Sep 27 2007

Spuren im Schnee

Geschrieben von at 20:51 in Weihnachten

Spuren im Schnee, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 4 Personen.

Sprecher: Der erste Weihnachtstag hat so verheißungsvoll begonnen. Heinz und Karl wollten einen der leichten Gipfel im Reich der 3000er einwandern und dabei das große Gletscherfeld an der Schulter des Bergriesen überqueren. Gefährlich war die Tour zwar nicht, noch dazu bei klarer Sicht; aber völlig gefahrlos ist das Wandern im Hochgebirge natürlich nie. Sie waren früh aufgebrochen, um noch vor Mittag den Rückmarsch antreten zu können.

Karl: Heinz, mir scheint das frühe Blau des Himmels trügerisch zu werden. Guck, wie milchig und stumpf es wird.

Heinz: Kein Grund zur Unruhe, ich kann noch ungetrübt in die Ferne sehen. Gib mal dein Fernglas. Da, siehst du? Es fahren zwei Skifahrer den Gipfel herunter zur Schutzhütte.

Karl: Ja, du hast recht. Jetzt sehe ich es auch. Komm Heinz, lass uns gehen es wird immer trüber.

Heinz: Warte, guck nur wie mühelos sie dahingleiten. So, jetzt sind sie bei der Schutzhütte angekommen.

Karl: Nun lass uns aber endlich weitergehen.

Sprecher: Schnee und Himmel ließen die Augen schon fast schmerzen. Aber eigenartig – langsam verloren sich die Konturen. Die Ferne wurde undurchsichtig. Eine Hochnebeldecke senkte sich langsam herab, wurde dichter und undurchdringlicher. Und mit ihr kam die Kälte, schneidende, eisige Kälte.

Karl: Heinz, ich sehe die Markierungen nicht mehr, nicht mal die Felszacken sind zu erkennen. Es ist so kalt geworden. Lass uns umkehren!

Sprecher: Die Vernunft mahnte längst, den Gipfelsturm abzubrechen und wieder in wärmere Tiefen abzusteigen.

Heinz: Ja, aber wo sollen wir denn absteigen?

Karl: Der kürzeste Weg hinunter führt über die Schutzhütte. Von dort an ist der Pfad ausgetreten und gut markiert.

Heinz: Wie aber sollen wir in dem dichter werdenden Nebel über das weglose Schneefeld die Hütte finden?

Sprecher: Sie marschierten noch ein Stück. Plötzlich krachte es. Schon hörte Heinz den erbärmlichen und schrecklichen Schrei Karls. Schnell sprang Heinz zur Seite. Immer noch dröhnte es ihm in den Ohren, doch dann fasste er sich wieder. Er sah sich um und sah vor sich einen tiefen und breiten Spalt im Schnee.

Heinz: Karl, Karl hörst du mich? Karl lebst du noch? Karl, antworte mir!

Sprecher: Doch Heinz hörte nur das Säuseln des kalten Winterwindes. Schnell beschloss er Hilfe zu holen, doch woher? Die Schutzhütte war noch weit entfernt. Aber wie sollte er sie denn überhaupt finden? Hoffnungslos ließ er sich in den Schnee fallen, und seine Tränen benetzten ihn. In seiner Verzweiflung, in seiner Angst vor dem Tod sah er sein Leben noch mal vor sich ablaufen. Er sah seine Mutter, die ihn immer wieder versuchte vom Leichtsinn abzuhalten. Der einzige Versuch, der nun in Frage kam war das Beten.

Heinz: Oh Gott, wenn es dich wirklich gibt, so höre mich und hilf mir aus dieser Lage! Hilf mir!

Sprecher: Wie aufgeschreckt sprang Heinz plötzlich auf. Er erinnerte sich an die Skifahrer, die den Hang hinunter fuhren. Wenn er den Hang quer entlang marschieren würde, müsste er die Spuren kreuzen. In dieser Hoffnung lief er los. Und wirklich, nach mühseligem Marsch aus laufen, gehen und sich schleppen, stand Heinz schließlich vor den feinen Strichen im scheinbar unferlosen Weiß. Nun folgte er den Spuren, so schnell er konnte bis zur Hütte. In der Schutzhütte herrschte weihnachtliche Stimmung. Das plötzliche Erscheinen von Heinz unterbrach das gesungene Lied.

Heinz: Schnell, helft mir. Mein Freund ist am Hang in einen Schneespalt gerutscht. Wir müssen ihn rausholen. Schnell!

Fred: Karsten, du holst den Hund, vergiss nicht den Schlitten. Jörg, wir fahren mit den Skien. Gebt ihm auch welche! Doch halt, wir dürfen das Wichtigste nicht vergessen: Lasst uns um Gottes Hilfe bitten.

Sprecher: Für kurze Zeit vereinigten sie sich im Gebet. Schnell war eine Suchtruppe aufgestellt, die sich auf Skiern, mit dem Hund Hasco, einem Schlitten und einigen Laternen auf den Weg machte. Da man im dichten Nebel nur schlecht Orientierung fand, verließ man sich auf Hasco, den Hund. Doch viel mehr verließen sie sich auf Gott, der in allen Lagen helfen konnte. Hasco witterte die Spuren von Heinz, die er beim Marsch zur Schutzhütte hinterließ. Plötzlich wurde er unruhig.

Fred: Halt, wir müssen uns schon an der Stelle vor der Schlucht befinden. Vorsicht, keiner geht weiter!

Heinz: Karl, Karl hörst du uns? Er wird ohnmächtig sein, oder er ist…

Sprecher: Heinz wagte nicht diesen Satz auszusprechen. Er malte sich die Folgen aus, die bei KarIs Tod entstehen würden. Bald ließ sich Fred, der Führer der Gruppe in die Schlucht abseilen. Schwach leuchteten die Laternen von oben in den Spalt. Da erblickte Fred Karl, der ohnmächtig, doch lebend auf dem Boden der Schlucht lag. Fred befestigte Karl sorgfältig am Seil und ließ ihn behutsam aus der Schlucht ziehen. Oben warteten auf Karl bereits Decken und Arznei. Nach dem auch Fred wieder aus der Schlucht geholt war, traten sie den Rückmarsch an. Hasco diente wieder zur Orientierung, sodass sie ohne große Schwierigkeiten wieder die Schutzhütte erreichten. Hier waren sie sicher, hier war es warm. Bald wachte Karl auf, sah sich um und schlief wieder ein. Alle schliefen schon, doch Heinz ließ immer noch die Angst nicht los. Was wäre wenn er nicht gebetet hätte? Was wäre wenn er sich nicht an die Skifahrer erinnert hätte? Was wäre wenn Karl, ja er selbst gestorben wäre? In seiner Angst wagte er es, nach langem innerlichem Kampf, vorsichtig Fred, den Gruppenführer, der zum Gebet aufforderte zu wecken.

Heinz: Fred, ich wollte dich eigentlich nicht wecken, aber weißt du, ich habe Angst. Angst die ich sonst nicht kenne.

Fred: Heinz, ich weiß. Du hast den ganzen Abend, als wir wieder hier waren, nichts gesagt.

Heinz: Fred, ich glaube Gott hat mein Gebet erhört. Ich glaube, dass es ihn gibt. Fred, aber ich habe Angst, Angst vor dem Tod!

Sprecher: In dieser Nacht durfte Heinz wahren Frieden mit Gott finden. Er sah in dem verlebten Vorfall einen tiefen Sinn, den Sinn, dass er durch jene Spuren im Schnee zu dieser Schutzhütte kam, in der ihm das ewige Leben geschenkt wurde. Karl aber wurde in dieser Nacht noch von schrecklichen Albträumen geplagt. Als er am Morgen hörte, was mit Heinz geschehen war, und sah wie furchtlos und fröhlich er nun war, wollte auch er nicht länger in der schrecklichen Angst vor dem ewigen Tod weiterleben. Auch er fand Jesus. So konnte Gott, wenn auch durch schwere Wege, den beiden wahre Freude schenken. Durch jene Spuren im Schnee ließ Gott es in ihren Herzen wirklich Weihnachten werden.

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