Ein erhörtes Gebet, ein christliches Anspiel zum Thema Gebet für 5 Personen
Sprecher: William Sutherland hat sich mit 13 Jahren zu Jesus bekehrt. Oft sucht er ein stilles Plätzchen auf, wo er betet, ja wo er mit seinem Erlöser reden kann. Durch Gottes wunderbare Führung findet William eine Lehrstelle bei einer Bank. Sein Lehrmeister merkt bald, dass er ein treuer Mitarbeiter ist und so vertraut er ihm großen Summen Geld an. Eines Tages muss William einen großen Geldbetrag in die nächste Stadt bringen, die etliche Kilometer entfernt liegt. Seine Mutter ist sehr besorgt um ihn.
Mutter: William, ich habe Angst um dich. Wie kann dir der Lehrmeister eine so große Summe Geld anvertrauen? Er weiß ja, wie weit es bis zur nächsten Stadt ist.
William: Mach dir keine Sorgen Mutter. Ich bin den Weg schon oft geritten und mir ist bis jetzt noch nichts passiert.
Mutter: Und trotzdem ist mir nicht wohl dabei, aber ich werde für dich beten.
Sprecher: William winkt ihr noch einmal fröhlich zu und fort ist er. Auf dem Weg singt William und ist guter Zuversicht. Als er sich aber dem einsamen Wald nähert, beschleicht ihn eine merkwürdige Angst.
William: Irgendwie habe ich das Gefühl mir droht Gefahr. Soll meine Mutter doch recht gehabt haben? Aber ich sehe niemanden. Das Beste ist, wenn ich jetzt vom Pferd steige und bete. Wie oft habe ich schon erfahren, dass wenn es mich zum Beten gemahnt hat, ich besonders Gottes Schutz und Beistand brauchte.
Sprecher: Und so steigt William vom Pferd, kniet nieder und betet laut um Gottes Schutz und Bewahrung. Nach dem Gebet setzt er seine Reise erleichtert und getröstet fort. Und tatsächlich darf er gut ans Ziel kommen, kann sein Geschäft erledigen und kehrt am nächsten Tag wohlbehalten wieder nach Hause.
Mutter: Hallo William! Wie schön das du wieder zu Hause bist. Setz dich, ruh dich aus. Wie war denn deine Reise? Hat alles gut geklappt?
William: Hallo Mutter! Ja es lief alles reibungslos ab. Ich habe alles viel schneller erledigt als ich dachte.
Mutter: Das freut mich. Aber du, William, ich muss dir was erzählen. Seit du gestern weg warst, hatte ich Angst um dich. Genau kann ich dir das nicht beschreiben, aber ich ahnte, dass du dich in eine sehr große Gefahr begeben hast. Und als ich gegen Mittag mit der Wäsche beschäftigt war, mahnte es mich plötzlich für dich zu beten. Da ließ ich die Wäsche liegen, kniete nieder und betete für dich. Als ich vom Gebet aufstand, war ich beruhigt und konnte mich wieder meiner Arbeit widmen.
William: Merkwürdig – Ja, es war gegen Mittag, als ich mich dem Wald näherte und auch mich beschlich Angst. Da stieg ich vom Pferd, kniete nieder und betete. Nach dem Gebet ritt ich weiter.
Mutter: Ja, das ist merkwürdig.
-Musik-
Sprecher: William Sutherland hat nicht nur die Lehre bei der Bank, sondern auch eine Bibelschule mit Gottes Hilfe erfolgreich abgeschlossen. Jetzt dient er in einer kleinen Gemeinde als Prediger. Als er eines Tages von einem Gottesdienst nach Hause kommt, sieht er einen Brief auf seinem Schreibtisch liegen.
William: Der Brief ist an mich adressiert, aber es steht kein Absender drauf. Dem Stempel nach muss er aus einer sehr weit entfernten Stadt kommen, aber dort kenne ich niemanden. (macht den Brief auf und ließt)
“Da ich keine Möglichkeit habe zu Ihnen zu kommen und alles selbst zu erzählen, bitte ich Sie, mich so bald wie möglich zu besuchen, wenn Ihnen etwas an meinem Seelenheil liegt.” Ein Freund
Es ist jemand in Not. Ich muss hingehen. Aber nach wem soll ich fragen wenn ich in die Stadt komme?
Sprecher: Er geht einfach im Glauben, dass Gott helfen wird. Und kaum ist er aus dem Zug ausgestiegen, kommt ein fremder Mann auf ihn zu.
Schneider: Guten Tag! Entschuldigen Sie, sind Sie Herr Sutherland?
William: Guten Tag! Ja, der bin ich.
Schneider: Schön, dass sie doch noch gekommen sind. Seit einer Woche komme ich zu jedem Zug, um Sie zu finden. Heute habe ich gesagt gehe ich zum letzten Mal. Übrigens, ich heiße Schneider, aber nun kommen sie bitte.
Sprecher: William folgt und schon nach kurzer Zeit kommen sie zu einem kleinen, aber gepflegten Häuschen. Herr Schneider führt William in ein einfach, aber gemütlich eingerichtetes Zimmer.
Schneider: Mein Freund wird Ihnen dankbar sein, dass Sie den weiten Weg zu uns gemacht haben. Er hat nämlich in seinem Leben viel Schweres erlebt und in letzter Zeit hat er viele Depressionen, sodass er kaum noch schlafen kann. Auch gesundheitlich geht es ihm seit einigen Wochen nicht mehr so gut. Zwar ist er schon bei einigen Ärzten gewesen, aber die können ihm auch nicht helfen. Sie sind seine einzige Hoffnung.
William: Ich will mein möglichstes tun, um Ihrem Freund zu helfen. Der Herr wird mir sicher beistehen.
Sprecher: Während Herr Schneider den Besuch anmelden geht, betet William um Weißheit und Kraft. Er weiß, welch eine schwere Aufgabe auf ihn wartet, aber er weiß auch, wer ihm dabei helfen kann. Seine Gedanken werden durch das Eintreten eines Mannes, dem das Leid und die Qual der letzen Wochen im Gesicht geschrieben steht, unterbrochen.
Meier: Guten Tag! Mein Name ist Meier und Sie sind Herr Sutherland?
William: Guten Tag! Ja der bin ich. Ich kenne Sie zwar nicht, aber was kann ich für Sie tun? Wir haben uns noch nie gesehen.
Meier: Nein, das heißt doch, ich habe sie gesehen, das ist schon viele Jahre her. Damals hatten Sie eine sehr große Summe Geld bei sich und waren auf dem Weg in die Großstadt. In der Nähe eines Waldes sind sie dann plötzlich vom Pferd gestiegen, haben sich niedergekniet und haben laut gebetet. Ich hörte Ihr Gebet, denn ich befand mich in der Nähe und hatte mein geladenes Gewehr auf sie gerichtet, als plötzlich etwas weißes zwischen uns erschien. Ich wusste nicht was es war, aber jetzt glaube ich, dass Gott etwas gesandt hat, um Sie zu beschützen. Wie gelähmt saß ich da, zu schwach um abzudrücken – und sah wie sie weiter ritten. Ich konnte Ihnen nichts tun. Jetzt habe ich Ihnen alles erzählt. Nein, ich habe viel Schlimmeres in meinem Leben gemacht, was ich gar nicht alles nennen kann. Und in der letzten Zeit klagt es mich an. Ich weiß nicht, ob Gott mir das alles vergeben kann, aber können sie mir wenigstens vergeben?
William: Ja, gerne vergebe ich Ihnen. Doch auch Gott kann Ihnen vergeben, wenn Sie ihn nur darum bitten.
Sprecher: William erzählt noch viel dem reuigen Sünder von Gottes großer Liebe. Das helle Licht des Evangeliums geht auch dem Mann auf und er kann sein Leben der Führung Gottes übergeben.