Dez 05 2007
Nichts und doch alles
O Liebe, die kein Mensch ermisst!
Ich darf dich Freund und Heiland nennen,
und niemand kann von dir mich trennen,
weil ewig dein Erbarmen ist!
Ich Erdenwurm, ich Staubkörnlein,
darf mich in solcher Liebe laben –
wie unbegreiflich: nichts zu sein
und alles doch in ihm zu haben!
Du kamst zu mir, du neigtest Dich
Herab voll Gnade, voll Erbarmen,
kamst mir mit ausgestreckten Armen
entgegen und hast mich aufgehoben,
um nun in dir vor Gott zu sein. –
Du selbst bist mehr als alle Gaben;
Ich brauche nichts vor dir zu sein
Und darf nun alles in dir haben!
Du hast nur Gutes mir ersehen,
Du gibst mir mit den Händen deiner ewgen Liebe
So großen Reichtum deiner Segensfülle,
du gibst mir über Bitten und Verstehn.
Drum lehre mich demütig, klein
Mit Dank empfangen deine Gaben,
denn: Selig, nichts vor dir zu sein
und alles doch in dir zu haben!
Amen
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