Archive for September, 2007

Sep 24 2007

Friede auf Erden

Geschrieben von under Weihnachten

Friede auf Erden, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 9 Personen

Wolfgang: Wenn doch die Glocken endlich schwiegen. Mich macht dies lange Läuten nervös. Warum muss auch der Weihnachtsabend mit so viel Kling Klang beginnen?

Sprecher: Wolfgang Heller ging rastlos in seinem Zimmer auf und ab.

Wolfgang: Der Weihnachtsabend – mit welch anderen Gefühlen begrüßte ich ihn in früheren Jahren?!

Sprecher: Einst, früher – ja – da war es anders. Wie lebte er froh mit seinem Bruder in ihrem kleinen Elternhause. Ob’s noch so arm und bescheiden war, wie freuten sie sich, wenn zu Weihnachten zwölf kleine Lichter am kleinen Tannenbäumchen strahlten. Es gab oft nur ein Taschentuch und eine Mütze oder ein Pfefferkuchenherz. Dann nahm der Vater seine Bibel. Er las aus dem Lukasevangelium von der Geburt Jesu Christi. Sie sangen frohe Weihnachtslieder. Vorbei die Zeit, vorbei die Jugend. Der Arnold kam zu einem Meister als Lehrling. Wolfgang ging zu einem Kaufmann. Da starben der Vater und die Mutter in einem Jahr nacheinander. Und dann, dann kam der Tag, an dem Wolfgangs Leben plötzlich anders wurde. Als er den Wagen seines Lehrmeisters mit den wilden Pferden auf der Straße zum stehen brachte und so den Kaufmann von dem Tode errettete. Er wollte sich dankbar beweisen. Als Großkaufmann war ihm das möglich. Ausbilden ließ er ihn in allem, was man zum tüchtigen Kaufmann bedarf. Wolfgang lernte leicht. Der Kaufmann zog ihn näher. Bald wurde er ihm unentbehrlich. Und als Wolfgang ein paar Jahre später um die Hand seiner Tochter bat, gab er von Herzen seinen Segen. Wolfgang war Teilhaber des Geschäfts, wurde reich und überhob sich. Wie freute sich sein Bruder mit ihm, als es anfing ihm gutzugehen. Wie neidlos sah sein Bruder, wie es Wolfgang glückte. Er selbst sprach immer seltener mit seinem Bruder. Wolfgang schämte sich des schlichten Jünglings. Als der Bruder es merkte, blieb er von ihm ferne. Nur hin und wieder, wenn er hoffte ihn ganz allein zu treffen, kam er. So kam Wolfgangs Hochzeitstag. Wolfgang hatte seinen Bruder nicht eingeladen. Als sie beim Hochzeitsmahl saßen, kam ein Diener und bat Wolfgang leise hinaus zu kommen. “Draußen warte ein Mann, der ihn zu sprechen wünsche.” Wolfgang ging hinaus. Da stand sein Bruder Arnold vor ihm. Der Schmerz durchzuckte die Züge des Bruders und Bitterkeit lag in der Stimme. Das sah Wolfgang damals nicht. Er sah ja nur den schlichten Mann in seiner Arbeitskleidung. Wolfgang ließ ihn abblitzen. Er wollte nichts mit ihm zu tun haben. Seit diesem Tag haben sich die beiden Brüder nie mehr wiedergesehen.

Wolfgang: Ich gelte viel, bin angesehen, doch ach, was nützt mir der ganze Reichtum? Wer wird das erben, wenn ich tot bin? Vier Kinder blühten mir im Hause und alle vier habe ich begraben. Das letzte nur vor einem Jahr. Doch damit war es nicht genug. Meine liebe Frau verzehrte sich an den Sorgen – vor einem Monat. All mein Reichtum, mein größtes Glück ruht auf dem Kirchhof. Wie bettelarm bei all dem Reichtum! Verloren – alles was ich hatte.

Joachim: Ach, gnädiger Herr.

Wolfgang: Was willst Du, Joachim? Ich möchte heute ganz allein bleiben und wünsche nicht gestört zu werden.

Joachim: Der Pfarrer möchte Sie gerne sprechen.

Wolfgang: Der Pfarrer? Oh, das ist was anderes. Lass ihn herein!

Pfarrer: Guten Abend, Herr Heller!

Wolfgang: Guten Abend, Herr Pfarrer! Bitte kommen Sie herein.

Pfarrer: Sie wundern sich, dass ich heute komme.

Wolfgang: Ja, wirklich sehr, das muss ich sagen. Sicher führt Sie etwas Besonderes her zu mir.

Pfarrer: Da haben sie ganz recht geahnt. Darf ich ganz offen sein, Herr Heller?

Wolfgang: Ich bitte sehr.

Pfarrer: Nun, dann, ich möchte, dass Sie mal ihre Hand aufmachten und tief in ihre Geldtasche griffen. Mir fehlt noch so etwas für zwei Familien.

Wolfgang: Ich hab für keinen mehr zu sorgen. Wie viel?

Pfarrer: Nein, Sie sollen selber mit mir gehen. Sie sollen erst das Nötige kaufen und es dann selbst den Armen bringen. Es taugt nicht, wenn Sie am Weihnachtsabend hier allein zu Hause sitzen. Sie sollen kommen, Freude machen und selber dabei stille werden.

Wolfgang: Herr Pfarrer, rühren Sie die wunde Stelle heute nicht an. Ich kann es nicht. Das Schicksal ist zu hart gewesen.

Pfarrer: Wie sagten Sie? Das Schicksal? Glauben Sie wirklich noch an Schicksalsschläge?

Wolfgang: Woran denn noch? An Gott vielleicht? Herr Pfarrer, das ist längst verlernt. Ist er ein Gott der Liebe, wie sie es so schön der Gemeinde sagen? Wie kann er mir dann alles nehmen, mein ganzes Glück in Trümmern werfen? Nein, nein, ich bitte, dass Sie schweigen und mich mit dem Unsinn verschonen. Wie viel brauchen Ihre Armen?

Pfarrer: Sie sind fürwahr der Allerärmste und brauchen als erster Hilfe. Und wenn Sie mir zehnmal hießen schweigen, will ich dennoch reden. Sie sind vom Irrtum stark geblendet. Für Sie ist Gott kein Gott der Liebe, nein. Nur der Heilige, der Gerechte, der unerbittlich die Sünde straft…

Wolfgang: Herr Pfarrer…

Pfarrer: Nein, ich bin nicht fertig. Ich will versuchen Ihre Augen einmal der Wahrheit zu öffnen. Wer war’s, der sich von Gott gewendet, als ihm das Glück so günstig wurde? Auf einmal ging das nicht, Herr Heller. Das ging allmählich, ganz allmählich. Ich bin ein alter Mann. Sie wissen, ich kannte sie und Ihre Eltern. Da war noch Gottesfurcht im Hause. Sie und Ihr Bruder Arnold konnten beten und traten betend in das Leben. Dann aber wurde dies anders; ich habe alles wohl gesehen. Und nun, da Sie scharf geschüttelt, da kommen Sie mit solchen Reden: “Wenn Gott ein Gott der Liebe wäre, dann hätte er so nicht gehandelt!” Und noch eins will ich Sie mahnen: Erinnern Sie Sich, wie Sie es vor Jahren mit ihrem Bruder machten?

Wolfgang: Herr Pfarrer, reden Sie nicht weiter! Wahr ist ja alles, was Sie sagen, und mein Gewissen hat es mir ja auch schon lange gesagt, doch ach, ich wollte die Stimme nicht hören.

Pfarrer: Ja, ja, da musste Gott Sie strafen. Und so ist’s dennoch lauter Liebe, dass er Sie so schwer geschlagen hat. Hier gilt die Rettung Ihrer Seele. Und wenn Sie nicht jetzt zu ihm eilen, dann fürchte ich, dass Sie auf ewig verloren gehen.

Wolfgang: Wie Schuppen fällt’s mir von den Augen. Gott hat Sie heute zu mir gesandt. Ich muss mit Gott in Ordnung kommen. Lassen Sie mich jetzt allein!

Pfarrer: In einer Stunde komme ich wieder. Dann gehen wir zu meinen Armen! Auf Wiedersehen, Herr Heller.

Wolfgang: Auf Wiedersehen, Herr Pfarrer.
(Der Pfarrer geht)

Joachim: Sie gehen schon? Bitte hier ist Ihr Mantel.

Pfarrer: Nun Joachim, falte nur weiter Deine Hände und bete für Herr Heller.

Joachim: Geht er nicht mit, Herr Pfarrer?

Pfarrer: Natürlich geht er mit. Ich hole ihn in einer Stunde ab.

Joachim: Ich mache mir große Sorgen, ob unser Plan gelingen wird.

Pfarrer: Gott bahnt sich selbst seine Wege. Er wird auch dies zum Ziele führen.

Szenenwechsel (Musik)

Alfred: Huh, bitterkalt ist doch der Abend, ach ja, und wir haben nichts zum Heizen.

Harald: Still Alfred, mach den Vater nicht traurig.

Karl: Nein sieh’, wir müssen Gott noch danken, dass Vater gesund geworden ist, und dass wir noch so viel haben, dass Mutter uns noch Suppe kochen kann.

Vater: So war’s recht gesprochen Karl. Ja Kinder, wenn es trübe geht, und wir auch etwas frieren müssen, doch können wir noch herzlich danken, dass uns der Herr bisher versorgte. Er wird auch weiterhelfen. Vertraut ihm nur, so, wie ich ihm traue, ohne zu wanken. Und denkt an das, was ich euch heute, bei der Morgenandacht gesagt habe. Ich kann euch nichts schenken, obwohl wir auch Weihnachten haben.

Harald: Ach Vater, der Heiland schenkt sich ja uns allen.

Karl: Ja, ja, auch ohne Gaben kann Weihnachten gefeiert werden.

Alfred: Ich wünsche mir nur eines vom Heiland.

Vater: Nun mein Sohn, und was ist das?

Alfred: Ich möchte zu einem Kaufmann in die Lehre gehen.

Musik

Karl: Wie konntest du so etwas sagen? Du weißt doch, was Mutter uns von Vaters Bruder sagte!? Du weißt, dass er ein Kaufmann war, und dann so hart und stolz geworden ist.

Alfred: Ich dachte nicht daran. Dann hätte ich’s sicher nicht gesagt.

Musik

Sprecher: Die drei Jungen waren durch die Not in der Familie sehr eng verbunden. Sie liebten den Vater und wollten nichts tun, was ihn hätte kränken können. Gerade dieser Weihnachtsabend durfte durch nichts gestört werden. Karl, Alfred und Harald folgten willig dem Ruf zum Abendessen. Niemand bemerkte, dass sich die Haustür öffnete, und drei Männer leise das Wohnzimmer betraten. Es waren der Pfarrer, Herr Heller und der Diener Joachim.

Pfarrer: Das trifft sich gut. Sie sind wohl alle drüben, bei ihrem schlichten Abendessen. Da können wir den Tisch schön aufbauen. Doch nur leise, dass sie uns nicht hören.

Wolfgang: Zu zwei Familien nur, Herr Pfarrer, führt uns der Weg am heutigen Abend?

Pfarrer: Jawohl, zu zwei nur Herr Heller. Die erste war die arme Witwe mit ihrer Tochter. Und ich denke, dass reut Sie nicht.

Wolfgang: Nein, wirklich nicht. Und was ich der Mutter versprochen habe, will ich halten. Das Mädchen soll was tüchtiges lernen. Ich werde treulich dafür sorgen. Und was sind dies nun für Leute, zu denen wir jetzt gekommen sind?

Pfarrer: Das ist ein Mann, wie kein anderer, den ich schon viele Jahre kannte. Er wohnte früher hier am Ort. Als junger Mann war er still und fleißig und ging bescheiden seines Weges. Viel schweres hat er dann erfahren, das ihm das Leben hier verbitterte. Da zog er fort, blieb lange Jahre dort, weitab, und ist seit kurzem mit Frau und Kindern heimgekehrt. Da kam die Not an ihre Türe. Und gerade da erfuhr ich’s, dass sie wieder hier in der Nähe wohnten. Als ich hinkam, hat mir der Mann erzählt, was Sie von mir jetzt hörten. Für’s erste konnte ich ja helfen, doch hoffe ich jetzt auf Ihre Hilfe.

Wolfgang: Wie heißt der Mann?

Pfarrer: Er hat drei Söhne, drei prächtige Söhne, fromm, stets offen im Blick und Wort und allem Wesen. Seine Frau ist eine tüchtige Hausfrau. Und was das schönste von allem ist: Gottesfurcht herrscht im Hause, Gebet und fester Glauben an unseren Heiland Jesus Christus. Es sagte mir der Mann erst gestern, dass er ganz fest auf Gott vertraue, und dass er sicher sei, Gott werde zur rechten Zeit auch ihnen helfen.

Wolfgang: Dem Mann muss geholfen werden.

Pfarrer: Mag Gott dazu Ihr Herz bewegen.

Wolfgang: Herr Pfarrer, noch sind wir hier allein. Ich möchte Ihnen noch etwas sagen. Und du Joachim, auch du sollst hören.

Sprecher: Und dann erzählte Wolfgang Heller, wie er in der einen Stunde mit Gott gerungen hatte. Es war eine Stunde ernster Prüfung und Einkehr ins Innere. Er hatte erkannt, dass es lauter Liebe gewesen ist, die ihm seine Familie genommen hatte. Er hatte tiefe Buße getan und war zu Gott zurückgekehrt.

Wolfgang: Nun hat er mir die Schuld vergeben und ich will nun die kurze Zeit, die ich noch zu leben habe ganz zu seiner Ehre verleben, in seinem Dienste an den Menschen.

Pfarrer: Das tue Gott aus Gnaden, Herr Heller.

Joachim: Herr, o welche Freude, ja, es ist wahr, Gott erhört Gebet. Die ihm vertrauen, die erfahren, dass er noch stets sein Wort gehalten hat.

Pfarrer: Dies ist mein schönster Weihnachtsabend.

Wolfgang: Der meine auch, bei all meinem Leide. Ich bitte Sie, dass Sie, Herr Pfarrer, über mein Geld bestimmen, in allem was Sie heute brauchen.

Pfarrer: Gerne werde ich zu Ihnen kommen, wenn ich etwas brauche, doch ich glaube, Gott selbst wird Ihnen heute Pflichten geben, an die sie jetzt noch nicht denken können.

Wolfgang: Nur eins noch liegt mir schwer auf dem Herzen: Ich habe mich einst schwer versündigt an meinem Bruder. Ach Herr Pfarrer, wenn ich doch meinen Bruder finde. Ob er mir das vergeben könnte?

Sprecher: Der Pfarrer ließ sich nichts anmerken, sondern begann eifrig mit den Vorbereitungen. Sie schmückten den Raum, stellten für jeden der Jungen ein Geschenk hin und zündeten die Lichter an. Als alles fertig war, stimmte der Pfarrer ein Lied an.

Musik

Sprecher: Natürlich ließen die drei Jungen jetzt nicht lange auf sich warten. Gespannt blieben sie an der Tür stehen. Sie konnten nicht begreifen, wie sich das schlichte Wohnzimmer so schnell verwandeln konnte. Dann erkannten sie den Pfarrer und kamen aufgeregt auf ihn zu. Ihre Freude über die Geschenke schien keine Grenzen zu kennen. Nachdem sich der größte Sturm gelegt hatte, setzten sich die Männer nieder, und erst jetzt hatte Arnold Heller die Sprache wiedergefunden.

Arnold: Herr Pfarrer, ach wie soll ich’s Ihnen danken? Mein Herz ist voll von Dank und Freude. Ich kann nicht viele Worte machen, jedoch Sie wissen wie ich’s meine. Wie hat der Herr doch so geholfen. Ich sagte heute zu den Kindern: wenn wir euch auch nichts schenken können, so habt ihr doch die schönste Gabe, unsern lieben Heiland selbst. Und nun, wie hat uns Gott gesegnet! Ich danke Gott, auch Ihnen, Herr Pfarrer!

Pfarrer: Ach, lieber Meister, nicht mir gehört der Dank. Dieser Herr hier wollte euch und auch sich heute glücklich machen.

Arnold: Oh, Danke auch Ihnen. Danke von Herzen.

Wolfgang: Nein, nein, nur dem Herrn Pfarrer!

Pfarrer: Wir wollen alle Jesum danken. Er ist die Quelle aller Freuden.

Wolfgang: Ja, ja, das habe ich heute erfahren. Sonst wäre dieser Heilige Abend für mich voll Gram und Leid geworden.

Pfarrer: Vier Kinder hat dieser Mann begraben und dann seine Frau, vor einem Monat.

Arnold: Sie armer Mann!

Wolfgang: Ja, wirklich, so bettelarm bei all dem Reichtum. Und Sie, so reich bei Ihrer Armut. Was sollen Ihre Jungs werden?

Arnold: Dabei bestimmt uns nicht das Wollen, sie müssen schaffen, was sie sollen und wollen alle drei was Hohes lernen.

Wolfgang: Nun, was denn?

Arnold: Ach, Harald möcht’ gern ein Pfarrer sein, und Karl Medizin studieren und Alfreds ganzer Wunsch ist Kaufmann. Ein tüchtiger Kaufmann will er werden.

Pfarrer: Ei, ganz respektable Wünsche! Wirklich! Jedoch dem Alfred könnt’ es glücken. Wie wär es, wenn er bei Ihrem Bruder in die Lehre ginge?

Arnold: Herr Pfarrer, bitte lassen Sie das alte Ding ruhen.

Pfarrer: Nichts für ungut. Ich wollte Sie schon mal fragen. Hat sich der Bruder in den langen Jahren nicht um euch gekümmert?

Arnold: Nein, niemals. Doch rnuss ich gestehen, ich hab’ nicht nach ihm gesucht.

Pfarrer: Nun freilich, das kann ich ganz gut begreifen. Die Liebe war bei Ihnen gestorben. Sie zürnen ihm sicherlich für seinen Hochmut.

Arnold: Herr Pfarrer, nein, wie könnt ich dieses? Er ist und bleibt mein Bruder. Ich liebe ihn heute noch wie friiher.

Pfarrer: Das halte ich fast für unmöglich. Er hat zu schlecht an Ihnen gehandelt. Sie können ihn sicherlich nicht lieben.

Arnold: Und doch Herr Pfarrer, so wie früher.

Pfarrer: Na, na, ich kann es mir nicht vorstellen. Sie sind doch Mensch wie andre Menschen.

Arnold: Gewiss, Herr Pfarrer, doch glauben Sie fest, ich habe es mir oft gesagt. Ich hätte nicht am Hochzeitstag so ohne weiteres hingehen sollen. Doch wozu an alten Sachen rütteln, Herr Pfarrer? Ich hab’ ihm lange schwer gegrollt, gewiss, er hat nicht schön gehandelt, nicht brüderlich, doch habe ich ihm lange, lange von Herzen alles verziehen.

Pfarrer: Warum haben Sie ihn nicht gesucht, wenn Sie ihm lange nicht mehr gegrollt haben?

Arnold: Ach Herr Pfarrer, sehen Sie, das ist für mich doch ganz unmöglich. Er würde mich vielleicht dann wieder so kurz mit seinem Geld abspeisen.

Wolfgang: Wie heißen Sie?

Arnold: Ich heiße Heller.

Wolfgang: Und der Bruder ist der Kaufmann Wolfgang Heller?

Arnold: Ja, Wolfgang Heller, das ist er.

Wolfgang: Wenn nun aber Dein Bruder heute vor Dir stände, voll Reue bittend: Oh vergib mir, vergib mir mein Bruder, allen Stolz und Hochmut, könntest Du ihm das verzeihen?

Arnold: Wolfgang……

Wolfgang: Arnold…

Pfarrer: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Wolfgang: Oh Bruder, kannst Du mir verzeihen, mir vergeben?

Arnold: Oh alles, alles Wolfgang, alles. Welche Freude, ich habe meinen Bruder wieder! Oh welch ein schöner Weihnachtsabend.

Pfarrer: Gott sei gelobt! Es ist gelungen, worum ich so viel gebetet hab.

Wolfgang: Herr Pfarrer, wie, Sie wussten alles?

Pfarrer: Ja freilich, ja, der Joachim hat es mir vor drei Wochen gesagt.

Wolfgang: Guter Joachim, du wusstest auch alles?

Joachim: Ja, Herr Heller, mir ging Ihr Kummer und Schmerz tief zu Herzen. Da dachte ich, wenn Sie sich mit Ihrem Bruder versöhnen würden, das wär der allerbeste Balsam für Ihren tiefen Schmerz. Doch selber konnte ich’ s nicht sagen, darum ging ich zu unserem Herrn Pfarrer.

Wolfgang: Da konntest Du auch keinen besseren Anwalt finden. Wie bin ich glücklich heute Abend. Wie will ich doch dem Höchsten danken für seine große Wundermacht, die er an mir getan hat.

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Sep 22 2007

Weihnachten im alten Landhaus

Geschrieben von under Weihnachten

Weihnachten im alten Landhaus, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 8 Personen

Erzähler: Die Familie Robert Steiner lebte in einem Miethaus. Wenn der Vater mit seinem kleinen Verdienst die Miete zahlen musste und die Abrechnungen, weil die Mutter seit Susis Geburt ständig kränkelte, dann berichtete er immer von seiner reichen Schwester im alten Landhaus am Waldrand.

Vater: Für wen bewacht Agnes denn so gierig ihre Schätze, ihr Geld? Sie besitzt doch keinen Erben. Oder doch?

Erzähler: Der Vater meinte immer, sein Sohn Marco würde einmal der glückliche Erbe seiner Schwester sein. Tante Agnes erkundigte sich auch öfters nach Marco. Und auf Weihnachten ist alle Jahre für den Marco ein Paket angekommen. Die kleine Susi bekam nie solch schöne Sachen.

Vater: Ja, ja, die Agnes hat wirklich ein Auge auf unsern Marco.

Mutter: Ach, ich wünschte, dass es dir einmal besser geht als uns, Marco. Aber Reichtum allein macht nicht glücklich. Denk immer daran, Marco. Das zu wissen, dass Gott die Seinen nie verlässt und uns in der größten Not am nächsten ist, das ist der größte Besitz, das beste Erbe, das wir haben können.

Erzähler: Ein paar Monate später fasste der Vater den Entschluss, nach Amerika zu gehen. Ein früherer Arbeitskollege schrieb ihm: ” Komm doch auch nach Amerika.” Nach diesem Brief konnte ihn die Mutter kaum mehr beschwichtigen. Nicht einmal ihre Tränen rührten ihn.

Mutter: In der großen Stadt werden wir kaum glücklich sein, Robert. Lass uns doch lieber wieder in das stille Dorf ziehen, wo wir aufgewachsen sind.

Vater: Schweig still! In Amerika ist mein Freund etwas geworden. Mir ist es verleidet, hier ein armseliges Leben zu führen. Ich will frei sein. Und du wirst dich in die Situation fügen müssen.

Erzähler: Und ohne ihr Wissen schrieb Robert seiner Schwester Agnes einen langen Brief. Nach längerem Besinnen, schickte Tante Agnes das Reisegeld nach Amerika, und eine gewisse Summe darüber hinaus. Sie verlangte dafür den Marco, an dem sie mit Leib und Seele hing. ” Ihr besitzt ja noch die kleine Susi “, schrieb sie, ” und ich bin ganz allein. Wenn ihr nur ein wenig Erbarmen habt mit einer einsamen Frau, dann willigt ihr ein. Und denkt daran – vielleicht – vielleicht wird euer Marco dann einmal der Erbe sein”. Der Vater willigte sofort ein, die Mutter aber weinte.

Mutter: Auf diese Art soll ich mein Kind verkaufen? Sicher wird Agnes äußerlich für Marco sorgen. Aber im Herzen wird er keine Nahrung bekommen, weil Agnes nichts von Gott wissen will.

Erzähler: Doch die Mutter musste sich dem Willen ihres Mannes fügen. Es blieb nur ein Trost:

Mutter: Ach wie gut, daß ich Marco in Gottes Hände legen darf, ich glaube, sonst würde ich verzweifeln.

Erzähler: Als dann die Abschiedsstunde schlug, zog die Mutter Marco in ihr Zimmer, nahm ihren Jungen in die Arme und drückte ihn fest an ihr Herz.

Mutter: O Marco, wie nun auch alles kommen mag, halte dich fest an Jesus Christus und Gott, wie ich es dich bis heute gelehrt habe. Du hast es ja schon miterlebt, dass ich immer wieder im Gebet die nötige Kraft und Zuversicht erhalten habe, wenn es mir manchmal schwer und fast zu schwer geworden ist. Tante Agnes hält nichts vom Glauben an Gott. Sie wird mit dir kaum dieses Thema berühren. Sie wird auch vor dem Tisch nicht beten wie du es von mir gewohnt bist. Lieber Marco, in dieser Hinsicht wirst du in Zukunft ganz auf dich selber angewiesen sein. Aber vergiss es nie, dass deine Mutter jeden Tag für dich beten wird. Und da, nimm diese Bibel. Ich erhielt sie vor Jahren. Ich schenke sie dir. Lies jeden Morgen einige Verse und nimm sie zu Herzen. Sie werden dir zeigen, wie du in der neuen Umgebung bei Tante Agnes leben sollst. Und wenn du Unrecht getan hast, Marco, mach jeden Abend, bevor du einschläfst, Ordnung in deinem Herzen vor Gott und den Menschen, die du betrübt hast.

Erzähler: Marco versprach der Mutter mit feuchten Augen, ihren Rat zu befolgen. Noch einmal drückte die Mutter ihr Kind an sich, dann klopfte es ungeduldig an der Türe. Es war der Vater, der Marco zum Bahnhof bringen wollte. Der Abschied vom Vater war kürzer als von der Mutter.

Vater: Also, machs gut. Sei immer treu und redlich, dass Tante Agnes sich nicht zu beklagen hat. Wo du aussteigen musst, weißt du ja. Deinen Koffer wirst du gut tragen können mit den wenigen armseligen Sachen. Aber freue dich nur, bei Tante Agnes wirst du dann neu eingekleidet werden. Und das Essen wird besser sein. Und ein schönes, eigenes Zimmer wirst du dort auch haben.

Erzähler: Jetzt pfiff der Zug. Ein kurzes Winken – und weg war der Vater und die gewohnte Umgebung. Wie ganz anders war doch der Abschied von der Mutter als vom Vater, kein Wort von dem zu vergessen, was seine liebende Mutter ihm gesagt hatte, nahm er sich vor. Es dunkelte schon, als er vor dem großen Hause stand. Er zog die Glocke, und bald darauf erschien die alte Anette.

Anette: Komm herein.

Erzähler: Schüchtern folgte Marco der alten Frau ins Haus. Anette nahm Marco die Jacke ab. Wenige Minuten später stand er in einem großen hell erleuchteten Zimmer vor seiner Tante.

T. Agnes: Willkommen Marco. Du siehst deiner Mutter wahrhaftig immer ähnlicher. Ich habe schon lange auf dich gewartet! Sicher gab es noch viel Arbeit, bis die Sachen für die Reise für euch alle eingepackt waren?

Marco: Ja, jetzt sitzen die Mutter, der Vater und Susi schon im Flugzeug, das sie nach Amerika bringt. Die Mutter wird leise weinen, und der Vater wird sie schelten. Die Mutter ist nicht gern fortgegangen in ein fremdes Land. Sie wird bestimmt Heimweh haben.

T. Agnes: Ist der Vater immer noch so heftig?

Marco: O ja, ich habe mich manchmal vor ihm gefürchtet und Susi auch.

T. Agnes: Und die Mutter?

Marco: Ach die Mutter – sie ist gut. Vielleicht ist sie so, weil sie viel in der Bibel liest und betet.

T. Agnes: Sie ist fromm, deine Mutter.

Marco: Ja sie glaubt, das Gott uns liebt. Bist du nicht fromm?

T. Agnes: Solche Fragen musst du nicht stellen, Marco.

Marco: Bist du mir jetzt böse, Tante? Ich wollte dich nicht kränken.

T. Agnes: Ich glaube es dir, Marco! Aber ich möchte nicht gern von Gott reden.

Marco: Mutter konnte so schön aus der Bibel erzählen. Wenn ich groß bin, werde ich für die Mutter sorgen.

T. Agnes: Ach, bis du groß bist, dauert es noch lang. Und überhaupt, jetzt bist du bei mir. Ich werde in Zukunft für dich sorgen.

Marco: Aber Tante Agnes, du willst doch nicht, dass ich meine Eltern vergesse! Mutter sagte immer, in der Bibel stehe geschrieben, dass man Vater und Mutter ehren soll.

T. Agnes: Sie haben aber dich mir gegeben um ein blankes, hartes Geld, mein Junge!

Marco: Aber nicht die Mutter! Nein, die Mutter sicher nicht. Nur der Vater wollte es so. Mutter weinte sehr, weil sie mich hergeben musste.

T. Agnes: Na, jetzt bist du bei mir. Ich sorge für dich. Warum weinst du? Du kannst essen und trinken, soviel du willst, und ich werde dir schöne, neue Kleider kaufen.

Marco: Ich bin nur so aufgeregt. Ich danke dir, dass du so viel für mich tun willst.

Erzähler: Im oberen Stock des Hauses lag das kleine, saubere Stübchen, welches Tante Agnes und Anette für Marco hergerichtet hatten. Trotz der Müdigkeit ordnete er seine Sachen. Die Bibel legte er auf den kleinen Tisch neben dem Bett.

Marco: Ach wie schön wäre es, wenn Mutter nun neben mir auf dem Bettrand sitzen würde. Wir haben am Abend doch immer noch miteinander gebetet.

Erzähler: Marco hatte Heimweh nach Mutters Zärtlichkeit. Aber da… auf einmal hörte er Mutters Stimme, wie sie ihm beim Abschied sagte:

Mutter: (sitzend) Bete zu Gott, zum Herrn Jesus, er wird dich trösten und dir geben, was du brauchst.

Marco: (Betet) Lieber Herr Jesus, danke, dass du bei mir bist. Wenn ich auch ohne Mutter und Vater und ohne Susi bin, bist du doch da und hast mich lieb. Mutter sagte mir, dass diese Worte in der Bibel stehen. Und morgen will ich in der Bibel lesen und alle Tage, wie meine Mutter es mir geraten hat. Amen

Erzähler: Dann schlief Marco ein, tief und fest. Nach und nach gewöhnte sich Marco an das Leben im alten Haus von Tante Agnes. Es gefiel ihm gut in der neuen Schule. Marco lernte viel und gut. Auch im Hause war Marco sauber und anstellig für jede Arbeit.

Lied

Erzähler: Robert Steiner lebte nun schon seit Wochen mit seiner Frau und dem Töchterchen in der Riesenstadt New Yorg. Er fand zwar, dass seine Lage sich nicht besonders verbessert hatte, seit er die Heimat verließ. Er sehnte sich nach seinem Kinde; Marco fehlte ihm überall. Schon nahm sich Robert Steiner vor, an Agnes zu schreiben und Marco zurückzufordern. Doch er schämte sich. Frau Eva ahnte nichts von den inneren Kämpfen ihres Mannes. Aber sie selbst konnte oft keinen Schlaf finden. Sie war noch mehr krank als früher. Sie dachte auch viel an Marco.

Mutter: Ach wenn ich nur Marco wieder neben mir haben dürfte. Dann könnte ich für ihn sorgen und ihn erziehen im Vertrauen auf Gott. Wird er wohl in der Bibel lesen und beten?

Marco: Ach, wie schön war es doch Weihnachten daheim gewesen. Alle saßen am Tisch. Die Mutter lehrte uns Weihnachtslieder und erzählte die Weihnachtsgeschichte. Nun bin ich dieses Jahr zum erstenmal allein. Was sagte mir Mutter einmal: ” Auch wenn du meinst, du seist allein, Marco, bist du es doch nicht. Gott ist bei dir. Und für jeden Menschen brennt ein Lichtlein am Heiligen Abend.

T. Agnes: Hast du einen Brief vom Vater bekommen?

Marco: Ja. Er lässt dich grüßen. Mutter fühlt sich nicht so recht wohl.

T. Agnes: Und sonst, was hat der Vater noch geschrieben?

Marco: Ach, der Vater schreibt noch von Weihnachten. Bei uns zu Hause schmückte die Mutter für den Heiligen Abend immer ein kleines Tannenbäumchen mit Kerzen und roten Äpfeln. Und – und dann haben wir noch gesungen und Mutter hat die Weihnachtsgeschichte erzählt.

T. Agnes: Ihr seid doch komische Menschen. Ich mache dir keinen Lichterbaum. Ich will dir 30 Franken geben. Damit kannst du dir selber etwas kaufen.

Marco: Danke, Tante Agnes.

Erzähler: Aber im Herzen war ihm so leer – so traurig zumute. Nur hartes Geld, sonst nichts. Enttäuscht schlüpfte er an diesem Abend ins Bett. Plötzlich war ihm, als höre er wieder Mutters Stimme, die sagte:

Mutter: (sitzend) Für jeden brennt ein Lichtlein am Heiligen Abend!

Musik

Erzähler: Tante Agnes saß unten in der großen vornehmen Stube. Da hörte sie plötzlich den Gesang einer hellen Knabenstimme.

Marco: (singt) Stille Nacht!

Erzähler: Dann aber tat sich die Türe leise auf und die dunkle Stube war plötzlich hell vor lauter Licht!

T. Agnes: Was – was ist da?

Marco: Mutter sagte mir, dass für jeden ein Lichtlein brennt am Heiligen Abend. Auch für dich soll eins brennen, Tante Agnes.

Erzähler: Dann stellte Fräulein Anette ein Tannenbäumchen auf den Tisch mit vielen brennenden Kerzen. Marco hatte Anette überredet, dass sie heimlich mit dem Geld, das Tante Agnes ihm geschenkt hatte, in die Stadt ging und ein Tannenbäumchen kaufte mit all den Sachen, die daran hingen.

Marco: Liebe Tante, bist du mir jetzt böse?

T. Agnes: Marco – o Marco, du bist ein gutes Kind.

Erzähler: Und wie das starre Eis über dem Wasser bricht, so öffnete sich das verschlossene Herz von Tante Agnes dieser schlichten, kindlichen Liebe.

T. Agnes: Wie bist du nur auf einen solchen Gedanken gekommen, Marco?

Marco: Ach weißt du, Tante, Vater hat doch in seinem Brief geschrieben, dass Mutter darum betet, dass ich dir ein bisschen von der Liebe Gottes ins Herz schenken darf. Ich habe es zuerst nicht verstanden, aber plötzlich wurde mir klar, was damit gemeint ist: Das Gott mir helfe, dir eine Freude zu machen.

Erzähler: Die Glocken tönten so still, so eigenartig. Und es war Tante Agnes so seltsam zumute. Es war, als ob Gottes Stimme sie rufen würde an diesem Heiligen Abend. Die drei saßen noch lange beieinander.

Marco: Jetzt ist es beinahe wie an Weihnachten zu Hause. Aber aber etwas – etwas fehlt noch.

T. Agnes: Was fehlt noch?

Marco: Meine Mutter hat immer noch die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorgelesen!

T. Agnes: Ich habe keine Bibel.

Anette: Aber Marco besitzt doch ein solches Buch. Wie wärs, wenn er uns die Weihnachtsgeschichte vorlesen würde?

T. Agnes: Nun denn – wenn es sein muss.

Erzähler: Das ließ sich Marco nicht zweimal sagen. Bald stand er vor dem Tannenbaum und las froh und deutlich die Weihnachtsgeschichte (siehe Luk.2). Als er fertig war legte er seine Bibel auf den Tisch.

Marco: Danke, danke vielmal, Tante Agnes! Jetzt war es so schön wie bei Mutter zu Hause.

T. Agnes: Heute ist es zu spät, aber morgen begleite ich dich zur Kirche. So, wie es deine Mutter gemacht hat. Und Marco, du betest für mich, dass ich so werden kann wie deine Mutter.

Erzähler: Marco saß noch lange still auf dem Bettrand und sann über den schönen gelungenen Weihnachtsabend nach:

Marco: Danke, Herr Jesus, dass du es mir gezeigt hast und ich es erleben durfte, was Mutter mit den Worten meinte, Tante Agnes etwas von der Liebe Gottes ins Herz schenken.

Lied

Erzähler: Einige Monate waren vergangen. Marco hatte lange nicht mehr geschrieben, und die Mutter sorgte sich um ihn. War er etwa erkrankt? Da hörte sie in Stille hinein auf einmal Susi rufen.

Susi: Ist da nicht Marco, der auf unser Haus zukommt?

Erzähler: Bald darauf klopfte es an der Tür. Robert Steiner stand auf und öffnete. Und da stand sein Junge – Marco! Aber er war nicht allein. Tante Agnes war bei ihm.

T. Agnes: Heute komme ich zu euch als Bittende. Mein Herz war nie glücklich, es hat immer gedarbt. Und bitte helft mir, dass ich auch mein Leben Gott anvertrauen kann. Ich möchte gerne den wahren Sinn des Lebens finden. So wie die Engel in der Weihnachtsgeschichte sagten: ” Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids

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Sep 22 2007

Das Gleichnis von den Talenten

Geschrieben von under Dienst

Das Gleichnis von den Talenten, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Autor: Und Jesus tat seinen Mund auf und redete. mit seinen Jüngern und sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so tun findet, wahrlich ich sage euch: Er wird Ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber der Knecht böse ist und in seinem Herzen denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht, so wird der Herr dieses Knechtes, an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet und zu einer Stunde, die er nicht kennt. Er wird ihn in Stücke hauen lassen und seinen Platz bei den Heuchlern einwei-sen. Und er redete in Gleichnisse zu ihnen und sagte: Dann wird es mit dem Himmelreich sein, gleich einem Manne, der in die Fremde ziehen wollte. Er rief seine Knechte zu sich und übergab ihnen sein Vermögen. Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eines. Jedem nach seiner Tüchtigkeit. Dann reiste er alsbald ab.

5 Talente: Er ist weggefahren und hat uns alles überlassen.

2 Talente: He… und wir können mit seinem Vermögen tun was wir wollen.

5 Talente: Was wir wollen?

2 Talente: Er hat nicht gesagt, was wir mit den Talenten anfangen sollten. Er ist abgereist und hat sie uns einfach überlassen. Fünf dir, und zwei mir und eines dem da.

1 Talent: Und eines dem da. Das hast Du großartig gesagt. Eines dem da…

5 Talente: Was können wir dafür.

1 Talent: Dafür, dafür… fünf, zwei und eines. Ein einziges Talent für mich. Mehr hat er mir nicht zugetraut. Warum nicht drei oder zwei? Warum nicht wenigstens zwei für mich?

5 Talente: Er ist der Herr, er kann verteilen wie er will.

1 Talent: Du hast leicht reden, fünf Talente… Wenn ich fünf hätte, oder auch nur zwei, aber eines…?

5 Talente: Ein Talent ist viel. Du könntest etwas mit ihm anfangen. Du könntest einen Acker kaufen, der trägt dir gute Frucht. Du könntest eine Herde erwerben. Ein Talent ist viel.

2 Talent: Er hat aber nicht gesagt was wir tun sollen.

1 Talent: Er hat nichts gesagt, jawohl, nicht. Ich werde nichts tun, das werde ich.

5 Talente: Muss er denn immer etwas sagen. Warum hat er uns denn die Talente gegeben. Er hätte sie doch verwahren können, aber nun gibt er sie uns.

2 Talente: Du hast recht, wir müssen etwas damit tun, sonst hätte er sie uns nicht geben brauchen. Das ist ganz richtig. Wir müssen etwas damit tun.

1 Talent: Du sagst ein Talent ist viel. So sagtest du doch.

5 Talente: Ja.

1 Talent: Gut. Aber… wenn ich verliere. Sagen wir mal ich spiele. Ach, um keinen hohen Einsatz nur um hundert Dinar. Ich spiele für meinen Herrn der abgereist ist, und verliere. Nun, das ist nicht schlimm, ich hab ja noch mehr. Ich spiele also weiter und verliere wieder und verliere ein drittes mal und ein viertes mal. Und dann packt mich die Leidenschaft des Spieles und ich spiele und spiele, und immer mit meines Herrn Geld. Doch weil ich immer verliere, habe ich dann bald nichts mehr. Ein Talent verspielt!!
Ein Talent ist viel, und er ist ein gestrenger Herr, sehr streng sogar. Er tut nichts und reist ab und gibt mir und sagt kein Wort. Ich soll ernten und er fährt die Ernte dann in seine Scheune. Nein, ich tue nichts. Nichts tue ich!

5 Talente: Er hätte dich leer ausgehen lassen können.

1 Talent: Und jedem von euch vier Talente geben, wie?

5 Talente: Vielleicht wäre es besser gewesen.

2 Talente: Aber er hat dir doch gegeben. Er hat dir doch vertraut.

1 Talent: Ich tue nichts.

5 Talente: Schade, ich werde etwas tun. Sie sollen sich mehren in meinen Händen diese Talente. Vielleicht erwerbe ich mir einen Weinberg, oder ein Landgut!

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Du solltest es dir doch überlegen.

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Aber ich werde etwas tun. Auch in meinen Händen sollen sie sich mehren, diese Talente. Ich werde hingehen und Handel treiben. Ich werde Getreide holen aus Sizilien und Ägypten, oder kostbare Vasen aus Griechenland.

1 Talent: Ich tue nichts. Das steht fest!!!

Autor: Da ging der hin, der die fünf Talente erhalten hatte, arbeitete mit Ihnen und gewann fünf andere hinzu. Gleichfalls gewann der mit zwei Talenten noch andere zwei mit dazu. Der aber das eine erhalten hatte:

1 Talent: Ich habe ein einziges Talent erhalten, ein einziges und nichts dazu. Ich muss mich mit dem einen zufrieden geben, und die anderen… Sie haben fünf und zwei. Zwei das sind schon mehr als eines. Sie können den Weinberg kaufen oder das Landgut. Aber eines?! Wozu reicht ein Talent. Sie können sich Getreide aus Sizilien und Ägypten holen. Sie kön-nen es, sie können sich kostbare Vasen besorgen aus Griechenland und wieder für teures Geld verkaufen. Sie können es, aber ich… Sie können etwas wagen, sie können etwas riskieren, sie können sogar verlieren, was ist dabei. Sie gewinnen es wieder zurück, aber ich… Warum habe ich nur dieses eine Talent erhalten? Warum hat mir mein Herr nicht mehr anvertraut? Bin ich es nicht wert? Bin ich weniger würdig als Sie? ,,Ich gebe jedem nach seiner Tüchtigkeit!" so hat er gesagt, dann ist er weggefahren. Und ich kann ihn nicht fragen, ich kann ihn nicht anklagen: Kann ich das überhaupt? Ich bin dazu verdammt sein Knecht zu sein. Jawohl, verdammt. Was kann ich dafür, dass ich nicht die Kraft der beiden anderen habe, dass ich mich oft zur Seite stellen muss, wenn sie anpacken? Fast wie im Spiel…. Bin ich feige? Fast habe ich Angst. Er ist streng, er verlangt viel. Er verlangt auch Unmögliches. Nein, es geht nicht. Hier liegt es, ein Talent. Ein ganzes Talent. Sie sagen es ist viel. Nichts bist du, ein einziges Stück Geld, das zu nichts taugt.

Stimme: Wenn ich in den Händen eines Armen wäre, er wüsste was er mit mir anfangen könnte.

1 Talent: In der Hand des Armen. Du bist in meiner Hand, versteht du. Mir gehörst Du, nur mir.

Stimme: Ich gehöre dem Herrn.

1 Talent: Aber ich kann über dich verfügen und ich tue es wie es mir passt. So wie Ich will.

Stimme: So wie der Herr es will.

1 Talent: Der Herr ist fort, abgereist, ich habe zu bestimmen.

Stimme: Der Arme…

1 Talent: Schweige mir von dem Armen.

Stimme: Der Arme würde einen Acker kaufen, eine kleinen Acker. Nur damit das Geld noch dazu reicht die Geräte anzuschaffen. Das würde er tun. Und er könnte Weizen ernten und davon verkaufen, er könnte davon leben, und dem Herrn das Übrige reichlich geben.

1 Talent: Und wenn der Hagel alles zerschlägt, wenn die Heuschrecken kommen und alles zerfressen. Wenn die Sonne die Saat verbrennt, oder das Wasser den Boden wegschwimmt und du dann vor einem leeren Acker stehst, sobald du ernsten willst.

Stimme: Man muss es wagen, man muss es einfach wagen. Die Armen riskieren es, sie sagen: ,,Was habe ich zu verlieren", aber du könntest ein Schiff kaufen mit mir.

1 Talent: Das es der Sturm irgendwo an die Klippen wirft?!

Stimme: Du könntest eine Karawane…

1 Talent: Nein, nicht ich. Was weißt du schon von dem Herrn? Was kannst du von ihm wissen. Er ist streng und er wird nicht fragen: ,,War das Wetter günstig, oder sind Sturm und Hagel gekommen". Und ich kann ihm auch nicht sagen: ,,Herr, verzeih es waren die Heuschrecken, oder die Wasser” ehe ich den Mund auftun will, wird er mich fragen: ,,Wo ist mein Talent?" Das wird er mich fragen. Und wenn ich sagen müsste: ,,Herr, ich habe es versucht, es ist mir nicht gelungen." Er könnte mich in Stücke hauen lassen, du kennst ihn nicht.

Stimme: Du könntest mich auf die Bank legen, du brauchst keine Hand zu rühren. Ich arbeite für dich. Nichts, gar nichts brauchst du zu wagen. Ich werde größer und größer, wie von selbst. Du könntest mich zurückgeben und mit vollen Händen dazu, was du gewonnen hast.

1 Talent: Wem kann man schon trauen ein Talent auf die Bank. Nie und nimmer.

Stimme: Was willst du aber dann mit mir tun?

1 Talent: Ich werde es dir sagen was ich tun werde, hör genau her. Hinter dem Haus unseres Herrn, ist ein großer Hof. Dort kommt niemand hin. In der Nacht werde ich aufstehen, niemand soll es wissen. Und dann werde ich dort ein Loch graben, tief genug und dort werde ich dich dann einscharren. Anschließend decke ich alles wieder zu und niemand wird es erfahren noch wissen, wo ich dich verscharrt habe.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Warum soll ich es nicht tun? Du bist versteckt und niemand kann dich mehr nehmen. Es kann dir gar nichts passieren, denn verspielen kann ich dich ja nicht. Es ist die allergrößte Sicherheit. Und wenn dann der Herr zurückkommt, kann ich ihm wenigstens zurückgeben, was ich er-halten habe. Ja so werde ich tun.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Hast du vielleicht Angst?! Natürlich es könnte jemand kommen und dich stehlen. Das könnte sein. Aber bei uns sagt man: “Wer ein Pfund vergräbt, der hat keine Schuld auch wenn es ihm weggenommen wird, der ist frei und ledig." Hörst du, frei und ledig. Mehr verlange ich nicht.

Stimme: Du willst dich sichern und willst keine Verantwortung auf dich nehmen. Aber du weißt genau, der Herr will, dass du mit mir arbeitest. Der Herr will, dass du mich einsetzt. Der Herr will, dass du mit mir riskierst.

1 Talent: Der Herr will, der Herr will…. Wer will? Das bin Ich. Ich will dich ver-graben in die Erde und ich werde dich zurückgeben, so wie du bist, unverletzt und unversehrt. Das will ich.

Autor: Der aber das eine erhalten hatte, ging hin, grub die die auf und verbarg darin das Geld seines Herrn.

5 Talente: Du hättest es nicht tun sollen.

1 Talent: Kümmere dich um das was dir gegeben ist. Das was ich eingegraben habe, das bleibt.

5 Talente: Aber das wird nicht mehr. Es bringt keine Frucht.

1 Talent: Was kümmert dich die Frucht. Es ist mir sicher und meinem Herrn auch. Ich will nichts aufs Spiel setzen. Wenn es nicht mehr wird, vergiss es nicht, es wird auch nicht weniger. Und außerdem habe ich keine Mühe damit.

5 Talente: Es gehört nicht uns. Das, was mir gegeben ist, gehört nicht mir und das was er dir gegeben hat, das ist nicht dein. Beides gehört unserem Herrn und wir haben es zu verwalten. Stehen wir nicht miteinander in einem Dienst? Haben wir nicht miteinander die Mühen und Lasten getragen und seine Freuden miterleben dürfen? Er wird zurückkommen, ganz gewiss wird er kommen. Und dann können vor ihm hintreten…

1 Talent: Und sagen: Hier hast du das deine was du uns gegeben hast.

5 Talente: Nein, sondern: Hier hast du das deine, das du uns gegeben hast und das andere dazu, was wir aus dem deinen gemacht haben.

1 Talent: Es muss genug sein, wenn er zurück erhält, was er uns gab.

5 Talente: Aber er will es anders.

1 Talent: Ich will es anders, ich ganz allein.

5 Talente: Vergiss nicht, dass wir Knechte sind.

1 Talent: Nein, das vergesse ich nicht. Ich denke jeden Tag daran und jede Stunde, es lässt mich nicht los. Er ist fort! Ich möchte nicht länger Knecht sein.

5 Talente: Aber du kannst nicht anders. Er will dich von deiner Knechtschaft ent-binden. Nein, du hättest es nicht tun sollen.

Autor: Lange Zeit darauf aber kam der Herr jener Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen.

5 Talente: Man kann es wohl nicht sagen. Und darum kann man auch nicht sagen was es bedeutet: Gehe ein in die Freude deines Herrn. Das ist mehr als wir begreifen. Es ist wie ein großes Fest der Familie. Und wir sind dabei.

2 Talente: Gehe ein in die Freude deines Herrn Und wir werden zu ihm gehören und immer bei ihm sein.

Autor: Es kam der, der das eine Talent erhalten hatte und sagte:

1 Talent: Herr, ich kenne dich. Du bist ein strenger Mann. Du erntest, wo du nicht gesät und sammelst wo du nicht gestreut hast. Darum fürchtete ich mich, ging hin und vergrub dein Talent in die Erde. Hier hast du das Deinige.

Herr: Ist das alles was du zu sagen hast.

1 Talent: Herr, ich stehe vor deinem richtenden Auge und weiß, dass ich nicht wert bin zu dir aufzuschauen, und ich weiß, dass ich nur einer deiner Knechte bin. Aber es ist alles, was ich sagen kann. Es ist… ich meine es ist viel. Ich habe dir das deine treu bewahrt und ich gebe es dir zurück, ohne einen Makel und ohne Fehl.

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Die anderen, die anderen haben fünf Talente und zwei. Es war so wenig Herr, ein Talent nur ein einziges. Die anderen….

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Bedenke Herr, ich hätte es verlieren können. Ich hätte es verspielen können und könnte jetzt mit leeren Händen dar stehen und müsste sagen: Herr es ist schief gegangen, ich wollte…

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben? Danach frage ich allein.

1 Talent: Ja Herr, du hast es gegeben. Ein Talent!

Herr: Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Ich hatte es mir lange überlegt. Ich hätte gerne damit gearbeitet, aber ich sagte es schon, es war so wenig. Und dann, ja dann hatte ich Angst vor dir. Und dich dachte…

Herr: Angst? Weshalb hattest du Angst?

1 Talent: Ich hätte es doch verlieren können und ich kannte dich doch, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du bist streng, Herr.

Herr: Du kanntest mich als einen harten Mann, als einen gestrengen Herrn, wie du sagtest. Trotzdem hast du es vergraben. Du wusstest, das du mit meinem Zorn rechnen musstest, warum hast du es nicht auf die Bank gebracht?

1 Talent: Herr, du willst ernten wo du nicht ausgesät hast.

Herr: Willst du mir Vorschriften machen?

1 Talent: Herr, ich weiß, du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast.

Herr: Bin ich der Herr, oder bin ich es nicht?

1 Talent: Du bist es, Herr.

Herr: Bist du der Knecht, oder bist du es nicht?

1 Talent: Ich bin es, Herr.

Herr: Der Herr allein sammelt und erntet. Der Knecht hat aber auszustreuen und zu säen. Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Die anderen…

Herr: Die anderen, um die brauchst du dich nicht zu kümmern.

1 Talent: Es war so wenig.

Herr: Der Herr allein verteilt. Der Knecht aber hat das anzunehmen, was ihm zugeteilt wird. Er hat daraus zu machen, was der Herr will, ohne zu fragen und ohne neidisch auf die anderen zu sehen, die mehr erhalten haben.

1 Talent: Ich gebe doch alles zurück.

Herr: Ich will aber nicht nur das Meine zurück haben. Ich will das Meine und das Deine, denn beides gehört mir, das Meine und das Deine, weil du mir gehörst. Wer es verscharrt und wer es vergräbt, der lässt meine Gaben tot sein. Aber sie sind dazu gegeben, dass sie weiter geschenkt werden, dass sie sich mehren, dass sie Frucht bringen, dazu sind sie da. Warum hast du es vergraben?!

1 Talent:
Ich hatte Angst.

Herr: Du hast nicht gewollt, das ist es. Ich habe dir mein Vertrauen geschenkt, aber du hast es nicht gebraucht.

1 Talent: Wenn ich das gewusst…

Herr: Der Herr gibt seinen Auftrag, das ist genug. Wer ihn liebt, der weiß was zu tun ist. Wenn du geliebt hättest, dann hättest du es gewagt, wärest das Risiko eingegangen. Die Liebe riskiert alles.

1 Talent: Ich hatte Angst.

Herr: In der Liebe ist keine Angst. Aber du hattest keine Liebe und ich habe auf deine Liebe gewartet. Was du mir bringst, es ist zu wenig.

1 Talent: Verzeih Herr!

Herr: Zu spät… Nehmt ihm darum das Talent und gebt es dem der die zehn Talente hat. Den unnützen Knecht aber, werft hinaus in die Finsternis draußen, dort wird das Heulen und Zähneklappern sein.

Autor: Denn so spricht der Herr: “Wer da hat, dem wird gegeben. Und es wird ihm noch mehr gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch das noch genommen werden, was er hat. Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit?" Selig ist der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so findet. Wahrlich Ich sage euch, der wird ihn über alle seine Güter setzen.

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Sep 21 2007

Gott dienen im Alter

Geschrieben von under Dienst

Gott dienen im Alter, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 7 Personen

Sprecher:  Die Runde am Esstisch ist größer geworden, seitdem die Großeltern mit ins Haus gezogen sind. Noch vor drei Wochen konnte die Großmutter den Haushalt alleine bewältigen. Doch nach dem Schlaganfall kann sie sich nur mühsam ein paar Schritte gehen und verbringt die meiste Zeit des Tages im Sessel. Aber mit den Händen versucht sie schon wieder kleine Dinge zu erledigen.

Dorie:  Oma, schau mal, meine Socken sind mir schon zu klein, kannst du mir neue stricken?

Oma:  Weißt du, Dorie, meine Finger sind noch sehr steif. Aber wir können es ja zusammen versuchen. Ich zeige dir, wie es geht, und dann kannst du bald deine selbst gestrickten Socken anziehen.

Dorie:  O, ja. Ich weiß, wo die Wolle liegt, ich hole sie gerade. Oma, bald ist ja Weihnachten, dann kann ich auch für meine Freundin Socken stricken.

Oma:  Ja, das ist ein ganz persönliches Geschenk. In meinem Korb habe ich noch schöne bunte Wolle. Die wird ihr bestimmt gut gefallen.

Klaus:  Kommt essen, das Abendbrot ist fertig!

Sprecher:  Bald ist die Familie vollzählig am Tisch versammelt. Nach dem Tischgebet platzt Klaus mit seinen Problemen heraus.

Klaus:  Papa, bei meinem Trecker ist das Rad abgefallen. Kannst du es reparieren? Ich schaffe es nicht.

Vater:  Heute abends habe ich keine Zeit, aber vielleicht mache ich es morgen Nachmittag.

Opa:  Klaus, nach der Abendandacht können wir beide mal schauen, was sich da machen lässt. Vielleicht kriegen wir es zusammen hin.

Klaus:  Danke, Opa. Erzählst du mir dann auch eine Geschichte?

Musik

Mutter:  Wo sind denn die Kinder?

Oma:  Dorie und Klaus sind mit Opa hinausgegangen, um den Trecker zu reparieren.

Mutter:  Ach, Mutter, ich mache mir schon lange Sorgen, dass ich zu wenig Zeit habe, um mich mit den Kindern zu beschäftigen. Die Einkäufe, der Haushalt nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn ich nicht alles schaffe, bin ich auch den Kindern gegenüber ungeduldig und ungehalten. Ich weiß, es ist nicht recht, aber…

Oma:  …aber du weißt nicht, wie du es ändern kannst, nicht wahr. Ich verstehe dich gut. Als unsere fünf klein waren, war ich auch oft mutlos, weil mir die Arbeit über den Kopf wuchs. Doch sind unsere Kinder ein Geschenk Gottes und wir sind verantwortlich vor Gott für sie. Sie sind wichtiger, als der ordentlichste Haushalt und das beste Essen.

Mutter:  Ja, aber ich möchte nicht als eine Frau gelten, die ihren Haushalt vernachlässigt.

Oma:  Natürlich darf nicht alles in Schmutz untergehen. Doch die Kinder sind wichtiger. Gott wird nicht danach fragen, wie sauber und ordentlich unser Haushalt war. Er wird fragen: Wo sind deine Kinder?

Mutter:  Eigentlich hast du recht, Mutter.

Musik

Opa:  Na Elisabeth, was machen wir denn heute Abend. Wenn die Kinder da sind, ist der Tag recht ausgefüllt. Mir fehlen sie richtig. Aber sie müssen ja auch die andern Großeltern besuchen.

Oma:  Ach ich weiß nicht. Meine Hände wollen immer noch nicht so richtig. Bei der Handarbeit ermüden sie sehr schnell. Aber ich bin dankbar, dass ich Dorie das Stricken doch noch zeigen konnte. Wie viele können nichts mehr mit den Händen tun. Übrigens macht Dorie gute Fortschritte. Sie hat schon einen Socken fertig.

Opa:  Das ist ja schön. Siehst du, trotz deiner Krankheit wirst du noch gebraucht.

Oma:  Johann, früher, als wir noch unserer kleine Wohnung hatten, da hatten wir doch so oft Besuch. Aber hier kennen wir kaum jemand.

Opa:  Vielleicht sollten wir jemanden aus dieser Gemeinde besuchen, zum Beispiel die Müllers? Unsere Tochter sagte, sie wohnen in dem roten Haus. Von hier sind es nur zwei Straßen weiter.

Oma:  Aber so weit kann ich doch gar nicht gehen! Außerdem kennen wir sie nicht. Was werden sie von uns denken.

Opa:  Nun, du hast doch einen Rollstuhl. Bei gutem Wetter kann ich dich bis dahin schieben und bei Regen bringt uns unser Schwiegersohn bestimmt hin. Deine andere Argumente zählen nicht, denn wenn wir nicht bereit sind andere zu besuchen, können wir nicht von andern erwarten, dass sie uns besuchen.

Oma:  Da hast du mal wieder recht. Wir können sie ja am Samstag besuchen. – Hat es nicht gerade an der Tür geschellt?

Opa:  Ich schau einmal nach. (geht)  Guten Abend!

Müller:  Guten Abend! Ich bin Heinrich Müller. Mein Sohn erzählte, dass die Eltern von Renate hier eingezogen sind.

Opa:  Ja, ich bin der Vater, Johann Klassen. Bitte, kommen Sie doch herein. Meine Frau wird Sie auch gerne kennen lernen.

Müller:  Danke.

(gehen beide ins Zimmer)

Opa: 
Elisabeth, wir haben Besuch bekommen. Es ist Heinrich Müller. Bitte setzen Sie sich.

Oma:  Müller? Wohnen Sie etwa zwei Straßen weiter in dem roten Haus?

Müller:  Ja, das stimmt. Woher wissen Sie es?

Opa:  Unsere Tochter sprach davon. Sie sagte, dass Sie auch hier in der Gemeinde sind.

Müller:  Ja, ich habe Sie am Sonntag im Gottesdienst gesehen. Unsere Gemeinde ist noch klein. Wir freuen uns, wenn neue Mitglieder dazu kommen. Es gibt noch so viel Arbeit.

Oma:  (entmutigt) Ach, wir sind schon alt und gebrechlich. Wir können keine große Dienste tun.

Müller:  Das stimmt nicht ganz. Genauso haben wir auch vor einigen Jahren gedacht. Wegen ihrer Krankheit ist meine Frau ans Bett gebunden und kann die Gottesdienste nicht mehr besuchen. Sie wollte nur noch sterben. Doch Gott hat uns einen neuen Dienst gezeigt. Jetzt versammeln sich ältere Geschwister unserer Gemeinde jeden Donnerstag bei uns zum Gebetskreis. Wie oft haben wir schon erlebt, dass die Bibel recht hat: “Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist."

Opa:  Ja, Hände falten, das können wir und unsere jungen Glaubensgeschwister ermutigen den schmalen Weg zu gehen. Gottes Hilfe haben wir in unserem Leben schon sehr oft erfahren und dürfen das Erlebte an sie weitergeben.

Müller:  Ausserdem haben wir auch einen Seniorenchor. Ich komme gerade von der Übstunde. Haben Sie nicht auch einmal im Chor gesungen?

Opa:  Doch, früher, da habe ich Tenor gesungen …

Müller:  Das ist gut! Gerade an Tenorstimmen fehlt es uns. Nächsten Dienstag um sieben Uhr haben wir Übstunde. Jetzt muss ich gehen, meine Frau wartet auf mich.

Oma:  Dann nehmen Sie einen Gruß mit. Sagen Sie ihr, dass wir sie bald besuchen.

(Herr Müller geht)

Opa:  Siehst du, Elisabeth, auch in unserem Alter hat Gott uns einen Dienst gezeigt.

 

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