Sep 08 2007
Die Finger
Die Finger, ein christliches Gedicht zum Thema Dienst für Gott.
Die Finger zankten hin und her wer doch der Wichtigste wohl wär’.
„Still da! Der Stärkste, der bin ich, ihr seid nichts nütze ohne mich!
Mehr als ihr vier kann ich allein drum muß ich euer König sein! "
So schrie der Daumen. Schon geringer erhob die Stimm der Zeigefinger:
»Die gröbsten und die feinsten Sachen kann ich allein am besten machen;
Der Fleißigste und Tüchtigste bin ich, und drum der Wichtigste!
Der Mittelfinger rief »Lernt Sitte! Als Herr steh ich in eurer Mitte!
Ich bin der Längste und der Größte und darum auch der Allerbeste!
Da sagte der Goldfinger: »Seht! Ich merke, daß ihr nichts versteht;
Mich schmücken Gold und Edelstein drum muß ich mehr als ihr wohl sein!
Der kleine Finger stille schwieg und mischte sich nicht in den Krieg.
Da riefen ihm die andern zu: »Sprich doch, was nütztest denn nun du?«
Er sprach: » Geschaffen hat mich Gott wie euch – doch nicht zu eurem Spott!
Der mich gebildet, wird auch wissen wozu ich werde nützen müssen.
Er hat ja alles in der Welt auf seinen rechten Platz gestellt;
wer tut und leistet, was er kann was Gott will, der hat wohlgetan!«
Die andern hörten, was er sprach und dachten wohl darüber nach;
still überlegten sie es sich und sprachen dann einmütiglich:
»Hast wahr gesprochen, lieber Kleiner, du bist so gut wie unsereiner!«
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