geboren,
in Davids Stadt, die auserkoren
des Heilands Heimatort zu sein,
wie der Prophet das Wort vernommen
von Gott: aus Bethlehem soll kommen
der Herrscher und Erlöser dein.
Und als die Wartezeit erfüllet,
kam Er, in unser Fleisch gehüllet.

3 Kind: 
Er, der den Himmelthron verlassen,
fand doch gewiss in Bethlehm Gassen
für Sich bereit ein Königsschloss
mit warmen, sonnenhellen Räumen
und weichem Bett, um süß zu träumen,
wie andrer Königskinder Los?
Dies Kindlein hätt ich sehen mögen,
wie in der Wiege es gelegen!

2 Kind: 
Ein Königsschloss hätt Er besessen?
Ach, wie gar anders ist’s gewesen,
als Er auf Erden Einzug hielt.
Sein Schloss war eine düstre Hütte,
armselig, klein, in deren Mitte
ein Kripplein stand mit Stroh gefüllt,
das war Sein bett: in grobe Linnen
gewickelt lag das Kindlein drinnen.

1 Kind: 
Doch draußen auf dem Felde waren
versammelt noch der Hirten Scharen
und hielten bei den Herden Wacht.
Da plötzlich zucket durch des Dunkel
ein wunderbares Lichtgefunkel,
und tageshelle wird die Nacht,
und er erschien im Kreis des Lichtes
ein Engel holden Angesichtes.

2 Kind: 
“Seht, ich verkündige euch Freude:
der Heiland ist geboren heute!“
So sprach er feierlich und hehr,
und alsbald bei dem Engel waren
lobpreisend himmlische Heerscharen:
„Gott in der Höh sei Preis und Ehr,
auf Erden Friede und an allen
den Menschen wieder Wohlgefallen!“

3 Kind: 
O solcher Sang von Engelzungen,
wie herrlich hat er wohl geklungen,
hört ich ihn einmal doch geschwind!

(Wo ein gemischter Chor vorhanden ist, soll derselbe
hier mit dem „Ehre sei Gott in der Höhe“ einfallen.)

1 Kind: 
Ja, solch ein himmlisch Lied vom Siege
ward noch an seiner Königswiege
gesungen einem Königskind.

2 Kind: 
Es ist auch niemand zu vergleichen
mit Ihm in allen Königsreichen

1 Kind: 
Als dann der Engel lichte Scharen
zum Himmel wieder aufgefahren,
da eilten auch die Hirten hin
nach Bethlehem, das Kind zu suchen,
nach dem sie heiß Verlangen trugen,
und kehrten um mit frohem Sinn,
verkündend alles schnell den andern,
die auch nach Bethlehem hin wandern.

3 Kind: 
Ich möchte auch den Heiland sehen,
und würde weite Wege gehen:
wo find ich Ihn auf erden hier?

2 Kind: 
In Bethlehem findst durch ihn nimmer,
doch hier, im goldnen Weihnachtsschimmer,
da steht Er unsichtbar vor dir.
Und wer Ihn sucht, kann hier Ihn finden,
noch eh die Festesstunden schwinden.

3 Kind: 
O lieber Heiland, Dich zu haben,
ist doch die köstliche der Gaben,
die uns, das Weihnachtsfest beschert;
ich lass Dich darum Einzug halten
ins Herz; Du sollst darinnen walten,
von mir geliebt und hoch geehrt;
und überall will ich’s bekunden,
dass ich den Heiland hab gefunden.

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Okt 04 2007

Die arme Familie

Geschrieben von under Weihnachten

Die arme Familie, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für fünf Personen.

Sprecher:  In einem ärmlichen, strohgedeckten Häuschen wohnte eine arme Witwe mit ihren drei Kinderchen. Unweit davon stand ein prächtiges, großes Haus, das einem reichen alten Herrn gehörte. An einem Abend, gerade vor Weihnachten, sprach die arme Witwe zu sich:

Mutter:  Nun bin ich am Ende, die Speisekammer ist leer. Mögen die arme Kinder sich wenigstens heute an Heiligen Abend noch einmal richtig sattessen!

Sprecher:  Sie zerließ ihren letzten Löffel voll Fett im Topf, schnitt die letzten Kartoffeln hinein und kochte eine Suppe. Als die dampfende Suppe auf dem Tisch stand, legte sie ein Landbrot neben die Schüssel und rief die Kinder. Sie kamen schnell herbei, denn der Hunger war groß. Ihre Augen glänzten beim Anblick der Mahlzeit. Als sie sich um den Tisch setzten, klopfte es und die Tür ging von selbst auf. Ein abgerissener alter Mann stand auf der Schwelle. Er bat um ein Nachtlager und um Obdach für den Esel, der hinter ihm zum Vorschein kam.

Mutter:  Kommen sie herein und setzen sie sich.

Sprecher:  Die Mutter füllte einen Suppenteller bis zum Rand und verkürzte das Landbrot um ein ordentliches Stück. Sepp legte seinen Löffel hin und stand auf.

Sepp:  Ich werde später essen, wenn der Mann keinen Hunger mehr hat.

Sprecher:  Sagte er seiner Mutter ins Ohr. Sie war erstaunt, denn sie wusste, wie groß sein Appetit war.

Hans:  Der Esel wird auch Hunger haben.

Sprecher:  meinte Hans und verließ die Küche. Er trug einen Napf voll gesammelte Hafer und einen Arm voll Heu in den Stall. Als endlich alle saßen, begann der Heilige Abend. Sepp wollte unbedingt dem alten Bettler ein Weihnachtslied vorsingen. Marichen, zog den wackeligen Lehnstuhl an den Ofen und nötigte den alten Mann hinein. Dann holte sie ein Holzbänkchen, damit er die Füße besser ausruhen konnte. Der alte Mann ließ alles mit sich geschehen. Er schien ganz glücklich zu sein und schaute nur still umher. Nun, es gab auch viel freundlich in dem ärmlichen Häuschen zu sehen das Stübchen so sauber aufgeräumt, die Mutter so tapfer und die Kinder dienstwillig, bescheiden und lieb zueinander. In diesem Häuschen wohnte der hilfsbereite Sinn, der auch das letzte mit dem Bedürftigen teilt. Die Mutter nahm die Bibel zur Hand und las den Weihnachtsabschnitt, dann sangen alle ein Lied:

Lied:  Stille Nacht

Sprecher:  Sepp flüsterte dem alten Manne ins Ohr.

Sepp:  Geschenke haben wir heute keine. Mama hat kein Geld, weißt du.

Gast:  Ach, du hättest gewisslich gern etwas zu Weihnachten gehabt.

Sprecher:  sagte der alte Mann, der bis dahin sehr schweigsame gewesen war. Sepps heiteres, offenes Gesicht umwölkte sich bedenklich.

Sepp:  Natürlich, ich wünschte mir so sehr eine Schäferei, Marichen eine Puppe und Hans paar Skischuhe; aber wir haben Mama versprochen, nicht zu weinen, wenn nichts da ist. Denn weißt du, am Heiligabend darf man nicht traurig sein.

Sprecher:  Es war 10 Uhr und die Kinder wurden müde. Nach dem Gebet sagte Sepp leise.

Sepp:  Mama, lass uns im Stall schlafen. Der arme Mann kann dann unser Bett haben.

Gast:  Nein, nein, schönen Dank, mein braver Junge! Behalte du nur dein Bett, du kannst ja kaum noch die Augen offen halten.

Sprecher:  Nun gab sich Sepp zufrieden.

Musik

Sprecher:  Der Weihnachtsmorgen brach an. Die Mutter erwachte und mit ihr auch die schwere, bange Sorge.

Mutter:  Ach die Arbeit ist in dieser Jahreszeit so schwer zu finden, der Verdienst so knapp und der Appetit stets groß. Wie soll ich die drei Kleinen bis zum Sommer nur durchbringen?

Sprecher:  Nun ist auch Hans aufgewacht. Sein erster Gedanke geht zum Stall, wo der alte mit dem Esel war. Er steht auf und kaum angezogen läuft er auch schon raus. Es ertönt ein heller Schrei der Überraschung:

Hans:  Mutti, Sepp, Marichen, schnell herbei!

Sprecher:  Der alte Mann ist fort und der Esel auch. Dafür steht eine schöne weiße Ziege an der Krippe. An der Wand lehnen ein Paar Skiläufer, daneben steht ein Puppenbett mit einer Puppe darin, dann steht da noch ein Kasten, in dem eine ziemlich umfangreiche Schäferei prangt. Die Ziege trägt ein Beutelchen am Hals und als man es öffnet, stecken fünf Geldstücke darin.

Hans:  Aber ist das für uns? Was war das Gestern Abend für ein Mann?

Mutter:  Ich weiß es nicht, Kinder. Ich weiß nur eins, das unsere Gebete erhört sind, und das wir keine Not zu leiden brauchen.

Lied: O du fröhliche

Sprecher:  Später erfuhr die Witwe den Zusammenhang. Der reiche alte Mann aus dem schönen großen Haus kehrte vor kurzem aus dem Ausland zurück. Er hatte sich für die Nachbarn im strohgedeckten Häuschen interessiert. Er war ein wenig misstrauisch und überzeugte sich am liebsten selbst von dem Stand der Dinge. Um besser in das Häuschen hineinzukommen, kleidete er sich um. Er hatte kaum geglaubt da soviel Gelegenheiten zum Wohltun zu finden. Die Kinder hatten durch ihre zutrauliche Art sein ganzes Herz gewonnen und er hatte eine halbe Nacht geopfert, um ihre Wünsche zu erfüllen und ihnen eine rechte Weihnachtsfreude zu bereiten.

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Okt 04 2007

Bäume in Gottesdienst

Bäume in Gottesdienst, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für fünf Personen.

Autor: In einem fernen Land standen einst an einem Berghang viele Bäume beisammen, alte und junge, hohe und kleine. Manchmal unterhielten sie sich über ihre Zukunft, über das, was sie einmal werden wollten.

Baum 1: Ich möchte gern einmal eine Wiege für ein kleines Kind werden. Vor einigen Tagen habe ich Menschen bei uns im Wald gesehen, die trugen ein kleines Kindlein auf den Armen.

Autor: Geringschätzig blickte ein anderer Baum auf seinen jüngeren Bruder herab.

Baum 2: Das würde mir nicht gefallen. Ich will etwas Bedeutendes werden. Ich möchte einmal ein großes Schiff werden. Damit würde ich über die Meere fahren und Ladungen von Gold und Silber von einem Land zum anderen bringen.

Autor: Etwas abseits stand ein schlanker, junger Baum, tief in Gedanken versunken.

Baummutter: Was möchtest du denn einmal werden? Oder träumst du nie über die Zukunft?

Autor: Versonnen antwortet der Baum:

Baum 3: Ich habe keine besondere Pläne. Ich möchte nur hier am Berghang stehenbleiben und Menschen auf Gott hinweisen. Welch schönere Aufgabe könnte es wohl für einen Baum geben?

Baummutter: Ich könnte mir auch nichts Schöneres denken!

Autor: Die Jahre vergingen, und Bäume wuchsen immer höher. Eines Tages kamen Holzfäller in den Wald und schlugen den ersten Baum um.

Baum 1: Ob ich wohl zu einer kleinen Wiege gemacht werde?

Autor: Doch der Baum wurde keine Wiege. Die Männer sägten rohe Bretter, die sie dann achtlos zu einer Futterkrippe zusammenfügten und in einem kleinen Stall im Betlehem stellten. Der Baum war untröstlich.

Baum 1: So hatte ich meine Zukunft nicht Vorgestellt! Nun muß ich hier in diesem Stall stehen! Und keiner sieht mich, außer dem Vieh! O, wie traurig!

Autor: Aber Gott, Der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: “Hab noch ein wenig Geduld. Dann will Ich dir etwas zeigen.” Und das tat Gott auch, denn in Lukas 2, 8-16 steht: (Textlesung) “In dieser Nacht hatte Gott seinen eigenen Sohn in die Krippe gelegt.” Die Krippe war tief beglückt.

Baum 1: In all meinen Träumen habe ich nie daran gedacht, daß ich jemals solch ein Kindlein tragen würde. Dies ist weit besser, als meine eigene Pläne.

Autor: Wieder vergingen die Jahre. Dann kamen Holzfäller in den Wald, um den zweiten Baum umzuschlagen.

Baum 2: Ob man aus mir ein großes Schiff macht? Jetzt werde ich bald die großen Taten tun, von denen ich geträumt habe.

Autor: Doch nichts besonderes geschah. Der Baum wurde kein großes Schiff. Ein einfaches Fischerboot wurde aus ihm gebaut, das einem Fischer namens Petrus gehörte. Das kleine Boot war tief enttäuscht. Als Petrus eines Tages seine Netze wusch, lag das Boot müßig am See Genezareth und grübelte über sein Los nach. – Aber Gott, der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: “Hab’ noch ein wenig Geduld. Dann will ich dir etwas zeigen.” Und das tat Gott auch, denn in Lukas 5,1-6 steht: (Textlesung) – Das kleine Boot zitterte – nicht so sehr vom Gewicht der Fische, sondern von dem Wunder, das geschehen war.

Baum 2: In meinen kühnsten Plänen habe ich nicht daran gedacht, einmal solch eine Last zu tragen. Dagegen waren meine eigene Pläne nichts.

Autor: Die Bäume draußen am Berghang neigten ihre Wipfel vor Freude darüber, daß ihr Bruder auch eine Erfüllung seiner Wünsche erlebte. Nach einigen Monaten kamen die Holzfäller wieder in den Wald. Diesmal wollten sie den dritten Baum abschlagen. Dieser Baum Wollte so gern am Berghang stehenbleiben und auf Gott hinweisen. – Der Baum wurde sehr unglücklich.

Baum 3: Ich möchte doch so gern hier draußen stehenbleiben! Warum gönnen mir die Menschen nicht die Ruhe?

Autor: Doch der Baum durfte nicht stehenbleiben. Die Männer hieben die Äste ab und sägten durch die Rinde. Immer tiefer bis ins innerste Mark. Sie schlugen den Stamm in zwei Teile, die sie dann zu einem rohen Kreuz zusammenfügten. Der Baum war entsetzt, als er das bemerkte.

Baum 3: Das ist furchtbar! Nun werden sie jemanden an mir kreuzigen. Wie kann ich jemals auf Gott hinweisen?

Autor: Aber Gott, der kleine Bäume liebt, raunte ihm zu: “Hab’ noch ein wenig Geduld, dann will ich dir etwas zeigen.” Und Gott tat das auch. Denn eines Tages sammelte sich außerhalb von Jerusalem eine große Volksmenge mit Jesus und dem Kreuz in der Mitte. (Textlesung – Lukas 23,26 und 33). Das Kreuz erlebte, wie die Sündenlast der ganzen Welt auf den Herrn Jesus gelegt wurde. (Textlesung – Lukas 23,44-47). Der zu Kreuz gewordener Baum verstand auf einmal und sagte:

Baum 3: In all meinen Träumen konnte ich nicht hoffen, einmal so auf Gott hinweisen zu können. Das geht über meine eigene Pläne hinaus.

Autor: Der Baum hatte recht. – Viele Bäume am Berghang sind stehengeblieben. Doch keiner konnte je einen Menschen auf Gott hinweisen. Nur das Kreuz von Golgatha kann das tun. Natürlich können Bäume in Wirklichkeit keine Pläne über ihre Zukunft machen. Aber ihr – was möchtet ihr einmal werden, wenn ihr groß seid? Krankenschwester, Kaufmann, Arzt, Ingenieur, Techniker? Jeder hat seine eigene Pläne.

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Okt 04 2007

Wenn die Sterne verlöschen

Geschrieben von under Dienst,Nachfolge

Wenn die Sterne verlöschen, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Autor:  Es war kühl und sah nach Regen aus. Christine Brüning nahm das Tuch fester um die Schulter und sagte:

Chris:  Nein, nein das ist nicht war, das kann er mir nicht antun.

Lilli:  Omi, was hast du? Bist du mir böse?

Chris:  Aber nein, mein Liebling.

Autor:  Heute konnte Lilli ihre Omi nicht verstehen. Seitdem vorhin der Telefonanruf kam war Omi ganz anders  als sonst. Endlich standen sie vor dem Hochhaus wo Lillis Eltern wohnen.

Jakob:  Guten Morgen Mutter! (Sie winkt abwehrend mit der Hand) Guten Morgen mein Kind.

Lilli:  Wo ist Mutti?

Jakob:  In der Küche, gehe hin. Mutter, es ist mir klar, dass das alles ein wenig überraschend für dich ist. Ich weiß, dass es für dich und Vater nicht leicht ist. Aber freut es dich nicht auch ein bisschen?

Chris:  Freuen? Das ist wohl zu viel verlangt. Wie kommt ihr überhaupt auf die Idee? Äußere Mission! Als ob es hier bei uns nicht genug Aufgaben gäbe für euch.

Jakob:  Wenn es nur unsere Idee wäre Mutter, dann hättest du Grund dich aufzuregen. Gott hat uns in die Mission gerufen. In jenem Waisenhaus von dem ich dir erzählt habe, warten etwa 80 Kinder auf die neuen Heimeltern. Als ich vor 8 Jahren auf die Bibelschule ging, warst du doch froh?

Chris:  Ja, das war etwas anderes. Damals ging es um ein biblisches Fundament. Das konnte ich gut heißen.

Jakob:  Mutter, ich  muss mich doch über dich wundern. Dass es dich schmerzt deinen kleinen Liebling zu verlieren, kann ich verstehen. Aber Gott hat doch Anspruch auf unser Leben…

Chris:  Du bist mein einziger Sohn!

Autor:  Bekümmert sah Jakob Brüning seiner Mutter nach, die erregt die Wohnung verließ. Christine war so aufgeregt, dass sie eine völlig verkehrte Richtung eingeschlagen hatte. Ihre Gedanken eilten zurück. Sie erinnerte sich an den Brief wo Jakob geschrieben hatte:  ,,Eine große Neuigkeit, der Heiland ist jetzt auch mein Heiland." Wie hatten sich Wilhelm und sie darüber gefreut. Nach dem Studium ging Jakob auf die Bibelschule. Danach hatte er  einen Beruf als Lehrer ausgeübt. Und als er ihnen dann seine junge, zarte Braut Carmen vorstellte war das Glück vollkommen. Als ihnen ein Jahr nach der Hochzeit ein Töchterlein geschenkt wurde, bot Christine sich an die kleine Lilli tagsüber zu betreuen, damit Carmen nicht ihre gute Stelle aufzugeben brauchte. Es klappte auch ganz gut. Und nun so etwas.

Chris:  Was soll denn die kleine Lilli da draußen in der Wildnis? Nein, Jakob muss einsehen, dass er sich da Hirngespinste in den Kopf gesetzt hat. Hier in der Heimat gibt es genug zu tun. Wenn ich zu Hause bin, werde ich noch einmal anrufen, ich werde ihm den Kopf zurechtsetzen. Er muss auch an seine Familie denken.

Autor:  Wilhelm, ihr Mann saß vor dem Hause. Er dachte auch bei sich, dass es besser gewesen wäre, wenn Jakob mit Carmen hergekommen wären um die Sache zu besprechen. Doch Jakobs Herz war bei der Zusage, die er erhalten hatte so voll gewesen, dass er die Neuigkeit gleich telefonisch sagte. Wilhelm ging ins Haus und sah seine Frau telefonieren.

Chris:  Du weißt überhaupt nicht was du deiner Frau und deinem Kind antust. Hast du denn gar kein Verantwortungsgefühl? Nein ich kann dich nicht verstehen, und ich will dich nicht verstehen. (legt erregt den Hörer auf)

Willi:  Bedeute ich dir denn gar nichts mehr?

Chris:  Natürlich Wilhelm! Aber der Junge, mein Augenstern!

Willi:  Wir haben unseren Jungen im christlichen Glauben erzogen. Als er sein Leben Jesum übergeben hat, warst du überglücklich. Wenn ihm in unserer Gemeinschaft Aufgaben übertragen wurden, warst du stolz darauf, seine Mutter zu sein. Hat er denn dies alles für dich getan? Hat nicht unser Herr und Heiland den ersten Anspruch auf sein Leben?

Autor:  So ernst hatte Wilhelm Brüning lange nicht mehr mit seiner Frau gesprochen. Nach diesem Abend nahm Christine ein Schlafmittel ein, um ihre Gedanken wenigstens auf eine kurze Zeit loszuwerden. Eine Stunde früher als sonst brachten Jakob und Carmen am nächsten Morgen ihre Tochter zu den Eltern.

Jakob:  Mutter, warum grämst du dich so?

Carmen:  Du verlierst uns doch nicht für ewig!

Lilli:  Omi, ich gehe die Hühner füttern… ja?

Chris:  Geh mein Kind.

Jakob:  Was war denn unser Leben bisher, Mutter? Ein Trachten nach immer größerem Wohlstand und Luxus. Hatten wir uns einen Wunsch erfüllt, so waren schon wieder einige andere offen. Natürlich freuen wir uns für unsere schöne Wohnung, auch der Urlaub war schön, aber waren wir jemals ganz zufrieden? Nein, wir wurden immer anspruchsvoller. Es tut uns leid, dass wir euch wehtun müssen, aber wir müssen ,,Ja" sagen zu Gottes Ruf.

Carmen:  Es wird Zeit, wir müssen uns jetzt gehen, sonst kommen wir noch zu spät.

Autor:  Lilli spielte im Sandkasten. Christine war ganz still geworden. Plötzlich sagte Wilhelm:

Willi:  Christine! Grübelst du schon wieder? Freue dich doch über die Tage und Wochen, wo wir Lilli noch haben dürfen.

Chris:  Ich kann sie nicht hergeben, ich kann das nicht…

Willi:  Du betest für Missionare, und nun da dein Sohn hinausziehen will, stellst du dich quer. Ich verstehe dich nicht.

Chris:  Das ist etwas ganz anderes.

Willi:  Selbstverständlich. So lange mir die Sache nicht zu nahe kommt, ist alles gut. Aber wehe, wenn mehr gefordert wird als ich geplant habe.

Autor:  Der Tag der Abreise rückte immer näher. Christine half beim Packen.

Lilli:  Omi, jetzt machen wir bald eine Reise mit dem Flugzeug, das wird fein sein. Omi, kommst du auch mit?

Chris:  Glaubst du, dass deine Omi noch Platz hat im Flugzeug neben den vielen Kisten, Koffer und Schachteln?

Lilli:  Du darfst auf meinem Schoß sitzen.

Willi:  Das wäre ein Vorschlag! Den sollten wir fast annehmen, was?

Autor:  Das Ehepaar Brüning begleitete ihre Kinder zum Flughafen. Das Flugzeug mit den Lieben erhob sich und verschwand aus ihren Blicken.

Chris:  Zuerst war Jakob mein Augenstern, dann kam Carmen dazu noch unser Liebling – mein kleiner Augenstern. Nun sind alle Sterne verloschen. Nun ist es finster um mich her.

Willi:  Auch an mir sind diese Tage nicht spurlos vorüber gegangen. Aber eigentlich folgt dann ein neuer Tag, wenn die Sterne verlöschen.

Autor:  Und dieser neue Tag kam in Christines Leben. Durch eine Verletzung ihres Fußes musste sie ärztliche Hilfe beanspruchen. Sie wurde von der Krankenschwester Gertrude, Christines ehemalige Schulkollegin betreut. Als Christines Verletzung sich besserte, nahm Gertrude sie mit zu Krankenbesuche. Da lernte Christine Armut, Not und Elend kennen. Besonders lag ihr der Besuch bei der Familie Roller am Herzen. Rollers einzige Tochter, Silvia, hatte schon mit 18 Jahren das Elternhaus verlassen und war auf Abwege geraten. Silvia arbeitete in derselben Stadt in einer Nachtbar.

Chris:  Silvia wohnt ganz in unserer Nähe und ist doch so weit entfernt, sie besucht ihre kranke Mutter nicht ein einziges mal. Unsere Kinder sind so weit fort, aber sie sind Botschafter des Evangeliums und stehen in Gottes Hand. Was wäre wohl geworden, wenn mir Jakob genau so genommen worden wäre wie Silvia ihren Eltern. Ach Gott meint es ja so gut mit uns.

Autor:  In manchem Krankenstübchen wartete ein bleiches Gesicht auf Christine Brüning. Sie brachte kleine Blumensträuße und Freude mit ins Haus, las aus der Bibel und sang vor. Bei der Familie Roller machte sie auch Großputz. Und wenn sie nach Hause ging, dachte sie bei sich:" Ich bin ja nicht die Gebende, sonder die Empfangende".

Willi:  Endlich bist du da.

Chris:  Bist du mir böse?

Willi:  O nein, aber hier. (überreicht ihr einen Brief mit einem Bild.)

Chris:  Ach unser zweites Enkelkind.

Willi:  Ja! Das Geld habe ich auch schon zusammen. So Gott will und wir leben sehen wir sie alle bald in Wirklichkeit wieder. Freust du dich?

Chris:  Ja, das tu ich. Obwohl ich unsere Kinder gerne öfter sehen würde, freue ich mich, dass sie Gott dienen können. Gott hat unsere Kinder gesegnet und hält sie in seiner Hand, das tröstet mich.

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