Archive for August, 2007

Aug 31 2007

Katastrophe vor dem Fest,

Geschrieben von admin under Erntedankfest

Katastrophe vor dem Fest, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest für vier Personen.

Sprecher:  Ulrich Marten hatte die Ellenbogen auf den Tisch gestemmt und grübelte am zweiten Tag nach der Katastrophe, noch immer fassungslos vor sich hin: Ausgerechnet nach dieser Rekordernte. Wenn die Scheune im vorletzten Jahr angebrannt wäre, da war die Ernte nicht so groß. Aber jetzt… Wenn man nur wüsste wie es passiert ist. Barndstiftung? Feinde im Dorf?

Ulrich:  Heute ist nun Erntedankfest. Ein Hohn ist das ganze. Zwei Tage vor dem Fest brannte alles nieder. Die harte Arbeit eines Jahres umsonst, verloren, Geldverlust, der überhaupt noch nicht zu überblicken ist. Wie habe ich mich gefreut über die Fülle. Wer hätte damit gerechnet? War es Brandstiftung? Und das auch noch vor dem Dankfest. Jahre werde ich brauchen um den Schaden wieder gutzumachen.

Sprecher:  Bei diesem Gedanken krampften sich die Hände zu Fäusten und der Bauer Ulrich Marten schlug damit verzweifelt auf die harte Tischplatte.

Ulrich:  Solch ein Erntedankfest! Überhaupt – Dankfest? Wofür habe ich zu danken? Wem? Habe ich die letzten Jahre gedankt? Nein, letztes Jahr auch nicht. Ich habe mich nur über die gefüllten Scheunen gefreut.

Stimme:  Du Narr, diese Nacht…

Ulrich:  Mein Gott, daran habe ich nie gedacht. Ich habe mich nur auf meiner Hände Arbeit verlassen. Aber es lag kein Segen darauf.

Sprecher:  Wieder schoben sich die Schreckensbilder der Brandnacht dazwischen. Und wieder drehten sich seine Gedanken im Kreis und er kam von der Wut, dieser Ungerechtigkeit aus dem „Warum“ nicht heraus. Dann wurde er ruhig.

Ulrich:  Warum muss erst eine Katastrophe kommen, bevor man über den Sinn dieses Festes nachdenkt? Es stimmt, seit Monaten hatte ich keine Zeit mehr zum Beten gefunden. Es muss schlimm um uns stehen, wenn wir Bauern keine Zeit mehr zum Beten finden. Sind wir nicht draußen unter freiem Himmel Gott am nächsten? Man tut soviel anderes und vergisst so leicht das Wichtigste.

Sprecher:  Und so kam es, dass der Kornbauer Ulrich Marten am Erntedankfest still in der Reihe beim Gottesdienst saß und betete. Er hatte nicht so sehr viel zu danken, aber dafür umsomehr Gott um Vergebung und um Nachsicht zu bitten. Wer ihn so ruhig sah, der dachte:

Nachbar:  Der hat Nerven! Hat ihm der Brand nicht die ganze Ernte, alles was er hatte genommen? Und jetzt sitzt er so da.

Sprecher:  Bei der großen Feier unter freiem Himmel war Ulrich Marten nicht dabei. Er ging in die Stille und vertiefte sich aufs neue in Gottes Wort. In den anderen Bauern erwachte ein Mitgefühl, sie konnten nicht verstehen, warum Ulrich so ruhig und gefasst war, aber sie wollten ihm gemeinsam helfen die Scheunen aufzubauen. Auch der Geizigste unter ihnen wollte helfen. Bauer Ulrich Marten war dankbar dafür, aber er wusste, das er sich lieber Schätze im Himmel sammeln wollte und das Gebet wollte er nicht mehr vergessen. Mit Gottes Hilfe brachte er ihm seine Gaben.

No responses yet

Aug 31 2007

Gottes Ernte

Geschrieben von admin under Erntedankfest

Gottes Ernte, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest für drei Personen.

Sprecher:
An einem trüben Sonntagsmorgen
Wo alles schweigt in stiller Ruh
Da wanderte ein alter Pfarrer
Dem Heimatdörflein langsam zu.

Es regnete in starken Strömen,
wie nur so oft in letzter Zeit,
doch unser lieber alter Pfarrer
Sah’n über Zeit und Ewigkeit.

Sein Antlitz leuchtete von Frieden,
Geduld und Demut lag darin,
so kämpfte er sich mühsam weiter
Auf dem durchweichten Feldweg hin.

Nicht lang, dann hört er eine Stimme,
die ihm bekannt vom Dörflein sei.
Gezogen von zwei starken Braunen
Holt ihn ein Bauerwäglein ein.

Der Bauer, der die Pferde lenkte
Blickt finster und verdrießlich drein.
Ihm ging die Ruh des Heil’gen-Tages
Nicht sonderlich ins Herz hinein.

Bauer:  Steig nur herauf, mein lieber Pfarrer!

Sprecher:  Sagt er in etwas hartem Ton.

Bauer:  Das ist ein hartes Wetter heute Wie alle Tage schon.

Sprecher: 
Mit Dank nahm unser lieber Pfarrer
Die Einladung des Bauern ein.
So fuhren sie dann schweigend weiter
Bis der Bauer zu sprechen fing an.

Bauer:  Herr Pfarrer,
ich sage euch nun kurz und klein:
wenn ich am Erntefeste fehle,
so lass es euch kein Wunder sein.

Es geht mir wider mein Gewissen,
Gott kann ja machen was er will,
doch für’s verkommnes Korn zu danken
das will mir gar nicht in den Sinn.

Pfarrer:  Gut, das sie es mir heute sagen, ich hätte sonst gedacht am Ende ihr wäret krank, vielleicht verreist.

Sprecher:
Und wieder ging es schweigend weiter
Bis sie am Wege nebenan
Auf einem schmalen Ackerstreifen
Ein armes Weiblein trafen an.

Sie grub mit ihren beiden Kindern
Trotz Regen, Wind Kartoffeln aus,
doch ach, nur wenige der Knollen
konnt mit sich nehmen sie nach Haus.

Bauer: 
Da sehen sie, mein lieber Pfarrer,
wie soll man solches nur verstehn,
wer nur ein bisschen Mitleid hätte,
konnt nicht so viel in Unglück sehn.

Sprecher:
Nun blickt der Pfarrer ernst und freundlich
Ihm tief ins Aug, das Herz so leer.

Pfarrer:
Mein Lieber, sag du und wir alle
Von wo kommt unser Mitleid her?

Ist’s nicht von dem, des Herz voll Liebe,
Erbarmung, Güt und Freundlichkeit,
für uns starb Er am Kreuzesstamme,
für uns erwarb die Seligkeit.

Bauer: 
Und doch ich kann es nicht begreifen
Wie schön stand doch in diesem Jahre
Die Saat im Feld an jedem Ort.

Und nun der überflüss’ge Regen,
der nie ein End zu nehmen scheint,
verdirbt es alles und wir haben
nur Korn, das jetzt schon wächst u. keimt.

Ist’s nicht alles ob vor einem Kinde
Ein Kuchen süß ich hingelegt
Und will es denn zum Munde führen
Nehm ich ihn vor der Nase weg.

Nein, sagen sie nur nicht Herr Pfarrer
Ich weiß es dennoch nur zu gut
Auch euch ist trübselig ums Herze,
auch euch fehlt heute aller Mut.

Pfarrer:
Ja sehr, mein Freund, seht trüb und traurig,
kein Hoffnungsschein, nur dunkle Nacht,
denn ach, sie haben an das schlimmste
das allerschlimmste nicht gedacht.

Bauer:
Das schlimmste sind die arme Leute
Die nun in Not und Elend stehn.
Es gibt, das lässt sich nicht beschreiben
Ein Hungersjahr, sie sollen sehn.

Sprecher:
Doch der liebe alter Pfarrer
Er schüttelt mit dem grauen Haupt.

Pfarrer:
Das ist noch nicht das allerschlimmste
Für den, der noch an Jesus glaubt.

Die Not, die Gott und Menschen schickt
Hilft Er auch tragen bis ans Ziel.
Er hat ja tausend Wunderwege
Und macht aus wenigem oft viel.

Er nennt sich nicht umsonst der Vater,
der seine Kinder speisen will.
Ich hab es oftmals schon erfahren
Drum beug ich mich und schweige still.

Nein, nein, wenn wir Missernte machen,
Ist nicht so arges viel dabei,
doch wenn der liebe Gott nichts ernte
ja das ist schlimm, wie’ nur kann sein.

Das ist dann unser eigner Schaden
Wir stehen leer vor dem Gericht.

Sprecher:
Mit großen Augen blickt der Bauer
Den guten Alten ins Gesicht.
Doch ruhig sprach der Alte weiter,
gedankenvoll den Blick zur Fern.

Pfarrer:
Sie wissen ja aus ihrer Bibel
Wir sind das Ackerwerk des Herrn.

Wir, die wir seine Kinder heißen
Von uns will Er auch Früchte gern.
Mit unserm inwendigen Menschen
Sind wir das Ackerfeld des Herrn.

Sie meinen es geschieht uns Unrecht,
Wenn trotz Fleiß und Arbeit nun
Auf unsern Feldern, unsern Gärten
Einmal eine schlechte Ernte nun.

Doch wie muss es den Heiland kränken
Der doch sein bestes für uns gibt,
wenn Jahr um Jahr an unserm Herzen
er immer nur Missernte sieht.

Besinnen sie sich einmal ernstlich
Auf jene gute, schöne Zeit,
wo schöne Sonnenjahre waren
Gott ferne hielt von uns das Leid.

Sind denn der Dank und auch die Liebe
Zu Jesum Christum unserm Herrn
So herrlich wie ein Korn gediehen
Das Er aus Lieb auch schenkte gern.

Und heut in diesem Regenjahre
Wie gerne möchte Er da Geduld,
ja Demut und vertrauen ernten
und Glauben an des Heilands Huld.

Doch nein, Er gehet wieder leere,
was wirklich nicht sein Schaden ist,
es ist ja unser eigner Schaden,
das ist, was mir am Herze frist.

Sprecher:
Ein tiefes Schweigen hüllt den Bauer
Im stillen Nachdenken nun ein,
sogar wieder die Regensströme
legte keinen Wiederspruch er ein.

Die Predigt ging ihm tief zu Herzen,
er hat beim Feste nicht gefehlt.
Er brachte Dank mit Reuetränen
Und hat aus wundem Herz gefleht:

Bauer: 
O Gott, mein lieber Herr und Heiland,
vergib es deinem schwachen Kind,
dass es so oft Missernte brachte,
vergib mir diese schwere Sünd.

Du willst fortan in meinem Herzen
Auch eine Ernte nehmen ein,
und nicht mehr leer ausgehn, wie vorher,
bis du mich nimmst zum Himmel ein.

Sprecher: 
Ist dies nicht ein getreues Abbild,
für uns, die wir versammelt hier;
hat nicht in diesem Jahr manch Murren
der Herr gehört von dir und mir.

Bald war zu groß der Sturm, dann Hitze
Und dann kein Regen nicht.
Nicht zu verstehn ist Gottes Walten,
die Führung seiner Vaterhand.

Hat da der liebe Herr und Meister
Geduld gefunden und Vertrauen,
wie sieht’s bei uns mit Gottes Ernte,
was wird sein Auge an uns sehn?

Ist er nicht leer von uns geschieden
Mit Wehmut und mit Herzensleid.
Hat er nur Missernte gefunden
Kein Halm für jene Ewigkeit?

O hebet hoch die Glaubensfackel
Zum Preis für seine Liebe groß
Und lasst beim heut’gen Erntefeste
Uns alle danken klein und groß.

No responses yet

Aug 31 2007

Aufopfernde Liebe

Geschrieben von admin under Hochzeit

Aufopfernde Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit für vier Personen

Martin:  Guten Abend Günther!

Günther:  Ach, hallo Martin. Schön, dich mal wieder zu sehen! Wie geht es dir?

Martin:  Ach, mir geht’s wunderbar, und dir?

Günther:  Mir geht’s auch gut. Aber sag mal, hast du es sehr eilig, sonst können wir ja noch ein wenig zu mir gehen. Wir haben uns ja schon so lange nicht mehr gesehen. Du hast bestimmt viel zu erzählen.

Martin:  Nein, ich habe es nicht eilig. Ich bin gerade auf Durchreise. Schön, daß wir uns wieder sehen.

Günther:  Also, abgemacht. Du kommst jetzt mit und bleibst auch gleich zum Abendbrot.

Martin:  In Ordnung. Ich muß nur rechtzeitig um 21.00 Uhr am Bahnhof sein.  (Pause, die beiden gehen ein Stück)

Günther:  So, da wären wir!

Martin:  Oh, schön habt ihr es hier.

Günther:   Hier ist das Wohnzimmer. Setz dich schon mal, ich mache uns gerade noch etwas zu essen.

Martin:  Sag mal Günther, ist deine Frau denn heute nicht zu Hause?

Günther:  Meine Frau? - Martin, ich habe keine Frau!

Martin:  Wie, du bist nicht verheiratet?

Günther:  Nein.

Martin:  Aber Günther, du bist doch schon fünfzig. Und du hast nicht geheiratet?  (fassungslos)

Günther:  Nein, es ist halt nicht jedermanns Sache. Ich habe den Willen Gottes darin erkannt, daß ich ledig bleibe und ihm so besser dienen kann.

Martin:  Aber, du brauchst doch jemanden, der dir den Haushalt führt!

Günther:   Haushalt, das ist eine Sache Martin, aber nicht alles. Wer heiratet um bekocht zu werden, sollte es lieber bleiben lassen. Ich diene Gott und bin als Junggeselle ganz zufrieden.

Martin:  Ich verstehe dich zwar nicht, aber es ist deine Entscheidung. (Pause) Oh, was ist die Zeit schnell vergangen. Ich glaube, ich sollte los, sonnst verpasse ich noch den Zug.

Günther:  Warte, ich begleite dich. Es war schön dich mal wieder zu sehen.

Martin:  Es hat mich auch gefreut. Danke für alles Günther. Besuchen mich doch auch einmal.

Günther:  Ja, vielleicht irgendwann einmal. Aufwiedersehn, Martin.

Martin:  Aufwiedersehn, Günther!

(Szenenwechsel)

Günther: Guten Abend, Marianne. Na, wo geht es denn jetzt noch hin?

Marianne:  Ach, hallo Günther. Ich gehe zu Frau Reinke.

Günther:  Frau Reinke?

Marianne:  Oh, entschuldige. Ich hatte vergessen, daß du noch neu hier bist. Frau Reinke ist gelähmt. Als sie 25 Jahre alt war, wurde sie von einem Auto angefahren. Seit dem Tag ist sie querschnittsgelähmt. Damals war sie verlobt, doch ihr Bräutigam hat sie nach dem Unfall im Stich gelassen und eine andere geheiratet. Es war ein schwerer Schlag für sie. Doch hat sie gelernt, sich dem Willen Gottes zu fügen. Sie ist eine wunderbare Christin geworden.

Günther:  Diese Frau würde ich gerne mal kennenlernen.

Marianne:  So komm doch einfach mit. Es lohnt sich und Frau Reinke hat bestimmt nichts dagegen. Sie freut sich immer über Besuch. - Sieh, da vorne, das kleine Häuschen gehört ihr. Wir sind schon gleich da. (Frau Reinke sitzt auf dem Stuhl, die beiden treten näher)

Fr. Reinke:  Guten Abend, Marianne.

Marianne:  Guten Abend, Frau Reinke. Ich habe noch Besuch mitgebracht. Das ist Günther. Er ist noch nicht sehr lange hier.

Fr. Reinke:  Guten Abend, Günther. Es freut mich, Sie kennenzulernen. Wie geht es Ihnen hier? Haben Sie sich schon eingelebt?

Günther:  Oh ja, sehr gut. Ich werde hier so herzlich aufgenommen. Ich kümmere mich um die Kinder- und Jugendarbeit und tue gerne diese Dienste für Gott.

Fr. Reinke:  Ich habe Kinder auch sehr gern. Als ich noch jung war, habe ich auch in der Kinderarbeit gestanden, doch dann mußte ich es, meiner Behinderung wegen, aufgeben. Aber, ich will nicht klagen, Gott macht keine Fehler.

Günther:  Sie haben ja gar nicht geklagt!

Fr. Reinke:  Jetzt nicht, aber sie hätten mich früher hören sollen. Ich war jung und konnte es nicht fassen, daß meine Jugendträume zerschmettert wurden. Oh, wie habe ich Gott angeklagt. Doch als ich so lange im Bett liegen mußte, hatte ich viel nachzudenken. Ich habe viel Geduld lernen müssen. Jetzt weiß ich, daß Gott mich so haben wollte, er hat eingegriffen um mir zu zeigen, daß ich alleine nicht kann. Jetzt bin ich ganz auf seine Hilfe angewiesen, und bin ihm dankbar, daß er mich immer noch trägt. Nein, ich habe nichts zu klagen, ich bin ein glücklicher Mensch! - Aber, jetzt langweile ich Sie mit meiner Geschichte. Entschuldigen Sie bitte!

Günther:  Aber, nicht doch. Es war interessant, Ihnen zuzuhören. Ich bewundere Sie, Ihren Mut, Ihren Glauben, Sie können lachen, obwohl Sie so ein schweres Los zu tragen haben. Wirklich, es gibt nicht viele solche Menschen.

Fr. Reinke:  Ach bitte, ich bin nicht zu bewundern. Ich bin auch jetzt oft genug fast am Verzagen, wenn ich nicht weiß, wie es alles weitergehen wird. Und das, was ich jetzt bin, bin ich nur durch den Einen, der mich auf seinen Händen trägt, weil ich alleine nicht gehen kann.

Marianne:  Ihr entschuldigt bitte, aber ich denke es ist Zeit, daß wir gehen. Auf Wiedersehen, Frau Reinke!

Fr. Reinke:  Auf Wiedersehen. Vielen Dank, daß ihr mich besucht habt. Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen, Günther. Besuchen auch Sie mich mal bald wieder.

Günther:  Ich komme bestimmt einmal wieder. Auf Wiedersehen - nicht den Mut verlieren, Frau Reinke. Sie sind nicht allein!

(Szenenwechsel)

Marianne:  Na Günther, was sagst du zu unserer lieben Frau Reinke?

Günther:  Sie ist wirklich eine wahre Christin. Ich bewundere sie. Es sah so arm, so ratlos aus, und doch konnte sie immer noch lachen. Außerdem hat sie auch große Schmerzen, nicht wahr?

Marianne:  Ja, das hat sie. Es wird immer schlimmer. Sie kann sich bald gar nicht mehr bewegen. Wenn ihr Verlobter sie nicht im Stich gelassen hätte, dann hätte sie jetzt ein Besseres Leben.

Günther:  Du, Marianne, wir müssen ihr helfen!

Marianne:  Und wie stellst du dir das vor?

Günther:  Ich weiß es nicht, aber Gott wird uns schon einen Weg zeigen.

Sprecher:  Die Zeit verging, Günther Besuchte immer wieder Frau Reinke und half ihr in verschiedenen Dingen. Ob wohl es eine große Hilfe für die Kranke war, konnte es Günther doch nicht ganz befriedigen.

Marianne:  Hallo Günther! Na, warst du wieder bei Frau Reinke?

Günther:  Ja, ich habe ein wenig im Garten gearbeitet und den Rasen gemäht…

Marianne:  Sie ist ja so froh, daß du da bist und ihr hilfst. Sie weiß gar nicht mehr, was sie ohne diene Hilfe anfangen sollte.

Günther:  Ja, aber das ist doch nicht alles. Es muß doch noch was anderes geben, was man für sie tun kann.

Marianne:  Wie, tust du denn noch nicht was du kannst?

Günther:  Eigentlich schon, aber mir kommt es nicht so vor. Ich denke, es muß noch mehr sein.

Marianne:  Was denn zum Beispiel?

Günther:  Ich weiß nicht, aber es muß noch mehr zu tun geben, daß spüre ich!

Marianne:   Das verstehe ich nicht, Wie ich von ihr gehört habe, opferst du dich schon so sehr für sie auf, das ich mir nicht vorstellen kann, wie du noch mehr für sie tun willst.

Günther:  Ich habe auch noch keine Vorstellung, aber ich werde Gott bitten, mir eine konkrete Aufgabe zu zeigen.

Sprecher:  Günther geht langsam nach Hause. Er denkt nach, er spürt, daß Gott eine ganz bestimmte Aufgabe für ihn hat.

Günther:  Wenn ich nur wüßte, was es sein kann. Ich würde es tun, koste was es wolle. Aber würde ich es dann genau so wenig tun wie der reiche Jüngling, weil es mir zu viel ist? Nein, ich möchte folgen, wie Gott mich führt.

Sprecher:  Als Günther zu Hause ankommt, geht er sofort in den hinteren Teil seines Gartens, kniet unter einem Baum nieder und betet. Es vergehen Stunden, Günther merkt es nicht. Er ringt im Gebet mit Gott bis ihn der einsetzende Regen unterbricht. Er geht ins Haus und langsam wird ihm bewußt, das er eine tiefe Liebe zu der Frau Reinke empfindet.

Günther:   Wenn Frau Reinke gesund und wir beide jung wären, dann wüßte, ich, daß Gott sie mir als Frau schenken wollte, aber so… Nein Gott will bestimmt nicht, daß ich sie heirate, es wäre ein zu großes Opfer. Mir wird schon eine andere Lösung einfallen. Aber der reiche Jüngling… Nein, das war etwas ganz anderes, da hat Jesus ihm persönlich den Auftrag gegeben… und jetzt gibt es mir den Auftrag, und das Opfer ist zu groß… Nein gleich morgen früh gehe ich zu Frau Reinke.

Fr. Reinke:  Guten Morgen Günther. Heute bist du früh hier.

Günther:  Guten Morgen. Wie geht es dir heute?

Fr. Reinke:  Oh, heute geht es mir besser als sonst.

Günther:  Das ist schön, ich habe nämlich eine sehr große Bitte an dich!

Fr. Reinke:  An mich? Welchen Wunsch kann ich dir schon erfüllen?

Günther:  Ich möchte dich bitten, meine Frau zu werden.

Fr. Reinke:  Was? Das geht doch nicht. Ich bin doch nur eine alte kranke Frau. Ich würde dich nur unglücklich machen.

Günther:  Warum denkst du, du würdest mich unglücklich machen?

Fr. Reinke:  Weil ich dir nichts bieten kann. Du müßtest mich pflegen, und das ist bestimmt nicht die Vorstellung, mit der ein Mann in die Ehe geht.

Günther:  Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Deine Liebe und die Gewißheit dir helfen zu können, ist mir Freude genug.

Fr. Reinke:  Mir ist das alles neu und verwirrt mich ein bißchen. Damals, als ich den Unfall hatte, habe ich alle Heiratspläne aufgesteckt. Bitte, laß mir noch ein wenig Zeit, darüber nachzudenken und es vor Gott zu bringen. 

(Musik)

Martin:  Guten Abend, Günther. Na sieht man sich nach Jahren auch mal wieder! Wie geht es dir, alter Junggeselle?

Günther:  Mir geht es gut, aber ich bin kein Junggeselle mehr, ich habe geheiratet.

Martin:  So. Hast du doch geheiratet. Ich wußte es ja. Kannst du mir deine Frau vorstellen?

Günther:  Ja, natürlich. Aber du mußt wissen, sie ist gelähmt.

Martin:  Oh. Wie ist das passiert?

Günther:  Das ist eine lange Geschichte. Es ist schon 25 Jahre her…

Martin:  Und dann hast du sie jetzt geheiratet? Du bist vollkommen verdreht. Wie kamst du darauf?

Günther:  Ich wollte ihr helfen. In der Bibel heißt es ja: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!

Martin:  Das hast du ja auch tun können, aber nicht gleich heiraten!

Günther:  Das habe ich auch nicht gleich getan. Ich habe, wie du sagtest, ihr erst geholfen, bis ich merkte, daß Gott mehr von mir verlangte. Es war sein Auftrag an mich, dieser Frau zu helfen, in dem ich sie heirate.

Martin:  Aber bist du nicht todunglücklich dabei?

Günther:  Ich? Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin glücklich, ja ich liebe sie. Weißt du Gott hat mir gezeigt, daß nur die Liebe, die sich für den anderen hingibt glücklich macht.

Sprecher:   ______ und ______   (Namen einsetzen) es ist wichtig, daß ihr nicht in die Ehe geht, um glücklich zu werden, sondern glücklich zu machen. So kommt ihr euch näher und werdet selber glücklich dabei.

 

No responses yet

Next »

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Internet Resources