Okt 01 2007
Vater, bete du!
Vater, bete du, ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 4 Personen
Sprecher: Ein hochgestellter Beamter kam auf eine wunderbare Weise zum Glauben an den Herrn Jesus. Er erzählt hierüber folgendes:
Beamter: Als junger Mann war ich dem Glauben völlig entfremdet, und die vielen Gebete meiner Mutter für mich schienen vergeudete Zeit zu sein. Ich vollendete meine Studien, bekam ein Amt, heiratete und wandte viel Sorgfalt auf die Erziehung meiner Kinder.
Eines Abends sagte mir meine Frau, dass unser kleiner Karl sehr unartig gewesen sei. Ich tadelte ihn ernstlich und wandte mich mit finsterer Miene von ihm ab. Als er dann zu Bett gebracht wurde, lag er eine Weile ganz still, dann fing er plötzlich an laut zu weinen und zu schluchzen.
Vater: Was weinst du?
Sohn: (traurig) Ach Vater, die Engel!
Vater: (erstaunt) Nun, was ist mit ihnen?
Sohn: Die Engel haben das nun aufgeschrieben – in dem lieben Gott seinem Buch.
Vater: Ja, freilich haben sie das! Das kommt davon, wenn man der Mutter nicht gehorsam ist.
Sohn: Ach, Vater, kann denn das nicht wieder aus dem Buch ausgewischt werden?
Beamter: Mich rührte der reuige Sünder; ich glaubte ja selbst nicht, dass es Engel gebe. Doch ich musste auf seine Gedanken eingehen.
Vater: Ja, Karl, die böse Geschichte von deinen Unarten kann wieder ausgewischt werden, du musst aber den lieben Gott bitten, dass er sie dir wieder vergibt.
Sohn: Ach ja, Vater, das will ich! Soll ich wohl gleich hinknien, das ist vielleicht besser!
Vater: Ja, mein Kind, knie nur.
Sohn: Vater, ich glaube, es ist noch besser, wenn du mitkniest, dann tut’s der liebe Gott gewiss eher.
Beamter: Was half meine Verlegenheit! Es war ein ungewohntes Stück, und um alles in der Welt hätte ich mich nicht so vor meinen Gesinnungsgenossen sehen lassen – aber ich kniete wirklich an des Kindes Seite nieder.
Sohn: Ach, Vater, bete du für mich, du kannst dem lieben Gott alles besser sagen.
Beamter: Ich betete also; freilich mit eigentümlichen Empfindungen. Es ging etwas ganz Unbeschreibliches in meinem Inneren vor.
Sohn: Vater, ist das nun aber ganz gewiss ausgewischt, was von mir in dem großen Buch gestanden hat?
Vater: Ja, mein Kind, ganz gewiss.
Sohn: Womit haben denn die Engel das ausgewischt? Mit einem Schwamm?
Vater: Nein, Karl, mit dem Blut unseres Heilands.
Sohn: Vater, hast du auch schon in dem großen Buch gestanden?
Vater: Ja, leider!
Sohn: Und Mutter auch? Hat sie auch Sünde getan?
Vater: Ja!
Sohn: Aber eure Sünden sind doch auch ausgewischt, oder?
Beamter: Es überlief mich bei dem Examen des Kindes ein Zittern und Beben; es war mir, als stände ich nicht vor einem Kindesantlitz, sondern vor dem Flammenauge des ewigen Richters.
Vater: Ich hoffe – ja.
Beamter: Hinter mir vernahm ich unterdrücktes Weinen; meine Frau war mir nachgegangen und hatte die ganze Unterredung mit angehört. Sie sank an meine Brust, und ich zog sie nieder auf die Knie, und da beteten wir – Vater, Mutter und Kind – zu dem gnädigen und barmherzigen Gott, der uns fremd geworden war und nun die Verirrten um des Blutes Jesu willen wieder aufnahm.
Jetzt glaubten wir, was unser Karl vor uns geglaubt hat, und die Gebete meiner Mutter waren erhört.