Aug 31 2007
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit für fünf Personen.
Autor: Linda und Viktor waren seit 3 Jahren verheiratet. Sie hatten ein kleines Häuschen etwas außerhalb der Stadt, in einer ruhigen Lage. Jeder, der dieses Paar besuchte, merkte, daß hier der Friede herrschte und ein Miteinanderleben statt findet.
Viktor: Oh, heute komme ich wieder mit Verspätung nach Hause. Hoffentlich macht Linda sich nicht zuviel Sorgen. Wie oft muß sie auf mich warten, doch sie hat mir noch nie Vorwürfe gemacht. Ah, ich bringe ihr mal eine Kleinigkeit mit, sie wird sich bestimmt freuen. Da fällt mir noch was ein! Waldemar wollte ich ja um 7.00 Uhr heute abholen; wir wollten ein Krankenbesuch machen. Fast hätte ich es vergessen! Dann ist Linda wieder mal allein zu Hause!
Autor: So in Gedanken versunken, merkte Viktor nicht einmal, daß er immer schneller wurde. Bald sah er auch das Haus. Es leuchtete ihm freundlich und einladend entgegen. Zu Hause begrüßte ihn Linda an der Tür.
Linda: Wie gut, daß du da bist! Ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob was passiert ist. Komm, leg deine Jacke ab, wasch dich schnell. Das Essen steht schon auf dem Tisch.
Viktor: Ja, ich wollte eigentlich pünktlich sein. Aber wir hatten noch einen eiligen Auftrag und dadurch hat sich alles etwas verzögert. Unterwegs fiel mir noch ein, daß ich heute noch mal weg muß. Habe ich dir schon erzählt, daß Onkel Harry einen Herzanfall hatte? Es geht ihm wohl nicht so gut. Waldemar und ich wollten ihn kurz besuchen.
Linda: Oh, und ich dachte, du bist mal ein Abend zu Hause. Naja, schade. Aber Onkel Harry wird sich bestimmt freuen. Dann mußt du dich aber beeilen, sonst ist Waldemar schon gleich hier und du bist noch nicht fertig.
Autor: Es verging keine halbe Stunde und Viktor war schon wieder weg. In Gedanken versunken, arbeitete Linda in der Küche. Wieder mal kam alles anders, als sie es sich vorgestellt hatte.
Linda: Und ich hatte mich schon so riesig auf den heutigen Abend gefreut. Der Dienstag ist fast der einzige Tag, wo Viktor mal ganz zu Hause bleibt. Diese Abende sind immer sehr schön. Doch ich will Viktor in seinen Diensten nicht im Wege stehen. Das hatte ich mir noch vor der Hochzeit vorgenommen. O. Harry wird sich bestimmt über den Besuch freuen. Was war das? Ich glaube, es hat an der Tür geklingelt. Wer es wohl sein mag ?!
Autor: Als sie die Tür öffnete, stand Liesa, ihre Zwillingsschwester, vor ihr. Liesa und Helmut wohnten direkt in der Nachbarschaft und trotzdem sah man sich nicht oft.
Linda: Liesa, du kommst mal vorbei? Das ist ja prima! Ich bin heut gerade allein zu Hause. Und wo ist Helmut, wollte er nicht mitkommen?
Liesa: Hallo, Schwester! Ich habe schon häufiger daran gedacht, mal reinzuschauen. Und heute wurde mir der Abend zu Hause einfach zu lang. Helmut ist in seiner Werkstatt, bastelt an irgendeinem Metallstück herum. Naja, dachte ich, dann lauf ich mal schnell rüber.
Linda: Es war eine sehr gute Idee. Komm doch weiter, hier, ins Wohnzimmer.
Liesa: Oh, das ist ja ein hübscher Strauß. hattet ihr Besuch?
Linda: Nein, den Strauß hat Viktor heut mitgebracht. Er verwöhnt mich immer mehr. Und immer wieder freue ich mich riesig über diese Überraschung.
Liesa: Linda, weiß du, eigentlich wollte ich mit dir etwas besprechen. Mich interssiert euer Leben. Ich habe ja eine gute Gelegenheit, euch ein bißchen zu beobachten. Wie ist das möglich, daß ihr immer froh und zufrieden sein? Habt ihr noch nie miteinander Streit gehabt? Ich meine, ist Viktor immer zufrieden mit dir? Und du mit ihm auch? Und noch eins: Wie verhältst du dich, wenn dein Mann nicht pünktlich von der Arbeit nach Hause kommt?
Linda: So viele Fragen auf einmal. Erzähl doch erstmal wie es euch geht.
Liesa: Ach, weißt du es wird immer schlimmer. Fast jeden Tag haben wir Streit. Nur als Bleispiel: Heute Morgen, ging Helmut, ohne mir ein Wort zu sagen, zur Arbeit. Und schuld war der Vorabend. Er wollte nämlich pünktlich, um 18.00 Uhr zu Hause sein. Ich hatte schon alles vorbereitet und wartete auf ihn. Ja, mein Mann kam nach Hause, aber erst um 20.00 Uhr. Ich war schon tüchtig geladen und ärgerlich. Und wie er aussah?! Ganz voller Heu und Staub. " Ich habe Stefan geholfen, das Heu wegzuräumen", sagte er. " Könntest du vielleicht meine Kleider heute in die Waschmaschine stecken?" Da platzte mir die Geduld. " Nein, das werde ich heute nicht mehr tun ", sagte ich ganz ärgerlich" "Wenn du es möchtest , stell selber die Waschmaschine an." Weißt du, Linda, der ganze Abend war verdorben.
Linda: Wie hat denn Helmut auf diese unfreundliche Begrüßung reagiert? Was hat er gesagt?
Liesa: Gar nichts. Er drehte sich um und ging raus. Heute Morgen sah ich, daß auch die Wäsche gewaschen war.
Linda: Liesa, was meinst du, wer ist schuld daran, daß ihr euch nur noch streitet?
Liesa: Ich weiß nicht, ich nicht…
Linda: Weißt du, Viktor ist gestern auch erst so spät nach Hause gekommen. Er hat nämlich auch beim Heu wegfahren geholfen. Du weißt doch, daß Stefan sich den Arm gebrochen hat, da ist er ja auf fremde Hilfe angewiesen. Und es war auch schon fast zu spät. Bald wird es regnen, dann würde alles naß werden. Weißt du, als Viktor gestern dann nach Hause kam, war ich nur froh, daß mit ihm nichts passiert war. Wir haben es als ein Dienst gesehen und waren Gott dankbar für die Möglichkeit, ihm zu dienen. Und noch ein Beispiel: letzte Woche wurde ich zu einer schwerkranken Frau gerufen. Als ich nach Hause kam, war es fast 21.00 Uhr. Viktor wußte ja nichts davon und hatte sich schon Sorgen gemacht. Das Abendbrot war fertig. Wir haben Gott gedankt, daß er uns für diesen Dienst fähig gemacht hat. Ich habe mir versprochen, Viktor nie ein Hindernis in seinen Diensten für Gott zu sein. Und der Herr belohnt es. Jeden Tag wiederholen wir den Vers: "Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen."
Autor: Es wurde still im Zimmer. Jeder dachte über die gesagten Worte nach. Liesa wurde klar, daß es ihr Fehler war.
Liesa: Linda, ich werde jetzt nach Hause gehen. Du hast mir gezeigt, was ich ändern muß. Ich will es anders versuchen.
Autor: Als Liesa nach Hause kam, war Helmut immer noch in der Werkstatt. Nun wollte sie es sofort anders machen. Sie bat Gott um Vergebung und Kraft, daß gemeinsame Leben anders zu gestalten. Dann deckte sie den Tisch und wartete auf ihren Mann. Als er zur Tür hereinkam, begrüßte Liesa ihn mit einem Lächeln.
Liesa: Helmut, gut, daß du da bist. Komm, wasche dich schnell und setz dich an den Tisch. Du hast solange gearbeitet und hast bestimmt riesigen Hunger.
Autor: Bei dem Essen mußte Helmut immer wieder zu seiner Frau rüberschauen. Was ist denn geschehen? So freundlich ist sie schon lange nicht mehr gewesen.
Liesa: Helmut, ich muß dir noch etwas sagen. Heute war ich bei Linda und sie hat mir einiges deutlich gemacht. Ich habe gemerkt, daß ich so vieles in unsere Ehe falsch gemacht habe.
Helmut: Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag. Ich habe fast die ganze Nacht nicht geschlafen und über vieles nachgedacht. Ich habe auch gebetet, der Herr möge uns doch helfen, eine bessere Ehe zu führen.
Liesa: Ich habe heute gemerkt, daß ich dir keine Gehilfin war, mehr ein Hindernis in den Diensten. Ich störte dich daran, Gutes zu tun. Vergib mir bitte, von heute soll es anders werden.
Autor: Sie beteten noch gemeinsam. Der Herr hat auch sie gesegnet und ihnen ein gutes und ein segensreiches Eheleben gegeben.
Liebe …………… und …………….. . (Namen einsetzen) Ihr beide habt auch Dienste in der Gemeinde. Dienste brauchen Zeit, das habt ihr bestimmt schon gemerkt. Wir wünschen euch, daß ihr euch gegenseitig immer wieder unterstützt, und immer wieder neu Mut macht in dem Dienst für den Herrn. Denkt daran:" Alles, was ihr tut, daß tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen."