Archive for August 10th, 2007

Aug 10 2007

Gottes Wege sind recht

Geschrieben von under Gottes Führung

Gottes Wege sind recht

Autor: Horst war Baumeister und Regina die einzige Tochter eines sehr reichen Gutsbesitzers. Wenn die Leute an dem schönen Haus von Horst und Regina vorbeigingen, blieb jeder eine weile stehen und dachte, was für ein glückliches Paar da wohne.
In dasselbe Dorf zog Markus, ein junger Schmied und kaufte eine alte Schmiede. Bald merkten die Leute, dass er ein tüchtiger Handwerker war.
Nur eines tadelten sie an ihm, nämlich dass er ein armes Mädchen aus seinem Dorf heiratete. Als der Schmied mit Inge, seiner jungen Frau, einzog, wunderten die Leute sich, wie gut die beiden doch zueinander passten.
Weil Markus und Inge auf Gott vertrauten, lebten sie trotz der vielen Arbeit und dem wenigen Geld sehr glücklich und zufrieden. In kurzer Zeit hatten sie ihr Haus und die Schmiede ausgebessert und gereinigt.
Eines Tages gingen sie zusammen in den Obstgarten und setzten sich auf die Bank.

Inge: Du bist müde, Markus, nicht wahr? Du musst soviel arbeiten!

Markus: Das macht nichts, Inge. Ich bin ja jung und gesund.

Inge: Kann ich dir irgendwie helfen?

Markus: Du? Tust du nicht genug? Als ich dich heiratete, hattest du nicht so harte Hände wie jetzt.

Inge: Das ist vom Anstreichen. Aber jetzt sind wir soweit fertig, und nächste Woche habe ich nicht mehr soviel zu tun; nur das bisschen Haushalt. In der Schmiede kann ich dir ja nicht helfen. Aber was hältst du davon, wenn ich Arbeiten gehe?

Markus: Inge, habe ich dich denn deshalb geheiratet, dass du arbeiten sollst?

Inge: Ich will ja nur, das wir uns etwas mehr leisten können. Lass mich doch gehen, in einer Woche spare ich schon etwas.

Musik

Autor: Am folgenden Tag, als Inge vom Markt kam, traf sie die Haushälterin von Regina.

Inge: Guten Morgen, Frau Kleine. Horst und Regina sind hier gerade vorbeigefahren. Wie geht’s den beiden? Man hört, sie wären glücklich.

Haush.: Guten Morgen, Inge! Das sie jetzt gefahren sind! Das ist ganz gegen ihre Gewohnheit ; aber wahrscheinlich haben sie gerade keine Gäste, da hat Regina Langeweile.

Inge: Und was macht sie sonst?

Haush.: Nichts, sie ist das so gewohnt.

Inge: Etwas muss sie doch tun! Wie könnte sie sonst Leben?

Haush.: Nun morgens zieht sie sich an und frühstückt; wenn keine Gäste da sind – lässt sie sich etwas vorlesen oder spielt Klavier. Anschließend geht sie spazieren, malt ein wenig und wenn Gäste da sind, so unterhält sie sich den ganzen Tag.

Inge: Und was macht ihr Mann?

Haush.: Ach, der hat Arbeit genug: manchmal reicht im der Tag gar nicht aus und er muss; die Nacht zur Hilfe nehmen.

Inge: Ist er denn dabei, wenn sie sich unterhalten?

Haush.: Manchmal, wenn er muss, aber er ist nicht gerne dabei.

Inge: Und sie?

Haush.:
Ich weiß gar nicht, was sie sich dabei denkt!

Inge:
Ach, nun sind wir auch schon wieder zu Hause. Auf wiedersehen, Frau Kleine!

Haush.
: Auf wiedersehen, Inge.

Inge: (Nach kurzer Pause) Da Sind Markus und ich doch viel glücklicher als die beiden.

Musik

Autor:
Markus und Inge lasen viel im Worte Gottes. Je tiefer sie sich hinein versenkten, desto deutlicher erkannten sie den Willen Gottes. Der junge Schmied hatte eine gute Möglichkeit den Menschen von Gottes Liebe weiter zu sagen, wenn sie in seine Schmiede kamen.
Als Markus an einem späten Nachmittag mit seiner Arbeit fertig war, stand er vor der Schmiede und schaute den Fuhrleuten nach.

Inge: Markus das Essen ist fertig! Kommst du bitte!

Markus: Ich komme sofort.

Horst: (Kurze Pause und Horst kommt außer Atem herein)
Herr Schmied, das eine Pferd hat ein Hufeisen verloren. Gut, dass sie draußen sind beschlagen sie mir´s gleich, ich habe es eilig.

Markus: Ich hole das Hufeisen und sie spannen die Pferde aus.

Horst: Das dauert mir zu lange; die Pferde bleiben so stehen.

Markus: Nein, die Pferde sind jung und feurig, sie schnauben und springen, sobald man sich ihnen nähert. Ich kann’s so nicht beschlagen.

Horst: Sie müssen es so beschlagen! Ich habe keine Zeit zu verlieren!- Ich werde die Zügel halten; das wäre ja lächerlich, wenn wir beide es nicht
schaffen würden.

Autor: Markus brachte das Eisen, legte es an und schlug das Hufeisen fest. Plötzlich riß sich das Pferd vom Schmied los und stieß ihn zur Seite Die Deichsel stieß Horst um und die Pferde rasten im wilden Galopp davon. Beide wurden sehr schwer verletzt. Mit Hilfe der Nachbarn wurde Horst in sein Haus gebracht und vom Arzt versorgt. Seine Frau aber wurde von seiner Bekannten abgeholt, um das Leiden ihres Mannes nicht anzusehen zu müssen um nicht auch noch krank zu werden. Im Gutshaus wurde es still; Musik, Gesang und Tanz hörten auf. Aber auch an einem anderen Ort wurde es still und traurig. Durch den großen Lärm erschreckt, lief Inge vor das Haus, sah noch die davon jagenden Pferde, sah den Kutscher laufen und,- im nächsten Augenblick wurde es vor ihren Augen dunkel. Nicht weit von der Schmiede lag ihr Markus. Thomas, der Lehrling von Markus, kam schon durch den Schrei der Frau herbei. Mit seiner Hilfe wurde Markus ins Haus gebracht. Nun lag Markus in seinem Bett und Inge, die an seinem Bett saß, sprach ihn leise an, als er nach einiger Zeit seine Augen öffneten.

Inge: Markus, du hast bestimmt große Schmerzen; dir muss es sehr schlecht gehen. Wie kann ich dir nur helfen?

Markus: Weißt du, Inge, was der Vater immer zu sagen pflegte? „Was Gott tut , das Ist wohl getan“; Wenn wir auch Gott nicht immer verstehen, so versteht er uns doch. Darum ist mir diese Krankheit auch nötig, und dir die Last mit mir, damit wir zeigen, ob wir ihm treu bleiben wollen, auch in den schweren Stunden.

Inge: Wenn es doch lieber über mich gekommen wäre! Alles möchte ich gerne ertragen, wenn du nicht solche Schmerzen hättest!

Markus: Das wäre ja noch schlimmer! Was sollte ich ohne dich anfangen? Der Herr Sorgt ja für uns!

Autor: Der Arzt kam und untersuchte den Schmied. Inge musste ihm erzählen, wie das Unglück geschehen war, denn Markus fühlte sich zu Schwach dazu.

Horst: Er zürnt mir nicht? – Verklagt mich nicht? – So muss er mir erlauben, ihm das zu ersetzen, was er verloren hat!

Autor: Am nächsten morgen wurde ein großer Korb mit Nahrungsmittel und ein Brief von Horst in die Schmiede gebracht. Im Brief bat Horst Markus, das beiliegende Geld da zu verwenden, wo er’s am Nötigsten habe, damit er eher gesund werde und sich schonen könne. Markus und Inge freuten sich sehr und schrieben zurück:

Horst: … Wir grüßen sie herzlich und danken ihnen sehr für die Gabe, welche sie uns geschickt haben. Der gnädige Gott möge es ihnen reichlich vergelten, denn uns haben sie damit sehr wohl getan. Aber das Geld können wir nicht annehmen, denn sie geben uns zu viel und haben selbst mit der eigenen Krankheit große Ausgaben gehabt. Wenn der gnädige Gott mir wieder aufhelfen wird, wie ich glaube, so werde ich wieder einholen, was ich in meinem Handwerk versäumt habe. Es freut uns sehr, das sie schon gesund sind.

Gottes Segen wünschen ihnen
Inge und Markus

Musik

Autor: Der andere Tag war ein Sonntag. Da plötzlich klopfte jemand. Die Tür ging auf und Horst trat ein.

Markus: Herzlich willkommen bei uns! (reicht ihm die Hand )

Horst: Verzeihen sie mir bitte, Markus! Ich habe ihnen einen schweren Schaden zugefügt. Sie werden denken, aus irgend eine Laune, aber glauben sie das nicht! Sie sind ein edler, guter Mensch und glauben `noch an einen Gott; so vertrau ich ihnen und will ihnen die Wahrheit sagen:
Sie haben eine gute Frau, die sie gewiß lieben. Sie werden mich daher verstehen. Man sagt mir, meine Frau hintergehe mich, wenn ich nicht
daheim Bin. Ich wollte sie damals überraschen, um mich davon zu überzeugen darum eilte ich so und wusste vor Schmerz und Zorn nicht was
ich tat. So ist es gekommen. Verstehen sie mich nun?

Markus: O, ich verstehe! Aber in der Not zeigt sich heraus, was für eine Frau ich habe.

Horst: Sie haben eine Frau. Sie haben sich überzeugt. Ich habe schon keine mehr.

Markus: Wie, ist Regina gestorben.

Horst: Für mich ja. Sie ist fortgegangen und wir trennen uns für immer.

Autor: Durch das Wort Gottes erklärte Markus Horst den Weg zu den einzige waren Glück. Er stellt ihm die Bibel als das lebenswichtigste Buch dar und riet ihm darin zu forschen und Gott würde ihm das Verstehen geben. Horst befolgte diesen Rat und je länger er im Wort Gottes las, desto klarer Wurde es ihm. Bald wurde er ein frommer Nachfolger des Herrn Jesu.

Musik

Arzt: Und sie sind Horst nicht böse, dass er sie wegen seiner Laune so zugerichtet hat?

Markus:
Nein, vergebt, und es wird auch vergeben werden.

Arzt: Nun, sie brauchen ihm auch nicht zu zürnen, ihnen hat es wehgetan; sich selber aber fast erschlagen.

Markus: Der arme Horst.

Inge: Und seine Frau Regina ist fortgegangen?

Arzt: Sie wusste; wir schicken sie fort, damit sie nicht auch krank würde.

Inge: Ach mich könnten sie lebendig von hier nicht fort bringen; und wenn ich noch so krank wäre, dass ich nicht gehen könnte, auf Knien würde ich zu Markus kommen.

Autor: Als Inge den Arzt hinausbegleitete und ihn ängstlich fragte, wie es um Markus stehe, runzelte er die Stirn.

Arzt: Wenn sie ihn gut Tag und Nacht gut pflegen, wird er durchkommen; aber sie müssen wissen, dass es lange dauern wird, denn er ist schwer verletzt. Ich werde morgen wiederkommen. Auf Wiedersehen!

Inge: Auf Wiedersehen, Herr Doktor.

Autor: Es brach für Inge eine sehr schwere Zeit an. Aber sie lernte in allen dingen fest auf den Herrn zu vertrauen.

Musik

Autor: Horst fühlte sich sehr einsam. Er hatte schreckliche Schmerzen und die Tage schienen ihm entsetzlich lange zu sein. Das Ergebnis brachte viel Gerede mit sich:

1. Frau: Hätte er seine Frau aus seinen Stande genommen, so würde sie jetzt neben ihm sitzen und alles wäre leichter für ihn. Nun plagt er sich alleine, und sie sollte sich bei dem Bekannten, als wehre nicht geschehen.

2. Frau: Sie kam zwei Mal, um ihn zu besuchen; Einmal ließ er sie rufen, und das Zweite Mal kam sie von selbst.

1. Frau: Der Inspektor sagte, sie habe Geld gebraucht, sie wollte ins Bad und wäre gekommen sich zu verabschieden.

2. Frau: Ja, Horst war schlecht gelaunt und wollte sie nicht fortlassen. Er sagte zu ihr: „Wenn du mich jetzt verlässt, dann brauchst du nicht mehr wiederzukommen.“ So blieb sie einige Tage im Hause und fuhr dann weg.

Autor: Als der Arzt zu Horst kam, fand er ihn beim Schreiben.

Arzt: Wie ich sehe braucht der Herr mich nicht mehr. ( Beim sprechen sitzen )

Horst: Waren sie beim Schmied, Her Doktor?

Arzt: Ja.

Horst: Er zürnt mir, nicht war , Herr Doktor?

Arzt: Ein Recht hätte er dazu, denn wenn ein Handwerker, der auf seiner Hände Arbeit angewiesen ist,- auf so lange Zeit krank wird, bedeutet das ein Ruin der ganzen Familie.

Horst: Sagen sie mir bitte alles, was sie über die Familie wissen, Herr Doktor!

Arzt: Ich weiß dass die junge Frau, Die selbst schon wochenlang nichts ordentliches gegessen hat, um ihren Mann besser pflegen zu können, heute nichts hat wovon sie ihr Brot backen könnte. Zudem hat er seine Kunden verloren- auch wird er, vom Bett aufgestanden, nicht gleich den ganzen Tag in der Schmiede stehen können.
Ich weiß nicht, wie es mit ihn bis zum Frühjahr sein wird.

Autor: Endlich erlaubte der Arzt auch Markus aufzustehen. In der folgenden Woche eröffnete er zum ersten Mal wieder seine Schmiede und dankte Gott, dass er wieder arbeiten konnte.
Horst besuchte ihn oft und schaute ihm bei der Arbeit zu. Als er eines Tages blass und traurig in die Schmiede, hielt er ein Telegramm in der Hand.
Markus: Hast du eine schlimme Nachricht bekommen?

Horst: Ja, man berichtet mir, dass Regina sterbenskrank sei und mich noch einmal sehen möchte.

Markus:
Du wirst doch gleich zu ihr gehen?

Horst: Ich? – Habe ich nicht gesagt, dass ich keine Frau mehr habe?

Markus: Ja, aber es ist nicht richtig. Sie lebt, und du hast ihr Liebe und Treue bis zum Tode geschworen.

Horst: Dasselbe hat sie auch mir geschworen und den Schwur gebrochen.

Markus:
Wenn sie ihn auch gebrochen hat, du wirst ihn doch nicht brechen; du wirst bestimmt hingehen, wenn sie es wünscht. Sie will dich gewiss um Vergebung bitten. Du wirst ihr diese Liebe erweisen?

Autor: Er bekam keine Antwort; Horst drückte Markus die Hand und fuhr davon.
Er eilte zur seiner Frau und fand sie schwer krank. Durch sein unerwartet Liebe, gewann er ihr Herz und brachte sie nach Hause. Die liebevolle und aufopfernde Pflege von Inge bewirkte, dass Regina bald gesund wurde und ihre Leben Gott vertraute. Sie verglich die Treue der jungen Schmiedsfrau mit ihrer untreue.

Regina: Horst, ich war dir keine gute Frau, ich war so treulos und egoistisch und du hast mich mit so viel Liebe überschüttet, der ich gar nicht wert bin. Gott hat mir schon vergeben und ab jetzt soll es anders werden. Kannst auch du mir vergeben?

Horst: Ich habe dir auch schon verziehen. Es soll in Namen des Herrn Jesus Christus besser werden.

Autor: Horst las einen Abschnitt aus 1. Korinther 13 und Regina wiederholte ihn nachdenklich.

Regina: Die Liebe ist die größte unter ihnen.

Autor: Auch Horst und Regina leben unter dem Segen Gottes und in ihren Herzen wohnt die liebe Christi. Alles dient ihnen zum Guten denn:
Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm!

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Aug 10 2007

Sein Name war Charly

Geschrieben von under Gottes Führung

Sein Name war Charly

Autor: Wir schreiben noch das Jahr 1945. Immer noch sieht man die grausamen Spuren des Zweiten Weltkriegs, an Land und Leuten. Der Krieg hatte viele Witwen, Waisen und Kriegsversehrte hinterlassen, doch nicht nur das, sondern auch verschüttete Straßen und zerbombte Häuser. Unermüdlich bauten Frauen, Kinder und einige Männer aus den Trümmern neue Unterkünfte, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Auf dem Lande hatte sich das Leben fast normalisiert, doch in den Städten herrschte noch ein großes Durcheinander. Es fehlte an allem, sei es frisches Wasser, Brot oder Brennstoff. Am schlimmsten waren die Waisen davon betroffen. Sie hatten weder eine Unterkunft, noch regelmäßige Mahlzeiten. Daher suchten sich viele von ihnen ihren eigenen Weg, um irgendwie an Nahrung oder eine warme Unterkunft heranzukommen. Mit der Zeit entstanden regelrechte Banden. Sie stahlen, wo es was zu stehlen gab, schliefen in verschütteten Kellern, in denen sie es sich einigermaßen wohnlich machten, um dem Internatleben zu entfliehen. Unter den vielen Waisen gab es einen Einzelgänger mit dem Spitznamen Charly.
Es ist Samstag morgen. An jedem Samstag kommen Leute aus der ländlichen Gegend, um ihre Erzeugnisse vom Lande zu verkaufen oder gegen etwas umzutauschen. Dies war für Charly, immer eine gute Gelegenheit um sich Proviant für die nächste Woche zu beschaffen.

Frau 1: Hast Du schon gehört? Es soll dies Jahr ein harter Winter werden.

Frau 2: Ja, ich weiß auch nicht, wie wir über diesen Winter kommen sollen. Täglich steigen die Preise.

Frau 1: Natürlich wird alles teurer, um so mehr wir dem Winter näher kommen. Man merkt es allein schon an den Kleidern.

Verkäufer: Haltet den Dieb!! Er hat mir ein Brot gestohlen!

Autor: Auf diesen Schrei hin, wurde der Dieb von den Leuten auf dem Mark festgehalten. Diesmal war es Charly.

Frau 2: Schon wieder haben sie einen erwischt. Es wird auch immer schlimmer. Man traut sich bald gar nicht mehr auf den Markt.

Frau 1: Da hast du Recht. Jedoch sind es meistens Jugendliche, die weder Eltern noch ein Dach über dem Kopf haben.

Frau 2: Du stehst ihnen noch bei? Wozu haben wir Internate?

Autor: Kurze Zeit später befand sich der Dieb in den Händen der Polizei, die ihn auf dem Revier, mit Fragen zu durchlöchern schienen.

Polizist: Vorname?!

Charly:
Charly!

Polizist: Name?!

Charly: Charly!

Polizist: Wohnhaft?

Charly: Überall und nirgends!

Polizist: Geboren am..?

Charly: Weiß ich nicht!

Polizist: Weißt Du nicht ?!! Na warte, Dir bringen wir das Reden auch noch bei!!

Autor: Der Fall Charly war nichts außergewöhnliches. Tagtäglich wurden einige dieser so genannten Straßenjungs gefangen genommen, von der Polizei verhört und anschließend ins nächst beste Internat gesteckt. Dort herrschten andere Gesetze und Ordnungen. Charly kam in ein Internat, gegründet von der evangelischen Kirche. Dort angekommen wurde ihm die Hausordnung vorgelegt, in der es unter anderem hieß, dass jeden Tag ein Morgengottesdienst stattfindet. Dies gefiel Charly von vornherein nicht. Während den ersten Gottesdiensten wurde er angesprochen, als es unter anderem in den zehn Geboten hieß: Du sollst nicht stehlen. Doch diesen Gedanken unterdrückte er mit dem Argument: Soll ich denn verhungern? Er empfand tiefen Haß gegen das Internat und was dort gepredigt wurde. Schon bald fand er gleichgesinnte Kameraden. Sie hatten alle ein Ziel: Noch einmal raus, in die Freiheit, und nie mehr zurück ins Internat! Von diesem Gedanken ge-packt schmiedeten sie einen Plan. Er war bis ins tiefste Detail durchdacht. Einige Tage später befanden sich drei, bereits gute Freunde aus dem Internat, auf freiem Fuß. Als Unterkunft diente ihnen Charlys Keller, der noch nicht entdeckt war.

Tommy: Charly, wie lange wohnst Du eigentlich schon in diesem Keller?

Charly: Seit dem unser Haus, samt Mutter und Geschwistern zerbombt wurde. Ich war damals gerade außer Haus.

Bob: Und wo ist Dein Vater?

Charly: Mein, Vater? Er ist schon 1943 gefallen!

Tommy: Wir müssen allmählich für das Winterproviant sorgen!

Bob: Das Stehlen wird auch immer schwerer.

Charly: Wir müssen uns irgend etwas gutes einfallen lassen, sonst landen wir da, woher wir kommen.

Bob: Ich glaub ich weiß schon etwas.

Tommy: Na los, erzähl schon.

Autor: Die anderen beiden hörten gespannt zu. Sie waren von der Idee begeistert, da wirklich alles bis ins letzte Detail durchdacht war. Natürlich gab es immer ein gewisses Risiko erwischt zu werden. Am nächsten Markttag war es dann soweit. Als die Kirchenglocke zehn schlug, gab es an einem Ende des Marktplatzes, einen fürchterlichen Knall. Düsterer Qualm stieg auf! Von Neugierde geplagt, stürzten viele zum Ort des Geschehens. Diesen Augenblick nutzten Charly und Bob um sich genug Proviant für die kommende Zeit zu verschaffen. Nachdem sich der Qualm verzogen hatte, sah man die Reste eines selbst gebastelten, riesigen Knallkörpers. Einige der Marktleute sahen Charly und Bob diesen Augenblick ausnutzen, doch ihr Versuch, die Jungs zu packen war vergebens. Kurze Zeit später trafen sich die drei wieder in ihrem Versteck.

Charly: Das hat ja nicht schlecht funktioniert.

Bob: Wusste gar nicht das mein Böller so gut war. Tommy, ging doch alles rei-bungslos ab, oder?

Tommy:
Man kann nicht klagen. Auf jedem Fall hat mich durch den Qualm keiner erkannt.

Bob: Das dürfen wir nicht zu oft machen, sonst erwischen sie uns bald. Vielleicht sollten wir uns auf die ländliche Gegend zurückziehen.

Autor:
Die anderen beiden verstanden zwar nicht was Bob mit, ,,Wir sollten uns auf die ländliche Gegend zurückziehen.”, sagen wollte, doch das beküm-merte sie jetzt noch wenig. (Musik) Die Adventszeit war angebrochen. Doch für die drei, war es nicht ein Warten auf den Messias, sondern viel-mehr auf Verbesserung der irdischen Sachlage. Kurz vor Heilig Abend wa-ren die letzten Reserven verbraucht. (Musikende) Jetzt erst verstanden die anderen beiden was Bob mit seiner Aussage meinte. Sie mussten aufs Land, dort konnte man noch etwas betteln und stehlen um durch den Winter zu kommen. Diesmal versuchten sie ihr Glück mit dem Stehlen von Eiern. Sie warteten die Dämmerung ab und schlichen sich an den Hühner-stall, dort erwartete sie jedoch eine böse Überraschung: Vor ihnen stand plötzlich ein großer, zähnefletschender, bellender Hund. Vom Hund über-rascht ergriffen sie die Flucht, doch Charly schaffte es nicht. Der Hund biß ihm in das Bein, Charly fiel zu Boden, und der Hund ließ ihn keinen Schritt weitergehen. Von diesem Lärm aufmerksam gemacht, kam auch schon der Bauer, packte Charly an den Kragen und ging mit ihm ins Haus.

Bob: Wo ist Charly?!

Tommy: Er wurde vom Hund gebissen, anschließend brachte ihn der Bauer ins Haus.

Bob: Was wird bloß mit ihm?

Musik

Bauer: Was wolltet ihr noch zu dieser Zeit? Zeig mal dein Bein her. Das sieht ja schlimm aus, so kannst Du nicht nach Hause. Wo wohnst Du überhaupt?

Autor: Der Bauer überschüttete ihn mit Fragen, auf die Charly keine Antwort gab. Die anderen beiden warteten in sicherer Entfernung auf das, was geschehen sollte.

Bauer: Redest Du nicht mit mir? Hier hast Du einen Teller Suppe und Brot.

Autor: Nach dem Essen wurde Charly gesprächiger.

Bauer: Wo sind Deine Eltern?

Charly: Meine Eltern? Ich habe keine mehr! Vater ist 1943 gefallen. Meine Mutter, samt Geschwistern wurden bei einem Bombenangriff getötet.

Bauer: Du hast mir noch immer nicht geantwortet, was Du hier wolltest.

Charly: Wir. ..(Gedankenpause) Ich, ich wollte um ein wenig Brot bitten.

Bauer: Wen meinst Du mit ,,wir”?

Charly: Keinen.

Bauer: Du brauchst kein Angst zu haben. Wenn Du nicht alleine warst, kannst Du es mir ruhig sagen. Für die anderen findet sich auch noch ein Teller Suppe, und etwas Brot.

Autor: Bald saßen auch Tommy und Bob am Tisch und genossen die heiße Suppe. Da erzählte der Bauer ihnen unter anderem von seinem Sohn, der in ihrem Alter war, und bei einem Luftangriff ums Leben kam. Doch er erzählte auch von einer Hoffnung ihn wiederzusehen. Er meinte den Himmel. Der Bauer strahlte auf die Jungs eine gewissen väterliche Fürsorge aus. Es kam so weit, dass der Bauer sie über Weihnachten beherbergte. Am Heilig Abend ging es zur Kirche, wodurch sie an das Internat erinnert wurden. Dort wurde Charly zum zweiten mal durch das Wort Gottes angesprochen. Die Jungs bewunderten, mit welcher Hingabe sich der Bauer, der ein Christ war, für sie einsetzte. Er gewann ihr vertrauen. Weihnachten war rum, und die Jungs mussten wieder in ihr Versteck. Doch im Keller gab es kein Proviant mehr. Sie versuchten es mit der erprobten Methode des Knalls. Da Charly noch nicht richtig laufen konnte, sollte er diesmal den Knallkörper zünden, weil es dabei nicht so auf die Schnelligkeit ankam. Wieder knallte es auf dem Marktplatz. Sie trafen sich wieder im Keller.

Bob: Hat auch diesmal nicht schlecht funktioniert.

Tommy: Auf jedem Fall haben wir für ein Weilchen Ruhe.

Bob: Doch, wo ist Charly?

Tommy: Der müsste doch schon längst hier sein!

Autor: Doch Charly befand sich noch auf dem Marktplatz, oder genauer gesagt auf dem Weg ins Krankenhaus, weil etwas unerwartetes geschah. Als er den Knallkörper zündete und hinwarf explodierte dieser nicht. Daraufhin wollte er die Lunte noch einmal zünden. Als er sich danach bückte, sah er wie das Ende der glimmenden Lunte den Sprengsatz zündete.

Musik

Als Tommy und Bob im nachhinein von einigen anderen Straßenjungs er-fuhren was mit Charly geschehen war, wussten sie weder ein noch aus. Die Ungewissheit über Charlys Schicksal ließ in ihnen eine anklagende Stimme wachrufen, die ihnen keine Ruhe ließ. (Musikende) Nach längerem Über-legen entschlossen sie sich, den Bauern aufzusuchen.

Bauer: Wieso kommt Ihr nur zu zweit? Wo ist denn… Wie hieß er doch gleich…

Tommy: Sie meinen Charly.

Bob: Genau deshalb sind wir hier. Wir wollen Sie auch nicht lange belästigen, es ist nur-

Bauer: Was- ist nur…?

Tommy: Versprechen Sie uns bei ihrem Gott, an den Sie glauben, daß Sie uns nicht verraten?

Bauer: (Pause) Sprecht.

Tommy: Nachdem wir von Ihnen gegangen sind, hatten wir wieder mal nichts zu essen, und wie Sie wissen macht der Hunger zu vielem fähig. So begaben wir uns wieder auf den Markt.

Autor: Tommy fuhr mit der Erzählung fort und erzählte dem Bauer die ganze Wahrheit. Nachdem sie ihm alles erzählt hatten, fragte der Bauer:

Bauer: Und was soll ich jetzt tun? Was geschehen ist, kann ich auch nicht ändern, aber wir können im Gebet vor Gott treten und ihn um Weisheit und Rat bit-ten.

Bob: Vielleicht können Sie ihn im Krankenhaus besuchen und erfahren, wie es mit ihm steht? Wir wären auch bereit für Sie die angefallene Arbeit auf dem Hof zu erledigen.

Bauer: Ihr stellt Euch das einfach vor. Ich soll ins Krankenhaus gehen und nach Charly fragen. Sie werden mich doch gleich nach der Angehörigkeit fra-gen.

Tommy: Sie glauben doch an Gott. Er wird Ihnen bestimmt helfen.

Autor: Der Bauer willigte ein und behielt die Jungs vorerst auf dem Hof. Nach ernstlichem Ringen im Gebet machte er sich auf den Weg ins Krankenhaus.

Bauer: In welchem Krankenhaus der Stadt wird er bloß sein?

Autor: Doch Gottes Führung ist wunderbar!

Bauer: Können Sie mir sagen ob hier gestern ein Junge, namens Charly eingelie-fert wurde?

Schwester: Charly…? Und wie heißt er weiter?

Bauer: Weiß ich nicht. Er ist mir nur unter dem Namen Charly bekannt.

Schwester: So kommen wir nicht weiter. Was ist denn mit ihm passiert, oder was für Beschwerden hatte er?

Bauer: Ich weiß nichts genaues, nur daß mit ihm auf dem Marktplatz etwas ge-schehen ist.

Schwester: Was wollen Sie von ihm?

Bauer: Also ist er hier. Ich habe ihn mal flüchtig kennengelernt. Wie geht es um ihn?

Schwester: Ich weiß noch nichts genaues, aber sein Gesicht war schrecklich zugerichtet. Man kann nur beten, das er nicht sein Augenlicht verliert! Kommen Sie morgen wieder, dann wissen wir mehr.

Autor: Enttäuscht kam der Bauer zurück und schilderte den Jungs die Lage. Bis in die tiefe Nacht betete der Bauer für Charly. Am nächsten Morgen kam er mit neuer Hoffnung ins Krankenhaus. Doch er wurde vorerst nicht zum Charly hereingelassen. Es entstand ein Gespräch zwischen dem Arzt und dem Bauer.

Arzt: Wie gut kennen Sie den Jungen? Ihm steht etwas schweres bevor. Er braucht jetzt viel Verständnis und Liebe. Dieses würde ihm vieles erleich-tern.

Bauer: Wieso, ist es so schlimm mit ihm?

Arzt: Ja, er ist blind, wir konnten sein Augenlicht nicht mehr retten. Noch weiß er es nicht, weil er einen dicken Verband um das Gesicht hat. Und dies al-les durch eine Dummheit!

Bauer: (ungläubig) Das ist nicht wahr! Sagen Sie das es nicht wahr ist! (Pause) Der Junge hat, wie viele Kinder, seine Eltern im Krieg verloren. Ich werde mich seiner annehmen.

Autor: Niedergeschlagen kehrte der Bauer auf seinen Hof zurück. Dort erwarteten ihn bereits Bob und Tommy, die neugierig und gespannt waren. Der Bauer schilderte ihnen die Wahrheit. Ihre Gesichter erblassten! Zum Schluß sagte der Bauer:

Bauer: Und das nur wegen einer Dummheit!

Tommy: Dummheit sagen Sie, wir hatten Hunger!! Hunger, verstehen Sie?!!

Bob: Wir hatten keinen der sich um uns kümmerte! Wir waren hungrig und ver-zweifelt!! Warum hat Gott es denn überhaupt so weit kommen lassen? Wa-rum muss Charly jetzt leiden? Warum hört Gott ihr Gebet nicht?!

Bauer: (Musik) Gott allein weiß, wozu er es soweit kommen ließ! Seine Wege sind unbegreiflich, doch am Ende wunderbar!

Autor: Nun zählte man die letzten Tage des Jahres, in denen der Bauer Tag für Tag, für Charly betete und ihn besuchte. Charly war froh, daß er jemanden hatte, der sich um ihn sorgte. Doch gerade das ließ in ihm eine seltsame Unruhe aufsteigen. Er fragte:

Charly: Warum sind bloß alle so nett zu mir? Und warum machen Sie sich die Mühe mich täglich zu besuchen? (Pause) Ich muß Ihnen etwas gestehen: Damals, als mich Ihr Hund gebissen hatte, habe ich Sie belogen. In Wirklichkeit war ich damals gekommen um bei Ihnen etwas zu stehlen. Ich wollte gar nicht betten.

Bauer: Mach Dir jetzt keine Gedanken mehr darüber.

Charly: Was wird hier eigentlich gespielt?! Alle sind so nett und hilfsbereit zu mir. Sagen Sie mir die Wahrheit! Wie steht es um mich?

Bauer: Ich wollte es Dir noch nicht sagen. Weiß Du ich, äh… Weißt Du ich….

Charly: Sagen sie es heraus, einmal muss ich es wissen.

Bauer: Charly, Du bist blind!!! (Akkord)

Charly: (Hall) Warum?!! Gott, warum?! Sagen Sie es mir! Warum!?

Autor: Diese Fragen klangen noch lange in den Ohren des Bauers. Warum hat Gott das zugelassen? Zu Hause angekommen, konnte er nicht einschlafen. Etwas beunruhigte ihn. Daraufhin betete er erneut für Charly. Auch Charly konnte diese Nacht nicht schlafen. Tausende Gedanken jagten ihm durch den Kopf. Angst und Sorgen über seine Zukunft überfielen ihn und versetzten ihn in solch eine Unruhe, dass er die Krankenschwester rief.

Charly:
Schwester, ich habe Angst!! Angst vor der Wahrheit! Angst vor der Zukunft, ja Angst vor mir selber!!

Schwester: Du brauchst keine Angst zu haben. Der Bauer sagte, er wird sich Deiner annehmen.

Charly: Nein, Sie verstehen mich nicht! Sagen Sie mir, gibt es einen Gott?! Wenn ja, warum lasst er solch ein Unglück zu. Ich bin doch noch so jung. Nun werde ich nie mehr das Licht der Sonne erblicken! Schwester, warum?!

Schwester: Weil er Dich liebt.

Charly: Das nennen Sie Liebe?! Liebe?!

Schwester: Vielleicht will er Dich durch dieses Leid zum Nachdenken bringen, über das was Du getan hast. Rufe ihn an, so wird er Dir helfen!

Charly:
Mir helfen? Wer kann mir helfen?

Autor: Nach diesem kurzen Wortwechsel verließ die Krankenschwester wieder den Raum. Die letzten Worte der Krankenschwester klangen immer wieder in seinen Ohren. Rufe ihn an, so wird er dir helfen! Nur langsam wurde sein aufgebraustes Gemüt stille. Doch auf dem Bauernhof betete der Bauer im-mer noch für ihn. Charly konnte die ganze Nacht nicht schlafen, erst am frühen Morgen verstand er die Sprache Gottes. Er überwand seinen großen Stolz und schrie zu Gott:

Charly: Gott, wenn es Dich wirklich gibt, so hilf mir. Jetzt, da meine leiblichen Au-gen nichts mehr sehen, erkenne ich den Zustand meiner Seele. Wie nichtig hin ich vor Dir gewandelt! Ich wollte nichts von Dir wissen, nichts von Dir hören. Jetzt erkenne ich meinen Zustand. Herr, vergib! Vergib!! Du führst uns unerforschliche Wege. Ja, es war wirklich Liebe. Herr, ich danke Dir.

Autor: Am Abend kam der Bauer erneut zu Charly. Doch siehe, er hatte sich über Nacht verändert. Freude strahlte aus seinem Gesicht.

Charly: Wissen Sie, es ist alles neu!! Alles!! Gott lebt jetzt auch für mich! Auch wenn ich meine Augen verloren habe, so habe ich jetzt einen neuen An-fang, eine neue Hoffnung. Ich brauche keine Angst mehr vor der Zukunft zu haben. Ich weiß, dass der Herr für mich sorgen wird!

Bauer: Ich freue mich, dass Du so weit gekommen bist. Wir haben es uns mit der Frau überlegt, Du sollst bei uns zu Hause ein neues Heim finden.

Autor:
Gott führt oft Wege, die mit Schmerzen, Leid und Not verbunden sind. Denn in diesem Zustand erkannte Charly seine Abhängigkeit von Gott und konnte Buße über sein Leben tun. Lieber Zuhörer! Hast du Gottes Gnade schon in Anspruch genommen? Oder muss Gott mit dir auch erst solche tiefe Wege gehen? Jetzt ist noch Gnadenzeit und der Herr ruft dir heute noch zu: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Matt; 11. 28

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Aug 10 2007

Die Bibel in der Decke

Geschrieben von under Gottes Wort

Elisabethy: Schon wieder nur noch ein halbes Laib Brot da! Die Kinder müssen mit ihren kaputten Kleidungsstücken noch weiter auskommen. Ich hab nicht mal mehr Flicken übrig. Warum geht es gerade uns so schlecht? Warum kann mein Mann nicht ganz normal Geld verdienen? Immer muss er sich betrinken! Wie soll das bloß weitergehen?

Sprecher: Mit diesen Fragen, die sich Elisabethy stellte, kam gerade ihr Mann herein gestürzt. Woher er kam, wusste sie nicht. Doch wenigstens ließ er sich mal wieder blicken.

Elisabethy: Wo warst du nur so lange? Hast du etwas Geld verdienen können?

Enrique: Nein, aber ich will heute auf den Markt, um ein paar Tiere zu kaufen, die werde ich dann weiterverkaufen und so ein bisschen Geld machen.

Elisabethy: Wir brauchen dringend Geld. Die Kinder brauchen …

Enrique: Schweig! Es ist immer dasselbe. Musst du immer so unzufrieden sein?!

Sprecher: Und schon war ihr Mann wieder weg. Er begab sich zum großen Viehmarkt. Er war überrascht, denn heute klappte das Handeln außerordentlich gut. Mit dem Geld in der Tasche ging er los. Ehe er zur Besinnung kam, ging er wie gewohnt mit seinen Freunden in ein Gasthaus um seinen guten Handel zu feiern. Als er am späten Nachmittag irgendwo aufwachte, fasste er als erstes in seine Tasche.

Enrique: Das Geld ist weg! Ich bin bestohlen — ach nein (jämmerlich)!!! Handel, Freunde, billiger Wein – wann war das? Diesmal war es wohl zu viel!

Sprecher: Er reckte seine Glieder und machte sich mit leeren Händen und verwahrlost auf den Weg nach Hause. In zwischen war einiges geschehen… Elisabethy saß zu Hause und weinte sich tüchtig aus, nachdem ihr Mann weggegangen war. Ihre älteste Tochter Silvia kam heute früher als gewöhnlich nach Hause und sah ihre Mutter so aufgelöst in der Küche sitzen.

Silvia: (entsetzt) Mutti? Was ist passiert? Ist etwa jemand gestorben? Mutti, so sprich doch!

Elisabethy: Ach, ist es denn nicht schlimm genug, das Vater trinkt? Es ist furchtbar! Wir haben fast gar nichts zu essen, geschweige Geld für neue Kleidung und was du verdienst, reicht längst nicht!Die Sorge will ich versuchen zu tragen, aber wie soll es weitergehen? Gibt es denn gar keinen Ausweg?Ihr Kinder tut mir auch so leid, ihr konntet bis jetzt noch nicht erfahren, was ein liebender Vater ist!

Silvia: Aber dafür eine liebende und sorgende Mutti. Es wird bestimmt noch alles gut!Da fällt mir gerade etwas ein, auf meiner Arbeit ist eine “Gläubige”. Du hast bestimmt schon mal etwas davon gehört. Sie ist immer so froh, sie strahlt so eine Wärme aus. Sie hat uns zu einem Gottesdienst eingeladen. Vielleicht könnten wir da mal hingehen. Was meinst du?

Elisabethy: Ach, ich weiß nicht …

Silvia: Wir können ja immer noch weggehen!

Elisabethy: In Ordnung. Versuchen wir es mal!

Sprecher: Gott erwies seine große Gnade auch an dieser Mutter und ihrer Tochter. Sie waren durch ihre Probleme Gott näher gekommen. Ihre Verlegenheit wurde Gottes Gelegenheit. Am nächsten Abend kam ihr Mann endlich wieder zurück. Da die Tür abgeschlossen war, klopfte er.

Elisabethy: Hallo? – Wie schön, dass du wieder da bist. Komm, ich habe sogar noch etwas Abendbrot zustande gebracht.

Enrique: Seltsam, an so eine Begrüßung kann ich mich nicht erinnern.

Sprecher: Vor Staunen wusste er nichts zu sagen. Am Sonntag stand Elisabethy früher als gewöhnlich auf und machte sich zum weggehen fertig.

Enrigue: Was ist los? Wo willst du um diese Zeit hin?

Elisabethy: Ich gehe zum Gottesdienst …

Enrigue: (entrüstet) Wohin???

Elisabethy: Ich wollte dir erstmal Zeit lassen, sonst hätte ich es dir schon früher gesagt. Ich glaube jetzt an Jesus, dass er mir die Sünden vergeben hat und dass er mein Leben ändern kann…

Enrique: Unerhört! Jetzt ist sogar schon meine Frau diesem Schwachsinn verfallen! Aber ich werde dir diese Flausen noch austreiben. Warte nur!

Sprecher:
Er schlug seine Frau unmenschlich. Mit jedem Schlag wurde er wütender. Die Kinder schrien. Es herrschte Terror im ganzen Haus. Dieses wiederholte sich jedes mal, wenn er getrunken hatte. Eines Tages, als er wieder getrunken hatte, kam er überhaupt nicht mehr nach Hause. Er zog nach Lima, um dort eine Arbeit zu finden. Er hörte danach auch nichts mehr von Jesus und dem Glauben. Als sein Vetter starb, erbte er ein paar Sachen von ihm, die rollte er in eine Decke. setzt sich auf seinen Esel und machte sich auf den Weg, weg von seiner Familie. In Gedanken konnte er sie noch schreien hören. In der ersten Nacht, in der er weg war, ließ er sich voll laufen. Danach ging alles schief. Er schloss sich einer Diebesbande an und verlor fast alles.

Enrique: Ich habe fast alles verloren. Mir ist nur noch die Decke mit einer alten Pfanne und ein schwarzes Buch geblieben. Ich glaube es bringt nichts …

Kumpel: Ach, sei ruhig. Komm, wir müssen uns ein bisschen Geld beschaffen. Dann geht es uns wieder gut.

Sprecher: Doch diesmal sollte es der Bande nicht gelingen. Sie mussten ins Gefängnis nach Lircay in der Provinz Huan ecvalica. Er war oft allein in seiner Zelle. So hatte er viel Zeit zum Nachdenken.

Enrique: Was habe ich jetzt davon, dass ich hier in der Zelle sitze? Warum habe ich nicht früher aufgehört! Es hätte auch gereicht, wenn ich so weiter gelebt hätte, wenn ich mich nur nicht dieser Bande angeschlossen hätte! Meine Frau, meine Kinder, mein Zu hause, alle meine Sachen – oder?

Sprecher:
Er schaute in sein Deckenbündel, daß die Gefängniswärter ihm gelassen hatten. Er holte das schwarze Buch aus der Decke.

Enrique: (schlägt auf) Schade, dass ich nicht so gut lesen kann. Ich probier es mal.

Sprecher: Beim Buchstabieren jedes Wortes, fiel ihm plötzlich auf, dass dies schwarze Buch eine Bibel sei. Unwillkürlich musste er wieder an das Geschrei seiner Kinder denken, während er die Mutter schlug.

Enrigue: Nein, das Buch will ich heute nicht lesen! (tut es zurück in die Decke) Vielleicht morgen.

Sprecher: Kurze Zeit später nahm er sich wieder das Buch und las trotzdem weiter. Dann, eines Tages, als er am Fenster seiner Zelle stand, wo am meisten Licht war, las er die Worte Jesu:

Enrique: »Wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, dann bringt es viel Früchte« (denkt nach) Das ist ja wie mit meinem Acker, erst wird das Weizenkorn gesät. In der Erde stirbt es dann – und nach einer Zeit bringt es Frucht! Dann…dann, dann bin ja auch ich ein Teil dieser Ernte. Aber.. kann Gott mir vergeben? Kann ER so einem Menschen vergeben, der seine Frau geschlagen und ungerecht behandelt hat? Ich werde ihn darum bitten!

Sprecher: Diesen Hilfeschrei konnte Gott nicht überhören, er reichte ihm die vergebende Vaterhand. Jetzt spürte Enrique den Friede Gottes in sein zerrissenes Herz hinein strömen. Doch eines quälte ihn noch …

Enrique: Ich würde Gott so gerne dienen, doch hier in der Zelle geht das nicht. Oh, wie gerne würde ich auch bei meiner Familie um Vergebung bitten.

Sprecher: Er bat Gott um ein Zeichen, nämlich:Wenn Gott will, daß er ihm dienen soll, dann sollte Gott ihn aus dem Gefängnis holen, damit er bei seiner Familie Vergebung finden könnte. Am nächsten Tag schloß die Wache die Zelle auf.

Wache: Bitte schön, ihr Freilassungsbrief, sie sind jetzt frei. Sie müssen nur noch einmal unterschreiben.

Sprecher: Da Enrique sofort daran geglaubt hatte, zögerte er keinen Augenblick, er rannte auf dem schnellsten Weg nach Hause. In diesem Hause kehrte Liebe und Friede ein. Diese Familie wurde von Gott gesegnet.Durch Enrique konnten viele Familienangehörige an Gott glauben. Wenn er irgendwo jemanden einen Rat geben konnte, dann den:

Enrique: Wenn irgendwo bei dir in der Decke eine Bibel ist, dann hole sie heraus und finde Christus darin! Und wenn du keine Bibel hast, dann verkaufe deine Decke und kaufe eine Bibel! Wenn du das getan hast, wirst du froh sein!

-ENDE-

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Aug 10 2007

Die Bibel oder das Geld?

Geschrieben von under Gottes Wort

 

Die Bibel oder das Geld?

Erzähler: Vor einigen Jahren lebte in einem schönen Ort des Schwarzerdgebietes ein reicher Bauer. Er lebte dort mit seiner Familie in einem großen, wunderschönen Haus. Um keinen Mangel an Arbeitskraft in seinem Betrieb zu haben, stellte er Leute ein, die mit ihrem Herrn sehr zufrieden waren. Die Köchin war Anna, das Kindermädchen Lisa. Wassilij, ein junger Mann, arbeitet bei dem Bauer im Obst – und Gemüsegarten als Gärtner. Ein weiterer Dienstbote war Jonni. Dieser hatte es unter den anderen jungen Leuten nicht leicht, denn sie zwangen ihn, sie zu bedienen und zusätzlich verhöhnten sie ihn.Zum 50-jährigem Jubiläum lud der Bauer seine Bediensteten ein. Nach dem feierlichen Essen wandte er sich an sie.

Bauer: Ihr wißt, daß ich heute mein 50-jähriges Jubiläum feiere und möchte, daß ihr an diesem Fest teilnehmt. Dafür habe ich einige Geschenke vorbereitet. Hier liegen vor euch vier Bibeln, aber wenn jemand von euch diese nicht nehmen will, für den habe ich in diesem Fall eine andere Möglichkeit vorgesehen. Hier auf dieser Seite liegen vier Briefumschläge und in jedem befinden sich 100,- DM. Ihr dürft frei wählen. Also Anna, komm näher. Was wünschest du dir? Willst du die Bibel oder das Geld?

Anna: O gnädiger und gütiger Herr, ich bin euch sehr dankbar für eure Freigebigkeit. es wäre gut eine Bibel zu haben, aber ich war heute morgen in der Stadt und sah im Geschäft ein sehr schönes Kleid und für dieses Geld könnte ich es gerade kaufen, wenn sie nichts dagegen haben.

Bauer: Nein, nein, nimm das Geld. Und du Lisa, was willst du dir nehmen?

Lisa: Auch ich bin euch für ihre Freigebigkeit sehr dankbar, mein guter Herr. Ich wünsche mir gern, eine Bibel zu besitzen. Aber mein Bruder ist gerade bei der Bundeswehr und ich würde ihn gern einmal besuchen. Wenn sie nichts dagegen haben, nehme ich das Geld.

Bauer: Hier, nimm nur das Geld, das brauchst du jetzt. Und du Wassilij, hast du dich schon für irgend etwas entschieden?

Wassilij: Ja, mein guter Herr, bei uns zu Hause waren in der letzten Woche alle krank und wir haben Schulden gemacht. Deshalb nehme ich lieber das Geld.

Bauer: Wie du möchtest, Wassilij. Hier ist dein Geschenk. So und du Jonni, was möchtest du haben?

Jonni: Ich möchte gern eine Bibel haben.

(gleichzeitig und durcheinander)

Wassilij: So ein Unvernünftiger!

Lisa: Was? Überleg’ doch mal!

Anna: Nimm doch lieber das Geld!

Bauer: Du hast richtig gewählt. Nimm Jonni deine Bibel, aber sag mal, warum hast du dich für die Bibel entschieden?

Jonni: Ich habe mich so entschieden, weil meine Mutter, als ich noch klein war, immer sagte, die Bibel sei kostbarer als alle irdischen Schätze. Ich bin der Meinung, daß es kein Fehler ist, wenn ich die Bibel nehme.

Bauer: Recht so. Ließ die Bibel mit Fleiß, sie ist die frohe Botschaft.

Jonni: Ich bin euch sehr dankbar für das gute Wort. … O, da ist was rausgefallen. Aber das sind ja 1.000,- DM. Hier ist wahrscheinlich ein Fehler geschehen.

Bauer: fNein, hier ist kein Fehler passiert. In jede von den vier Bibeln habe ich 1.000,- DM hineingelegt.

Anna: Ich will auch eine Bibel.

Wassilij: Geben sie mir bitte auch eine Bibel.

Lisa: Hier das Geld, ich nehme die Bibel.

Bauer: Zu spät, zu spät. Ihr habt die Bibel gegen das Geld getauscht. Der Dichter des Psalms sagte schon damals: “Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel Tausend Stück Gold und Silber.” Der kleine Jonni, den ihr für den Narren hieltet, war aber weiser als ihr alle. Und er hat als Belohnung die Bibel bekommen und zehnmal mehr Geld dazu. Ich denke, es wird für euch eine Lehre für das ganze Leben sein.

Erzähler: Und euch ihr Lieben, wünschen wir, daß die Bibel euer liebstes Buch sei. Gebraucht sie täglich, denn kein Schatz der erde kann mit der Bibel, dem Worte Gottes verglichen werden. Nur sie kann euch den Weg zum glücklichen Eheleben zeigen.

ENDE

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