Nov 23 2007
Die Zeit
Die Zeit
Die Zeit ist schön, wenn man für Jesus lebt,
in einem Ringen nach den höchsten Gütern strebt,
zerbrochen in sich selbst, vor Gott im Staube liegt,
sich in erkannte Wahrheit stets mit Freuden fügt.
Die Zeit ist schön, wenn man für andre lebt,
in Liebe dient, des Nächsten Not und Elend hebt,
die Lasten tragen hilft, die andre niederbeugt,
und jedes Auge trocknet, daß von Tränen feucht.
Die Zeit ist schön, wenn man durch Wüsten geht,
wo heiß der Sand und heiß der Glutwind weht,
die Hand dem müden Pilger tröstend reicht,
und ihm den Palmengarten und die Quelle zeigt.
Doch schrecklich ist die Zeit, wo man nur sich gesucht,
aus lauter Selbstsucht seinen Bruder hat geflucht,
zufrieden mit sich selbst, die andern sterben sah,
und zu dem Sünder sprach: „Komm mir nur nicht zu nah!”
Ja, schrecklich ist die Zeit, wo Pharisäertun
und totes Kapital und eitler Glanz und Ruhm
den Ton angeben und am Ruder steh’n.
Da muß der Geist betrübt von dannen geh’n!
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