Aug 10 2007

Geduld am Morgen

Geschrieben von admin at 17:37 in Geduld

Rainer: Betty, Betty, wach schnell auf, ich habe verschlafen.

Betty: (schaut auf die Uhr; ruhig) Mach dich schnell fertig. Deine Tasche ist auch sofort gepackt.

Rainer: Betty, schnell, meine Hose muss noch gebügelt werden. O nein, mein Hemd hat ja Flecken. Wieso hast du mein Hemd noch nicht ausgewaschen? Du wusstest doch, dass ich dieses Hemd anziehen wollte.

Betty:
Tut mir leid, Rainer. Ich habe noch nicht die passende Wäsche dafür gehabt.

Rainer: Aber es könnt ja auch schon gewaschen worden sein (Betty geht weg; zu sich) wo ist nur meine blaue Krawatte geblieben.
Hast du vielleicht meine blaue Krawatte weggeräumt? Ich kann sie nirgends finden. Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich sie auf das Bett gelegt hatte. Wie sieht es nur aus, wenn ich ohne Krawatte vor den neuen Kunden erscheine. Hilf mir doch suchen (ungeduldig)

Betty: Sie muss noch im Schrank hängen. Du hast gestern die Grüne herausgenommen.

Rainer: (zu sich) Wo habe ich nur meinen Kopf gehabt? (schaut auf die Uhr) Schnell meine Tasche, ich muss gleich los.

Betty: Ich bin sofort fertig.

Rainer: Was, immer noch nicht fertig? Wie lange brauchst du denn dafür?

Betty: Setz dich doch noch eine Minute und lies wenigstens einen Vers aus der Bibel.

Rainer: Weißt du nicht wie spät es ist? Ich habe nur noch fünf Minuten gehalten. Beeil dich, sonst komme ich noch zu spät und der Kunde kann lange warten. Stell dir mal vor, welchen Eindruck wird er von mir bekommen?

Betty: Auch wenn es einen schlechten Eindruck auf dich machen sollte, so kannst diesen Tag nicht ohne Gebet beginnen. Du weißt ja, was die Bibel darüber sagt.

Rainer: Ja schon, aber heute habe ich wirklich keine Zeit. Und wenn ich das einmal nicht tue, wird es auch nicht so schlimm sein. (geht) Hast du meine Schuhe gesehen? Ich kann meine Schuhe nicht finden, und es wird immer später.

Betty: Sie stehen im Schuhschrank rechts. Soll ich sie dir noch schnell putzen?

Rainer: Ich muss dich bewundern, Betty. Ich kommandiere dich herum, und du bleibst immer noch ruhig und geduldig. Wie schaffst du das nur?

Betty: Das ist ganz einfach. Als ich aufgestanden bin, habe ich um Geduld gebeten. Als ich dann aber noch auf die Uhr geschaut habe, merkte ich, dass du eine Stunde zu früh aufgestanden bist.

Rainer: Nach diesem Vorfall wusste ich, dass hier Gott am Werk war. Er hat meinen Blick nur auf den Minutenzeiger gerichtet, weil er wusste, dass ich vor lauter Hektik die Zeit mit ihm vernachlässigen würde. Durch diese Lektion durfte ich lernen, dass es auch für Gott wichtig ist, dass wir jeden Tag mit ihm beginnen.

ENDE

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