Nov 20 2008

Die Ruhe der Geborgenen

Geschrieben von at 23:33 in Gottes Führung

Die Ruhe der Geborgenen, ein christliches Anspiel zum Thema Gottes Führung für 4 Personen

Simone: Und ich sage dir, jetzt ist Schluss damit! Ich halte es mit dir nicht mehr aus!

Reimund: Willst du nicht wenigstens der Kinder wegen bleiben?

Simone: Du hast dich bislang nie um die Kinder gekümmert, es kann dir also egal bleiben was mit den Kindern passiert. Früher habe ich dich so oft darum gebeten, etwas mit den Kindern zu unternehmen, mal auszugehen, einen Spielplatz zu besuchen oder ähnliches?
Jetzt fragst du nach den Kindern? Lächerlich!

Reimund: Simone, du kannst doch nicht nach 15 Jahren gemeinsamen Lebens gehen!

Simone: So, kann ich nicht? Ich werde es eindrücklich beweisen, sehr eindrücklich. 15 Jahre bist du gegangen und gekommen, wie du wolltest, dir war es gleich wie es deinen Kindern, geschweige denn deiner Frau ging. Wenn ich dich mal um etwas gebeten habe, hat dich nichts auch nur berührt. Nicht zu sprechen davon, was meine Gefühle oder Sorgen anging. Es reicht!

Reimund: Simone, ich bitte dich, bleib!
Was soll ich mit den Kindern? Die können höchstens zu den Großeltern aufs Land.

Simone: Keine Sorge! Das habe ich alles längst geregelt! Von dir habe ich keine Hilfe erwartet.

Reimund: Was werden bloß deine Eltern sagen? Und meine! Deine halten nichts von einer Scheidung, weil sie doch so fromm sind.

Simone: Kümmere du dich auch weiterhin nur um dich. Es ist wirklich ungewöhnlich, dass du dich um jemand anderen Gedanken machst.

-Musik-

Simone: (geht spazieren) Wie gut der Wind im Gesicht tut. Es kühlt ein bisschen meine Wut und Verzweiflung!
Wie grandios die Möwen im Wind segeln und die vielen Schiffe… Herrlich. Hier auf Langeoog ist jetzt noch so wenig los, dass man kaum einen Menschen sieht. Ich brauche im Moment am allerwenigsten Gesellschaft.
(leise zu sich) O, beinahe hätte ich das kleine Mädchen übersehen.

Ina: (sitzt) Guten Tag, wie heißt du?

Simone: Simone! (kurz)

Ina: Bist du allein?

Simone: Ja.

Ina: Schau mal, die Muschel habe ich heute gefunden. Ist sie nicht herrlich?

Simone: (zögert, setzt sich) Hhmm.

Ina: Meine Mama sagt; die hat alle der Schöpfer gemacht. Findest du nicht auch, dass er gute Ideen hat?

Simone: Ja, wenn du meinst…

Ina: Sie sagt auch, alles andere auf der Welt, ist auch sein Werk.

Simone: Du hast bestimmt eine gute Mama.

Ina: Ja, die ist auch von Gott, ich habe alles von Gott.

Simone: Dann geht es dir sicher auch sehr gut, was? (steht auf)

Ina: Kommst du bald wieder?

Simone: Ich weiß nicht, ich muss auch schon weiter. Tschüss, Kleine.
(zu sich) Gott! Wenn ich nur wüsste, wo er ist.

-Musik-

Simone: Ich habe mir vorgestellt, es würde leichter, wenn ich weit weg von zu Hause alleine sein kann, aber es wird irgendwie schwerer. Dieser Druck auf meiner Seele! So elend habe ich mich noch nie gefühlt. Da hilft nur spazieren gehen. Und ich gehe tatsächlich den gleichen Weg wie letztes Mal. Warum bringt mir der Wind, die See, die Wellen keine…

Ina: Simone, Simone, du bist ja doch wiedergekommen. Ich bin so alleine, meine Mutti hat zu tun, und sonst habe ich keinen. Setzt du dich zu mir in den Sand?

Simone: (nicht liebevoll, aber setzt sich) Nur ein bisschen. Ich muss viel nachdenken. Deshalb bleibe ich nur kurz. Wie heißt du denn?

Ina: (fröhlich) Ina, aber schau mal, heute habe ich ein Feder am Strand gefunden. Hast du dir schon mal eine Feder genau angesehen? Sieh hier, wie fein und bunt sie ist. Das ist mein Schatz. Die Muschel, die Feder, und da habe ich noch etwas. Ich habe dich gestern oben am Deich gehen sehen. Und weil du so traurig ausgesehen hast, habe ich dir ein Bild gemalt.

Simone: Aber Ina, das war doch nicht, … also ich meine, du hast die wirklich viel Mühe gegeben.

Ina: Meine Mama sagt, Gott weiß wann wir traurig sind und er kann uns trösten. Und weil Gott dich tröstet, habe ich dieses Bild gemalt, damit du nicht vergisst, dass er das getan hat.

Simone: Ina, du bist ein Sonnenstrahl….

Ina: Außerdem schenke ich dir meinen Schatz. Pass gut auf die Muschel und die Feder auf. So, (traurig) leider muss ich jetzt zu meiner Mama. Ich bin so müde….

-Musik-

Simone: (sitzt) Wo ist nur Ina? Die Kleine fehlt mir so. Ihr Geplauder hat mehr bewirkt als Spazieren gehen und alles andere.
Vielleicht sollt ich sie mal bei den Häusern suchen. Wenn sie nicht hier auf ihrem Platz ist, wird sie vielleicht vor ihrem Ferienhaus spielen, wirklich seltsam….
Da kommt eine Frau von den Reihenhäusern, ich frage sie mal, ob sie Ina kennt, ich weiß nicht mal ihren Nachnamen.
(gehen aufeinander zu)
Guten Tag, entschuldigen sie die Frage, kennen sie eine Ina?

Mutter: Ina Siewen?

Simone: Ihren Nachnamen kenne ich nicht, wir haben uns hier draußen kennengelernt.

-Musik-(sehr leise)

Mutter: Doch, ich kenne sie, sehr gut sogar. Weshalb fragen sie?

Simone: Ich habe schon einige Tage nach ihr Ausschau gehalten, aber sie kommt nicht mehr. Wissen sie, ich bin mit viel Kummer hierher auf die Insel gefahren, und dieses Kind hat mir auf unerklärliche Weise mehr geholfen als andere Mittel. Ich war nicht gerade freundlich zu ihr und wollte mich einfach mit ihr unterhalten. Sie war so… sie war so übernatürlich, fast als lebte sie in ihrer eignen Welt.

Mutter: Sie lebt in einer anderen Welt.
Hat sie ihnen nie noch mehr von sich erzählt?

Simone: (ahnungslos) Nein! Was denn?

Mutter: (leise) Mein Kind hat vor 2 Jahren unter schlimmen Problemen, die mein Mann und ich hatten, nervlich bedingt einen Ausschlag bekommen. Schon bald entwickelte er sich zu bösartigen Auswüchsen und seit einem halben Jahr ist sie unheilbar. Sie wusste das alles. Am Wochenende ist sie… ist sie…

Simone: Nein, das darf nicht wahr sein, sie ist nicht mehr da?!

Mutter: (leise) Sie hat wirklich in der Welt gelebt, in der die Engel auf sie warteten. Und ihre Beobachtung trifft zu. Sie war in der letzten Zeit wie abgerückt.

Simone: Frau Siewen, ich habe zu Hause auch große Schwierigkeiten, aber jetzt muss ich dringend, dringend nach Hause.

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