Aug 10 2007
Gottes Wege sind recht
Gottes Wege sind recht
Autor: Horst war Baumeister und Regina die einzige Tochter eines sehr reichen Gutsbesitzers. Wenn die Leute an dem schönen Haus von Horst und Regina vorbeigingen, blieb jeder eine weile stehen und dachte, was für ein glückliches Paar da wohne.
In dasselbe Dorf zog Markus, ein junger Schmied und kaufte eine alte Schmiede. Bald merkten die Leute, dass er ein tüchtiger Handwerker war.
Nur eines tadelten sie an ihm, nämlich dass er ein armes Mädchen aus seinem Dorf heiratete. Als der Schmied mit Inge, seiner jungen Frau, einzog, wunderten die Leute sich, wie gut die beiden doch zueinander passten.
Weil Markus und Inge auf Gott vertrauten, lebten sie trotz der vielen Arbeit und dem wenigen Geld sehr glücklich und zufrieden. In kurzer Zeit hatten sie ihr Haus und die Schmiede ausgebessert und gereinigt.
Eines Tages gingen sie zusammen in den Obstgarten und setzten sich auf die Bank.
Inge: Du bist müde, Markus, nicht wahr? Du musst soviel arbeiten!
Markus: Das macht nichts, Inge. Ich bin ja jung und gesund.
Inge: Kann ich dir irgendwie helfen?
Markus: Du? Tust du nicht genug? Als ich dich heiratete, hattest du nicht so harte Hände wie jetzt.
Inge: Das ist vom Anstreichen. Aber jetzt sind wir soweit fertig, und nächste Woche habe ich nicht mehr soviel zu tun; nur das bisschen Haushalt. In der Schmiede kann ich dir ja nicht helfen. Aber was hältst du davon, wenn ich Arbeiten gehe?
Markus: Inge, habe ich dich denn deshalb geheiratet, dass du arbeiten sollst?
Inge: Ich will ja nur, das wir uns etwas mehr leisten können. Lass mich doch gehen, in einer Woche spare ich schon etwas.
Musik
Autor: Am folgenden Tag, als Inge vom Markt kam, traf sie die Haushälterin von Regina.
Inge: Guten Morgen, Frau Kleine. Horst und Regina sind hier gerade vorbeigefahren. Wie geht’s den beiden? Man hört, sie wären glücklich.
Haush.: Guten Morgen, Inge! Das sie jetzt gefahren sind! Das ist ganz gegen ihre Gewohnheit ; aber wahrscheinlich haben sie gerade keine Gäste, da hat Regina Langeweile.
Inge: Und was macht sie sonst?
Haush.: Nichts, sie ist das so gewohnt.
Inge: Etwas muss sie doch tun! Wie könnte sie sonst Leben?
Haush.: Nun morgens zieht sie sich an und frühstückt; wenn keine Gäste da sind – lässt sie sich etwas vorlesen oder spielt Klavier. Anschließend geht sie spazieren, malt ein wenig und wenn Gäste da sind, so unterhält sie sich den ganzen Tag.
Inge: Und was macht ihr Mann?
Haush.: Ach, der hat Arbeit genug: manchmal reicht im der Tag gar nicht aus und er muss; die Nacht zur Hilfe nehmen.
Inge: Ist er denn dabei, wenn sie sich unterhalten?
Haush.: Manchmal, wenn er muss, aber er ist nicht gerne dabei.
Inge: Und sie?
Haush.: Ich weiß gar nicht, was sie sich dabei denkt!
Inge: Ach, nun sind wir auch schon wieder zu Hause. Auf wiedersehen, Frau Kleine!
Haush.: Auf wiedersehen, Inge.
Inge: (Nach kurzer Pause) Da Sind Markus und ich doch viel glücklicher als die beiden.
Musik
Autor: Markus und Inge lasen viel im Worte Gottes. Je tiefer sie sich hinein versenkten, desto deutlicher erkannten sie den Willen Gottes. Der junge Schmied hatte eine gute Möglichkeit den Menschen von Gottes Liebe weiter zu sagen, wenn sie in seine Schmiede kamen.
Als Markus an einem späten Nachmittag mit seiner Arbeit fertig war, stand er vor der Schmiede und schaute den Fuhrleuten nach.
Inge: Markus das Essen ist fertig! Kommst du bitte!
Markus: Ich komme sofort.
Horst: (Kurze Pause und Horst kommt außer Atem herein)
Herr Schmied, das eine Pferd hat ein Hufeisen verloren. Gut, dass sie draußen sind beschlagen sie mir´s gleich, ich habe es eilig.
Markus: Ich hole das Hufeisen und sie spannen die Pferde aus.
Horst: Das dauert mir zu lange; die Pferde bleiben so stehen.
Markus: Nein, die Pferde sind jung und feurig, sie schnauben und springen, sobald man sich ihnen nähert. Ich kann’s so nicht beschlagen.
Horst: Sie müssen es so beschlagen! Ich habe keine Zeit zu verlieren!- Ich werde die Zügel halten; das wäre ja lächerlich, wenn wir beide es nicht
schaffen würden.
Autor: Markus brachte das Eisen, legte es an und schlug das Hufeisen fest. Plötzlich riß sich das Pferd vom Schmied los und stieß ihn zur Seite Die Deichsel stieß Horst um und die Pferde rasten im wilden Galopp davon. Beide wurden sehr schwer verletzt. Mit Hilfe der Nachbarn wurde Horst in sein Haus gebracht und vom Arzt versorgt. Seine Frau aber wurde von seiner Bekannten abgeholt, um das Leiden ihres Mannes nicht anzusehen zu müssen um nicht auch noch krank zu werden. Im Gutshaus wurde es still; Musik, Gesang und Tanz hörten auf. Aber auch an einem anderen Ort wurde es still und traurig. Durch den großen Lärm erschreckt, lief Inge vor das Haus, sah noch die davon jagenden Pferde, sah den Kutscher laufen und,- im nächsten Augenblick wurde es vor ihren Augen dunkel. Nicht weit von der Schmiede lag ihr Markus. Thomas, der Lehrling von Markus, kam schon durch den Schrei der Frau herbei. Mit seiner Hilfe wurde Markus ins Haus gebracht. Nun lag Markus in seinem Bett und Inge, die an seinem Bett saß, sprach ihn leise an, als er nach einiger Zeit seine Augen öffneten.
Inge: Markus, du hast bestimmt große Schmerzen; dir muss es sehr schlecht gehen. Wie kann ich dir nur helfen?
Markus: Weißt du, Inge, was der Vater immer zu sagen pflegte? „Was Gott tut , das Ist wohl getan“; Wenn wir auch Gott nicht immer verstehen, so versteht er uns doch. Darum ist mir diese Krankheit auch nötig, und dir die Last mit mir, damit wir zeigen, ob wir ihm treu bleiben wollen, auch in den schweren Stunden.
Inge: Wenn es doch lieber über mich gekommen wäre! Alles möchte ich gerne ertragen, wenn du nicht solche Schmerzen hättest!
Markus: Das wäre ja noch schlimmer! Was sollte ich ohne dich anfangen? Der Herr Sorgt ja für uns!
Autor: Der Arzt kam und untersuchte den Schmied. Inge musste ihm erzählen, wie das Unglück geschehen war, denn Markus fühlte sich zu Schwach dazu.
Horst: Er zürnt mir nicht? – Verklagt mich nicht? – So muss er mir erlauben, ihm das zu ersetzen, was er verloren hat!
Autor: Am nächsten morgen wurde ein großer Korb mit Nahrungsmittel und ein Brief von Horst in die Schmiede gebracht. Im Brief bat Horst Markus, das beiliegende Geld da zu verwenden, wo er’s am Nötigsten habe, damit er eher gesund werde und sich schonen könne. Markus und Inge freuten sich sehr und schrieben zurück:
Horst: … Wir grüßen sie herzlich und danken ihnen sehr für die Gabe, welche sie uns geschickt haben. Der gnädige Gott möge es ihnen reichlich vergelten, denn uns haben sie damit sehr wohl getan. Aber das Geld können wir nicht annehmen, denn sie geben uns zu viel und haben selbst mit der eigenen Krankheit große Ausgaben gehabt. Wenn der gnädige Gott mir wieder aufhelfen wird, wie ich glaube, so werde ich wieder einholen, was ich in meinem Handwerk versäumt habe. Es freut uns sehr, das sie schon gesund sind.
Gottes Segen wünschen ihnen
Inge und Markus
Musik
Autor: Der andere Tag war ein Sonntag. Da plötzlich klopfte jemand. Die Tür ging auf und Horst trat ein.
Markus: Herzlich willkommen bei uns! (reicht ihm die Hand )
Horst: Verzeihen sie mir bitte, Markus! Ich habe ihnen einen schweren Schaden zugefügt. Sie werden denken, aus irgend eine Laune, aber glauben sie das nicht! Sie sind ein edler, guter Mensch und glauben `noch an einen Gott; so vertrau ich ihnen und will ihnen die Wahrheit sagen:
Sie haben eine gute Frau, die sie gewiß lieben. Sie werden mich daher verstehen. Man sagt mir, meine Frau hintergehe mich, wenn ich nicht
daheim Bin. Ich wollte sie damals überraschen, um mich davon zu überzeugen darum eilte ich so und wusste vor Schmerz und Zorn nicht was
ich tat. So ist es gekommen. Verstehen sie mich nun?
Markus: O, ich verstehe! Aber in der Not zeigt sich heraus, was für eine Frau ich habe.
Horst: Sie haben eine Frau. Sie haben sich überzeugt. Ich habe schon keine mehr.
Markus: Wie, ist Regina gestorben.
Horst: Für mich ja. Sie ist fortgegangen und wir trennen uns für immer.
Autor: Durch das Wort Gottes erklärte Markus Horst den Weg zu den einzige waren Glück. Er stellt ihm die Bibel als das lebenswichtigste Buch dar und riet ihm darin zu forschen und Gott würde ihm das Verstehen geben. Horst befolgte diesen Rat und je länger er im Wort Gottes las, desto klarer Wurde es ihm. Bald wurde er ein frommer Nachfolger des Herrn Jesu.
Musik
Arzt: Und sie sind Horst nicht böse, dass er sie wegen seiner Laune so zugerichtet hat?
Markus: Nein, vergebt, und es wird auch vergeben werden.
Arzt: Nun, sie brauchen ihm auch nicht zu zürnen, ihnen hat es wehgetan; sich selber aber fast erschlagen.
Markus: Der arme Horst.
Inge: Und seine Frau Regina ist fortgegangen?
Arzt: Sie wusste; wir schicken sie fort, damit sie nicht auch krank würde.
Inge: Ach mich könnten sie lebendig von hier nicht fort bringen; und wenn ich noch so krank wäre, dass ich nicht gehen könnte, auf Knien würde ich zu Markus kommen.
Autor: Als Inge den Arzt hinausbegleitete und ihn ängstlich fragte, wie es um Markus stehe, runzelte er die Stirn.
Arzt: Wenn sie ihn gut Tag und Nacht gut pflegen, wird er durchkommen; aber sie müssen wissen, dass es lange dauern wird, denn er ist schwer verletzt. Ich werde morgen wiederkommen. Auf Wiedersehen!
Inge: Auf Wiedersehen, Herr Doktor.
Autor: Es brach für Inge eine sehr schwere Zeit an. Aber sie lernte in allen dingen fest auf den Herrn zu vertrauen.
Musik
Autor: Horst fühlte sich sehr einsam. Er hatte schreckliche Schmerzen und die Tage schienen ihm entsetzlich lange zu sein. Das Ergebnis brachte viel Gerede mit sich:
1. Frau: Hätte er seine Frau aus seinen Stande genommen, so würde sie jetzt neben ihm sitzen und alles wäre leichter für ihn. Nun plagt er sich alleine, und sie sollte sich bei dem Bekannten, als wehre nicht geschehen.
2. Frau: Sie kam zwei Mal, um ihn zu besuchen; Einmal ließ er sie rufen, und das Zweite Mal kam sie von selbst.
1. Frau: Der Inspektor sagte, sie habe Geld gebraucht, sie wollte ins Bad und wäre gekommen sich zu verabschieden.
2. Frau: Ja, Horst war schlecht gelaunt und wollte sie nicht fortlassen. Er sagte zu ihr: „Wenn du mich jetzt verlässt, dann brauchst du nicht mehr wiederzukommen.“ So blieb sie einige Tage im Hause und fuhr dann weg.
Autor: Als der Arzt zu Horst kam, fand er ihn beim Schreiben.
Arzt: Wie ich sehe braucht der Herr mich nicht mehr. ( Beim sprechen sitzen )
Horst: Waren sie beim Schmied, Her Doktor?
Arzt: Ja.
Horst: Er zürnt mir, nicht war , Herr Doktor?
Arzt: Ein Recht hätte er dazu, denn wenn ein Handwerker, der auf seiner Hände Arbeit angewiesen ist,- auf so lange Zeit krank wird, bedeutet das ein Ruin der ganzen Familie.
Horst: Sagen sie mir bitte alles, was sie über die Familie wissen, Herr Doktor!
Arzt: Ich weiß dass die junge Frau, Die selbst schon wochenlang nichts ordentliches gegessen hat, um ihren Mann besser pflegen zu können, heute nichts hat wovon sie ihr Brot backen könnte. Zudem hat er seine Kunden verloren- auch wird er, vom Bett aufgestanden, nicht gleich den ganzen Tag in der Schmiede stehen können.
Ich weiß nicht, wie es mit ihn bis zum Frühjahr sein wird.
Autor: Endlich erlaubte der Arzt auch Markus aufzustehen. In der folgenden Woche eröffnete er zum ersten Mal wieder seine Schmiede und dankte Gott, dass er wieder arbeiten konnte.
Horst besuchte ihn oft und schaute ihm bei der Arbeit zu. Als er eines Tages blass und traurig in die Schmiede, hielt er ein Telegramm in der Hand.
Markus: Hast du eine schlimme Nachricht bekommen?
Horst: Ja, man berichtet mir, dass Regina sterbenskrank sei und mich noch einmal sehen möchte.
Markus: Du wirst doch gleich zu ihr gehen?
Horst: Ich? – Habe ich nicht gesagt, dass ich keine Frau mehr habe?
Markus: Ja, aber es ist nicht richtig. Sie lebt, und du hast ihr Liebe und Treue bis zum Tode geschworen.
Horst: Dasselbe hat sie auch mir geschworen und den Schwur gebrochen.
Markus: Wenn sie ihn auch gebrochen hat, du wirst ihn doch nicht brechen; du wirst bestimmt hingehen, wenn sie es wünscht. Sie will dich gewiss um Vergebung bitten. Du wirst ihr diese Liebe erweisen?
Autor: Er bekam keine Antwort; Horst drückte Markus die Hand und fuhr davon.
Er eilte zur seiner Frau und fand sie schwer krank. Durch sein unerwartet Liebe, gewann er ihr Herz und brachte sie nach Hause. Die liebevolle und aufopfernde Pflege von Inge bewirkte, dass Regina bald gesund wurde und ihre Leben Gott vertraute. Sie verglich die Treue der jungen Schmiedsfrau mit ihrer untreue.
Regina: Horst, ich war dir keine gute Frau, ich war so treulos und egoistisch und du hast mich mit so viel Liebe überschüttet, der ich gar nicht wert bin. Gott hat mir schon vergeben und ab jetzt soll es anders werden. Kannst auch du mir vergeben?
Horst: Ich habe dir auch schon verziehen. Es soll in Namen des Herrn Jesus Christus besser werden.
Autor: Horst las einen Abschnitt aus 1. Korinther 13 und Regina wiederholte ihn nachdenklich.
Regina: Die Liebe ist die größte unter ihnen.
Autor: Auch Horst und Regina leben unter dem Segen Gottes und in ihren Herzen wohnt die liebe Christi. Alles dient ihnen zum Guten denn:
Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm!
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