Aug 13 2007

Heut lebst du, heut bekehre dich!

Zwei Freunde, jung und lebensfroh,
sie trafen einst sich irgendwo;
der eine Arzt – und Refrendar
am Amtsgericht der andre war;
sie lebten beide ohne Not
dahin und fragten nicht nach Gott.

Drum hatten sie auf diese Welt
allein ihr Trachten nur gestellt.
Sie taten Pflicht und Schuldigkeit
des Tages über alle Zeit;
doch nach der Arbeit Last und Müh
in Saus und Braus oft lebten sie.

Da ward der eine krank und lag
im Fieberglühen manchen Tag.
Sein Freund, der Arzt, ihm hilfreich stand
zur Seite; doch sein Hoffen schwand
mit jeder Stunde mehr dahin,
und schon hält er verloren ihn.

Doch spricht er nicht: »Bestell dein Haus,
bald mußt von dannen du hinaus!«
Wohin? wohin? Das weiß er nicht,
Gott, Ewigkeit und das Gericht
sind ja nur Pfaffentrug, daran
kein Mann von Bildung glauben kann.

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