Archive for September 20th, 2007

Sep 20 2007

Die Werkzeuge des Tischlers

Geschrieben von under Dienst

Die Werkzeuge des Tischlers, christliches Anspiel zum Thema Dienst für 9 Personen

Erzähler:  Der  Dienst ist etwas sehr notwendiges und wichtiges in dem Leben eines Christen. Wir erleben viel Freude wenn wir den Dienst nach dem von Gott zugeteilten Maßen praktizieren. Wie schön ist es doch, wenn man weiß, ein von Gott gebrauchtes Werkzeug zu sein. Doch zuerst müssen wir brauchbar werden. Dazu gehört eine richtige Haltung zum Dienst und viel Gebet.
,,Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, dass niemand höher von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern das er von sich mäßig halte, ein jeglicher, wie Gott ausgeteilt hat das Maß des Glaubens."   Römer 12:3
Jetzt wollen wir anhand eines Anspieles anhören wie unnütz es doch ist den Dienst zu missbrauchen d. h. zur eigenen Ehre zu tun.

      Musik

Zur Zeit herrscht Chaos im Werkzeugkasten des Tischlers. Die Werkzeuge werfen sich gegenseitig vor, nicht mit dem Holz umgehen zu können. Sie sind sich klar, dass sich etwas ändern muss. So kommen dann alle zu einer Besprechung zusammen. Und der Hammer tönt gleich los:

Hammer:  Wir brauchen unbedingt einen Leiter, der sich so richtig auf die Sache des Holzes versteht. Es kann so nicht mehr weitergehen. Der Werkzeugkasten muss einen Leiter haben, der Ordnung schafft.

Säge:  Wir brauchen einen Leiter, der das Holz von Anfang her kennt.

Hobel:  Ja, ja, ganz meiner Meinung, wir brauchen einen guten Leiter, eine Führungspersönlichkeit, die sich in das Holz und unser eins einfühlen kann.

Zollstock:  Wir brauchen jemanden der Grenzen zeigt, der Regeln gibt.

Schmirgel:  Wir brauchen eine Persönlichkeit die Kanten abschleift. Alle Persönlichkeiten schmirgeln Kanten.

Hammer:  Ruhe! Wir brauchen jemanden wie mich: Stark und groß, zuverlässig bin ich. Ich arbeite vorbildlich viel und habe viel im Umgang mit Nägeln gelernt. Ich bin eine Persönlichkeit. Auf meinen Schlag hört man. Lasst uns abstimmen wer für und wer gegen mich ist. Also wer ist gegen mich?
(Der Bohrer meldet sich)
Und wer ist für mich? (Hobel, Schraube, Schraubenzieher, Schmirgel, und Säge melden sich)

Aha, der Zollstock enthält sich und der Bohrer ist gegen mich. Nun liebe Freunde, ich danke Euch für Euer Vertrauen, dass Ihr in mich gesetzt habt.

So werde ich nun Kraft Eures mich ehrenden Vorschussvertrauens, und zum Ärger…

Erzähler:  (unterbricht) Die Reden von Bruder Hammer sind immer sehr salbungsvoll, wenn er auch sonst ein ehrliches Werkzeug ist. Zu seinem Wesen gehört wohl auch eine Spontanität, vielleicht Unkontrollierheit. Nun wollen wir aber mal schauen, was der Hammer so in einer Woche vollbracht hat. Man hat bereits eine zweite Besprechung einberufen, die sich von der ersten, vor allem durch eine erhöhte Lautstärke und heftigere Gemüter unterscheidet.

Schraube:  Wir sind unzufrieden mit Dir, Bruder Hammer! Du lärmst zuviel. Du holst weit aus, aber es kommt nur zu einem Schlag. Du redest große Dinge was Du mit dem Holz anstellst aber in Wirklichkeit schlägst Du nur Nägel hinein.

Hobel:  Das sag ich ja, der ist grob und hart!

Bohrer:  Genau, er redet soviel, was er nicht einhält. Du musst Dein Amt niederlegen, weil Du Dich dessen als unfähig erwiesen hast.

Hammer:  Ich muss mich beugen.

Hobel:  So kann wohl ich an Bruder Hammers Stelle treten, weil es sich ja regelrecht anbietet. Viele Bretter und Balken habe ich schon mit meiner Klinge gestreift. Überall bin ich bekannt. Über viele Oberflächen bin ich gehastet.

Hammer:  Du gehst zu weich mit dem Holz um für eine Führungspersönlichkeit.

Hobel:  Gerade das ist mein Vorteil. Ich bin einfühlsam und weiß das Holz zu verschonen. So streicht man gerne mit der Hand über das Holz ohne sich einen Splitter zu reissen.

Bohrer:  Du hast zu billige Vorstellungen davon, was das Holz wirklich braucht. Du bist maßlos oberflächlich, im Gegensatz zu mir, der ich tiefgehend bin. Ich kratze nicht an der Oberfläche, sonder gehe ganz tief, um echte feste Holzverbindungen zu schaffen, so das mehrere Hölzer zusammenhalten. Meine ganze Kraft konzentriere ich auf eine Stelle und gehe dann hart und eisern in die Tiefe. Verschönerungen kann man weglassen, aber Holzverbindungen müssen sein. Die sind notwendig.

Hobel:  Du bist aber nicht bekannt!

Bohrer:  Ach, Du versuchst immer alles mit Deiner breiten Klinge mitzunehmen, doch Du gehst nicht in die Tiefe. Du hast keine Ahnung was sich im Holz befindet: die Markröhre, das Herz. Ich bin eine verständige und tiefe Persönlichkeit.

Zollstock:  Dafür scheinst Du überhaupt nicht zu merken wie grenzlos kalt Du bist und unpersönlich! Nie lachst Du oder machst einen Scherz. Wenn Du mal gerade wieder aus Deinem Loch gekommen bist und zu den plaudernden Werkzeugen kommst, wirkst Du blockierend. Nein, Du hast kein Feingefühl.

Bohrer:  Meine Arbeit ist gezielt und vernünftig. Ich darf nicht irgendwo im Holz bohren, sondern muss nachdenken -  wo. Deshalb ist es unangebracht mich, wie ihr es oft macht, als Dünnbrettbohrer zu bezeichnen.

Zollstock:  Es reicht nun. Aber sagt an, Brüder, wer ist denn der wahrhaft Größte und Fähigste von uns allen? Überrage ich Euch nicht alle um ein Weites? Gebt zu, dass ich deshalb das Maß aller Dinge bin. Ich gebe an, wie lang, wie kurz, wie breit und wie tief das Holz sein muss. Ich bin Millimeter genau. Ohne mich seid Ihr maßlos. Ich bin einzigartig!

Bohrer:  Du bist weder hieb noch stichfest. Sei am besten still!

Zollstock:  Gut, dann ist die Säge aber auch aus dem Rennen.

Säge:  Wie bitte? Ich als wichtigstes Werkzeug aus dem Rennen! Ich bin eine leicht geschränkte, kleinzahnige Gestellsäge.

Schmirgel:  Du bist zwar geschränkt, aber auf alle Fälle fehlt Dir ein Zacken!

Säge:  Nein! Mir fehlt kein Zacken!

Schraubenz:  Dann ist dir letzte Woche also ein Sägezähnchen abgebrochen?

Säge:  Nein, das nennt man anders! Ich kann mich bei Euch gar nicht richtig entfalten.

Schmirgel:  Das sagst gerade Du, die so vieles durch ihre feinen, aber stetigen Schnitte zertrennt? Ich möchte nicht wissen, wieviel Holz Du täglich auseinander sägst!

Säge:  Aber diesen Typ von einem Schmirgelpapier mit seinen rauhen Manieren, nee, den wollen wir nicht.

Schmirgel:  Wer behauptet, dass ich rauh bin? Seht doch meiner Hände Werk. Ich bin noch feiner als der Hobel.

Bohrer:  Du gehörst doch auch zu diesen Möchtegern – Tiefgängern, doch Du kratzt auch nur an der Oberfläche.

Schmirgel:  Das ist auch wichtig. Ich rauhe die Oberfläche auf, damit die Farbe besser hält, oder der Leim tiefer in die Poren eindringen kann. So kann das Holz besser von Fäulnis und Ungeziefer geschützt werden.

Bohrer:  Nein!!! Sieh doch endlich ein, dass unsere Zeit tiefgehende Persönlichkeiten wie mich braucht.

Schmirgel:  Du bist ein alter Dünnbrettbohrer! Überlege doch nur mal wie schön es ist, wenn Holz glatt und fein ist.

Hobel:  Ach Freund Schmiergel! Natürlich bist Du ein Schöngeist. Doch Du hast zu oft Reibereien mit dem Holz. Deswegen werden wir dich nicht einsetzen. Nie, nie!

Bohrer:  Leute, werdet doch endlich einsichtig, dass ich der Einzige bin, der mit dem Holz umzugehen weiß.

Schraube:  Sei doch endlich ruhig! Du bist tiefgehend, aber Du tauchst immer nur in einzelne Stellen ein, und verlierst dabei den Überblick. Du siehst das Ganze nicht! Vergiss Deine Leiterträume!

Bohrer:  Nun gut. Dann habe ich aber auch noch ein Wörtchen zum Schraubenzieher zu sagen. Du gehörst zwar auch zu den Leuten, die sich auf eine Stelle konzentrieren, doch bleibst Du auch nur an der Oberfläche.

Säge:  Außerdem drehst Du Dich nur um Dich selbst. Wenn man Dich anschaut sieht man keinerlei Nutzen in Dir. Du bist sehr gering.

Schraubenz.:  Der Bohrer ist ein Einzelkämpfer aber ich bin ein Gemeinschaftstyp. Ich verhelfe den Schrauben zum Ziel, und somit trage ich auch zu den Holzverbindungen bei.

Hammer:  In letzter Zeit warst Du etwas unzuverlässig. Ich musste einige Schrauben nachhauen. Ich, der Hammer bin doch der Fähigste, überall muss ich nachhelfen, dabei bin ich zuverlässig.

Schraube:  Glückauf, da nur ich nun mehr übrigbleibe, darf ich mich als neuer Leiter vorstellen: Dr. Dreh Schraube!

Schraubenz.:  Dich unnütze Schraube? Wo man Dich immerzu drehen und drehen muss bis man mit Dir am Ziel ist? Du besitzt keine Eigenständigkeit. Lass uns endlich losen, damit wir zu einer Lösung kommen!

Bohrer:  Lasst uns das doch ausdiskutieren, wer der …

Hobel:  (unterbricht)  Achtung! Der Tischler kommt!

Erzähler:  Mitten in der erregten Diskussion trat der Tischler herein. Er zog die Schürze an, ging zur Werkbank und fing mit Hammer und Hobel, Bohrer und Zollstock und all den anderen Werkzeugen an zu arbeiten. Als er fertig war, stand eine wunderschöne Kanzel da, auf der den Menschen das Evangelium gepredigt werden sollte.

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Sep 20 2007

Der zerstörte Bambus

Geschrieben von under Dienst

Der zerstörte Bambus, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 3 Personen

Sprecher:  Es war einmal ein wunderschöner Garten, der lag im Westen des Landes mitten in einem großen Königreich. Dort pflegte der Herr des Gartens in der Hitze des Tages spazieren zu gehen. Ein edler Bambusbaum war ihm der schönste und liebste von allen Bäumen, Pflanzen und Gewächsen im Garten. Jahr für Jahr wuchs dieser Bambus und wurde immer anmutiger. Er wusste wohl, dass der Herr ihn liebte und seine Freude an ihm hatte. Eines Tages näherte sich der Herr nachdenklich seinem geliebten Baum, und mit einem Gefühl großer Verehrung neigte der Bambus seinen mächtigen Kopf zur Erde. Der Gärtner sprach zu ihm:

Gärtner:  Lieber Bambus, ich brauche dich.

Sprecher:  Es schien, als sei der Tag aller Tage gekommen, der Tag, für den der Baum geschaffen worden war. Der Bambus antwortete leise:

Bambus:  Herr, ich bin bereit. Gebrauche mich, wie du willst.

Gärtner:  (ernst) Bambus, um dich zu gebrauchen, muss ich dich beschneiden!

Bambus:  Mich beschneiden? Mich – den du, Herr, zum schönsten in deinem Garten gemacht hast! Nein, das nicht, bitte nicht! Verwende mich doch zu deiner Freude, Herr, aber bitte beschneide mich nicht!

Gärtner:  (noch ernster) Mein geliebter Bambus, wenn ich dich nicht beschneide, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Im Garten wurde es ganz still. Der Wind hielt den Atem an. Langsam beugte der Bambus seinen herrlichen Kopf. Dann flüsterte er:

Bambus:  Herr, wenn du mich nicht gebrauchen kannst, ohne mich zu beschneiden, dann – tu mit mir, wie du willst, und beschneide mich.

Gärtner:  Mein geliebter Bambus, ich muss dir aber auch deine Blätter und Äste abschneiden.

Bambus:  Ach Herr, davor bewahre mich! Zerstöre meine Schönheit – aber lass mir doch bitte Blätter und Äste!

Gärtner:  Wenn ich sie dir nicht abhaue, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Die Sonne versteckte ihr Gesicht. Ein Schmetterling flog ängstlich davon. Und der Bambus, zitternd vor dem, was auf ihn zukam, sagte:

Bambus:  (leise) Herr, schlage sie ab.

Gärtner:  Mein Bambus, ich muss dir noch mehr antun. Ich muss dich mittendurchschneiden und dein Herz herausnehmen. Wenn ich das nicht tue, kann ich dich nicht gebrauchen.

Sprecher:  Da neigte sich der Bambus bis zur Erde.

Bambus:  Herr, schneide und teile.

Sprecher:  So beschnitt der Herr des Gartens den Bambus, hieb seine Äste ab, streifte seine Blätter ab, teilte ihn in zwei Teile und schnitt sein Herz heraus. Dann trug er ihn dahin, wo schon aus einer Quelle frisches, sprudelndes Wasser sprang, mitten in die trockenen Felder. Dort legte der Herr vorsichtig seinen geliebten Bambus auf den Boden. Das eine Ende des abgeschlagenen Stammes verband er mit der Quelle, das andere Ende führte er zu der Wasserrinne im Feld. Die Quelle sang ein Willkommen, und das klare, glitzernde Wasser schoss freudig durch den zerschlagenen Körper des Bambus in den Kanal und floss auf die dürren Felder, die so darauf gewartet hatten. Dann wurde der Reis gepflanzt und die Tage vergingen, die Saat ging auf, wuchs, und die Erntezeit kam. So wurde der einst so herrliche Bambus zum großen Segen. Als er noch groß und schön war, wuchs er nur für sich selbst und freute sich an der eigenen Schönheit, aber als er sich hingegeben hatte, wurde er zum Kanal, den der Herr gebrauchte, um sein Land fruchtbar zu machen.

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