Opfere Gott Dank, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest für sechs Personen.
Sprecher: In der englischen Grafschaft Kent, liegt von Klippen umschlossen die Stadt Margate. In ihrer Nähe steht ein hochragender Leuchtturm, der schon so manchen Fischer bei nächtlicher Finsternis und brandender Meeresflut ein Wegweiser zum rettenden Hafen geworden ist. Hoch oben in einem Stübchen des Leuchtturmes lag eines Abends seufzend und stöhnend der Turmwächter. An seinem saß die Frau und sah mit Schmerzen die Qualen und Ängste des geliebten Mannes. Endlich bat er mit matter Stimme:
Kranker: Ach Hanna, schicke doch nach der Stadt und lasse den Prediger holen, ich kann nicht eher sterben als bis ich das Wort Gottes gehört und das heilige Abendmahl empfangen habe.
Hanna: Lieber William, warte nur noch eine halbe Stunde, bis der Wind sich etwas gelegt hat. Ich wage es nicht unsere Marie jetzt in einem Boot nach der Stadt zu schicken.
Sprecher: Der leidende sagte kein Wort, er legte sich schweigend zur Wand. Kalter Schweiß bedeckte seine Stirn und die schweren Atemzüge zeigten dass sein armer Leib und Seele einen heißen Kampf zu bestehen hatten, und das sie sich nach Erlösung sehnte. „Ach Mutter“ sagte das 12 jährige Töchterlein „lass mich in die Stadt fahren und den Prediger holen.“ Aber Mutter hatte still mit dem Kopf geschüttelt und mit besorgten Blicken in die dunkle Nacht heraus gesehen. Der Wind hatte zugenommen. Wie gerne wäre sie selber gefahren, aber sie konnte es nicht über Herz bringen ihren sterbenden Gatten allein zu lassen. Sie seufzte zu Gott, das er doch in dieser Not einen Ausweg zeigen sollte. Da klangen Ruderschläge durch die Nacht. Ein Boot legte an. Hanna eilte mit einer Laterne hinaus um den nächtlichen Gast zu empfangen. Es war ein ernster Mann, er war gekommen sich des Nachts den Leuchtturm anzusehen. Mit einem freundlichen Gruß trat er ins Zimmer.
Fremder: Guten Abend! Ach hier ist ja ein Kranker, was fehlt ihm denn?
Hanna: Ach er hat ein schweres Leiden und weißt dass er sterben muss. Er wünscht sich so sehr einen Prediger, der ihm das Wort Gottes mitteilen möchte.
Fremder: Hier kann ich helfen. Ich bin auch ein Diener des Evangeliums. Wenn ich sonst auch draußen unter den Heiden das Wort Gottes verkündigte, so kann ich seine Gnade doch auch einen sterbenden Mitbürger bezeugen.
Kranker: Gott sei Dank. Er selbst hat sie geschickt. Ich bin ein großer Sünder, was soll ich tun, das ich selig werde? Ich zittere vor dem allwissenden, heiligen, gerechten Gott!
Fremder: Kommen Sie zu Jesu, der am Kreuz aus Golgatha auch für ihre Sünden starb. Es sagt uns die Bibel so schön: Also hat Gott die Welt geliebt, das er seinen eingeborenen Sohn gab auf das alle die an Ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben, also für alle. Auch für sie hat Er Erlösung gebracht.
Kranker: Ach! Darf ich wirklich Ihm alle meine Sünden zu Füßen legen?
Fremder: Ja, weiter brauchen sie nichts tun, als nur glauben, und sie sind gerecht vor Gott.
Kranker: Treuer Heiland sei mir Sünder gnädig.
Fremder: Liebend steht der Heiland mit offenen Armen die reumütigen Sünder an sein Herz zu nehmen.
Kranker: Ja ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben.
Sprecher: Der Missionar sagte dem Sterbenden noch vieles von der großen Liebe des Heilands zu den reumütigen Sündern, wie der Schächer am Kreuz in der letzten Stunde zum Heilands sich bekannte und Gewissheit erhielt, dass er heute noch mit ihm in Paradiese sein wird. Da hob der Sterbende seine gefaltete Hände hoch empor und rief mit brechenden Stimme: Der dein Leben vom Verderben erloset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! Herr Jesu, erbarme dich meiner. Die Hände sanken nieder und der Mund verstummte. Er war daheim. Der Diener Gottes saß noch eine Zeitlang bei der Witwe und verkündigte der trauernden die Liebe Jesu, und wies sie hin zum Sünder Heiland, der die müden und beladenen Seelen erquicken will. Am anderen Tag kam er noch einmal herüber, und Gott segnete sein Zeugnis, dass auch Hanna durfte Frieden finden im Blute des Lammes und sich willig unter die Hand des Herrn beugen. So segnete der Herr auch den kleinen Dienst des Missionars, den er liebend an seine Nächsten getan.
Seid dem Tode ihres Mannes, waren 7 Monate vergangen. Hanna hatte während dieser Zeit den Trost und die Hilfe des Herrn reichlich erfahren, sie durfte den Dienst auf dem Leuchtturm weiter versehen. Und wenn der Dienst auch nur ein kleines Gehalt gewährte, so war es doch eine sichere Einnahme für die Mutter und ihre 4 Kinder. Dazu kam, dass ihnen der Leuchtturm eine traute Heimat geworden war, von der sie sich nur schwer hätten trennen können. Die Witwe hatte auch den Segen nicht vergessen, den der Boote Gottes ihrem sterbendem Mann und ihr selbst in jener bangen Nacht gebracht hatte.
Oft dachte Hanna darüber nach, wie sie wohl ihre Liebe zum Heiland auf irgend eine Weise zeigen könnte. Nach langem Sinnen war es ihr endlich klar geworden. Es kamen öfters Badegäste, die den Leuchtturm sehen wollten und die Aussicht von seiner Hohe über Land und Meer genießen wollten.
Öfters geschah es das jemand den Kindern oder Mutter ein kleines Geschenk hinterließ. Daran dachte Hanna und faste den Entschluss etwas von diesem Gelde dem Mission zu geben. Sie kaufte eine kleine Büchse und stellte sie neben ihre Bibel, legte die Hand auf das Heilige Buch und sagte:
Hanna: Mein treuer Gott, ich verspreche Dir, jede Gabe die ich am Montag vor 12 Uhr Mittags erhalte, Dir zu schenken in dem ich es in die Missionsbüchse werfe. Auf diese Weise will ich dir, mein liebster Jesu, ein kleines Dankopfer bringen, für die Hilfe die ich durch deinen Diener erfahren durfte.
Sprecher: Der erste Montag nach dem Gelübde war gekommen. Als Hanna morgens die Kinder zur Schule abschickte, bemerkte sie mit Schrecken, dass die Schuhen alle zerrissen waren. Wo sollte sie soviel Geld hernehmen, um neue Schuhe zu kaufen? Sie wurde darüber sehr bekümmert. Da klopfte es und ein Bote trat herein. Er brachte die Rechnung von dem Arzt, der oft bei ihrem kranken Mann gewesen war und verlangte nun 20 Euro.
Diese Summe hatte der Arzt reichlich verdient, aber wo dieses Geld hernehmen? Sie fiel wieder auf die Knie und bat Gott um Hilfe. Der Gedanke über ihre Not legte sich wie ein Stein auf ihr Herz. Dann holte sie ihre Bibel um dort Trost zu suchen. Mit Tränen in den Augen las sie die tröstende Worte des Heiland: „Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß was ihr bedürft.“ Da wurde ihr Herz getröstet und sie sagte:
Hanna: So will ich dann auch nicht mehr länger sorgen, Herr Du weißt was mir und meinen Kindern Not tut. Du wirst gewiss zur richtigen Zeit geben was wir brauchen.
Sprecher: In diesen Gedanken wurde Hanna unterbrochen, denn ein fremder Herr wollte den Leuchtturm besehen. Sie führte herum und zeigte ich alles, was er wünschte. Als er sich von ihr verabschiedete drückte er ihr ein Geldstück in die Hand. Er mochte es der armen Frau angesehen habe, welche Sorge sie beschwert. Kaum hatte Hanna das Geld empfangen – da schlug es 12 Uhr! Der Glockenschlag ging der armen Frau durch Mark und Bein. In ihrer Herzensfreude hatte sie ganz vergessen, dass das Geld nicht ihr sondern der Mission gehört, es war doch ihr heute, am Montag und zwar vor 12 Uhr gegeben worden.
Hanna: Muss ich denn wirklich das Geld in die Missionsbüchse werfen? Die Uhr hat zwar 12 geschlagen, aber sie geht vielleicht nicht richtig, es könnte ja schon über 12 Uhr sein. Ist es nicht eine Gebetserhörung? Bestimmt er mir das schenke. Ist es nicht Undank gegen den Herrn, wenn ich das Geschenk verschmähe und Ihn wieder um Hilfe anrufe? O Herr, hilf Du mir aus diesem Zweifel. Ach, ja es steht im Worte Gottes geschrieben: „Es ist besser du gelobest nichts, denn das du nicht hältst was du versprichst. Darum opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde!“ Ja, Herr, Du hast ja außer dem noch genug Mittel und Wege zu helfen. Ich undankbares, kleingläubiges Herz.
Sprecher: Hanna schwankte lange hin und her. Den Tag über war sie still und traurig. Endlich war es Abend geworden. Sie hat ihre Kinder zu Bett gebracht, die fröhlich und unbekümmert einschliefen. Hanna ging raus auf die Plattform des Leuchtturmes um mit ihrem Gott allein zu sein, fiel auf die Knie und betete mit tiefbewegtem Herzen. Und Er, der das Schreien und Weinen aller seiner Kinder hört, sprach tröstlich mit der betrübten Witwe. Endlich stand sie wieder auf. Ihr Angesicht war nicht mehr traurig. Sie ging in die Stube, warf das Goldstück mit fester Hand in die Missionsbüchse.
Nun wurde sie ruhig, denn sie hatte Gott gegeben was sie versprochen hat. Sie legte sich neben die schlummernden Kinder und schlief bald ein. Am anderen Morgen kam eine vornehme Dame mit ihrer kleinen Tochter in Begleitung eines reichgekleideten Dieners. Die Fremde wünschte den Leuchtturm zu sehen. Hanna führte sie nach allen Seiten und gab über alles Auskunft. Die fremde Frau schaute während dieser Zeit oft teilnehmend auf die Witwe im schwarzen Trauerkleid, sie fragte nach ihrem Ergehen und Hanna erzählte der Dame alles was sie erlebt hatte.
Dame: Sind Sie allein hier auf diesem Leuchtturm? Wo ist ihr Mann?
Hanna: Ja, ich mit meinen Kindern und mein Mann ist gestorben. 7 Monate bin ich Witwe.
Dame: Und Sie versehen hier den Dienst des Leuchtturms?
Hanna: Ja, ich bin dem Herrn sehr dankbar, dass wir hier bleiben durften. Wie sollte ich anders meine lieben Kinder ernähren?
Dame: Kommen Sie denn mit dem geringen Gehalt aus, welche Sie hier verdienen?
Hanna: Es ist ja nun wenig, aber der Herr verläst uns nicht. Ich hatte dem Herrn ein Gelübde gemacht und versprach Ihm das Geld, welches ich am Montag vor 12 Uhr bekommen werde, der Mission zu opfern, weil der Herr uns so viel geholfen hatte. Am ersten nach dem Gelübde, kam ein Herr um den Leuchtturm zu besehen und schenkte mir ein Geldstück und plötzlich schlug die Uhr 12. Sie können es sich nicht vorstellen, wie ich vom Feind versucht wurde das Geldstück zu behalten, weil ich es doch so nötig für meine Kinder brauchte. Nach langem Kampf erhielt ich durch Gottes Gnade endlich den Sieg. Nun liegt das Geldstück ruhig dort in der Büchse und soll zu den Heiden hinaus wandern. Ich bin jetzt ohne Bangen und Sorgen. Der treuer Gott, der uns bisher so väterlich geholfen hat, wird uns auch in Zukunft nicht verlassen.
Dame: Sie haben recht getan, liebe Frau, dass Sie ihr Gelübde gehalten haben . Der Herr wird es Ihnen gewiss nicht vergessen, sondern es Ihnen reichlich vergelten, was Sie um Seines Namens willen geopfert haben. Halten Sie sich nur an Ihn und Seine Treue so wird es Ihnen wohl gehen Ihr Leben lang.
Sprecher: Die Dame verabschiedete sich und ging hinunter zu dem Boot, das sie wieder zum Strand der Stadt zurück bringen sollte. Als Hanna die Hand öffnete, in die die fremde Dame ihr beim Abschied ein Geldstück gelegt hatte, sah sie mir freudigem Erstauen, das er genauso viel Wert hat, wie auch der Geldstück, den ihr der fremder Herr geschenkt hatte. So war das Opfer das sie Gestern gebracht hatte wieder ersetzt und sie dankte den Herrn für Seine Liebe zu ihr. Jetzt wurde sie noch glücklicher, dass sie ihr Gelübde gehalten hatte. Am anderen Morgen kam der Diener wieder und brachte einen Brief, da standen folgende Worte: „Ich denke mit herzlicher Liebe an Sie, ebenso auch meine Töchter, wir möchten Ihnen gerne helfen.
Wenn Sie einen Sohn haben und sich von ihm trennen könnt, dann überlassen Sie ihn mir, ich will für seine Bildung sorgen.“ Hanna hatte nur vier Töchter und konnte sich nicht entschließen auch nur eine von ihrem Mutterherzen weg zu geben. Sie ließ dieses der fremden Dame sagen und herzlich danken für ihren guten Willen. Am dritten Tag kam der Diener noch einmal. Legte eine Rolle von 500 Euro auf den Tisch und sagte:
Diener: 450 Euro schickt Ihnen die Dame und 50 – ihre Tochter Viktoria.
Hanna: So viel Geld! Sie ist eine gute Frau. Übergeben Sie ihr bitte einen herzlichen Dank von mir.
Sprecher: Hanna war tief bewegt und zugleich erfreut, so dass sie beinah kein Wort des Dankes finden konnte. Aber sie hatte es nie vergessen, was sie in jenen Tagen erlebt hatte. Ihr Glaube ist dadurch stärker, ihre Liebe zu dem Herrn völliger und inniger geworden. Treu ist sie mit ihren Kindern auf dem Glaubensweg geblieben, den sie durch Gottes Gnade gefunden hatte.
Lieber Zuhörer! Wie steht es heute mit dir? Hast auch schon mal Gott ein Gelübde gemacht? Vielleicht, als du in großer Not oder Todesgefahr warst, hast Gott versprochen, sich zu Ihm bekehren, wenn Er dir hilft, und hast es noch bis heute nicht getan, so tu es heute! Bekehre dich zu dem Herrn von ganzem Herzen. Und was können wir daraus lernen, die wir schon des Herrn Eigentum sind? Erstens: wie wunderbar der Herr das Vertrauen seiner Kinder so reichlich belohnt und Wehe findet zu geben über Bitten und Verstehen. Zweitens: möchten wir angesprochen werden Gutes zu tun an den Armen und Bedrängten, denn es heißt so schön in Gottes Wort: „Lasset und Gutes tun und nicht müde werden…“