Aug 31 2007

Aufopfernde Liebe

Geschrieben von admin at 16:29 in Hochzeit

Aufopfernde Liebe, ein christliches Anspiel zum Thema Hochzeit für vier Personen

Martin:  Guten Abend Günther!

Günther:  Ach, hallo Martin. Schön, dich mal wieder zu sehen! Wie geht es dir?

Martin:  Ach, mir geht’s wunderbar, und dir?

Günther:  Mir geht’s auch gut. Aber sag mal, hast du es sehr eilig, sonst können wir ja noch ein wenig zu mir gehen. Wir haben uns ja schon so lange nicht mehr gesehen. Du hast bestimmt viel zu erzählen.

Martin:  Nein, ich habe es nicht eilig. Ich bin gerade auf Durchreise. Schön, daß wir uns wieder sehen.

Günther:  Also, abgemacht. Du kommst jetzt mit und bleibst auch gleich zum Abendbrot.

Martin:  In Ordnung. Ich muß nur rechtzeitig um 21.00 Uhr am Bahnhof sein.  (Pause, die beiden gehen ein Stück)

Günther:  So, da wären wir!

Martin:  Oh, schön habt ihr es hier.

Günther:   Hier ist das Wohnzimmer. Setz dich schon mal, ich mache uns gerade noch etwas zu essen.

Martin:  Sag mal Günther, ist deine Frau denn heute nicht zu Hause?

Günther:  Meine Frau? - Martin, ich habe keine Frau!

Martin:  Wie, du bist nicht verheiratet?

Günther:  Nein.

Martin:  Aber Günther, du bist doch schon fünfzig. Und du hast nicht geheiratet?  (fassungslos)

Günther:  Nein, es ist halt nicht jedermanns Sache. Ich habe den Willen Gottes darin erkannt, daß ich ledig bleibe und ihm so besser dienen kann.

Martin:  Aber, du brauchst doch jemanden, der dir den Haushalt führt!

Günther:   Haushalt, das ist eine Sache Martin, aber nicht alles. Wer heiratet um bekocht zu werden, sollte es lieber bleiben lassen. Ich diene Gott und bin als Junggeselle ganz zufrieden.

Martin:  Ich verstehe dich zwar nicht, aber es ist deine Entscheidung. (Pause) Oh, was ist die Zeit schnell vergangen. Ich glaube, ich sollte los, sonnst verpasse ich noch den Zug.

Günther:  Warte, ich begleite dich. Es war schön dich mal wieder zu sehen.

Martin:  Es hat mich auch gefreut. Danke für alles Günther. Besuchen mich doch auch einmal.

Günther:  Ja, vielleicht irgendwann einmal. Aufwiedersehn, Martin.

Martin:  Aufwiedersehn, Günther!

(Szenenwechsel)

Günther: Guten Abend, Marianne. Na, wo geht es denn jetzt noch hin?

Marianne:  Ach, hallo Günther. Ich gehe zu Frau Reinke.

Günther:  Frau Reinke?

Marianne:  Oh, entschuldige. Ich hatte vergessen, daß du noch neu hier bist. Frau Reinke ist gelähmt. Als sie 25 Jahre alt war, wurde sie von einem Auto angefahren. Seit dem Tag ist sie querschnittsgelähmt. Damals war sie verlobt, doch ihr Bräutigam hat sie nach dem Unfall im Stich gelassen und eine andere geheiratet. Es war ein schwerer Schlag für sie. Doch hat sie gelernt, sich dem Willen Gottes zu fügen. Sie ist eine wunderbare Christin geworden.

Günther:  Diese Frau würde ich gerne mal kennenlernen.

Marianne:  So komm doch einfach mit. Es lohnt sich und Frau Reinke hat bestimmt nichts dagegen. Sie freut sich immer über Besuch. - Sieh, da vorne, das kleine Häuschen gehört ihr. Wir sind schon gleich da. (Frau Reinke sitzt auf dem Stuhl, die beiden treten näher)

Fr. Reinke:  Guten Abend, Marianne.

Marianne:  Guten Abend, Frau Reinke. Ich habe noch Besuch mitgebracht. Das ist Günther. Er ist noch nicht sehr lange hier.

Fr. Reinke:  Guten Abend, Günther. Es freut mich, Sie kennenzulernen. Wie geht es Ihnen hier? Haben Sie sich schon eingelebt?

Günther:  Oh ja, sehr gut. Ich werde hier so herzlich aufgenommen. Ich kümmere mich um die Kinder- und Jugendarbeit und tue gerne diese Dienste für Gott.

Fr. Reinke:  Ich habe Kinder auch sehr gern. Als ich noch jung war, habe ich auch in der Kinderarbeit gestanden, doch dann mußte ich es, meiner Behinderung wegen, aufgeben. Aber, ich will nicht klagen, Gott macht keine Fehler.

Günther:  Sie haben ja gar nicht geklagt!

Fr. Reinke:  Jetzt nicht, aber sie hätten mich früher hören sollen. Ich war jung und konnte es nicht fassen, daß meine Jugendträume zerschmettert wurden. Oh, wie habe ich Gott angeklagt. Doch als ich so lange im Bett liegen mußte, hatte ich viel nachzudenken. Ich habe viel Geduld lernen müssen. Jetzt weiß ich, daß Gott mich so haben wollte, er hat eingegriffen um mir zu zeigen, daß ich alleine nicht kann. Jetzt bin ich ganz auf seine Hilfe angewiesen, und bin ihm dankbar, daß er mich immer noch trägt. Nein, ich habe nichts zu klagen, ich bin ein glücklicher Mensch! - Aber, jetzt langweile ich Sie mit meiner Geschichte. Entschuldigen Sie bitte!

Günther:  Aber, nicht doch. Es war interessant, Ihnen zuzuhören. Ich bewundere Sie, Ihren Mut, Ihren Glauben, Sie können lachen, obwohl Sie so ein schweres Los zu tragen haben. Wirklich, es gibt nicht viele solche Menschen.

Fr. Reinke:  Ach bitte, ich bin nicht zu bewundern. Ich bin auch jetzt oft genug fast am Verzagen, wenn ich nicht weiß, wie es alles weitergehen wird. Und das, was ich jetzt bin, bin ich nur durch den Einen, der mich auf seinen Händen trägt, weil ich alleine nicht gehen kann.

Marianne:  Ihr entschuldigt bitte, aber ich denke es ist Zeit, daß wir gehen. Auf Wiedersehen, Frau Reinke!

Fr. Reinke:  Auf Wiedersehen. Vielen Dank, daß ihr mich besucht habt. Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen, Günther. Besuchen auch Sie mich mal bald wieder.

Günther:  Ich komme bestimmt einmal wieder. Auf Wiedersehen - nicht den Mut verlieren, Frau Reinke. Sie sind nicht allein!

(Szenenwechsel)

Marianne:  Na Günther, was sagst du zu unserer lieben Frau Reinke?

Günther:  Sie ist wirklich eine wahre Christin. Ich bewundere sie. Es sah so arm, so ratlos aus, und doch konnte sie immer noch lachen. Außerdem hat sie auch große Schmerzen, nicht wahr?

Marianne:  Ja, das hat sie. Es wird immer schlimmer. Sie kann sich bald gar nicht mehr bewegen. Wenn ihr Verlobter sie nicht im Stich gelassen hätte, dann hätte sie jetzt ein Besseres Leben.

Günther:  Du, Marianne, wir müssen ihr helfen!

Marianne:  Und wie stellst du dir das vor?

Günther:  Ich weiß es nicht, aber Gott wird uns schon einen Weg zeigen.

Sprecher:  Die Zeit verging, Günther Besuchte immer wieder Frau Reinke und half ihr in verschiedenen Dingen. Ob wohl es eine große Hilfe für die Kranke war, konnte es Günther doch nicht ganz befriedigen.

Marianne:  Hallo Günther! Na, warst du wieder bei Frau Reinke?

Günther:  Ja, ich habe ein wenig im Garten gearbeitet und den Rasen gemäht…

Marianne:  Sie ist ja so froh, daß du da bist und ihr hilfst. Sie weiß gar nicht mehr, was sie ohne diene Hilfe anfangen sollte.

Günther:  Ja, aber das ist doch nicht alles. Es muß doch noch was anderes geben, was man für sie tun kann.

Marianne:  Wie, tust du denn noch nicht was du kannst?

Günther:  Eigentlich schon, aber mir kommt es nicht so vor. Ich denke, es muß noch mehr sein.

Marianne:  Was denn zum Beispiel?

Günther:  Ich weiß nicht, aber es muß noch mehr zu tun geben, daß spüre ich!

Marianne:   Das verstehe ich nicht, Wie ich von ihr gehört habe, opferst du dich schon so sehr für sie auf, das ich mir nicht vorstellen kann, wie du noch mehr für sie tun willst.

Günther:  Ich habe auch noch keine Vorstellung, aber ich werde Gott bitten, mir eine konkrete Aufgabe zu zeigen.

Sprecher:  Günther geht langsam nach Hause. Er denkt nach, er spürt, daß Gott eine ganz bestimmte Aufgabe für ihn hat.

Günther:  Wenn ich nur wüßte, was es sein kann. Ich würde es tun, koste was es wolle. Aber würde ich es dann genau so wenig tun wie der reiche Jüngling, weil es mir zu viel ist? Nein, ich möchte folgen, wie Gott mich führt.

Sprecher:  Als Günther zu Hause ankommt, geht er sofort in den hinteren Teil seines Gartens, kniet unter einem Baum nieder und betet. Es vergehen Stunden, Günther merkt es nicht. Er ringt im Gebet mit Gott bis ihn der einsetzende Regen unterbricht. Er geht ins Haus und langsam wird ihm bewußt, das er eine tiefe Liebe zu der Frau Reinke empfindet.

Günther:   Wenn Frau Reinke gesund und wir beide jung wären, dann wüßte, ich, daß Gott sie mir als Frau schenken wollte, aber so… Nein Gott will bestimmt nicht, daß ich sie heirate, es wäre ein zu großes Opfer. Mir wird schon eine andere Lösung einfallen. Aber der reiche Jüngling… Nein, das war etwas ganz anderes, da hat Jesus ihm persönlich den Auftrag gegeben… und jetzt gibt es mir den Auftrag, und das Opfer ist zu groß… Nein gleich morgen früh gehe ich zu Frau Reinke.

Fr. Reinke:  Guten Morgen Günther. Heute bist du früh hier.

Günther:  Guten Morgen. Wie geht es dir heute?

Fr. Reinke:  Oh, heute geht es mir besser als sonst.

Günther:  Das ist schön, ich habe nämlich eine sehr große Bitte an dich!

Fr. Reinke:  An mich? Welchen Wunsch kann ich dir schon erfüllen?

Günther:  Ich möchte dich bitten, meine Frau zu werden.

Fr. Reinke:  Was? Das geht doch nicht. Ich bin doch nur eine alte kranke Frau. Ich würde dich nur unglücklich machen.

Günther:  Warum denkst du, du würdest mich unglücklich machen?

Fr. Reinke:  Weil ich dir nichts bieten kann. Du müßtest mich pflegen, und das ist bestimmt nicht die Vorstellung, mit der ein Mann in die Ehe geht.

Günther:  Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Deine Liebe und die Gewißheit dir helfen zu können, ist mir Freude genug.

Fr. Reinke:  Mir ist das alles neu und verwirrt mich ein bißchen. Damals, als ich den Unfall hatte, habe ich alle Heiratspläne aufgesteckt. Bitte, laß mir noch ein wenig Zeit, darüber nachzudenken und es vor Gott zu bringen. 

(Musik)

Martin:  Guten Abend, Günther. Na sieht man sich nach Jahren auch mal wieder! Wie geht es dir, alter Junggeselle?

Günther:  Mir geht es gut, aber ich bin kein Junggeselle mehr, ich habe geheiratet.

Martin:  So. Hast du doch geheiratet. Ich wußte es ja. Kannst du mir deine Frau vorstellen?

Günther:  Ja, natürlich. Aber du mußt wissen, sie ist gelähmt.

Martin:  Oh. Wie ist das passiert?

Günther:  Das ist eine lange Geschichte. Es ist schon 25 Jahre her…

Martin:  Und dann hast du sie jetzt geheiratet? Du bist vollkommen verdreht. Wie kamst du darauf?

Günther:  Ich wollte ihr helfen. In der Bibel heißt es ja: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!

Martin:  Das hast du ja auch tun können, aber nicht gleich heiraten!

Günther:  Das habe ich auch nicht gleich getan. Ich habe, wie du sagtest, ihr erst geholfen, bis ich merkte, daß Gott mehr von mir verlangte. Es war sein Auftrag an mich, dieser Frau zu helfen, in dem ich sie heirate.

Martin:  Aber bist du nicht todunglücklich dabei?

Günther:  Ich? Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin glücklich, ja ich liebe sie. Weißt du Gott hat mir gezeigt, daß nur die Liebe, die sich für den anderen hingibt glücklich macht.

Sprecher:   ______ und ______   (Namen einsetzen) es ist wichtig, daß ihr nicht in die Ehe geht, um glücklich zu werden, sondern glücklich zu machen. So kommt ihr euch näher und werdet selber glücklich dabei.

 

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