Sep 29 2007

Ein Geschenk für Jesus

Geschrieben von at 12:04 in Weihnachten

Ein Geschenk für Jesus, ein christliches Anspiel zum Thema Weihnachten für 4 Personen

Sprecher:  Michael war krank. Sein Kopf tat weh, sein Hals brannte und er fühlte sich so schwach, dass er kaum im Bett sitzen konnte. Und in fünf Tagen war Weihnachten! Draußen hörte er die Kinder im Schnee spielen. Wie gerne wäre er da jetzt dabei gewesen sein. Aber dazu war er viel zu krank. Hoffentlich war er an Weihnachten wieder gesund. Er wollte so gerne dabei sein, wenn das Krippenspiel aufgeführt wurde. Dieses Jahr spielte er nicht mit, aber seine große Schwester und sein Bruder. Das wollte er unbedingt sehen. Seine Schwester spielte die Maria und sein Bruder würde ein König sein. Seine Schwester kam leise ins Zimmer.

Michael:  Hallo Maria!

Sara:  (lachend) Ich heiße immer noch Sara, ich spiele die Maria nur an Heiligabend. Das kommt bestimmt vom Fieber, dass du das jetzt verwechselst.

Sprecher:  Fieber hin oder her, Michael war eben so in Gedanken beim Krippenspiel und bei Weihnachten gewesen, dass es ihm egal war, ob seine Schwester Sara oder Maria hieß.

Michael:  Maria Sara, an Weihnachten feiern wir doch den Geburtstag von Jesus stimmt´s?

Sara:  Ja, aber das weißt du doch. Oder bist du schon so krank, dass du auch das verwechselst?

Michael:  Nein, aber ich will wissen, warum wir an Weihnachten die Geschenke bekommen und nicht Jesus.

Sprecher:  Die Frage war gar nicht so einfach. Sara versprach:

Sara:  Ich will mal darüber nachdenken.

Sprecher:  Sie ging hinaus und Michael fiel in einen fiebrigen Traum. Er träumte von seinem Geburtstag. Er träumte davon, wie er Einladungen an hundert Freunde schrieb. Er träumte, wie die Freunde hinter seinem Rücken tuschelten und sich supertolle Geschenke ausdachten. Seine Mutter und seine Schwester backten schon tagelang vorher Hunderte von Kuchen. So viele Kuchen hatte es noch nie an einem Geburtstag gegeben. Das Haus von Michael wuchs in seinen Träumen zu einem Schloss und in jedem Raum standen verpackte Geschenke und zugedeckte Platten mit Gebäck. In seinem Traum dachte Michael:

Michael:  Das wird ein besonders tolles Fest geben!

Sprecher:  Und dann kam endlich der Festtag. Michael war schon so aufgeregt! Irgend etwas Besonderes musste es mit diesem Fest auf sich haben. Die Gäste kamen in Scharen. Michael ging hinaus in die Empfangshalle seines Traum-Schlosses, um seine Gäste zu begrüßen – aber seltsam. Es kam ihm vor, als hätte er einen Tarnumhang an, denn niemand beachtete oder bemerkte ihn. Er fragte sich in seinem Traum:

Michael:  Bin ich denn unsichtbar?

Sprecher:  Die Gäste begrüßten sich gegenseitig herzlich und überreichten sich die besten Geschenke – alles Dinge, die Michael sich schon lange wünschte. Dann gingen die Gäste alle nach und nach in die festlich geschmückten Räume. Michael stand immer noch in der Empfangshalle, um auf die letzten Gäste zu warten. Irgendjemand musste ihn doch entdecken und begrüßen. Aber es kam niemand mehr. Und dann kam das Schlimmste. Die Festgesellschaft war inzwischen in den Räumen verschwunden, die große Tür fiel zu – und Michael stand draußen. Er hämmerte an die Tür und rief:

Michael:  Lasst mich rein, das ist doch mein Geburtstag! Doch niemand hörte ihn.

Sprecher:  Die Gäste machten drinnen einen solchen Lärm, dass die ihn nicht hören konnten. Michael weinte verzweifelt und hämmerte und hämmerte an die Tür, doch es war umsonst.

Vater:  Na, na, Michael, was ist denn los? Du musst ja etwas Fürchterliches geträumt haben. Schon seit zwei Minuten schlägst du wie wild auf die Bettdecke und ruft: Lasst mich rein, lasst mich rein.

Michael:  Weißt du Papa, schon die ganze Zeit denke ich darüber nach, warum die Menschen sich an Weihnachten gegenseitig Geschenke machen, obwohl das doch der Geburtstag von Jesus ist. Nach diesem Traum kann ich mir noch viel mehr vorstellen, wie schlimm das für Jesus ist, wenn die Menschen Weihnachten feiern und ihn dabei gar nicht beachten – so wie das in meinem Traum war. Ich war wie unsichtbar für meine Gäste. Ist es heute nicht auch so, dass viele Menschen Weihnachten feiern und gar nicht an Jesus denken?

Sprecher:  Der Vater nickte nachdenklich.

Michael:  Papa, mit was können wir Jesus denn an Weihnachten eine Freude machen? Was können wir ihm denn zum Geburtstag schenken?

Vater:  Du stellst wirklich gute Fragen, Michael. Und auch ganz wichtige Fragen. Das wichtigste, was wir Jesus schenken können, ist unser Herz. Vielleicht klopft er gerade auch an deine Herzenstür, so wie du im Traum an die verschlossene Tür. Jesus wünscht sich, dass wir ihm die Tür aufmachen, ihn in unser Herz, in die Mitte unseres Lebens reinlassen, damit er in uns wohnen kann. Das ist das allerschönste Geschenk, dass wir ihm machen können.

Sprecher:  Michael nickte. Das konnte er gut verstehen – obwohl er Fieber hatte. Michael dachte viel über seinen Traum nach und über ein Geschenk für Jesus – und jeden Tag fühlte er sich ein bisschen besser. An Heiligabend durfte er mit in die Kirche und das Krippenspiel ansehen. Die Kinder sangen am Schluss das Lied: „Ihr Kindelein kommet“ – alle sieben Strophen. Michael wusste gar nicht, dass das Lied so viele Verse hat.
Die fünfte und die sechste Strophe gefielen Michael ganz besonders:

Was geben wir Kinder, was schenken wir dir,
du bestes und liebstes der Kinder dafür?
Nichts willst du von Schätzen und Reichtum der Welt.
Ein Herz nur voll Demut allein dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn;
und mache sie heilig und selig wie deins,
und mach sie auf ewig mit deinem in eins.

Sprecher:  Das war genau das, was der Vater auch gesagt hatte. Jesus wollte unsere Herzen haben. Michael konnte dieses Lied aus vollem Herzen mitsingen. Es war für ihn, wie ein Gebet. So hatte Michael ein wunderbares Geschenk für Jesus an diesem Weihnachtsfest: sein Herz.

Quelle: „Der Kinderadventskalender“/ Cornelia Mack/ hänssler

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