Archive for September, 2007

Sep 29 2007

Brief ohne Abnehmer

Geschrieben von bekki under Dienst, Treue

Brief ohne Abnehmer, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst und Treue für 6 Personen

Leiter:   Wir können also zusammenfassend feststellen, dass in unserer Gemeinde ein ziemlich reges Leben herrscht. Es wurden mehr Gottesdienste gehalten als im Vorjahr, wir haben Morgenandachten eingeführt und unsere Versammlungen waren verhältnismäßig gut besucht. Auch unsere Kasse ist in bester Ordnung. Im großen und ganzen bin ich mit unserer Gemeinde ganz zufrieden und nehme an, dass das auch eure Meinung ist.
Damit wären wir nun am Ende unserer …
(Es klopft an der Tür.)

(flüstert) Die Lichter weg! Schnell, die Papiere unter den Tisch.
(Es klopft noch einmal.)

Ja, was ist denn? Komm herein!

Bote:   (mit einem Brief in der Hand) Friede sei mit euch! Ich suche die Christen in Sardes.

Leiter:   Was willst du? Christen? Hier bei uns?

Bote:   Ich habe einen Brief – aus Patmos – von Johannes, dem Apostel.

Leiter:   Hast du uns erschreckt! Wie hast du uns denn gefunden?

Bote:   Die Brüder in Tyatira, bei denen ich war, gaben mir Bescheid. Leitest du die Gemeinde zu Sardes?

Leiter:   Ja, das ist mein Amt.

Bote:   Dann höre, was Johannes dir sagen lässt.

Bruder:   Johannes – ist er noch verbannt?

Leiter:   Was weiß er von uns? Was kann er uns sagen? Ist er auf seiner Insel ganz abgeschnitten vom Leben der Gemeinden?

Bote:   Er gibt nur weiter, was Gott ihm sagen lässt.

Leiter:   So lies, wir wollen hören.

Bote:   (faltet den Brief auseinander und liest): Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke, denn du hast den Namen, dass du lebst …

Leiter:   Habe ich es nicht gesagt: Wir sind bekannt als eine lebendige Gemeinde.

Bote:   Höre: Du hast den Namen, dass du lebst und bist tot!

Leiter:   Was liest du da?

Bote:   … und bist tot!

Leiter:   Und das soll Johannes geschrieben haben? Wer hat ihm das erzählt?

Bote:   Johannes ist nur die Stimme. Gott redet durch ihn.

Bruder:   Wehe uns! So urteilt der Herr über uns.

Leiter:   Unsinn! Das muss eine Verwechslung sein. Hast du noch mehr Briefe?

Bote:   Ja. Dieser hier geht nach Ephesus, dieser nach Philadelphia.

Leiter:   Zeig her, was schreibt er denen?

(Nimmt den Brief in die Hand und liest) „Du hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet … Siehe, ich komme bald … Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme.“

Das soll der Gemeinde in Philadelphia gelten, diesem armseligen Häuflein? Du hast dich geirrt. Umgekehrt soll es sein!

Bote:   Ich irre mich nicht. Höre weiter, was in dem Brief steht: „Werde wach!“

Bruder:   Ja, das gilt uns. Wir haben uns eingeschläfert mit unserer guten Meinung von uns selbst.

Leiter:   Du schweigst! – Den Brief nehme ich nicht an! Er trifft mich nicht. Geh weiter und lass uns in Ruhe. Wir brauchen deine Ratschläge nicht. Die Beratung ist zuende. Geht in Frieden!

(Alle stehen auf und gehen. Zuletzt steht der Bote allein.)

Bote:   Sie verweigern die Annahme. Aber der Brief geht weiter – ob er nicht doch seinen Abnehmer findet?

Gerda:   Also, die Elli spielt wirklich ganz groß! Du siehst die Bälle kaum, so setzt sie die hin – und immer auf die äußerste Tischkante. Und dabei schick – einen Pullover hatte sie an, einfach Klasse.

Inge:   Angabe! Wenn du mal lieber einen Roman lesen würdest. Mein letzter Roman war super – einfach spannend. Er hat mich so richtig mitgenommen.

Gerda:   Romane! Das ist doch alles nur ausgedacht. Beim Tischtennis, da siehst du doch wenigstens lebendige Menschen, das ist viel interessanter.

Christa:   Weiter wisst ihr auch nichts. Leben ist ja schließlich noch etwas mehr als Kino und Tischtennis.

Inge:   Aber in die Kirche laufen und in der Bibel lesen, das soll wohl das Leben sein?

Bote:   Entschuldigt bitte, dass ich euch störe. Ich habe einen Brief für euch.

Gerda:   Für uns, wieso – von wem?

Bote:   Von jemand, der euch gut kennt und der es sehr gut mit euch meint.

Gerda:   Nun mal nicht so geheimnisvoll! Wer ist denn der Absender?

Bote:   Es ist der, in dessen Hand alles Leben steht.

Inge:   Was, ein Brief vom lieben Gott persönlich? Du, das ist was für dich!

Gerda:   Ach was, für mich ganz bestimmt nicht!

Christa:   Hört doch erst mal hin. Lesen Sie doch bitte mal vor, was in dem Brief steht.

Bote:   Er ist in einer Sprache geschrieben, die euch etwas unverständlich ist, ich werde ihn deshalb gleich übersetzen: „Ich weiß, dass du viel zu tun hast. Ich kenne auch den ganzen Betrieb, den du dein Leben nennst. Es scheint dir und auch anderen so, als ständest du mitten im Leben drin – aber in Wirklichkeit bist du tot.“

Inge:   Ein starkes Stück!

Christa:   Da hört ihr es mal, was euer Leben wert ist. Aber mir wollt ihr ja nicht glauben.

Bote:   Auch du bist gemeint.

Christa:   Wieso ich? Ich gehöre zu einer lebendigen Gemeinde und singe sogar im Jugendchor. Also, mir brauchen Sie das nicht zu sagen.

Gerda:   Mit dem Betrieb, da hat er irgendwie recht.

Inge:   Dir wird wohl mulmig? Nee, nee, lieber Briefträger, geh`n Sie mal ein Haus weiter. Bei uns landen Sie nicht mit Ihrem Brief. Für so was haben wir gar keinen Bedarf. Wir sind noch wach.

(Alle gehen, der Bote steht allein. Er überlegt einen Augenblick, dann wendet er sich an die Zuhörer:)

Bote:   Annahme verweigert! Da bleibt mir nichts anderes übrig, als mich an euch alle zu wenden. Vielleicht kommt der Brief hier doch richtig an. Hört, was Gott euch schreibt: „Werde wach und stärke das andere, das sterben will.“

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Sep 29 2007

Ein Geschenk für Jesus

Geschrieben von bekki under Weihnachten

Ein Geschenk für Jesus, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 4 Personen

Sprecher:  Michael war krank. Sein Kopf tat weh, sein Hals brannte und er fühlte sich so schwach, dass er kaum im Bett sitzen konnte. Und in fünf Tagen war Weihnachten! Draußen hörte er die Kinder im Schnee spielen. Wie gerne wäre er da jetzt dabei gewesen sein. Aber dazu war er viel zu krank. Hoffentlich war er an Weihnachten wieder gesund. Er wollte so gerne dabei sein, wenn das Krippenspiel aufgeführt wurde. Dieses Jahr spielte er nicht mit, aber seine große Schwester und sein Bruder. Das wollte er unbedingt sehen. Seine Schwester spielte die Maria und sein Bruder würde ein König sein. Seine Schwester kam leise ins Zimmer.

Michael:  Hallo Maria!

Sara:  (lachend) Ich heiße immer noch Sara, ich spiele die Maria nur an Heiligabend. Das kommt bestimmt vom Fieber, dass du das jetzt verwechselst.

Sprecher:  Fieber hin oder her, Michael war eben so in Gedanken beim Krippenspiel und bei Weihnachten gewesen, dass es ihm egal war, ob seine Schwester Sara oder Maria hieß.

Michael:  Maria Sara, an Weihnachten feiern wir doch den Geburtstag von Jesus stimmt´s?

Sara:  Ja, aber das weißt du doch. Oder bist du schon so krank, dass du auch das verwechselst?

Michael:  Nein, aber ich will wissen, warum wir an Weihnachten die Geschenke bekommen und nicht Jesus.

Sprecher:  Die Frage war gar nicht so einfach. Sara versprach:

Sara:  Ich will mal darüber nachdenken.

Sprecher:  Sie ging hinaus und Michael fiel in einen fiebrigen Traum. Er träumte von seinem Geburtstag. Er träumte davon, wie er Einladungen an hundert Freunde schrieb. Er träumte, wie die Freunde hinter seinem Rücken tuschelten und sich supertolle Geschenke ausdachten. Seine Mutter und seine Schwester backten schon tagelang vorher Hunderte von Kuchen. So viele Kuchen hatte es noch nie an einem Geburtstag gegeben. Das Haus von Michael wuchs in seinen Träumen zu einem Schloss und in jedem Raum standen verpackte Geschenke und zugedeckte Platten mit Gebäck. In seinem Traum dachte Michael:

Michael:  Das wird ein besonders tolles Fest geben!

Sprecher:  Und dann kam endlich der Festtag. Michael war schon so aufgeregt! Irgend etwas Besonderes musste es mit diesem Fest auf sich haben. Die Gäste kamen in Scharen. Michael ging hinaus in die Empfangshalle seines Traum-Schlosses, um seine Gäste zu begrüßen – aber seltsam. Es kam ihm vor, als hätte er einen Tarnumhang an, denn niemand beachtete oder bemerkte ihn. Er fragte sich in seinem Traum:

Michael:  Bin ich denn unsichtbar?

Sprecher:  Die Gäste begrüßten sich gegenseitig herzlich und überreichten sich die besten Geschenke – alles Dinge, die Michael sich schon lange wünschte. Dann gingen die Gäste alle nach und nach in die festlich geschmückten Räume. Michael stand immer noch in der Empfangshalle, um auf die letzten Gäste zu warten. Irgendjemand musste ihn doch entdecken und begrüßen. Aber es kam niemand mehr. Und dann kam das Schlimmste. Die Festgesellschaft war inzwischen in den Räumen verschwunden, die große Tür fiel zu – und Michael stand draußen. Er hämmerte an die Tür und rief:

Michael:  Lasst mich rein, das ist doch mein Geburtstag! Doch niemand hörte ihn.

Sprecher:  Die Gäste machten drinnen einen solchen Lärm, dass die ihn nicht hören konnten. Michael weinte verzweifelt und hämmerte und hämmerte an die Tür, doch es war umsonst.

Vater:  Na, na, Michael, was ist denn los? Du musst ja etwas Fürchterliches geträumt haben. Schon seit zwei Minuten schlägst du wie wild auf die Bettdecke und ruft: Lasst mich rein, lasst mich rein.

Michael:  Weißt du Papa, schon die ganze Zeit denke ich darüber nach, warum die Menschen sich an Weihnachten gegenseitig Geschenke machen, obwohl das doch der Geburtstag von Jesus ist. Nach diesem Traum kann ich mir noch viel mehr vorstellen, wie schlimm das für Jesus ist, wenn die Menschen Weihnachten feiern und ihn dabei gar nicht beachten – so wie das in meinem Traum war. Ich war wie unsichtbar für meine Gäste. Ist es heute nicht auch so, dass viele Menschen Weihnachten feiern und gar nicht an Jesus denken?

Sprecher:  Der Vater nickte nachdenklich.

Michael:  Papa, mit was können wir Jesus denn an Weihnachten eine Freude machen? Was können wir ihm denn zum Geburtstag schenken?

Vater:  Du stellst wirklich gute Fragen, Michael. Und auch ganz wichtige Fragen. Das wichtigste, was wir Jesus schenken können, ist unser Herz. Vielleicht klopft er gerade auch an deine Herzenstür, so wie du im Traum an die verschlossene Tür. Jesus wünscht sich, dass wir ihm die Tür aufmachen, ihn in unser Herz, in die Mitte unseres Lebens reinlassen, damit er in uns wohnen kann. Das ist das allerschönste Geschenk, dass wir ihm machen können.

Sprecher:  Michael nickte. Das konnte er gut verstehen – obwohl er Fieber hatte. Michael dachte viel über seinen Traum nach und über ein Geschenk für Jesus – und jeden Tag fühlte er sich ein bisschen besser. An Heiligabend durfte er mit in die Kirche und das Krippenspiel ansehen. Die Kinder sangen am Schluss das Lied: „Ihr Kindelein kommet“ – alle sieben Strophen. Michael wusste gar nicht, dass das Lied so viele Verse hat.
Die fünfte und die sechste Strophe gefielen Michael ganz besonders:

Was geben wir Kinder, was schenken wir dir,
du bestes und liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst du von Schätzen und Reichtum der Welt.
Ein Herz nur voll Demut allein dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn;
und mache sie heilig und selig wie deins,
und mach sie auf ewig mit deinem in eins.

Sprecher:  Das war genau das, was der Vater auch gesagt hatte. Jesus wollte unsere Herzen haben. Michael konnte dieses Lied aus vollem Herzen mitsingen. Es war für ihn, wie ein Gebet. So hatte Michael ein wunderbares Geschenk für Jesus an diesem Weihnachtsfest: sein Herz.

Quelle: „Der Kinderadventskalender“/ Cornelia Mack/ hänssler

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Sep 29 2007

Die Herbergssuche

Geschrieben von bekki under Weihnachten

Die Herbergssuche, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 6 Personen

Sprecher: Familie Mayer ist auf dem Weg vom Weihnachtsgottesdienst nach Hause. Kerstin ist schon ganz aufgeregt, weil sie die Bescherung zu Hause kaum mehr erwarten kann.

Mutter: Na, wie hat euch der Weihnachtsgottesdienst gefallen?

Frederik: Ganz gut. Besonders die Geschichte mit dem Jesuskind.

Kerstin:  Also, wenn wir damals gelebt hätten und Maria und Josef wären in unsere Gegend auf Herbergssuche gewesen, dann hätten sie nicht im Stall übernachten müssen.

Mutter:  Wo denn sonst?

Kerstin:  Natürlich bei uns zu Hause im schönsten Zimmer. Und Jesus hätte mein früheres Baby-Bett bekommen.

Frederik:  Und von mir einen Teddy-Bär, damit er besser schlafen kann.

Vater:  Das ist sehr lieb von euch, aber Gott hat sich sicher etwas dabei gedacht, dass Jesus ganz armselig zur Welt kommen sollte und nicht etwa in einem Haus oder sogar in einem Palast. Später sagte ja Jesus selbst von sich, dass er nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern dass er uns dienen und sogar sein Leben für uns geben will.

Kerstin:  Ja schon, aber trotzdem hätten wir ihn aufgenommen.

Sprecher:  Unterwegs denkt Frederik:

Frederik:  Hoffentlich ist ein Fahrrad bei den Weihnachtsgeschenken dabei, und Legosteine.

Sprecher:  Und Kerstin fragt sich:

Kerstin:  Ob ich wohl die Bügelperlen bekomme und die Bücher und …

Vater:  Ich bin froh, wenn wir endlich im warmen Zimmer sind. Es ist heute wirklich furchtbar kalt und jetzt fängt es auch noch an zu schneien. – Aber … was ist denn da vorn los? Unter dem Baum scheint ein Mann zu sitzen. Es sieht so aus, als ob er schläft. Kommt, wir schauen, ob wir helfen können.

Kerstin:  Ach Papa, wir wollen doch heim.

Frederik:  (flüsternd) Vielleicht ist es ein Räuber, der uns überfallen will!

Vater:  Unsinn. Ein Räuber bei der Kälte und dazu noch auf dem Boden? Bestimmt nicht!

Sprecher:  Der Vater schüttelt den Mann an der Schulter. Der alte Mann schreckt auf.

Herr Weller:  Was ist los?

Mutter:  Sie sind wohl eingeschlafen. Ist ihnen etwas passiert?

Herr Weller:  Ich wollte meine Tochter besuchen, die hier im Ort wohnt. Es sollte eine Überraschung werden. Aber leider war sie nicht zu Hause und ich machte mich auf den Rückweg zum Bahnhof. Dabei bin ich dann auf einer vereisten Pfütze ausgerutscht und habe mir den Knöchel verstaucht. Ich konnte kaum auftreten, deshalb habe ich mich erst mal eine Weile hierher gesetzt. Dann muss ich wohl eingeschlafen sein.

Mutter: Das hätte aber schlimm ausgehen können. Bei dieser Kälte heute wären Sie vielleicht erfroren. Sie sind ja schon ganz durchgefroren. Kommen Sie, wir helfen ihnen auf und dann gehen Sie mit uns, um sich erst mal aufzuwärmen. Wir wohnen nicht weit weg von hier.

Herr Weller:  Vielen Dank für ihre Hilfe. Wissen Sie, ich habe nur noch meine Tochter. Lange habe ich sie nicht gesehen. Weller, heiße ich übrigens.

Sprecher:  Der Vater stützt Herrn Weller beim Gehen. Währenddessen tuscheln die Kinder hinter ihrem Rücken.

Kerstin:  Das schöne Weihnachtsfest ist verdorben.

Frederik:  Ja, wegen dieses fremden Mannes.

Sprecher:  Zu Hause setzen sie Herrn Weller auf einen Stuhl und legen sein Bein hoch. Die Kinder schauen mit trotzigem Gesicht zu. Beide haben die gleichen Gedanken. Frederik spricht sie aus:

Frederik:  Wann gibt es denn endlich die Geschenke?

Mutter:  Habt noch ein wenig Geduld, Kinder, bis ich Herrn Weller versorgt habe. Diese Geschichte erinnert mich irgendwie an Maria und Josef. Auch sie sind weit herumgelaufen und standen vor verschlossenen Türen. Sicher waren sie hungrig und müde, wie Herr Weller jetzt auch. Wolltet ihr nicht dem Jesuskind das schönste Zimmer im Haus geben? Das könnt ihr jetzt tun.

Kerstin:  (trotzig) Wie soll das denn gehen? Herr Weller ist doch nicht Jesus, sondern ein alter Mann.

Mutter:  Jesus hat selbst einmal gesagt: „Was ihr einem armen oder hilfsbedürftigen Menschen an Hilfe gegeben habt, ist genauso, als ob ihr es mir gegeben hättet.“

Sprecher:  Kerstin und Frederik schauen sich nachdenklich an. Die Eltern laden Herrn Weller ein, heute bei ihnen zu bleiben. Seine Tochter, die er besuchen wollte, ist die Nachbarin von nebenan mit ihren vier Kindern. Frau Maier weiß, dass sie erst am nächsten Tag wieder nach Hause kommen wird.
Zuerst essen sie miteinander und dann beginnt die Bescherung. Kerstin und Frederik dürfen abwechselnd aus der Kinderbibel die Weihnachtsgeschichte vorlesen. Als sie an die Stelle kommen, wo die Engel singen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden“, fängt Herr Weller an zu weinen. Betroffen schauen ihn die anderen an.

Herr Weller:  Sie müssen entschuldigen das ist mir jetzt aber wirklich peinlich. Wissen Sie, ich habe jahrelang im Streit mit meiner Tochter gelebt. Ich habe sie lange nicht gesehen und auch keinen Kontakt mehr mit ihr gewollt. Meine Frau ist dieses Jahr gestorben. Bei der Beerdigung haben wir nur ein paar Worte miteinander gewechselt. Aber seitdem denke ich immer mehr über mein Leben nach. Ich möchte mich jetzt mit ihr versöhnen und im Frieden mit ihr leben können. Deswegen musste ich jetzt gerade so weinen. Es steht ja in der Bibel, dass Gott den Menschen Frieden schenken will. – Entschuldigen Sie bitte, und machen Sie weiter mit ihrer Feier. Ich will Sie nicht durcheinander bringen.

Sprecher:  Frederik und Kerstin finden das gar nicht so schlimm, dass Herr Weller geweint hat. Sie wünschen ihm, dass er und seine Tochter sich wieder richtig lieb haben können. Nach der Bescherung sitzen alle noch eine Weile zusammen und singen ein paar Weihnachtslieder. Herr Weller meint vor dem Schlafengehen noch:

Herr Weller:  Morgen werde ich zu meiner Tochter gehen und wenn ich in einer Stunde nicht wieder hier bin, dann hat es geklappt!

Sprecher:  Am nächsten Morgen schauen Frederik und Kerstin erwartungsvoll hinter Herrn Weller her. Sie sehen, wie er noch ein bisschen humpelnd auf das Haus seiner Tochter zugeht, wie er klingelt und wie er nach kurzer Zeit ins Haus gelassen wird. Nach einer Stunde kommt er wieder hinaus. Kerstin und Frederik sind enttäuscht.

Frederik:  Oh nein, es hat nicht geklappt.

Sprecher:  Doch dann sehen sie, wie alle vier Kinder hinter ihrem Opa aus dem Haus kommen und mit ihm zusammen einen kleinen Rundgang im Garten machen. Kerstin und Frederik sehen einander glücklich an.

Kerstin:  Schön, dass unsere Freunde jetzt auch einen Opa haben.

Frederik:  Und jetzt haben Herr Weller und seine Tochter sich auch wieder lieb. Das ist schön.

Quelle: „Der Kinderadventskalender“ / Cornelia Mack / hänssler

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Sep 27 2007

Spuren im Schnee

Geschrieben von Christ under Weihnachten

Spuren im Schnee, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 4 Personen.

Sprecher: Der erste Weihnachtstag hat so verheißungsvoll begonnen. Heinz und Karl wollten einen der leichten Gipfel im Reich der 3000er einwandern und dabei das große Gletscherfeld an der Schulter des Bergriesen überqueren. Gefährlich war die Tour zwar nicht, noch dazu bei klarer Sicht; aber völlig gefahrlos ist das Wandern im Hochgebirge natürlich nie. Sie waren früh aufgebrochen, um noch vor Mittag den Rückmarsch antreten zu können.

Karl: Heinz, mir scheint das frühe Blau des Himmels trügerisch zu werden. Guck, wie milchig und stumpf es wird.

Heinz: Kein Grund zur Unruhe, ich kann noch ungetrübt in die Ferne sehen. Gib mal dein Fernglas. Da, siehst du? Es fahren zwei Skifahrer den Gipfel herunter zur Schutzhütte.

Karl: Ja, du hast recht. Jetzt sehe ich es auch. Komm Heinz, lass uns gehen es wird immer trüber.

Heinz: Warte, guck nur wie mühelos sie dahingleiten. So, jetzt sind sie bei der Schutzhütte angekommen.

Karl: Nun lass uns aber endlich weitergehen.

Sprecher: Schnee und Himmel ließen die Augen schon fast schmerzen. Aber eigenartig - langsam verloren sich die Konturen. Die Ferne wurde undurchsichtig. Eine Hochnebeldecke senkte sich langsam herab, wurde dichter und undurchdringlicher. Und mit ihr kam die Kälte, schneidende, eisige Kälte.

Karl: Heinz, ich sehe die Markierungen nicht mehr, nicht mal die Felszacken sind zu erkennen. Es ist so kalt geworden. Lass uns umkehren!

Sprecher: Die Vernunft mahnte längst, den Gipfelsturm abzubrechen und wieder in wärmere Tiefen abzusteigen.

Heinz: Ja, aber wo sollen wir denn absteigen?

Karl: Der kürzeste Weg hinunter führt über die Schutzhütte. Von dort an ist der Pfad ausgetreten und gut markiert.

Heinz: Wie aber sollen wir in dem dichter werdenden Nebel über das weglose Schneefeld die Hütte finden?

Sprecher: Sie marschierten noch ein Stück. Plötzlich krachte es. Schon hörte Heinz den erbärmlichen und schrecklichen Schrei Karls. Schnell sprang Heinz zur Seite. Immer noch dröhnte es ihm in den Ohren, doch dann fasste er sich wieder. Er sah sich um und sah vor sich einen tiefen und breiten Spalt im Schnee.

Heinz: Karl, Karl hörst du mich? Karl lebst du noch? Karl, antworte mir!

Sprecher: Doch Heinz hörte nur das Säuseln des kalten Winterwindes. Schnell beschloss er Hilfe zu holen, doch woher? Die Schutzhütte war noch weit entfernt. Aber wie sollte er sie denn überhaupt finden? Hoffnungslos ließ er sich in den Schnee fallen, und seine Tränen benetzten ihn. In seiner Verzweiflung, in seiner Angst vor dem Tod sah er sein Leben noch mal vor sich ablaufen. Er sah seine Mutter, die ihn immer wieder versuchte vom Leichtsinn abzuhalten. Der einzige Versuch, der nun in Frage kam war das Beten.

Heinz: Oh Gott, wenn es dich wirklich gibt, so höre mich und hilf mir aus dieser Lage! Hilf mir!

Sprecher: Wie aufgeschreckt sprang Heinz plötzlich auf. Er erinnerte sich an die Skifahrer, die den Hang hinunter fuhren. Wenn er den Hang quer entlang marschieren würde, müsste er die Spuren kreuzen. In dieser Hoffnung lief er los. Und wirklich, nach mühseligem Marsch aus laufen, gehen und sich schleppen, stand Heinz schließlich vor den feinen Strichen im scheinbar unferlosen Weiß. Nun folgte er den Spuren, so schnell er konnte bis zur Hütte. In der Schutzhütte herrschte weihnachtliche Stimmung. Das plötzliche Erscheinen von Heinz unterbrach das gesungene Lied.

Heinz: Schnell, helft mir. Mein Freund ist am Hang in einen Schneespalt gerutscht. Wir müssen ihn rausholen. Schnell!

Fred: Karsten, du holst den Hund, vergiss nicht den Schlitten. Jörg, wir fahren mit den Skien. Gebt ihm auch welche! Doch halt, wir dürfen das Wichtigste nicht vergessen: Lasst uns um Gottes Hilfe bitten.

Sprecher: Für kurze Zeit vereinigten sie sich im Gebet. Schnell war eine Suchtruppe aufgestellt, die sich auf Skiern, mit dem Hund Hasco, einem Schlitten und einigen Laternen auf den Weg machte. Da man im dichten Nebel nur schlecht Orientierung fand, verließ man sich auf Hasco, den Hund. Doch viel mehr verließen sie sich auf Gott, der in allen Lagen helfen konnte. Hasco witterte die Spuren von Heinz, die er beim Marsch zur Schutzhütte hinterließ. Plötzlich wurde er unruhig.

Fred: Halt, wir müssen uns schon an der Stelle vor der Schlucht befinden. Vorsicht, keiner geht weiter!

Heinz: Karl, Karl hörst du uns? Er wird ohnmächtig sein, oder er ist…

Sprecher: Heinz wagte nicht diesen Satz auszusprechen. Er malte sich die Folgen aus, die bei KarIs Tod entstehen würden. Bald ließ sich Fred, der Führer der Gruppe in die Schlucht abseilen. Schwach leuchteten die Laternen von oben in den Spalt. Da erblickte Fred Karl, der ohnmächtig, doch lebend auf dem Boden der Schlucht lag. Fred befestigte Karl sorgfältig am Seil und ließ ihn behutsam aus der Schlucht ziehen. Oben warteten auf Karl bereits Decken und Arznei. Nach dem auch Fred wieder aus der Schlucht geholt war, traten sie den Rückmarsch an. Hasco diente wieder zur Orientierung, sodass sie ohne große Schwierigkeiten wieder die Schutzhütte erreichten. Hier waren sie sicher, hier war es warm. Bald wachte Karl auf, sah sich um und schlief wieder ein. Alle schliefen schon, doch Heinz ließ immer noch die Angst nicht los. Was wäre wenn er nicht gebetet hätte? Was wäre wenn er sich nicht an die Skifahrer erinnert hätte? Was wäre wenn Karl, ja er selbst gestorben wäre? In seiner Angst wagte er es, nach langem innerlichem Kampf, vorsichtig Fred, den Gruppenführer, der zum Gebet aufforderte zu wecken.

Heinz: Fred, ich wollte dich eigentlich nicht wecken, aber weißt du, ich habe Angst. Angst die ich sonst nicht kenne.

Fred: Heinz, ich weiß. Du hast den ganzen Abend, als wir wieder hier waren, nichts gesagt.

Heinz: Fred, ich glaube Gott hat mein Gebet erhört. Ich glaube, dass es ihn gibt. Fred, aber ich habe Angst, Angst vor dem Tod!

Sprecher: In dieser Nacht durfte Heinz wahren Frieden mit Gott finden. Er sah in dem verlebten Vorfall einen tiefen Sinn, den Sinn, dass er durch jene Spuren im Schnee zu dieser Schutzhütte kam, in der ihm das ewige Leben geschenkt wurde. Karl aber wurde in dieser Nacht noch von schrecklichen Albträumen geplagt. Als er am Morgen hörte, was mit Heinz geschehen war, und sah wie furchtlos und fröhlich er nun war, wollte auch er nicht länger in der schrecklichen Angst vor dem ewigen Tod weiterleben. Auch er fand Jesus. So konnte Gott, wenn auch durch schwere Wege, den beiden wahre Freude schenken. Durch jene Spuren im Schnee ließ Gott es in ihren Herzen wirklich Weihnachten werden.

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