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Sep 21 2007

Gott dienen im Alter

Geschrieben von under Dienst

Gott dienen im Alter, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 7 Personen

Sprecher:  Die Runde am Esstisch ist größer geworden, seitdem die Großeltern mit ins Haus gezogen sind. Noch vor drei Wochen konnte die Großmutter den Haushalt alleine bewältigen. Doch nach dem Schlaganfall kann sie sich nur mühsam ein paar Schritte gehen und verbringt die meiste Zeit des Tages im Sessel. Aber mit den Händen versucht sie schon wieder kleine Dinge zu erledigen.

Dorie:  Oma, schau mal, meine Socken sind mir schon zu klein, kannst du mir neue stricken?

Oma:  Weißt du, Dorie, meine Finger sind noch sehr steif. Aber wir können es ja zusammen versuchen. Ich zeige dir, wie es geht, und dann kannst du bald deine selbst gestrickten Socken anziehen.

Dorie:  O, ja. Ich weiß, wo die Wolle liegt, ich hole sie gerade. Oma, bald ist ja Weihnachten, dann kann ich auch für meine Freundin Socken stricken.

Oma:  Ja, das ist ein ganz persönliches Geschenk. In meinem Korb habe ich noch schöne bunte Wolle. Die wird ihr bestimmt gut gefallen.

Klaus:  Kommt essen, das Abendbrot ist fertig!

Sprecher:  Bald ist die Familie vollzählig am Tisch versammelt. Nach dem Tischgebet platzt Klaus mit seinen Problemen heraus.

Klaus:  Papa, bei meinem Trecker ist das Rad abgefallen. Kannst du es reparieren? Ich schaffe es nicht.

Vater:  Heute abends habe ich keine Zeit, aber vielleicht mache ich es morgen Nachmittag.

Opa:  Klaus, nach der Abendandacht können wir beide mal schauen, was sich da machen lässt. Vielleicht kriegen wir es zusammen hin.

Klaus:  Danke, Opa. Erzählst du mir dann auch eine Geschichte?

Musik

Mutter:  Wo sind denn die Kinder?

Oma:  Dorie und Klaus sind mit Opa hinausgegangen, um den Trecker zu reparieren.

Mutter:  Ach, Mutter, ich mache mir schon lange Sorgen, dass ich zu wenig Zeit habe, um mich mit den Kindern zu beschäftigen. Die Einkäufe, der Haushalt nehmen viel Zeit in Anspruch. Wenn ich nicht alles schaffe, bin ich auch den Kindern gegenüber ungeduldig und ungehalten. Ich weiß, es ist nicht recht, aber…

Oma:  …aber du weißt nicht, wie du es ändern kannst, nicht wahr. Ich verstehe dich gut. Als unsere fünf klein waren, war ich auch oft mutlos, weil mir die Arbeit über den Kopf wuchs. Doch sind unsere Kinder ein Geschenk Gottes und wir sind verantwortlich vor Gott für sie. Sie sind wichtiger, als der ordentlichste Haushalt und das beste Essen.

Mutter:  Ja, aber ich möchte nicht als eine Frau gelten, die ihren Haushalt vernachlässigt.

Oma:  Natürlich darf nicht alles in Schmutz untergehen. Doch die Kinder sind wichtiger. Gott wird nicht danach fragen, wie sauber und ordentlich unser Haushalt war. Er wird fragen: Wo sind deine Kinder?

Mutter:  Eigentlich hast du recht, Mutter.

Musik

Opa:  Na Elisabeth, was machen wir denn heute Abend. Wenn die Kinder da sind, ist der Tag recht ausgefüllt. Mir fehlen sie richtig. Aber sie müssen ja auch die andern Großeltern besuchen.

Oma:  Ach ich weiß nicht. Meine Hände wollen immer noch nicht so richtig. Bei der Handarbeit ermüden sie sehr schnell. Aber ich bin dankbar, dass ich Dorie das Stricken doch noch zeigen konnte. Wie viele können nichts mehr mit den Händen tun. Übrigens macht Dorie gute Fortschritte. Sie hat schon einen Socken fertig.

Opa:  Das ist ja schön. Siehst du, trotz deiner Krankheit wirst du noch gebraucht.

Oma:  Johann, früher, als wir noch unserer kleine Wohnung hatten, da hatten wir doch so oft Besuch. Aber hier kennen wir kaum jemand.

Opa:  Vielleicht sollten wir jemanden aus dieser Gemeinde besuchen, zum Beispiel die Müllers? Unsere Tochter sagte, sie wohnen in dem roten Haus. Von hier sind es nur zwei Straßen weiter.

Oma:  Aber so weit kann ich doch gar nicht gehen! Außerdem kennen wir sie nicht. Was werden sie von uns denken.

Opa:  Nun, du hast doch einen Rollstuhl. Bei gutem Wetter kann ich dich bis dahin schieben und bei Regen bringt uns unser Schwiegersohn bestimmt hin. Deine andere Argumente zählen nicht, denn wenn wir nicht bereit sind andere zu besuchen, können wir nicht von andern erwarten, dass sie uns besuchen.

Oma:  Da hast du mal wieder recht. Wir können sie ja am Samstag besuchen. – Hat es nicht gerade an der Tür geschellt?

Opa:  Ich schau einmal nach. (geht)  Guten Abend!

Müller:  Guten Abend! Ich bin Heinrich Müller. Mein Sohn erzählte, dass die Eltern von Renate hier eingezogen sind.

Opa:  Ja, ich bin der Vater, Johann Klassen. Bitte, kommen Sie doch herein. Meine Frau wird Sie auch gerne kennen lernen.

Müller:  Danke.

(gehen beide ins Zimmer)

Opa: 
Elisabeth, wir haben Besuch bekommen. Es ist Heinrich Müller. Bitte setzen Sie sich.

Oma:  Müller? Wohnen Sie etwa zwei Straßen weiter in dem roten Haus?

Müller:  Ja, das stimmt. Woher wissen Sie es?

Opa:  Unsere Tochter sprach davon. Sie sagte, dass Sie auch hier in der Gemeinde sind.

Müller:  Ja, ich habe Sie am Sonntag im Gottesdienst gesehen. Unsere Gemeinde ist noch klein. Wir freuen uns, wenn neue Mitglieder dazu kommen. Es gibt noch so viel Arbeit.

Oma:  (entmutigt) Ach, wir sind schon alt und gebrechlich. Wir können keine große Dienste tun.

Müller:  Das stimmt nicht ganz. Genauso haben wir auch vor einigen Jahren gedacht. Wegen ihrer Krankheit ist meine Frau ans Bett gebunden und kann die Gottesdienste nicht mehr besuchen. Sie wollte nur noch sterben. Doch Gott hat uns einen neuen Dienst gezeigt. Jetzt versammeln sich ältere Geschwister unserer Gemeinde jeden Donnerstag bei uns zum Gebetskreis. Wie oft haben wir schon erlebt, dass die Bibel recht hat: “Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist."

Opa:  Ja, Hände falten, das können wir und unsere jungen Glaubensgeschwister ermutigen den schmalen Weg zu gehen. Gottes Hilfe haben wir in unserem Leben schon sehr oft erfahren und dürfen das Erlebte an sie weitergeben.

Müller:  Ausserdem haben wir auch einen Seniorenchor. Ich komme gerade von der Übstunde. Haben Sie nicht auch einmal im Chor gesungen?

Opa:  Doch, früher, da habe ich Tenor gesungen …

Müller:  Das ist gut! Gerade an Tenorstimmen fehlt es uns. Nächsten Dienstag um sieben Uhr haben wir Übstunde. Jetzt muss ich gehen, meine Frau wartet auf mich.

Oma:  Dann nehmen Sie einen Gruß mit. Sagen Sie ihr, dass wir sie bald besuchen.

(Herr Müller geht)

Opa:  Siehst du, Elisabeth, auch in unserem Alter hat Gott uns einen Dienst gezeigt.

 

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