Archive for August 22nd, 2007

Aug 22 2007

Allein entscheiden?

Geschrieben von under Hochzeit,Liebe

Sprecher:  Jochen und Bettina hatten eine größere Wohnung bekommen. Die Einrichtung war ziemlich komplett, nur im Eßzimmer fehlte noch der Glasschrank.

Verkäufer:  Nun, ich kann noch eine Vitrine anbieten. Sie ist allerdings etwas größer als die Sie zuvor gesehen haben.

Jochen:  Die gefällt mir. Bettina, ist die nicht schön?!

Bettina:  Ja, aber die ist zu…

Jochen:  (wendet sich an den Verkäufer, unterbricht Bettina) Sagen Sie, was kostet diese Vitrine?

Verkäufer:  Sie kostet 499,-€.

Jochen:  Ich denke, wir nehmen diese. Sie sagt mir mehr zu.

Bettina:  Aber Jochen, die paßt doch gar nicht…

Jochen:  Was meinst du, die paßt nicht? Die Wand ist doch 3,40 m breit. Das reicht für dieses Möbelstück. (wendet sich an den Verkäufer) Wann können wir die Vitrine abholen oder haben Sie noch welche auf dem Lager.

Verkäufer:  Moment mal. Da müßte ich einmal nachsehen. (geht)

Bettina:  Aber diese paßt nicht zu unserer Einrichtung. Eine schwarze Vitrine im Eßzimmer, wo sonst alles andere Möbel "Eiche hell" ist! Die andere paßt besser zu unserem Stil.

Jochen:  Die war doch kleiner. Hier kannst du viel mehr unterbringen.

Bettina:  Die andere kostete nur 300 €. Wir müssen doch auch an unseren Geldbeutel denken.

Verkäufer:  (kommt wieder) Wir haben noch eine im Lager.

Jochen:  Gut. Vielen Dank für Ihre Beratung.

Sprecher:  Das junge Ehepaar verließ das Möbelhaus. Bettina überlegte, wie sie Jochen überzeugen konnte, daß die zuletzt gesehene Vitrine nicht so gut war. Jochen dagegen plante schon den nächsten Urlaub. Während er über verschiedene Reiseziele erzählte, merkte er nicht, wie wortkarg Bettina auf dem Heimweg war.

-Musik-

Bettina:  Jochen ist immer noch nicht da. Ich warte schon seit einer Stunde auf ihn. Er sagt mir doch sonst immer, wenn er Überstunden machen muß. Das Essen wird schon kalt. Dann lohnt es sich nicht mehr zu dem Möbelmarkt zu fahren.

Jochen:  (kommt eilig heran) Hallo Bettina! Na, du wartest sicher schon lange auf mich. Ich muß im Eßzimmer etwas Platz machen, damit ich die Vitrine aufstellen kann.

Bettina:  Was? Die Vitrine?

Jochen:  Da staunst du, nicht wahr? Ja, ich bin sofort nach der Arbeit zum Möbelhaus gefahren und habe die schwarze Vitrine gekauft, die uns gestern so gut gefiel.

Bettina:  Du meinst, die dir gut gefiel.

Jochen:  Ja, schau mal. Hier ist Platz genug. Jetzt kannst du endlich all dein Geschirr unterbringen. Das hast du dir doch schon lange gewünscht.

Sprecher:  Bettina war enttäuscht, aber sie wollte Jochens Freude nicht verderben und schwieg. Auch das Abendessen verlief recht schweigsam. Anschließend ging Bettina zur Chorprobe, während Jochen die Vitrine aufbaute. Er hatte gerade seine Arbeit beendet, als es klingelte. Sein Freund Helmut stand vor der Tür.

Jochen:  Hallo, Helmut, schön, daß du kommst.

Helmut:  Hallo, ich habe dich schon lange nicht gesehen und da Ellen heute Spätschicht hat, wollte ich mal bei dir hereinschauen. Du scheinst aber beschäftigt zu sein?

Jochen:  Nun, ich bin gerade mit der Arbeit fertig. Unsere neue Vitrine steht.

Helmut:  Nicht schlecht. Sie fällt richtig auf.

Jochen:  Vor allem kann man eine Menge Geschirr unterbringen. Das hat sich Bettina immer gewünscht. Aber..

Helmut:  Was aber?

Jochen:  Ich glaube, ihr gefällt dieser Glasschrank gar nicht.

Helmut:  Wie, habt ihr ihn nicht zusammen ausgesucht?

Jochen:  Sagen wir mal, sie war dabei, aber ich habe ihn gekauft. Ich wollte sie damit überraschen. Ich dachte, wenn sie erst einmal zu Hause steht, wird diese Vitrine ihr schon gefallen.

Helmut:  Und? Wie hat sie reagiert?

Jochen:  Sie war überrascht, doch sagte sie nichts.

Helmut:  Ich glaube, du hast etwas zu voreilig gehandelt.

Jochen:  Vielleicht.

Helmut:  Weißt du, in letzter Zeit beschäftige ich mich mit dem Philipperbrief. Kapitel 2,2 u. 3 ist mir gerade in Bezug auf unsere Ehe wichtig geworden. Wir können es ja jetzt lesen.

Jochen:  Ja, gerne. (schlägt die Bibel auf, liest) "So macht meine Freude dadurch vollkommen, daß ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst."

Helmut:  Besonders der letzte Teil sprach mich an: achte einer den andern höher als sich selbst. Ich überlegte, wie ich Ellen meine Achtung zeigen kann. Dabei fiel mir auf, daß ich für Ellen zu wenig Zeit hatte, weil ich mich zu sehr mit meinen Hobbys beschäftigte.

Jochen:  Hm, so habe ich es noch nicht gesehen. Es stimmt. Ich wollte, daß Bettina mich beim Aussuchen begleitete. Aber die Entscheidung habe ich alleine getroffen, weil ich meinte, es besser beurteilen zu können. Ich wollte ihre Zustimmung. In den Worten dieses Verses gesprochen, habe ich meine Ehre gesucht. Hätte ich sie höher geachtet als mich, hätte ich sie mitreden lassen.

Helmut:  O, Jochen, es ist schon spät. Ich muß Ellen von der Arbeit abholen. Auf Wiedersehen!

Jochen:  Auf Wiedersehen! (Helmut geht) Bettina muß ja auch gleich von der Chorprobe kommen. Ich möchte die Sache noch heute Abend regeln.

Bettina:  (kommt dazu) Hallo, Jochen. O, die Vitrine steht schon. Du hast gute Arbeit geleistet.

Jochen:  Bettina, es tut mir leid, daß ich so eigenmächtig gehandelt habe. Ich hätte mit dem Kauf warten und mit dir darüber sprechen müssen. Statt dessen habe ich dich enttäuscht. Kannst du es mir verzeihen?

Bettina:  Gerne vergebe ich dir. Weißt du, ich habe während der Probe überlegen müssen, weshalb es bei uns zu solchen Situationen kommt. Ich denke, es liegt daran, weil wir Gott nicht in unsere Entscheidungen mit einbeziehen

Jochen:  Du hast recht. Wenn wir beide nach Gottes Willen trachten, fällt es sicherlich leichter eines Sinnes zu sein.

(richtet sich an das Brautpaar mit einem Wunsch im Sinne des Anspiels)

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Aug 22 2007

Afterreden

Geschrieben von under Ehrlichkeit

Sprecher:  Afterreden! Es ist kein erfreuliches Thema. Aber wer hat damit nicht etwas zu tun? Oft erleben wir Situationen in ähnlicher Form: Afterreden erzeugt und trägt das Gerücht.

Fr.Müller:   So, jetzt muß ich noch einen Liter Milch kaufen. Hoffentlich muß ich nicht so lange an der Kasse stehen.

Fr.Lange:  Guten Tag, Frau Müller! Ich habe Sie schon lange nicht mehr gesehen.

Fr.Müller:  Ja, man kommt auch nicht mehr aus dem Streß heraus…

Fr.Lange:   Das stimmt. Zudem wird man auch noch überall aufgehalten. Eben mußte ich eine 3/4 Stunde vor der Bahnhofkreuzung warten. Sie war gesperrt wegen eines Auffahrunfalls. Es sah ziemlich schlimm aus. Man holte zwei Verletzte aus dem Wagen…

Fr.Müller:  O, wie schrecklich! Hoffentlich kommen die mit dem Leben davon.

Fr.Lange:  Ich konnte nicht viel sehen. Aber der rote Wagen war ein Audi. Ich dachte sofort…

Fr.Müller:  Haben Sie das Nummernschild gesehen?

Fr.Lange:  Ich sah nur MI- O.. Mehr konnte ich nicht erkennen…

Fr.Müller:  Das könnte der Wagen von Meiers sein. Es sind gute Freunde meines Mannes. Oh, es ist schon spät, mein Mann wartet bestimmt schon. Entschuldigen Sie bitte! Auf Wiedersehen!

(Szenenwechsel)

H.Müller:  Wo bleibst du so lange?

Fr.Müller:  Sagtest du nicht neulich, Meiers hätten sich ein neues Auto geleistet?

H.Müller:   Ja, ein neuer roter Audi. Er sieht wirklich gut aus.

Fr.Müller:   Kennst du auch das Kennzeichen?

H.Müller:  Wieso? Seit wann interessierst du dich denn für Kennzeichen? Ich kann ihn ja bei Gelegenheit fragen. Wir arbeiten übermorgen an der selben Maschine.

Fr.Müller:   Wenn du ihn nicht im Krankenhaus besuchen mußt.

H.Müller:   Im Krankenhaus?

Fr.Müller:  Ja, Frau Lange erzählte mir, an der Bahnhofskreuzung wäre ein Unfall passiert. Ein roter Audi Nummer MI- O wäre daran beteiligt. Es muß um 16 Uhr geschehen sein. Das kommt davon wenn man mit den Autos angeben will.

H.Müller:  Schade um das neue Auto. – Ach, da fällt mir gerade ein daß ich Robert die neue Autozeitung bringen sollte. Ich bin gleich wieder zurück.

(Szenenwechsel)

H.Müller:  Guten Abend, Robert! Hier bringe ich dir die versprochene Autozeitung.

Robert:  Guten Abend. Das ist ja nett. Danke! O, schau mal, dieser Wagen hier sieht ja genauso aus wie der Audi von Meiers. Teures Ding.

H.Müller:   …und schon Schrott.!

Robert:  Schrott? Hat er einen Unfall gebaut?

H.Müller:   Wahrscheinlich. Vor dem Bahnhof soll das Unglück geschehen sein. Dort passieren doch ständig Unfälle.

Robert:  Seltsam. Wann ist es denn passiert?

H.Müller:  Meine Frau sagt zwischen 16.00 – 17.00 Uhr.

Robert:  Das kann doch nicht möglich sein! Um 16.00 Uhr habe ich ihn noch Fahrrad fahren sehen.

H.Müller:  Falls du etwas Näheres hörst, sag mir bitte Bescheid. Auf Wiedersehen!

Robert:  Auf Wiedersehen!

(Szenenwechsel)

Renate:  Was ist los? Wer hat einen Unfall?

Robert:  Ich kann’s nicht recht glauben. Heinz Müller erzählte mir gerade, Karl Meier hätte einen Unfall gehabt. Stell dir vor, mit seinem neuen Wagen! Aber ich habe ihn doch unterwegs noch mit dem Fahrrad gesehen!

Renate:  Hab ich’s dir nicht gleich gesagt? Kaum ist der Vater aus dem Haus, stellt der Tom wieder etwas an. Die Kinder sind allesamt restlos verzogen! Und diesem Halbwüchsigen ist erst recht nicht zu trauen. Nun hat er es tatsächlich wahrgemacht, was er schon früher angedroht hat. Das kommt davon, wenn man die Kinder auf dem Hof herumfahren läßt. Dann reicht das nicht mehr aus, und sie fahren durch sie Stadt, gefährden ihr Leben und das Leben anderer.

(Szenenwechsel)

Renate:  Hallo, Tanja! Schön, daß du vorbeikommst.

Tanja:  Hallo, Renate! Ich möchte dich zum Kaffeekränzchen am Freitag einladen.

Renate:  Das ist nett. Danke!

Tanja:  Jetzt muß ich noch zu Helga Meier und auch…

Renate:  Übrigens, weißt du, daß Tom Meier einen Unfall gebaut hat?

Tanja:  Tom? Mit 17 hat er doch noch keinen Führerschein!

Renate:  Das ist es ja gerade. Er fuhr doch schon immer auf dem Hof herum und prahlte damit. Während der Vater mit dem Fahrrad unterwegs war, hat er die Gelegenheit wahrgenommen und probierte den neuen Wagen in der Stadt aus. Es mußte wohl geschehen um ihn zu dämpfen. Du wirst ja gleich Näheres erfahren.

Tanja:  Unerhört! Es wird wohl ein böses Nachspiel haben. Dann bis Freitag! Auf Wiedersehen!  (geht)

Seltsam? Tom wäscht den neuen Wagen, der aber keine Spur von Schäden aufweist. Ob Renate sich wohl vertan hat?

ENDE

 

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Aug 22 2007

Auf die Sichtweite kommt es an

Geschrieben von under Hochzeit

Autor:  Bernd und Jutta stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Sie leben beide in Hingabe zu dem Herrn und wünschen sich von Herzen, daß er durch ihren Hochzeitstag und durch ihre Ehe verherrlicht wird. Heute haben sie ein Gespräch mit dem Gemeindeleiter Herr Nagel, wo sie noch einmal den Ablauf des Tages und die Trauung durchsprechen wollen. Jutta hat sich gerade fertig gemacht, da klopft es an der Tür.

Jutta:  ( Sie macht die Tür auf) Oh, Bernd. Schön! Komm doch rein!

Bernd:  Ach, ich sehe du bist schon fertig und es ist eigentlich auch schon Zeit, sollten wir nicht lieber losgehen?

Jutta:  Doch können wir.

- Pause-

Bernd:  Oh Jutta nur noch eine Woche, dann ist es endlich so weit. Hoffentlich wird es ein schöner gesegneter Tag.

Autor:  Auch Jutta wünscht sich dieses von Herzen. Mittlerweile haben sie das Haus des Gemeindeleiters erreicht und klopfen an die Tür. Kurz darauf erscheint Herr Nagel.

H.Nagel:  Guten Tag Jutta und Bernd. Schön, daß ihr schon da seid. Kommt wir gehen gleich in mein Arbeitszimmer, dort können wir alles in Ruhe besprechen.

- Pause -

H.Nagel:  Bitte nehmt Platz. Ich möchte zunächst ein kleines Experiment mit euch machen und dann besprechen wir alles weitere.

- Pause / sie setzen sich -

H.Nagel:  Schaut euch mal dieses Bild hier auf Tisch an. Es ist eintönig nicht wahr? Aber sagt mir doch einmal, welche Farbe ihr seht.

Bernd:  Rot!

Autor:  Jutta sieht Bernd verdutzt an und sagt:

Jutta:  Nein, ich sehe aber blau.

H.Nagel:  Nanu, wie geht denn sowas. Seht ihr die Farben denn so unterschiedlich? (achselzuckend) Aber jetzt wechselt doch einmal eure Plätze. ( Wechseln) So, und welche Farbe seht ihr jetzt?

Bernd:  Oh, jetzt sehe ich auch blau!

Jutta:  Aber ich sehe jetzt rot! Das Bild hat ja auch verschiedene Fraben.

H. Nagel:  Seht ihr, ihr habt begriffen, daß das Bild an der einen Seite rot und an der anderen blau ist, es kommt halt nur darauf an, wo man sitzt oder steht. Seht einmal genauso ist es in der Ehe. Wenn ihr einmal eine Meinungsverschiedenheit habt oder euch sogar streitet, so tut dasselbe, was ich euch vorhin vor dem Bild geraten habe. Wechselt eure Plätze, stellt euch in Gedanken auf die andere Seite versetzt euch in seine Lage und beurteilt dann von dort aus, das worüber ihr euch gestritten habt.

ENDE

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Aug 22 2007

450 Euro

Geschrieben von under Ehrlichkeit

Sprecher:  Georg und Veronika schauten sich traurig in der Küche des alten, schäbigen Häuschens um.

Veronika:   Werden wir es kaufen?

Georg:  Ich fürchte wir müssen uns damit zufriedengeben. Wir können dieses Haus für die Summe kaufen die wir in zwei Jahren für die Miete der Wohnung ausgeben würden, in der wir jetzt wohnen. Und dann brauchen wir nie wieder Miete zu zahlen. Es ist unmöglich die Miete für unsere jetzige Wohnung aufzubringen und genug Geld für Lebensmittel und Kleidung zu haben.

Sprecher:  Tränen standen beiden in den Augen. Seit dem Georg arbeitslos war, fehlte es an allem. Das Geld reichte kaum für die Miete.

Georg:  Wenn ich wieder Arbeit finde, wird sich alles ändern. Wir werden genug haben für Miete, Lebensmittel und Kleidung. Es wird sogar was übrigbleiben.

Veronika:   Ich weiß, daß du alles mögliche versucht hast, um Arbeit zu finden. Es ist ja nicht deine Schuld. Komm, wir wollen nach Hause gehen.

Sprecher:   Veronika nahm den kleinen Viktor auf den Arm. Georg hatte die dreijährigen Zwillinge bei der Hand. Der sechsjährige Andreas lief vorraus. Als sie sich auf den vier Meilen langen Heimweg machten war Georg sehr still. In Gedanken war er in der Zeit, als er noch Arbeit hatte.

Georg:  Wir waren nicht reich gewesen, aber wir hatten ein behagliches Leben. Die Kinder hatten genug zu essen und anständige Kleidung. Jetzt ist es ein Kampf, auch nur das Notwendigste zu verdienen! Wir hatten uns auf die Gemüseernte verlassen, aber es war ein trockenes Jahr. Warum läßt Gott das alles zu?

Sprecher:  Plötzlich bemerkte Veronika einen gutgekleideten Mann, der vor ihnen ging. Er schien fremd zu sein, denn sie sahen ihn zum ersten mal.

Andreas:   Mama, schau was ich hier gefunden habe!

Veronika:   Geld!

Georg:  Wo hast du es gefunden?

Andreas:  Genau hier, ich bin fast draufgetreten.

Veronika:   Wieviel ist es?

Georg:  450 Euro!

Andreas:   Können wir es behalten? Können wir es behalten?

Georg:  Ich meine der Mann vor uns hat es verloren. Der Mann der eben in das Haus ging.

Veronika:   Vielleicht. Können wir es nicht behalten? Wir brauchen es so dringend, und der Mann sieht aus als gehe es ihm gut. Und außerdem wissen wir nicht ob er es war oder nicht. Es scheint beinahe als habe der Herr es uns geschickt.

Georg:  Nein, das können wir nicht tun! Besser bleiben wir arm, als uns an unserem Herrn zu versündigen. Wir sollen ein ehrliches Leben führen. Ich werde den Mann fragen, ob es ihm gehört.

Andreas:  Können wir es nicht behalten?

Veronika:   Nein. Es gehört nicht uns, und wenn wir behalten was nicht uns gehört stehlen wir.

Andreas:  Aber wir haben es dem Mann doch nicht weggenommen. Er hat es doch verloren.

Georg:  Aber der Herr möchte, daß wir versuchen, den zu finden der es verloren hat. Es wäre nicht recht das Geld einfach so zu behalten. Verstehst du das?

Andreas:  Ja, aber ich hoffe immer noch, daß das Geld nicht ihm gehört.

Sprecher:  Während sie noch sprachen öffnete sich die Tür des Hauses wieder und der Mann trat heraus. geht in die entgegengesetzte Richtung

Georg:   (ruft)  Halt! Warten Sie!

Mann:  Was wollen sie?

Georg:   Haben Sie… haben Sie Geld verloren?

Mann:   (greift in seine Jackentasche) Ja, das habe ich. Ich habe es noch gar nicht vermißt. Haben Sie es gefunden?

Georg:   Ja, hier ist es.

(Georg reicht ihm das Geld, Mann zählt nach)

Mann:  Ja, es ist alles da. Es gibt doch noch ehrliche Menschen auf dieser Welt. Wie heißen sie, mein Herr?

Georg:  Georg Petersen.

Andreas:  Das haben sie alles Jesus zu verdanken. Wenn er nicht unser Herr wäre, hätten wir das Geld einfach behalten.

Veronika:   Andreas! (spannungsvolle Pause)

Mann:  Es freut mich sie kennengelernt zu haben. Danke, daß sie mir das Geld zurückgegeben haben. Ich habe es eilig, ich muß jetzt weiter.

Sprecher:  In der darauf folgenden Woche zog Familie Petersen mit ihren wenigen Habseligkeiten in das alte Haus in der Cole Avenue.

Veronika:   Jetzt sieht es hier etwas besser aus, mit unseren Sachen im Haus.

Georg:   (traurig) Ja, etwas besser. (in Gedanken) Ich weiß, daß Veronika den Wunsch hat, so zu leben wie alle anderen. Daß sie sich nach einem hübschen Haus mit neuen Möbeln sehnt, und nach Kleidern die nicht verblichen und geflickt sind. Ich bewundere ihren Mut trotz aller Widerwärtigkeiten.

Sprecher:  Die Familie setzte sich an den Tisch um aus dem geringen Vorrat an Nahrungsmitteln ihren Hunger zu stillen. Lange würde es nicht reichen. Aber sie wußten, daß Gott für sie sorgen würde. Am nächsten Morgen war Familie Petersen damit beschäftigt in dem alten Haus aufzuräumen und es wohnlicher zu machen, als es an der Tür klopfte. Veronika öffnete die Tür. Vor ihr stand eine Gruppe lächelnder Männer.

Zimmerm.:  Wir kommen vom Zimmermann und Malerbetrieb Hollinger. Wir sind gekommen um in ihrem Haus zu arbeiten.

Veronika:   (aufgeregt) Aber wir haben sie nicht bestellt. (Georg kommt hinzu)

Georg:  Das muß ein Irrtum sein. Ich weiß daß dieses Haus reparaturbedürftig ist, aber ich kann mir das nicht leisten.

Maler:   Es ist kein Irrtum. Wir haben die richtige Adresse.

Zimmerm.:   Wir sind zu diesem Haus geschickt worden und man hat uns versprochen, daß die Arbeit bezahlt wird. Dürfen wir rein?

Sprecher:  Schon bald waren die Zimmerleute am Werk. Scharniere und Schlösser wurden an Schranktüren eingesetzt. Lose Bretter wurde wieder festgenagelt und der Holzfußboden wurde stellenweise erneuert. Die Zimmerleute arbeiteten den ganzen Tag, und bald gab es keine Tür mehr, die nicht voll funktionsfähig war.

Maler:  Wir kommen morgen wieder, und zwar zum Anstreichen. Sie ziehen es vielleicht vor, morgen einige Besuche zu machen.

Georg:  Ja. Das … das wird wohl das Beste sein.

Sprecher:  Als sich die Familie an den Abendtisch setzte, um ihre dünne Haferflockensuppe zu essen, klopfte es an der Tür.

Junge:  (stellt schweren Karton ab) Diese Lebensmittel sind für sie.  (geht sofort wieder weg)

Georg:  Ja, aber…. aber… wir…. Er ist weg.

Veronika:   Wer ist weg?

Georg:  Ein Junge hat uns diesen Karton gebracht. Er sagte es seien Lebensmittel für uns.

Sprecher:  Tränen der Dankbarkeit standen Georg und Veronika in den Augen, als sie den Karton öffneten. Brot, Butter, Zucker, gedörrtes Rindfleisch, Mehl, Kartoffeln und  vieles andere kam zum Vorschein.

Andreas:  Warum weinst du, Mama?

Veronika:   Weil ich so froh bin.

Georg:  Wir verdienen all diese guten Sachen nicht, die der Herr uns schenkt. Ich bin ihm so dankbar, daß er großherzige Menschen gebraucht, um unsere Not zu lindern.

Sprecher:  Wohl noch nie zuvor hatte Familie Petersen Gott so sehr gedankt wie an diesem Abend. Es vergingen drei Tage. Das alte Haus hatte durch die Arbeit der Zimmerleute und der Maler ein neues Aussehen bekommen. Eines Abends war auf rätselhafte Weise ein Karton mit Kleidungsstücken eingetroffen. Am fünften Abend in ihrem neuen Haus klopfte es wieder an ihrer Tür. Es war der gleiche Junge, der ihnen die Lebensmittel brachte.

Junge:  Das ist für sie. (Überreicht einen Umschlag, geht sofort wieder)

Veronika:   Danke! Aber warte…. Wie heißt du? Wo kommst du her….

Georg:  Wer war da?

Veronika:   Es war der gleiche Junge, der uns die Lebensmittel gebracht hat. Als ich ihn fragen wollte wie er heißt, war er schon wieder weg. Hier, das hat er mir gegeben. (gibt den Umschlag Georg)

Georg:    (öffnet den Umschlag, liest) Einer ehrlichen Familie. Von eurem Freund, dem Ihr die 450 Dollar zurückgegeben habt. Das ist noch nicht alles! Hier sind 100 Euro!

Veronika:   Er hat sicher auch all die anderen Sachen geschickt.

Georg:  Nur schade, daß er seine Adresse nicht aufgeschrieben hat. Sonst hätten wir uns wenigstens bei ihm bedanken können, aber wir können Gott danken, daß er Ehrlichkeit belohnt.

ENDE

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