Nov 20 2008
Raue Wege
Raue Wege, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 4 Personen
Sprecher: Lilian Dickson, eine amerikanische Missionarsfrau, die mit ihrem Mann in Taiwan arbeitete, kümmerte sich jahrelang um eine Leprasiedlung dort. Eines Tages erhielt sie Post.
Lilian: (sie reicht ihrem Mann einen Brief) Sieh mal hier! Wir erhalten wieder mal eine größere Summe Geld. Schön, dass unsere Geschwister immer noch Freudigkeit haben uns finanziell zu unterstützen. Auch ihre Gebete helfen uns die Arbeit zu verrichten.
Mann: Ja, Gott hat uns schon oft durch unsere Freunde in der Heimat geholfen. Hm, was meinst du, wofür sollten wir das Geld verwenden? Wir müssen verantwortlich damit umgehen.
Lilian: Weißt du, ich finde es immer sehr schade, wenn der Gottesdienst bei Regenwetter nur wenig besucht wird. Die Wege in der Siedlung wandeln sich in Morast, sodass sie für die vielen Leprakranken unbegehbar werden. Dieser Betrag wird bestimmt ausreichen um sie zu erneuern. Vor allem müssen sie gut betoniert werden.
Mann: Das ist eine gute Idee. Vielleicht können wir dadurch noch mehr Menschen mit dem Evangelium erreichen.
Sprecher: Die Missionare zögerten nicht um ihren Plan auszuführen. Lilian freute sich schon auf den Erfolg als sie auf dem Heimweg den Arbeitern zuschaute.
Lilian: Bald können die Kranken auch bei Regen kommen um Gottes Wort zu hören. Aber, was ist denn das? Die Straße ist ja gar nicht glatt! Warum wird hier gepfuscht?
(sie geht auf einem Arbeiter zu)
Sagen Sie mal, warum wird die Arbeit nicht ordnungsgemäß ausgeführt?
Arbeiter: Wieso meinen Sie? Wir geben uns doch Mühe.
Lilian: Nun, sehen Sie sich mal die Straßen an! Sie sind ja richtig rau. Nein, die Straßen müssen neu betoniert werden.
Arbeiter: Ach, das meinen Sie. Die Straßen werden absichtlich aufgeraut.
Lilian: Aber warum denn?
Arbeiter: Wenn die Wege nicht rau sind, fallen die Leute mit ihren kranken Füssen und rutschen mit ihren Stöcken aus.
Lilian: Ach so. Vielen Dank für die Erklärung. Auf Wiedersehn.
Sprecher: Die Worte des Arbeiters bewegten die Missionarin sehr.
Mann: Lilian, du bist so nachdenklich. Ist etwas passiert?
Lilian: Nein. Hast du schon gemerkt, dass die neuen Straßen rau sind?
Mann: Nein, und?
Lilian: Als ich es gemerkt habe, wollte ich dagegen Einspruch erheben. Aber ein Arbeiter erklärte mir, dass die Wege aufgeraut werden, damit die Kranken nicht ausrutschen. Macht Gott deswegen unsere Wege auch manchmal ein wenig rau, damit wir nicht ausgleiten und fallen?
Sprecher: Wir wünschen uns für unser Leben ebene Wege, die ohne Mühe zu gehen sind. Jedes „Steinchen auf dem Weg” stört uns, und wir sind froh, wenn alles “glatt geht”. Jede Krankheit dünkt uns verkehrt, erscheint uns als ein falscher Weg.
Und doch steht Gottes bewahrende Liebe dahinter. Er möchte nicht, “dass wir fallen”, und wir “fallen” so leicht, wenn alles flott und glatt weitergeht.
Da ist es wohl Gottes liebevoll bewahrende Hand, wenn er uns in die Stille führt, uns einen “rauen” Weg” gehen lässt, auf dem wir vorsichtig und langsam gehen und auf jeden Schritt acht haben müssen, damit wir nicht stolpern.
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