Archive for September 22nd, 2007

Sep 22 2007

Weihnachten im alten Landhaus

Geschrieben von under Weihnachten

Weihnachten im alten Landhaus, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 8 Personen

Erzähler: Die Familie Robert Steiner lebte in einem Miethaus. Wenn der Vater mit seinem kleinen Verdienst die Miete zahlen musste und die Abrechnungen, weil die Mutter seit Susis Geburt ständig kränkelte, dann berichtete er immer von seiner reichen Schwester im alten Landhaus am Waldrand.

Vater: Für wen bewacht Agnes denn so gierig ihre Schätze, ihr Geld? Sie besitzt doch keinen Erben. Oder doch?

Erzähler: Der Vater meinte immer, sein Sohn Marco würde einmal der glückliche Erbe seiner Schwester sein. Tante Agnes erkundigte sich auch öfters nach Marco. Und auf Weihnachten ist alle Jahre für den Marco ein Paket angekommen. Die kleine Susi bekam nie solch schöne Sachen.

Vater: Ja, ja, die Agnes hat wirklich ein Auge auf unsern Marco.

Mutter: Ach, ich wünschte, dass es dir einmal besser geht als uns, Marco. Aber Reichtum allein macht nicht glücklich. Denk immer daran, Marco. Das zu wissen, dass Gott die Seinen nie verlässt und uns in der größten Not am nächsten ist, das ist der größte Besitz, das beste Erbe, das wir haben können.

Erzähler: Ein paar Monate später fasste der Vater den Entschluss, nach Amerika zu gehen. Ein früherer Arbeitskollege schrieb ihm: ” Komm doch auch nach Amerika.” Nach diesem Brief konnte ihn die Mutter kaum mehr beschwichtigen. Nicht einmal ihre Tränen rührten ihn.

Mutter: In der großen Stadt werden wir kaum glücklich sein, Robert. Lass uns doch lieber wieder in das stille Dorf ziehen, wo wir aufgewachsen sind.

Vater: Schweig still! In Amerika ist mein Freund etwas geworden. Mir ist es verleidet, hier ein armseliges Leben zu führen. Ich will frei sein. Und du wirst dich in die Situation fügen müssen.

Erzähler: Und ohne ihr Wissen schrieb Robert seiner Schwester Agnes einen langen Brief. Nach längerem Besinnen, schickte Tante Agnes das Reisegeld nach Amerika, und eine gewisse Summe darüber hinaus. Sie verlangte dafür den Marco, an dem sie mit Leib und Seele hing. ” Ihr besitzt ja noch die kleine Susi “, schrieb sie, ” und ich bin ganz allein. Wenn ihr nur ein wenig Erbarmen habt mit einer einsamen Frau, dann willigt ihr ein. Und denkt daran – vielleicht – vielleicht wird euer Marco dann einmal der Erbe sein”. Der Vater willigte sofort ein, die Mutter aber weinte.

Mutter: Auf diese Art soll ich mein Kind verkaufen? Sicher wird Agnes äußerlich für Marco sorgen. Aber im Herzen wird er keine Nahrung bekommen, weil Agnes nichts von Gott wissen will.

Erzähler: Doch die Mutter musste sich dem Willen ihres Mannes fügen. Es blieb nur ein Trost:

Mutter: Ach wie gut, daß ich Marco in Gottes Hände legen darf, ich glaube, sonst würde ich verzweifeln.

Erzähler: Als dann die Abschiedsstunde schlug, zog die Mutter Marco in ihr Zimmer, nahm ihren Jungen in die Arme und drückte ihn fest an ihr Herz.

Mutter: O Marco, wie nun auch alles kommen mag, halte dich fest an Jesus Christus und Gott, wie ich es dich bis heute gelehrt habe. Du hast es ja schon miterlebt, dass ich immer wieder im Gebet die nötige Kraft und Zuversicht erhalten habe, wenn es mir manchmal schwer und fast zu schwer geworden ist. Tante Agnes hält nichts vom Glauben an Gott. Sie wird mit dir kaum dieses Thema berühren. Sie wird auch vor dem Tisch nicht beten wie du es von mir gewohnt bist. Lieber Marco, in dieser Hinsicht wirst du in Zukunft ganz auf dich selber angewiesen sein. Aber vergiss es nie, dass deine Mutter jeden Tag für dich beten wird. Und da, nimm diese Bibel. Ich erhielt sie vor Jahren. Ich schenke sie dir. Lies jeden Morgen einige Verse und nimm sie zu Herzen. Sie werden dir zeigen, wie du in der neuen Umgebung bei Tante Agnes leben sollst. Und wenn du Unrecht getan hast, Marco, mach jeden Abend, bevor du einschläfst, Ordnung in deinem Herzen vor Gott und den Menschen, die du betrübt hast.

Erzähler: Marco versprach der Mutter mit feuchten Augen, ihren Rat zu befolgen. Noch einmal drückte die Mutter ihr Kind an sich, dann klopfte es ungeduldig an der Türe. Es war der Vater, der Marco zum Bahnhof bringen wollte. Der Abschied vom Vater war kürzer als von der Mutter.

Vater: Also, machs gut. Sei immer treu und redlich, dass Tante Agnes sich nicht zu beklagen hat. Wo du aussteigen musst, weißt du ja. Deinen Koffer wirst du gut tragen können mit den wenigen armseligen Sachen. Aber freue dich nur, bei Tante Agnes wirst du dann neu eingekleidet werden. Und das Essen wird besser sein. Und ein schönes, eigenes Zimmer wirst du dort auch haben.

Erzähler: Jetzt pfiff der Zug. Ein kurzes Winken – und weg war der Vater und die gewohnte Umgebung. Wie ganz anders war doch der Abschied von der Mutter als vom Vater, kein Wort von dem zu vergessen, was seine liebende Mutter ihm gesagt hatte, nahm er sich vor. Es dunkelte schon, als er vor dem großen Hause stand. Er zog die Glocke, und bald darauf erschien die alte Anette.

Anette: Komm herein.

Erzähler: Schüchtern folgte Marco der alten Frau ins Haus. Anette nahm Marco die Jacke ab. Wenige Minuten später stand er in einem großen hell erleuchteten Zimmer vor seiner Tante.

T. Agnes: Willkommen Marco. Du siehst deiner Mutter wahrhaftig immer ähnlicher. Ich habe schon lange auf dich gewartet! Sicher gab es noch viel Arbeit, bis die Sachen für die Reise für euch alle eingepackt waren?

Marco: Ja, jetzt sitzen die Mutter, der Vater und Susi schon im Flugzeug, das sie nach Amerika bringt. Die Mutter wird leise weinen, und der Vater wird sie schelten. Die Mutter ist nicht gern fortgegangen in ein fremdes Land. Sie wird bestimmt Heimweh haben.

T. Agnes: Ist der Vater immer noch so heftig?

Marco: O ja, ich habe mich manchmal vor ihm gefürchtet und Susi auch.

T. Agnes: Und die Mutter?

Marco: Ach die Mutter – sie ist gut. Vielleicht ist sie so, weil sie viel in der Bibel liest und betet.

T. Agnes: Sie ist fromm, deine Mutter.

Marco: Ja sie glaubt, das Gott uns liebt. Bist du nicht fromm?

T. Agnes: Solche Fragen musst du nicht stellen, Marco.

Marco: Bist du mir jetzt böse, Tante? Ich wollte dich nicht kränken.

T. Agnes: Ich glaube es dir, Marco! Aber ich möchte nicht gern von Gott reden.

Marco: Mutter konnte so schön aus der Bibel erzählen. Wenn ich groß bin, werde ich für die Mutter sorgen.

T. Agnes: Ach, bis du groß bist, dauert es noch lang. Und überhaupt, jetzt bist du bei mir. Ich werde in Zukunft für dich sorgen.

Marco: Aber Tante Agnes, du willst doch nicht, dass ich meine Eltern vergesse! Mutter sagte immer, in der Bibel stehe geschrieben, dass man Vater und Mutter ehren soll.

T. Agnes: Sie haben aber dich mir gegeben um ein blankes, hartes Geld, mein Junge!

Marco: Aber nicht die Mutter! Nein, die Mutter sicher nicht. Nur der Vater wollte es so. Mutter weinte sehr, weil sie mich hergeben musste.

T. Agnes: Na, jetzt bist du bei mir. Ich sorge für dich. Warum weinst du? Du kannst essen und trinken, soviel du willst, und ich werde dir schöne, neue Kleider kaufen.

Marco: Ich bin nur so aufgeregt. Ich danke dir, dass du so viel für mich tun willst.

Erzähler: Im oberen Stock des Hauses lag das kleine, saubere Stübchen, welches Tante Agnes und Anette für Marco hergerichtet hatten. Trotz der Müdigkeit ordnete er seine Sachen. Die Bibel legte er auf den kleinen Tisch neben dem Bett.

Marco: Ach wie schön wäre es, wenn Mutter nun neben mir auf dem Bettrand sitzen würde. Wir haben am Abend doch immer noch miteinander gebetet.

Erzähler: Marco hatte Heimweh nach Mutters Zärtlichkeit. Aber da… auf einmal hörte er Mutters Stimme, wie sie ihm beim Abschied sagte:

Mutter: (sitzend) Bete zu Gott, zum Herrn Jesus, er wird dich trösten und dir geben, was du brauchst.

Marco: (Betet) Lieber Herr Jesus, danke, dass du bei mir bist. Wenn ich auch ohne Mutter und Vater und ohne Susi bin, bist du doch da und hast mich lieb. Mutter sagte mir, dass diese Worte in der Bibel stehen. Und morgen will ich in der Bibel lesen und alle Tage, wie meine Mutter es mir geraten hat. Amen

Erzähler: Dann schlief Marco ein, tief und fest. Nach und nach gewöhnte sich Marco an das Leben im alten Haus von Tante Agnes. Es gefiel ihm gut in der neuen Schule. Marco lernte viel und gut. Auch im Hause war Marco sauber und anstellig für jede Arbeit.

Lied

Erzähler: Robert Steiner lebte nun schon seit Wochen mit seiner Frau und dem Töchterchen in der Riesenstadt New Yorg. Er fand zwar, dass seine Lage sich nicht besonders verbessert hatte, seit er die Heimat verließ. Er sehnte sich nach seinem Kinde; Marco fehlte ihm überall. Schon nahm sich Robert Steiner vor, an Agnes zu schreiben und Marco zurückzufordern. Doch er schämte sich. Frau Eva ahnte nichts von den inneren Kämpfen ihres Mannes. Aber sie selbst konnte oft keinen Schlaf finden. Sie war noch mehr krank als früher. Sie dachte auch viel an Marco.

Mutter: Ach wenn ich nur Marco wieder neben mir haben dürfte. Dann könnte ich für ihn sorgen und ihn erziehen im Vertrauen auf Gott. Wird er wohl in der Bibel lesen und beten?

Marco: Ach, wie schön war es doch Weihnachten daheim gewesen. Alle saßen am Tisch. Die Mutter lehrte uns Weihnachtslieder und erzählte die Weihnachtsgeschichte. Nun bin ich dieses Jahr zum erstenmal allein. Was sagte mir Mutter einmal: ” Auch wenn du meinst, du seist allein, Marco, bist du es doch nicht. Gott ist bei dir. Und für jeden Menschen brennt ein Lichtlein am Heiligen Abend.

T. Agnes: Hast du einen Brief vom Vater bekommen?

Marco: Ja. Er lässt dich grüßen. Mutter fühlt sich nicht so recht wohl.

T. Agnes: Und sonst, was hat der Vater noch geschrieben?

Marco: Ach, der Vater schreibt noch von Weihnachten. Bei uns zu Hause schmückte die Mutter für den Heiligen Abend immer ein kleines Tannenbäumchen mit Kerzen und roten Äpfeln. Und – und dann haben wir noch gesungen und Mutter hat die Weihnachtsgeschichte erzählt.

T. Agnes: Ihr seid doch komische Menschen. Ich mache dir keinen Lichterbaum. Ich will dir 30 Franken geben. Damit kannst du dir selber etwas kaufen.

Marco: Danke, Tante Agnes.

Erzähler: Aber im Herzen war ihm so leer – so traurig zumute. Nur hartes Geld, sonst nichts. Enttäuscht schlüpfte er an diesem Abend ins Bett. Plötzlich war ihm, als höre er wieder Mutters Stimme, die sagte:

Mutter: (sitzend) Für jeden brennt ein Lichtlein am Heiligen Abend!

Musik

Erzähler: Tante Agnes saß unten in der großen vornehmen Stube. Da hörte sie plötzlich den Gesang einer hellen Knabenstimme.

Marco: (singt) Stille Nacht!

Erzähler: Dann aber tat sich die Türe leise auf und die dunkle Stube war plötzlich hell vor lauter Licht!

T. Agnes: Was – was ist da?

Marco: Mutter sagte mir, dass für jeden ein Lichtlein brennt am Heiligen Abend. Auch für dich soll eins brennen, Tante Agnes.

Erzähler: Dann stellte Fräulein Anette ein Tannenbäumchen auf den Tisch mit vielen brennenden Kerzen. Marco hatte Anette überredet, dass sie heimlich mit dem Geld, das Tante Agnes ihm geschenkt hatte, in die Stadt ging und ein Tannenbäumchen kaufte mit all den Sachen, die daran hingen.

Marco: Liebe Tante, bist du mir jetzt böse?

T. Agnes: Marco – o Marco, du bist ein gutes Kind.

Erzähler: Und wie das starre Eis über dem Wasser bricht, so öffnete sich das verschlossene Herz von Tante Agnes dieser schlichten, kindlichen Liebe.

T. Agnes: Wie bist du nur auf einen solchen Gedanken gekommen, Marco?

Marco: Ach weißt du, Tante, Vater hat doch in seinem Brief geschrieben, dass Mutter darum betet, dass ich dir ein bisschen von der Liebe Gottes ins Herz schenken darf. Ich habe es zuerst nicht verstanden, aber plötzlich wurde mir klar, was damit gemeint ist: Das Gott mir helfe, dir eine Freude zu machen.

Erzähler: Die Glocken tönten so still, so eigenartig. Und es war Tante Agnes so seltsam zumute. Es war, als ob Gottes Stimme sie rufen würde an diesem Heiligen Abend. Die drei saßen noch lange beieinander.

Marco: Jetzt ist es beinahe wie an Weihnachten zu Hause. Aber aber etwas – etwas fehlt noch.

T. Agnes: Was fehlt noch?

Marco: Meine Mutter hat immer noch die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorgelesen!

T. Agnes: Ich habe keine Bibel.

Anette: Aber Marco besitzt doch ein solches Buch. Wie wärs, wenn er uns die Weihnachtsgeschichte vorlesen würde?

T. Agnes: Nun denn – wenn es sein muss.

Erzähler: Das ließ sich Marco nicht zweimal sagen. Bald stand er vor dem Tannenbaum und las froh und deutlich die Weihnachtsgeschichte (siehe Luk.2). Als er fertig war legte er seine Bibel auf den Tisch.

Marco: Danke, danke vielmal, Tante Agnes! Jetzt war es so schön wie bei Mutter zu Hause.

T. Agnes: Heute ist es zu spät, aber morgen begleite ich dich zur Kirche. So, wie es deine Mutter gemacht hat. Und Marco, du betest für mich, dass ich so werden kann wie deine Mutter.

Erzähler: Marco saß noch lange still auf dem Bettrand und sann über den schönen gelungenen Weihnachtsabend nach:

Marco: Danke, Herr Jesus, dass du es mir gezeigt hast und ich es erleben durfte, was Mutter mit den Worten meinte, Tante Agnes etwas von der Liebe Gottes ins Herz schenken.

Lied

Erzähler: Einige Monate waren vergangen. Marco hatte lange nicht mehr geschrieben, und die Mutter sorgte sich um ihn. War er etwa erkrankt? Da hörte sie in Stille hinein auf einmal Susi rufen.

Susi: Ist da nicht Marco, der auf unser Haus zukommt?

Erzähler: Bald darauf klopfte es an der Tür. Robert Steiner stand auf und öffnete. Und da stand sein Junge – Marco! Aber er war nicht allein. Tante Agnes war bei ihm.

T. Agnes: Heute komme ich zu euch als Bittende. Mein Herz war nie glücklich, es hat immer gedarbt. Und bitte helft mir, dass ich auch mein Leben Gott anvertrauen kann. Ich möchte gerne den wahren Sinn des Lebens finden. So wie die Engel in der Weihnachtsgeschichte sagten: ” Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids

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Sep 22 2007

Das Gleichnis von den Talenten

Geschrieben von under Dienst

Das Gleichnis von den Talenten, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 6 Personen

Autor: Und Jesus tat seinen Mund auf und redete. mit seinen Jüngern und sprach: Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so tun findet, wahrlich ich sage euch: Er wird Ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber der Knecht böse ist und in seinem Herzen denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht, so wird der Herr dieses Knechtes, an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet und zu einer Stunde, die er nicht kennt. Er wird ihn in Stücke hauen lassen und seinen Platz bei den Heuchlern einwei-sen. Und er redete in Gleichnisse zu ihnen und sagte: Dann wird es mit dem Himmelreich sein, gleich einem Manne, der in die Fremde ziehen wollte. Er rief seine Knechte zu sich und übergab ihnen sein Vermögen. Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eines. Jedem nach seiner Tüchtigkeit. Dann reiste er alsbald ab.

5 Talente: Er ist weggefahren und hat uns alles überlassen.

2 Talente: He… und wir können mit seinem Vermögen tun was wir wollen.

5 Talente: Was wir wollen?

2 Talente: Er hat nicht gesagt, was wir mit den Talenten anfangen sollten. Er ist abgereist und hat sie uns einfach überlassen. Fünf dir, und zwei mir und eines dem da.

1 Talent: Und eines dem da. Das hast Du großartig gesagt. Eines dem da…

5 Talente: Was können wir dafür.

1 Talent: Dafür, dafür… fünf, zwei und eines. Ein einziges Talent für mich. Mehr hat er mir nicht zugetraut. Warum nicht drei oder zwei? Warum nicht wenigstens zwei für mich?

5 Talente: Er ist der Herr, er kann verteilen wie er will.

1 Talent: Du hast leicht reden, fünf Talente… Wenn ich fünf hätte, oder auch nur zwei, aber eines…?

5 Talente: Ein Talent ist viel. Du könntest etwas mit ihm anfangen. Du könntest einen Acker kaufen, der trägt dir gute Frucht. Du könntest eine Herde erwerben. Ein Talent ist viel.

2 Talent: Er hat aber nicht gesagt was wir tun sollen.

1 Talent: Er hat nichts gesagt, jawohl, nicht. Ich werde nichts tun, das werde ich.

5 Talente: Muss er denn immer etwas sagen. Warum hat er uns denn die Talente gegeben. Er hätte sie doch verwahren können, aber nun gibt er sie uns.

2 Talente: Du hast recht, wir müssen etwas damit tun, sonst hätte er sie uns nicht geben brauchen. Das ist ganz richtig. Wir müssen etwas damit tun.

1 Talent: Du sagst ein Talent ist viel. So sagtest du doch.

5 Talente: Ja.

1 Talent: Gut. Aber… wenn ich verliere. Sagen wir mal ich spiele. Ach, um keinen hohen Einsatz nur um hundert Dinar. Ich spiele für meinen Herrn der abgereist ist, und verliere. Nun, das ist nicht schlimm, ich hab ja noch mehr. Ich spiele also weiter und verliere wieder und verliere ein drittes mal und ein viertes mal. Und dann packt mich die Leidenschaft des Spieles und ich spiele und spiele, und immer mit meines Herrn Geld. Doch weil ich immer verliere, habe ich dann bald nichts mehr. Ein Talent verspielt!!
Ein Talent ist viel, und er ist ein gestrenger Herr, sehr streng sogar. Er tut nichts und reist ab und gibt mir und sagt kein Wort. Ich soll ernten und er fährt die Ernte dann in seine Scheune. Nein, ich tue nichts. Nichts tue ich!

5 Talente: Er hätte dich leer ausgehen lassen können.

1 Talent: Und jedem von euch vier Talente geben, wie?

5 Talente: Vielleicht wäre es besser gewesen.

2 Talente: Aber er hat dir doch gegeben. Er hat dir doch vertraut.

1 Talent: Ich tue nichts.

5 Talente: Schade, ich werde etwas tun. Sie sollen sich mehren in meinen Händen diese Talente. Vielleicht erwerbe ich mir einen Weinberg, oder ein Landgut!

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Du solltest es dir doch überlegen.

1 Talent: Ich tue nichts.

2 Talente: Aber ich werde etwas tun. Auch in meinen Händen sollen sie sich mehren, diese Talente. Ich werde hingehen und Handel treiben. Ich werde Getreide holen aus Sizilien und Ägypten, oder kostbare Vasen aus Griechenland.

1 Talent: Ich tue nichts. Das steht fest!!!

Autor: Da ging der hin, der die fünf Talente erhalten hatte, arbeitete mit Ihnen und gewann fünf andere hinzu. Gleichfalls gewann der mit zwei Talenten noch andere zwei mit dazu. Der aber das eine erhalten hatte:

1 Talent: Ich habe ein einziges Talent erhalten, ein einziges und nichts dazu. Ich muss mich mit dem einen zufrieden geben, und die anderen… Sie haben fünf und zwei. Zwei das sind schon mehr als eines. Sie können den Weinberg kaufen oder das Landgut. Aber eines?! Wozu reicht ein Talent. Sie können sich Getreide aus Sizilien und Ägypten holen. Sie kön-nen es, sie können sich kostbare Vasen besorgen aus Griechenland und wieder für teures Geld verkaufen. Sie können es, aber ich… Sie können etwas wagen, sie können etwas riskieren, sie können sogar verlieren, was ist dabei. Sie gewinnen es wieder zurück, aber ich… Warum habe ich nur dieses eine Talent erhalten? Warum hat mir mein Herr nicht mehr anvertraut? Bin ich es nicht wert? Bin ich weniger würdig als Sie? ,,Ich gebe jedem nach seiner Tüchtigkeit!" so hat er gesagt, dann ist er weggefahren. Und ich kann ihn nicht fragen, ich kann ihn nicht anklagen: Kann ich das überhaupt? Ich bin dazu verdammt sein Knecht zu sein. Jawohl, verdammt. Was kann ich dafür, dass ich nicht die Kraft der beiden anderen habe, dass ich mich oft zur Seite stellen muss, wenn sie anpacken? Fast wie im Spiel…. Bin ich feige? Fast habe ich Angst. Er ist streng, er verlangt viel. Er verlangt auch Unmögliches. Nein, es geht nicht. Hier liegt es, ein Talent. Ein ganzes Talent. Sie sagen es ist viel. Nichts bist du, ein einziges Stück Geld, das zu nichts taugt.

Stimme: Wenn ich in den Händen eines Armen wäre, er wüsste was er mit mir anfangen könnte.

1 Talent: In der Hand des Armen. Du bist in meiner Hand, versteht du. Mir gehörst Du, nur mir.

Stimme: Ich gehöre dem Herrn.

1 Talent: Aber ich kann über dich verfügen und ich tue es wie es mir passt. So wie Ich will.

Stimme: So wie der Herr es will.

1 Talent: Der Herr ist fort, abgereist, ich habe zu bestimmen.

Stimme: Der Arme…

1 Talent: Schweige mir von dem Armen.

Stimme: Der Arme würde einen Acker kaufen, eine kleinen Acker. Nur damit das Geld noch dazu reicht die Geräte anzuschaffen. Das würde er tun. Und er könnte Weizen ernten und davon verkaufen, er könnte davon leben, und dem Herrn das Übrige reichlich geben.

1 Talent: Und wenn der Hagel alles zerschlägt, wenn die Heuschrecken kommen und alles zerfressen. Wenn die Sonne die Saat verbrennt, oder das Wasser den Boden wegschwimmt und du dann vor einem leeren Acker stehst, sobald du ernsten willst.

Stimme: Man muss es wagen, man muss es einfach wagen. Die Armen riskieren es, sie sagen: ,,Was habe ich zu verlieren", aber du könntest ein Schiff kaufen mit mir.

1 Talent: Das es der Sturm irgendwo an die Klippen wirft?!

Stimme: Du könntest eine Karawane…

1 Talent: Nein, nicht ich. Was weißt du schon von dem Herrn? Was kannst du von ihm wissen. Er ist streng und er wird nicht fragen: ,,War das Wetter günstig, oder sind Sturm und Hagel gekommen". Und ich kann ihm auch nicht sagen: ,,Herr, verzeih es waren die Heuschrecken, oder die Wasser” ehe ich den Mund auftun will, wird er mich fragen: ,,Wo ist mein Talent?" Das wird er mich fragen. Und wenn ich sagen müsste: ,,Herr, ich habe es versucht, es ist mir nicht gelungen." Er könnte mich in Stücke hauen lassen, du kennst ihn nicht.

Stimme: Du könntest mich auf die Bank legen, du brauchst keine Hand zu rühren. Ich arbeite für dich. Nichts, gar nichts brauchst du zu wagen. Ich werde größer und größer, wie von selbst. Du könntest mich zurückgeben und mit vollen Händen dazu, was du gewonnen hast.

1 Talent: Wem kann man schon trauen ein Talent auf die Bank. Nie und nimmer.

Stimme: Was willst du aber dann mit mir tun?

1 Talent: Ich werde es dir sagen was ich tun werde, hör genau her. Hinter dem Haus unseres Herrn, ist ein großer Hof. Dort kommt niemand hin. In der Nacht werde ich aufstehen, niemand soll es wissen. Und dann werde ich dort ein Loch graben, tief genug und dort werde ich dich dann einscharren. Anschließend decke ich alles wieder zu und niemand wird es erfahren noch wissen, wo ich dich verscharrt habe.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Warum soll ich es nicht tun? Du bist versteckt und niemand kann dich mehr nehmen. Es kann dir gar nichts passieren, denn verspielen kann ich dich ja nicht. Es ist die allergrößte Sicherheit. Und wenn dann der Herr zurückkommt, kann ich ihm wenigstens zurückgeben, was ich er-halten habe. Ja so werde ich tun.

Stimme: Tue es nicht.

1 Talent: Hast du vielleicht Angst?! Natürlich es könnte jemand kommen und dich stehlen. Das könnte sein. Aber bei uns sagt man: “Wer ein Pfund vergräbt, der hat keine Schuld auch wenn es ihm weggenommen wird, der ist frei und ledig." Hörst du, frei und ledig. Mehr verlange ich nicht.

Stimme: Du willst dich sichern und willst keine Verantwortung auf dich nehmen. Aber du weißt genau, der Herr will, dass du mit mir arbeitest. Der Herr will, dass du mich einsetzt. Der Herr will, dass du mit mir riskierst.

1 Talent: Der Herr will, der Herr will…. Wer will? Das bin Ich. Ich will dich ver-graben in die Erde und ich werde dich zurückgeben, so wie du bist, unverletzt und unversehrt. Das will ich.

Autor: Der aber das eine erhalten hatte, ging hin, grub die die auf und verbarg darin das Geld seines Herrn.

5 Talente: Du hättest es nicht tun sollen.

1 Talent: Kümmere dich um das was dir gegeben ist. Das was ich eingegraben habe, das bleibt.

5 Talente: Aber das wird nicht mehr. Es bringt keine Frucht.

1 Talent: Was kümmert dich die Frucht. Es ist mir sicher und meinem Herrn auch. Ich will nichts aufs Spiel setzen. Wenn es nicht mehr wird, vergiss es nicht, es wird auch nicht weniger. Und außerdem habe ich keine Mühe damit.

5 Talente: Es gehört nicht uns. Das, was mir gegeben ist, gehört nicht mir und das was er dir gegeben hat, das ist nicht dein. Beides gehört unserem Herrn und wir haben es zu verwalten. Stehen wir nicht miteinander in einem Dienst? Haben wir nicht miteinander die Mühen und Lasten getragen und seine Freuden miterleben dürfen? Er wird zurückkommen, ganz gewiss wird er kommen. Und dann können vor ihm hintreten…

1 Talent: Und sagen: Hier hast du das deine was du uns gegeben hast.

5 Talente: Nein, sondern: Hier hast du das deine, das du uns gegeben hast und das andere dazu, was wir aus dem deinen gemacht haben.

1 Talent: Es muss genug sein, wenn er zurück erhält, was er uns gab.

5 Talente: Aber er will es anders.

1 Talent: Ich will es anders, ich ganz allein.

5 Talente: Vergiss nicht, dass wir Knechte sind.

1 Talent: Nein, das vergesse ich nicht. Ich denke jeden Tag daran und jede Stunde, es lässt mich nicht los. Er ist fort! Ich möchte nicht länger Knecht sein.

5 Talente: Aber du kannst nicht anders. Er will dich von deiner Knechtschaft ent-binden. Nein, du hättest es nicht tun sollen.

Autor: Lange Zeit darauf aber kam der Herr jener Knechte zurück und hielt Abrechnung mit ihnen.

5 Talente: Man kann es wohl nicht sagen. Und darum kann man auch nicht sagen was es bedeutet: Gehe ein in die Freude deines Herrn. Das ist mehr als wir begreifen. Es ist wie ein großes Fest der Familie. Und wir sind dabei.

2 Talente: Gehe ein in die Freude deines Herrn Und wir werden zu ihm gehören und immer bei ihm sein.

Autor: Es kam der, der das eine Talent erhalten hatte und sagte:

1 Talent: Herr, ich kenne dich. Du bist ein strenger Mann. Du erntest, wo du nicht gesät und sammelst wo du nicht gestreut hast. Darum fürchtete ich mich, ging hin und vergrub dein Talent in die Erde. Hier hast du das Deinige.

Herr: Ist das alles was du zu sagen hast.

1 Talent: Herr, ich stehe vor deinem richtenden Auge und weiß, dass ich nicht wert bin zu dir aufzuschauen, und ich weiß, dass ich nur einer deiner Knechte bin. Aber es ist alles, was ich sagen kann. Es ist… ich meine es ist viel. Ich habe dir das deine treu bewahrt und ich gebe es dir zurück, ohne einen Makel und ohne Fehl.

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Die anderen, die anderen haben fünf Talente und zwei. Es war so wenig Herr, ein Talent nur ein einziges. Die anderen….

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben?

1 Talent: Bedenke Herr, ich hätte es verlieren können. Ich hätte es verspielen können und könnte jetzt mit leeren Händen dar stehen und müsste sagen: Herr es ist schief gegangen, ich wollte…

Herr: Habe ich dir ein Talent gegeben? Danach frage ich allein.

1 Talent: Ja Herr, du hast es gegeben. Ein Talent!

Herr: Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Ich hatte es mir lange überlegt. Ich hätte gerne damit gearbeitet, aber ich sagte es schon, es war so wenig. Und dann, ja dann hatte ich Angst vor dir. Und dich dachte…

Herr: Angst? Weshalb hattest du Angst?

1 Talent: Ich hätte es doch verlieren können und ich kannte dich doch, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du bist streng, Herr.

Herr: Du kanntest mich als einen harten Mann, als einen gestrengen Herrn, wie du sagtest. Trotzdem hast du es vergraben. Du wusstest, das du mit meinem Zorn rechnen musstest, warum hast du es nicht auf die Bank gebracht?

1 Talent: Herr, du willst ernten wo du nicht ausgesät hast.

Herr: Willst du mir Vorschriften machen?

1 Talent: Herr, ich weiß, du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast.

Herr: Bin ich der Herr, oder bin ich es nicht?

1 Talent: Du bist es, Herr.

Herr: Bist du der Knecht, oder bist du es nicht?

1 Talent: Ich bin es, Herr.

Herr: Der Herr allein sammelt und erntet. Der Knecht hat aber auszustreuen und zu säen. Warum hast du es vergraben?

1 Talent: Die anderen…

Herr: Die anderen, um die brauchst du dich nicht zu kümmern.

1 Talent: Es war so wenig.

Herr: Der Herr allein verteilt. Der Knecht aber hat das anzunehmen, was ihm zugeteilt wird. Er hat daraus zu machen, was der Herr will, ohne zu fragen und ohne neidisch auf die anderen zu sehen, die mehr erhalten haben.

1 Talent: Ich gebe doch alles zurück.

Herr: Ich will aber nicht nur das Meine zurück haben. Ich will das Meine und das Deine, denn beides gehört mir, das Meine und das Deine, weil du mir gehörst. Wer es verscharrt und wer es vergräbt, der lässt meine Gaben tot sein. Aber sie sind dazu gegeben, dass sie weiter geschenkt werden, dass sie sich mehren, dass sie Frucht bringen, dazu sind sie da. Warum hast du es vergraben?!

1 Talent:
Ich hatte Angst.

Herr: Du hast nicht gewollt, das ist es. Ich habe dir mein Vertrauen geschenkt, aber du hast es nicht gebraucht.

1 Talent: Wenn ich das gewusst…

Herr: Der Herr gibt seinen Auftrag, das ist genug. Wer ihn liebt, der weiß was zu tun ist. Wenn du geliebt hättest, dann hättest du es gewagt, wärest das Risiko eingegangen. Die Liebe riskiert alles.

1 Talent: Ich hatte Angst.

Herr: In der Liebe ist keine Angst. Aber du hattest keine Liebe und ich habe auf deine Liebe gewartet. Was du mir bringst, es ist zu wenig.

1 Talent: Verzeih Herr!

Herr: Zu spät… Nehmt ihm darum das Talent und gebt es dem der die zehn Talente hat. Den unnützen Knecht aber, werft hinaus in die Finsternis draußen, dort wird das Heulen und Zähneklappern sein.

Autor: Denn so spricht der Herr: “Wer da hat, dem wird gegeben. Und es wird ihm noch mehr gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch das noch genommen werden, was er hat. Wer ist wohl der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihm Speise gebe zur rechten Zeit?" Selig ist der Knecht, den der Herr bei seiner Heimkehr so findet. Wahrlich Ich sage euch, der wird ihn über alle seine Güter setzen.

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