Archive for August, 2007

Aug 31 2007

Alles, was ihr tut, das tut von Herzen

Geschrieben von under Hochzeit

Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit für fünf Personen.

Autor:  Linda und Viktor waren seit 3 Jahren verheiratet. Sie hatten ein kleines Häuschen etwas außerhalb der Stadt, in einer ruhigen Lage. Jeder, der dieses Paar besuchte, merkte, daß hier der Friede herrschte und ein Miteinanderleben statt findet.

Viktor:  Oh, heute komme ich wieder mit Verspätung nach Hause. Hoffentlich macht Linda sich nicht zuviel Sorgen. Wie oft muß sie auf mich warten, doch sie hat mir noch nie Vorwürfe gemacht. Ah, ich bringe ihr mal eine Kleinigkeit mit, sie wird sich  bestimmt freuen. Da fällt mir noch was ein! Waldemar wollte ich ja um 7.00 Uhr heute abholen; wir wollten ein Krankenbesuch machen. Fast hätte ich es vergessen! Dann ist Linda wieder mal allein zu Hause!

Autor:  So in Gedanken versunken, merkte Viktor nicht einmal, daß er immer schneller wurde. Bald sah er auch das Haus. Es leuchtete ihm freundlich und einladend entgegen. Zu Hause begrüßte ihn Linda an der Tür.

Linda:  Wie gut, daß du da bist! Ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob was passiert ist. Komm, leg deine Jacke ab, wasch dich schnell. Das Essen steht schon auf dem Tisch.

Viktor:  Ja, ich wollte eigentlich pünktlich sein. Aber wir hatten noch einen eiligen Auftrag und dadurch hat sich alles etwas verzögert. Unterwegs fiel mir noch ein, daß ich heute noch mal weg muß. Habe ich dir schon erzählt, daß Onkel Harry einen Herzanfall hatte? Es geht ihm wohl  nicht so gut. Waldemar und ich wollten ihn kurz besuchen.

Linda:  Oh, und ich dachte, du bist mal ein Abend zu Hause. Naja, schade. Aber Onkel Harry wird sich bestimmt freuen. Dann mußt du dich aber beeilen, sonst ist Waldemar schon gleich hier und du bist noch nicht fertig.

Autor:  Es verging keine halbe Stunde und Viktor war schon wieder weg. In Gedanken versunken, arbeitete Linda in der Küche. Wieder mal kam alles anders, als sie es sich vorgestellt hatte.

Linda:  Und ich hatte mich schon so riesig auf den heutigen Abend gefreut. Der Dienstag ist fast der einzige Tag, wo Viktor mal ganz zu Hause bleibt. Diese Abende sind immer sehr schön. Doch ich will Viktor in seinen Diensten nicht im Wege stehen. Das hatte ich mir noch vor der Hochzeit vorgenommen. O. Harry wird sich bestimmt über den Besuch freuen. Was war das? Ich glaube, es hat an der Tür geklingelt. Wer es wohl sein mag ?!

Autor:  Als sie die Tür öffnete, stand Liesa, ihre Zwillingsschwester, vor ihr. Liesa und Helmut wohnten direkt in der Nachbarschaft und trotzdem sah man sich nicht oft.

Linda:  Liesa, du kommst mal vorbei? Das ist ja prima! Ich bin heut gerade allein zu Hause. Und wo ist Helmut, wollte er nicht mitkommen?

Liesa:  Hallo, Schwester! Ich habe schon häufiger daran gedacht, mal reinzuschauen. Und heute wurde mir der Abend zu Hause einfach zu lang. Helmut ist in seiner Werkstatt, bastelt an irgendeinem Metallstück herum. Naja, dachte ich, dann lauf ich mal schnell rüber.

Linda:  Es war eine sehr gute Idee. Komm doch weiter, hier, ins Wohnzimmer.

Liesa:  Oh, das ist ja ein hübscher Strauß. hattet ihr Besuch?

Linda:  Nein, den Strauß hat Viktor heut mitgebracht. Er verwöhnt mich immer mehr. Und immer wieder freue ich mich riesig über diese Überraschung.

Liesa:  Linda, weiß du, eigentlich wollte ich mit dir etwas besprechen. Mich interssiert euer Leben. Ich habe ja eine gute Gelegenheit, euch ein bißchen zu beobachten. Wie ist das möglich, daß ihr immer froh und zufrieden sein? Habt ihr noch nie miteinander Streit gehabt? Ich meine, ist Viktor immer zufrieden mit dir? Und du mit ihm auch? Und noch eins: Wie verhältst du dich, wenn dein Mann nicht pünktlich von der Arbeit nach Hause kommt?

Linda:  So viele Fragen auf einmal. Erzähl doch erstmal wie es euch geht.

Liesa:  Ach, weißt du es wird immer schlimmer. Fast jeden Tag haben wir Streit. Nur als Bleispiel: Heute Morgen, ging Helmut, ohne mir ein Wort zu sagen, zur Arbeit. Und schuld war der Vorabend. Er wollte nämlich pünktlich, um 18.00 Uhr zu Hause sein. Ich hatte schon alles vorbereitet und wartete auf ihn. Ja, mein Mann kam nach Hause, aber erst um 20.00 Uhr. Ich war schon tüchtig geladen und ärgerlich. Und wie er aussah?! Ganz voller Heu und Staub. " Ich habe Stefan geholfen, das Heu wegzuräumen", sagte er. " Könntest du vielleicht meine Kleider heute in die Waschmaschine stecken?" Da platzte mir die Geduld. " Nein, das werde ich heute nicht mehr tun ", sagte ich ganz ärgerlich" "Wenn du es möchtest , stell selber die Waschmaschine an." Weißt du, Linda, der ganze Abend war verdorben.

Linda:  Wie hat denn Helmut auf diese unfreundliche Begrüßung reagiert? Was hat er gesagt?

Liesa:  Gar nichts. Er drehte sich um und ging raus. Heute Morgen sah ich, daß auch die Wäsche gewaschen war.

Linda:  Liesa, was meinst du, wer ist schuld daran, daß ihr euch nur noch streitet?

Liesa:  Ich weiß nicht, ich nicht…

Linda:  Weißt du, Viktor ist gestern auch erst so spät nach Hause gekommen. Er hat nämlich auch beim Heu wegfahren geholfen. Du weißt doch, daß Stefan sich den Arm gebrochen hat, da ist er ja auf fremde Hilfe angewiesen. Und es war auch schon fast zu spät. Bald wird es regnen, dann würde alles naß werden. Weißt du, als Viktor gestern dann nach Hause kam, war ich nur froh, daß mit ihm nichts passiert war. Wir haben es als ein Dienst gesehen und waren Gott dankbar für die Möglichkeit, ihm zu dienen. Und noch ein Beispiel: letzte Woche wurde ich zu einer schwerkranken Frau gerufen. Als ich nach Hause kam, war es fast 21.00 Uhr. Viktor wußte ja nichts davon und hatte sich schon Sorgen gemacht. Das Abendbrot war fertig. Wir haben Gott gedankt, daß er uns für diesen Dienst fähig gemacht hat. Ich habe mir versprochen, Viktor nie ein Hindernis in seinen Diensten für Gott zu sein. Und der Herr belohnt es. Jeden Tag wiederholen wir den Vers: "Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen."

Autor:  Es wurde still im Zimmer. Jeder dachte über die gesagten Worte nach. Liesa wurde klar, daß es ihr Fehler war.

Liesa:  Linda, ich werde jetzt nach Hause gehen. Du hast mir gezeigt, was ich ändern muß. Ich will es anders versuchen.

Autor:  Als Liesa nach Hause kam, war Helmut immer noch in der Werkstatt. Nun wollte sie es sofort anders machen. Sie bat Gott um Vergebung und Kraft, daß gemeinsame Leben anders zu gestalten. Dann deckte sie den Tisch und wartete auf ihren Mann. Als er zur Tür hereinkam, begrüßte Liesa ihn mit einem Lächeln.

Liesa:  Helmut, gut, daß du da bist. Komm, wasche dich schnell und  setz dich an den Tisch. Du hast solange gearbeitet und hast bestimmt riesigen Hunger.

Autor:  Bei dem Essen mußte Helmut immer wieder zu seiner Frau rüberschauen. Was ist denn geschehen? So freundlich ist sie schon lange nicht mehr gewesen.

Liesa:  Helmut, ich muß dir noch etwas sagen. Heute war ich bei Linda und sie hat mir einiges deutlich gemacht. Ich habe gemerkt, daß ich so vieles in unsere Ehe falsch gemacht habe.

Helmut:  Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag. Ich habe fast die ganze Nacht nicht geschlafen und über vieles nachgedacht. Ich habe auch gebetet, der Herr möge uns doch helfen, eine bessere Ehe zu führen.

Liesa:  Ich habe heute gemerkt, daß ich dir keine Gehilfin war, mehr ein Hindernis in den Diensten. Ich störte dich daran, Gutes zu tun. Vergib mir bitte, von heute soll es anders werden.

Autor:  Sie beteten noch gemeinsam. Der Herr hat auch sie gesegnet und ihnen ein gutes und ein segensreiches Eheleben gegeben.

Liebe …………… und …………….. . (Namen einsetzen) Ihr beide habt auch Dienste in der Gemeinde. Dienste brauchen Zeit, das habt ihr bestimmt schon gemerkt. Wir wünschen euch, daß ihr euch gegenseitig immer wieder unterstützt, und immer wieder neu Mut macht in dem Dienst für den Herrn. Denkt daran:" Alles, was ihr tut, daß tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen."

 

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Aug 30 2007

Die Predigt der Natur

Geschrieben von under Gottes Wort,Hochzeit

Die Predigt der Natur, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit oder Gottes Wort für zwei Personen.

Gellert:  Bist Du fertig?

Demetrie:  Ja, die Wanderschuhe sitzen fest. Ich denke wir können losmarschieren. Hast Du das Wasser eingepackt?

Gellert:  Ist im Rucksack. Komm! (stehen auf gehen) Ich freue mich schon richtig endlich mal zu wandern. Das letzte Mal in der Schlucht bei St. Gallen hat mir die Schönheit der Natur so imponiert, daß ich nach den vorigen Abneigungen dagegen umgestiegen bin. Jetzt wandere ich gerne.

Demetrie:  Stimmt, damals waren wir beide ganz still vor Staunen. Ich denke die Route heute wird uns ebenfalls überraschen.

Gellert:  (begeistert) Ja, es sollen einige überwältigende Wasserfälle dabei sein, habe ich mir sagen lassen. Aber was sehe ich da?! (leicht ärgerlich) Demetrie, ich wette, du hast zu diesem Frühlingsmarsch deine Bibel wieder eingesteckt.

Demetrie:  Ja. (nickt)

Gellert:  Demetrie hör doch endlich mit dieser Verbohrtheit auf. Schau dich doch mal um (ausholende Gestik). Hier dieser Wald mit den zarten Grüntönen, die Blätter und ersten Gräsern, die Wiesen die Bächen und Flüsse. Das ist meine Bibel. Da werde ich ganz frei und unbekümmert, die Nöte der Zeit fallen ab und verlieren die Bedeutung. Da habe ich das Gefühl, als redete Gott mit mir und wanderte neben mir her.

Demetrie:  Da brauchst du nicht gleich so sauer zu werden. Außerdem, geh nicht so schnell. Aber Recht hast du schon, auch mir geht es so. Du weißt, daß ich nicht zu den Leuten gehöre, die sich in einer schwatzenden und wimmelnden Menschenmenge wohl fühlen. Mir ist ein stiller Waldweg lieber, als eine lärmende Bierbank. Hier ist eine Bank. Laß uns Pause machen und ich erzähle dir ein Erlebnis, daß mich gelehrt hat nicht zu denken, die Natur sei ein Gott. (beide setzen sich) Vor einigen Jahren starb meine Mutter. Ich kann dir nicht sagen, was mir meine Mutter bedeutete. Nach dem Tod hatte ich das Gefühl, als wäre alle Farbe, alle Freude aus meinem Leben gewischt. Damals bin ich in dem Schmerz in den Wald gelaufen. Aber- die Stille machte es noch schlimmer. Sie weckte 1000 Erinnerungen in mir auf und traf mich mit der Wucht der Einsamkeit und des Verlustes. Trotz der Stille schrie mir jeder Meter den Tod entgegen. Danach bin ich nach Hause gelaufen. Als ich ins Zimmer komme fällt mein Blick als erstes auf den leeren Stuhl und das kleine Nachtschränkchen und darauf lag Mutters Bibel. Oft hatte ich sie beim lesen beobachtet und entdeckt, welche Freude dabei in ihr aufstieg. Es trieb mich dazu, hinzugehen und ebenfalls zu lesen. Ich schlug eine Seite auf und da stachen mir folgende Worte ins Auge: "Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch." Das hat mich erstaunt. Das also muß wirklicher Friede sein. Der Friede von Gott. Kein anderer Schmerz wird nicht gelindert durch die Natur, sondern durch Jesus.

Gellert:  (brummig) Ich kann nur die Bibel lesen, die ich verstehe Deine verstehe ich nicht. Aber wenn ich sehe wie die Natur aus dem starren Wintertod zum Leben erwacht, dann ergreift mich das. Welche Macht, die aus dem Tod neues Leben schafft.

Demetrie:  (überlegt, sagt sinnend) Ja, welche Allmacht die aus dem starren Tod neues Leben schafft. Das ist eine gute Predigt der Natur. Das kann man mit dir vergleichen. Auch du bist, biblisch gesehen im starren Tod, weil du dich wehrst gegen das was Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt". Ganz sicher kann Gott dich aus dem Tod erwecken zu einem Leben in seiner Führung. Da kann es auch zu einem Frühling kommen. Nicht die Natur, oder andere imposante Gelegenheiten, Umstände sondern der Gott der Bibel ist mein Gott!!

Gellert:  (zum Brautpaar gewandt) ……….. und ………… ich gehe davon aus, daß ihr beide Bibelleser seid. Demnach kennt ihr den Gott der Bibel. Auch bei uns in den Gottesdiensten wird immer wieder darauf hingewiesen, wer der einzige Gott ist. Auch nach Jahren soll euch eins wichtig sein. Nicht ein Hobby, nicht Beschäftigungen welcher Art auch immer, nicht die Kinder, so wichtig sie sind; ist der Sinn des Lebens, sondern Euer Leben in der Heiligung vor Gott. Nie darf irgendetwas mehr Aussagekraft, mehr Bedeutung als die Bibel haben. Sie allein beansprucht, weil sie Gottes Wort ist, die vollkommene Autorität.

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Aug 30 2007

Der Korndieb

Geschrieben von under Erntedankfest,Hochzeit

Der Korndieb, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit oder Erntedankfest für fünf Personen.

Sprecher: Der milde Herbst ist ins Land gezogen und hat die Blätter der Bäume bunt gemalt und die Felder der Bauern mit dicken, großen Ähren übersäht. Die dünnen Weizenhalme beugen sich tief unter der schweren Last der Körner, und rauschen sanft im warmen Wind. Schonfrüh am Morgen ist Herr Winkelmann mit dem Mähdrescher hinausgefahren um die Felder abzuernten. Den ganzen Tag arbeitet er hart, doch es hat sich gelohnt. Am Abend ist der Dachboden der Scheune bis auf den letzten Winkel mit Weizensäcken für den Winter gefüllt.

(Bauer und Bäuerin sitzen am Tisch)

Bauer: Anneliese, wie bin ich froh, daß das Wetter heute so gut mitgemacht hat; es hat nicht einmal geregnet.

Bäuerin: Ja, dieses Jahr hat Gott unsere Ernte besonders reich gesegnet. Es wird für den ganzen Winter reichen

Nachbar: (Klopft und kommt stürmisch rein) Nachbar, auf deinem Kornboden ist ein Dieb, ich habe die Leiter weggezogen. Wenn du dich beeilst, bekommst du ihn noch, so schnell kommt er da nicht runter!

Bauer: (ruhig) Das ist doch seltsam! Gut ich weiß Bescheid. Gehe ruhig nach Hause, ich werde schon allein mit ihm fertig.

Nachbar: Soll ich nicht doch mitkommen?

Bauer: Nein, das erledige ich schon.

Sprecher: Ruhig steht Herr Winkelmann auf, holt die Taschenlampe und geht zur Scheune. Er stellt die Leiter an den Scheunenboden und steigt hinauf. Richtig, im Lichtkegel der Lampe steht der Dieb. Er ist bleich und wagt nicht aufzuschauen.

Bauer: Guten Abend, Freund! Das ist ja ein später Besuch. Du hättest immerhin zur Tageszeit kommen können. Komm mit mir nach unten, wir gehen ins Haus. Meine Frau macht uns gleich einen heißen Tee und Kuchen haben wir auch noch da.

Dieb: (stotternd) Ich, ich möchte nicht!

Bauer: Nun komm schon. Du hast sicher Hunger; wer so schwere Säcke geschleppt hat wie du, der muß auch etwas essen! Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Komm, nimm den Sack und folge mir. Das Korn gehört mir nicht, nimm es nur!

Dieb: Aber sicher gehört es Ihnen!

Bauer: Nein, nein, es gehört Gott, der hat es mir nur geliehen. Du hast es nicht mir sondern Gott gestohlen.

Sprecher: Noch immer sträubt sich der Mann, aber wie peinlich es ihm auch ist, er muß den Sack hinuntertragen und folgt dem Bauer ins Haus.

Bauer: Anneliese, komm schnell her. Wir haben einen Gast bekommen!

Bäuerin: Guten Abend! Willkommen bei uns!

Dieb: (beschämt) Guten Abend.

Bauer: Deck schnell den Tisch, wir wollen noch alle gemeinsam von deinem frischgebackenen Kuchen essen.

Bäuerin: Ja, ich beeile mich. Setzt euch doch schon mal an den Tisch.

Sprecher: Beschämt nimmt der Mann an dem Küchentisch Platz und beobachtet, wie die Frau den Tisch deckt. Dann faltet der Bauer die Hände und spricht ein Tischgebet.

Bauer: Lang zu, mein Freund, laß es dir gut schmecken! Den Apfelkuchen hat mein Frau heute gebacken; die Äpfel sind aus unserem Garten.

Sprecher: Aber der Gast schüttelt den Kopf; wie soll er einen Bissen hinunterbekommen? Beschämt starrt er auf das Kuchenstück, daß ihm der Bauer auf den Teller gelegt hat. Warum ist er nur so freundlich und kameradschaftlich? Dem Dieb wird immer unwohler in seiner Haut, am liebsten hätte er sich in ein Mauseloch verkrochen. Er versucht sich zusammenzunehmen und würgt dann doch den Kuchen hinunter.

Dieb: (steht auf) Vielen Dank für den Kuchen, ich muß jetzt los.

Bauer: Wie du meinst. Es war nett dich kennenzulernen. Soll ich dich mit der Kutsche nach Hause fahren? Es ist schon dunkel geworden und du hast noch einen weiten Weg vor dir!

Dieb: Ach nein ich gehe zu Fuß!

Bauer: Aber Freund es ist schon sehr spät. Komm ich bringe dich. Ich tue es gern. (zu seiner Frau) Anneliese, ich bin gleich wieder da, ich bringe unseren Gast nach Hause.  (zu dem Dieb) Komm, gehen wir.

Dieb: (zu der Frau) Gute Nacht.

Bauer: Warum nimmst du den Sack mit dem Korn nicht mit? Nimm ihn!

Dieb: (stammelnd) Nein, ich …. ich will nicht!

Bauer: Nein, nein es bleibt dabei. Ich halte mein Wort. Du hast einmal das Korn gestohlen und ich mag’s nicht wiederhaben.

-Musik-

Sprecher: Am nächsten Morgen klopft jemand schon früh an der Tür des Bauern.

Bauer: Guten Morgen mein Freund, was führt dich schon so früh zu mir? Komm herein. – (zeigt auf den Stuhl) nimm Platz.

Dieb: Danke . Ich – ich hab keine Ruhe, die ganze Nacht habe ich kein Auge zugemacht. Ich mußte immer wieder an Sie denken. Ich kann nicht verstehen, warum Sie so freundlich waren, obwohl ich ihnen Böses getan habe. Warum tun Sie das?

Bauer: Ganz einfach, mein Meister verlangt es von mir. Der Herr Jesus sagt in der Bibel : Vergelte nicht Böses mit Bösem, sondern vergelte das Böse mit Gutem. Und ich möchte mich daran halten.

Dieb: Es tut mir wirklich leid, daß ich Sie bestohlen habe; ich will es auch nie wieder tun. Durch Ihr Verhalten bin ich zum Nachdenken über mein Leben gekommen und habe viel Schuld bei mir gefunden! Ich möchte ein neues Leben anfangen. Sag mal, könnten Sie mir nicht mehr von diesem Jesus erzählen?

Sprecher: Liebes Brautpaar, wir wünschen euch Kraft, das Böse mit Gutem zu vergelten, denn dadurch könnt ihr durch euren Wandel ein Wegweiser zu Jesus sein.

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Aug 29 2007

Über deinem Dach ist des Herrn Dach

Geschrieben von under Erntedankfest

Über deinem Dach ist des Herrn Dach, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest für vier Personen.

Sprecher: An einem Sonntag in der Ernte hatte ein Bauer im Emmental viel Korn draußen auf dem Feld liegen. Als er am Nachmittag an den Bergen Wolken aufziehen sah, rief er das Gesinde zusammen und sagte:

Bauer: Rasch hinaus, gehäufelt und gebunden, es wettert auf den Abend, bringen wir tausend Garben trocken ein, so gibt’s danach Wein genug.

Sprecher: Diese Worte hörte seine 80jährige Großmutter. Mühsam, auf zwei Stöcke gestützt, kam sie daher und sagte:

Großmutter: Johannes, Johannes, was denkst du? So lange ich mich zurückerinnern mag, ward hier am Sonntag nie eine Handvoll eingeführt, und meine Großmutter hat mir gesagt, sie wisse auch nichts davon, und doch sei immer Segen dabei gewesen, und von Mangel haben wir hier nichts gewusst. Und wenn es noch Not am Mann wäre, Johannes, ein nass Jahr!… Aber trocken war’s bis dahin, und trocken wird es wieder werden, und Nasswerden schadet dem Korn nicht. Und würde es ihm schaden, so hast du zu denken. Der Herr, der das Korn gegeben, gibt auch den Regen… und wie er’s gibt, hast du es anzunehmen. Johannes, tu es nicht, ich bitte dich!

Sprecher: Das Gesinde hatte umhergestanden. Die Alten machten ernsthafte Gesichter, die Jungen aber lachten nur und meinten, das Altväterische sei abgetan, jetzt sei es eine neue Welt.

Bauer: Großmutter, hab nicht Kummer? Alles muss einmal zum erstenmal geschehen. Unserem Herrgott wird das nicht viel ausmachen ob wir heute schaffen oder schlafen, und ebenso lieb wird ihm das Korn unterm Dach als der Regen sein. Was drin ist, ist drin. Man braucht deswegen nicht Kummer zu haben; denn wie es morgen sein wird, weiß niemand. Los, Buben, auf und gebunden, die Zeit wartet nicht.

Großmutter: Johannes, Johannes!

Sprecher: Aber der junge Bauer hörte nicht auf seine Großmutter, und während sie betete und weinte, führte Johannes Garben ein, Fuder um Fuder; mit Flügeln schienen Menschen und Tiere angetan. Tausend Garben waren unter Dach, als die ersten Regenstropfen fielen. Schwer, als wären es Pfundsteine, fielen sie auf die dürren Schindeln. Der Bauer trat mit seinem Leuten in die Stube.

Bauer: Jetzt, Großmutter, jetzt ist alles unter Dach, und alles ist gut gegangen, mag es stürmen, wie es will, und morgen schön oder bös Wetter sein, ich hab’s unter meinem Dach.

Großmutter: Johannes, aber über deinem Dach ist des Herrn Dach.

Sprecher: Als die Großmutter das sagte wurde es hell in der Stube, dass man die Fliegen sehen konnte an der Wand und ein Donner schmetterte übers Haus, als ob er alles mit einem Streich in Millionen Splitter zerschlagen würde.

Knecht: Es hat eingeschlagen!

Sprecher: Alles stürzte zur Tür hinaus. Das Haus stand in vollen Flammen. Aus dem Dach heraus brannten bereits die eingeführten Garben. Alle stürzten durcheinander. Wie vom Blitz geschlagen war auch jede Besonnenheit. Die alte Großmutter allein behielt klare Besinnung; sie griff nach ihren beiden Stöcken sonst nach gar nichts, suchte die Tür und einen sicheren Platz und betete:

Großmutter: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme Schaden an seiner Seele.

Sprecher: Das Haus brannte ab bis auf den Boden. Gerettet wurde nichts. Auf der Brandstätte stand Bauer und sprach:

Bauer: Ich hab’s unter meinem Dach. Aber über deinem Dach ist des Herrn dach, hat die Großmutter gesagt.

Sprecher: Und seit dieser Stunde sagte er nichts mehr als das.

Bauer: Ich hab’s unter meinem Dach, aber über deinem Dach ist des Herrn Dach, hat die Großmutter gesagt.

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