Nov 25 2007
Das Bleigießen
Das Bleigießen, ein christliches Anspiel zu Neujahr für 6 Personen
Sprecher: Die Stadt ist noch weihnachtlich geschmückt, doch ist Weihnachten schon vorbei. Man wartet auf das neue Jahr. Der Schnee ist dieses Jahr wieder hoch ausgefallen und bereitet den Autofahrern allerhand Schwierigkeiten. Es ist kalt, der Wind bläst stark, Leute wechseln die Straßenseiten, sie sind in ihren Kleidern wie vermummt. Sie gehen in die Geschäfte und kommen mit Taschen, gefüllt mit Neujahrsartikeln wieder raus. Die Geschäfte machen damit Riesenumsatz. Neujahr ist aber nicht nur das kalte Wetter und die Feuerwerke. Neujahr ist die Zeit, in der auch der Aberglaube hohen Umsatz macht. Wie immer geht man auch dies Jahr zum beliebten Bleigießen. Blei wird heiß gemacht und dann in einen Behälter mit kaltem Wasser gegossen. Bald erstarrt das Blei zu einer Form. Aus dieser Form deutet man die Zukunft des nächsten Jahres. Beim Einkaufen treffen sich einige Jugendliche der Stadt. Udo, Nadine und Anja sind sich einig, wie immer zum Jahreswechsel, Blei zu gießen, doch Karsten blickt der Sache kritisch entgegen.
Nadine: Karsten willst du dies Jahr etwa nicht zum Bleigießen kommen? Du warst doch sonst immer dabei.
Karsten: Ach, ich weiß nicht. Mir scheint die ganze Sache zu stark in Aberglaube oder sogar in Geisterbeschwörung auszuarten.
Udo: Geisterbeschwörung? Solch ein Schwachsinn, wir kommen doch nur zum traditionellen Bleigießen zusammen? Wie kommst du auf den Gedanken, dass die ganze Sache in Geisterbeschwörung ausarten sollte? Wir gießen doch nur heißes Blei.
Karsten: Früher war es ja auch anders. Doch nun scheint mir diese Tradition mehr und mehr zur Geisterbeschwörung zu werden. Wenn ich nur daran denke wie ihr einfach so in den Raum ruft und um ein vierblättriges Kleeblatt, ein Hufeisen oder ein Glücksschweinchen bittet. Ihr wisst zwar selbst nicht an wen dieser Ruf gerichtet ist, doch ich wäre da lieber vorsichtig mit.
Nadine: Karsten, du wirst uns doch wohl nicht den Spaß verderben? Du warst doch sonst immer dabei.
Karsten: Du weißt, ich war noch nie ein Spielverderber, aber…
Udo: Was aber? Sprich weiter.
Karsten: Aber, aber ihr habt mich doch überredet.
Sprecher: Draußen schießen schon die ersten Feuerwerksraketen empor, doch in einem Keller sitzt eine Gruppe Jugendlicher und befasst sich intensiv mit dem Bleigießen. Eine kleine Tischlampe beleuchtete schwach den Raum.
Nadine: Guckt mal, mein Blei hat sich zu einem Hufeisen geformt.
Udo: Kein Wunder, wenn du es auch in der Form gießt.
Nadine: Nein, das war einfach Glück. Ich bin mir fest überzeugt, dass ich im nächsten Jahr viel Glück haben werde.
Udo: Ach, warum klappt es bei mir nur nicht?! Es sind alles so sinnlose Formen.
Sprecher: Udo steigerte sich so hinein, dass er in seinem Wahn begann zu fluchen. Aus Spaß und Übermut fing er im Halbscherz an irgendwelche Mächte anzurufen. Karsten überfiel die Angst, die Gänsehaut ging seinen Körper hoch und runter, er ahnte Böses. (Karsten geht)
Udo: Karsten, wo willst du denn hin?
Karsten: Ich gehe, ihr treibt es doch zu weit mit eurem Bleigießen.
Udo: Karsten, was ist los? Wo bleibt dein Sinn für Humor? Es ist doch alles nur Spaß. Du verdirbst uns die ganze Stimmung, aber wir können auch alleine weitermachen. (Karsten geht weg) Ach, wieder so etwas Nichtssagendes. Ich gebs auf. Da Nadine gieß du für mich, du kannst das besser.
Anja: Halt! Was Sinnloses sagst du? Ich sehe es ganz deutlich. Es ist eine Katze, eine Katze. – Udo, das bedeutet nichts Gutes.
Sprecher: In diesem Wahn fuhr Udo nach Hause. Dirks Worte klingen ihm noch in den Ohren. Er sieht das Blei sich zu einer Katze formen. Doch plötzlich überquert tatsächlich eine Katze den Weg. Gleich sieht Udo darin die Erfüllung der Aussage Dirks. Er tritt auf die Bremse! Als Udo aufwacht befindet er sich im Krankenhaus, sein Gesicht ist verbunden, die Beine im Gips. Immer wieder sieht er die Katze, sie wird ihm zum Albtraum. Einige Tage des neuen Jahres sind vergangen. Als der Pfarrer der Stadt von dem Vorfall hörte, besuchte er Udo, der nun schon ansprechbar war.
Pfarrer: Hallo Udo.
Udo: Hallo Herr Pfarrer, was führt sie denn hier her?
Pfarrer: Udo ich hörte von dem was ihr gemacht habt. Ich wollte dich besuchen und mich mit dir darüber unterhalten. Meinst du nicht, dass ihr damit einen großen Fehler getan habt?
Udo: Ach, geben Sie sich keine Mühe Herr Pfarrer. Sie machen aus mir keinen Christen.
Pfarrer: Udo glaubst du wirklich, dass die Katze an deinem Unglück schuld war?
Udo: Herr Pfarrer, bitte lassen sie mich in Ruhe damit. Ich bin müde und möchte davon nichts hören, bitte lassen Sie mich allein.
Sprecher: Der Pfarrer ging, doch wusste er, dass Udo nochmal von ihm besucht werden müsste. Er wusste um Udos Seelenzustand und wollte ihm gerne helfen. Doch Udo war immer noch eigensinnig. Des Nachts schreckte er einige male auf und schrie laut auf. Aus seinen Augen sah man pure Angst. Der Satan quälte Udo. Er reichte dem Satan im Halbscherz seinen kleinen Finger, und nun reißt der Satan am ganzen Arm. Immer wieder wird er in seinen Albträumen von Dämonen, Erdteufeln und dem Satan verfolgt. Wieder und wieder sieht er den Bleiklumpen, läuft ihm die Katze über den Weg. Er war froh als es wieder Tag wurde. Aber trotz der Angst die er durchgestanden hat, konnte er sich nicht überwinden den Pfarrer zu rufen. Doch der Pfarrer kam ungerufen.
Pfarrer: Udo, hast du deine Meinung noch nicht geändert?
Udo: Doch Herr Pfarrer, ich sehe ein, dass ich es zu weit getrieben habe. Dieses Blei und die Katze sind mir zum Albtraum geworden. Immer wieder verfolgen mich Dämonen, ja der Satan selbst, in meinen Albträumen. Die Nacht war so schrecklich. Herr Pfarrer, ich habe Angst. Angst, dass mich der Satan ganz in Besitz nimmt. Was soll ich nu tun? Herr Pfarrer, bitte helfen Sie mir.
Pfarrer: Udo es war dein Aberglaube der dich ins Krankenhaus brachte. Wie du gemerkt hast steht hinter diesem Aberglauben der Satan mit seinen Mächten. Udo, es gibt noch eine Chance für dich – Jesus Christus. Lass ihn in dein Herz, so fliehen alle bösen Mächte. Willst du frei werden?
Udo: Ja.
Sprecher: Udo bekannte dem Herrn seine Sünden im Gebet und bald kehrte Friede und Freude in sein Herz. Er war glücklich, dass er nicht mehr Angst haben musste vor den bösen Mächten, dass er frei wurde vom Bleigießen und von der Katze. Er war froh, dass er frei war von jeglichem Aberglauben an Glückskleeblätter, Hufeisen, Schornsteinfeger und Glücksschweinchen. Er war glücklich, dass er so eine wichtige Lebensentscheidung am Anfang des Jahres treffen konnte. Ihn erwartete ein frohes neues Jahr.
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