Okt 22 2008

Die Bibel der Mutter

Geschrieben von Christ at 22:01 in Gottes Wort, Hochzeit

Die Bibel der Mutter, ein christliches Anspiel zur Hochzeit oder zum Thema Gottes Wort für 3 Personen

Sprecher: In einer kalten Winternacht machte ein Schutzmann in einer großen Stadt seine gewöhnliche Runde. Es war eine ruhige Nacht, ohne besonderer Vorfälle. In gleichmäßigen Schritten ging er an den Häusern entlang, und bog schließlich in eine Seitengasse

Schutzmann: Eigentlich eine gewöhnliche Nacht — aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das etwas nicht stimmt. Es wäre nicht das erste mal, dass sich meine Ahnungen bestätigen würden.
(geht langsam weiter)

Sprecher: Bei der Tür eines Hauses zog etwas Ungewohntes seine Aufmerksamkeit auf sich. Er leuchtete mit seiner Laterne dahin, konnte aber anfänglich nichts als einen Pack unsauberer Lumpen entdecken.

Schutzmann: Das ist doch… Das ist ja ein Kind. (in Gedanken) Es muss einer der Jungen sein, die sich auf dem Bahnhof mit Schuhe putzen etwas Geld verdienen, um zu überleben. Er wird einen Platz zum Übernachten gesucht haben, und ist hier schließlich eingeschlafen. (zum Jungen, streng!) Was machst du hier?!

Junge: (wacht auf) Ich? — Wer sind sie? — Ich, ich wollte nur etwas Schutz vor der Kälte.

Schutzmann: Wo ist dein Vater?

Junge: Der ist tot!

Schutzmann: Und deine Mutter?

Junge: Die ist auch tot! — Aber bitte, bitte bringen Sie mich nicht ins Waisenhaus. Lieber möchte ich sterben…

Schutzmann: Du kommst mit mir mit! Meine Wachzeit ist jetzt um. Ich nehme dich mit nach Hause. (zu sich in Gedanken) Von wegen nach Hause! Du wanderst in das nächste Waisenhaus. Von solchen Landstreichern wie dich gibt es hier genug.

Sprecher: Eingeschüchtert und misstrauisch stand der Junge auf, um dem Schutzmann zu folgen. Da entdeckte der Schutzmann einen ziemlichen Gegenstand unter der Jacke des Jungen. (beide gehen los)

Schutzmann: Was versteckst Du da? Du hast gestohlen!

Junge: Das gehört mir! Sie haben kein Recht mir das wegzunehmen!

Schutzmann: (in Gedanken) Eine Bibel??? Das hätte ich nie geglaubt.

Junge: (flehend) Oh, bitte nehmen Sie mir nicht die Bibel meiner Mutter! Sie hat sie mir auf ihrem Sterbebett gegeben, und ich musste ihr versprechen, alle Tage die Verse zu lesen, die sie unterstrichen hatte, und ich sage Ihnen, so oft ich es tat, habe ich die Kälte und den Hunger weniger gefühlt, auch wenn ich gar nichts verdient konnte.

Schutzmann: (beschämt, gerührt) Es tut mir leid, dass ich dir die Bibel weggenommen habe. Da hast du sie wieder. (gibt die Bibel zurück)

Sprecher: Schweigend gingen beide die dunkle Gasse entlang tief in Gedanken versunken. (beide gehen nebeneinander)

Schutzmann: (zu sich) Ich hatte auch mal eine Mutter, die immer wieder für mich gebetet hat. Sie schenkte mir auch eine Bibel, doch ich habe sie nicht gelesen! Dieser Junge kann nichts dafür, dass er solch ein Leben hat. Aber er hat etwas an sich, was ihn so besonders macht. Es wäre ungerecht von mir, diesen Jungen einfach so ins Waisenhaus zu bringen. Er ist ein ehrlicher Junge, der das Gebot seiner Mutter nicht verachtet. — Er ist mir ein Vorbild. Ich kann ihn nicht ins Waisenhaus bringen! Es wäre zu ungerecht! Ich werde ihn wirklich mit nach Hause nehmen!

Junge: (zu sich) Was wird der Schutzmann mit mir machen? Wird er mich wirklich mit nach Hause nehmen? Oder ist das einer der gefürchteten Schutzmänner, der mich nur belogen hat und mich jetzt einsperrt? Vielleicht hätte ich doch besser davonlaufen sollen.

Sprecher: Wie glücklich war der kleine Schuhputzer, als er tatsächlich in der Wohnung des Schutzmanns untergebracht wurde. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah, als er zum ersten mal seit dem Tod seiner Mutter wieder in einem warmen Bett schlafen konnte und sich am nächsten Morgen satt essen durfte. Bald fand der kleine Schuhputzer bei einer Lehrerfamilie sein Zuhause und wurde nach einer guten Schulausbildung ein Diener seines Herrn. Die Bibel seiner Mutter hielt er bis zum Tod in Ehren.

Lieber……………… und……………… haltet die Bibel in Ehren, wie der kleine Schuhputzer es tat. Vergesst nicht, dass die Bibel die Antworten hat für alle Fragen Eures Lebens.

Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost: Jeremia 15, 16a

ENDE

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