Dez 01 2007
Bruderliebe
Bruderliebe, ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 3 Personen
Autor: Wieder geht ein frostiger Herbsttag seinem Ende zu. Eine sternenklare Nacht weitet sich über das kleine Dorf. Fast überall sind die Lichter erloschen, doch dringen noch einige Lichtstrahlen durch den Wald, der auf einer Anhöhe, einem kleinen Häuschen, mit zwei Bewohnern, Schutz bietet. Es sind Zwillingsbrüder, die hier alleine leben, seit ihre Eltern verstorben sind. Einer von ihnen, Christian, sitzt bei schwachem Licht am Küchenfenster. Es ist ein Christ der auf seinen Bruder wartet, welcher sich wieder bis in die späte Nacht im Wirtshaus aufhält.
Christian: Wie bin ich Gott dankbar, dass er mich freigemacht hat von meiner Trunksucht. Fünf Jahre ist es schon her, seitdem unsere Eltern verunglückten. Damals kam ich zur Besinnung und zum wahren Glauben an Jesus Christus. Vielleicht mussten sie sterben, damit ich zum Glauben komme. Früher war ich der beste Geselle meines Bruders. Wir tranken ohne Maß. Doch seit dem Tag meiner Bekehrung zieht es mich nicht mehr ins Wirtshaus. Aber mein Bruder Ernst – er tut mir leid. Wenn er nur wüsste wie schön es ist frei zu sein und Frieden zu haben.
Autor: Ernst möchte aber nichts von dieser Freiheit wissen! Oft muss Christian Spott und Hohn von ihm dulden. Wenn Ernst betrunken nach Hause kommt ist er oft grob und schlägt seinen Bruder. Doch immer wieder wartet Christian bis in die Nacht auf seinen Bruder, um ihm zu helfen. In Gedanken tief versunken sitzt Christian am Fenster, bis ihn plötzlich ein Geräusch hellhörig macht.
Christian: Was war das? Es scheint jemand durch den Wald zu kommen. Es sind schnelle Schritte. Er muss ganz nahe sein! Das Licht!!
Autor: Schnell löschte Christian das Petroleumlicht!
Christian: (hecktisch) Mein Bruder ist es bestimmt noch nicht! Es ist noch zu früh! Doch, täusche ich mich?! Oder, woher kommt das Hundebellen?! Es muss schon ganz nahe sein! Was ist denn im Dorf geschehen!? Wieso sind dort so viele Fackeln? (erschrocken, laut) Was!! Du!! Ernst!? (Akkord) Was ist geschehen??
Ernst: Ach Christian, Christian! Ich… Ich… Als ich… Ich habe wieder zu viel getrunken. Dann hat mich der Müller gereizt! Ich weiß selbst nicht wie ich es konnte!! Aber, Christian, ich konnte… ich habe einfach drauf zugeschlagen. Christian, mir war alles egal! Ich habe immer nur zugeschlagen! Und dann, dann, ich… ich habe ihn im Dorfteich… Christian!!! Ich habe ihn ertrunken!! (Akkord) Mit Hund und Gewehren verfolgt mich das halbe Dorf!! Ach Christian, ich kann nicht mehr! Vergib mir, dass ich so schlecht zu Dir war! Oh gib mir doch einen guten Rat. Gleich sind sie da!! Christian!! Christian!!
Autor; Kaum hat Ernst die Worte ausgesprochen, als er vor seinem Bruder zusammenbricht. Christian jedoch ergreift das Mitleid. Die Liebe Gottes treibt ihn zum wunderbaren Handeln. Schnell zieht er dem Trinker seine blutigen und zerlumpten Kleider aus, und zieht ihm seine saubere Kleidung an. Bald war das Hundebellen schon vor der Haustür. Laute Stimmen forderten den Mörder heraus. Christian gab sich freiwillig aus. An den Kleidern erkannt, wurde er verhaftet. Noch am folgenden Tag wurde das Urteil gefällt. Zum Tode verurteilt starb Christian für seinen Bruder. Doch in den letzten Stunden vor seinem Tod schrieb er Ernst noch einen Brief. Als Ernst vom Rausch ausgeschlafen erwacht, begibt er sich nichtsahnend in die Küche.
Ernst: Wo ist Christian? Christian, Christian… Da liegt ja ein Brief? Von wem? Von Christian!?
Teurer Bruder, Ernst! Wenn Dich dieser Brief erreicht, bin ich nicht mehr am Leben. Ich glaube Du wirst Dich trotz Deines Zustandes an den Vorfall erinnern können. Ernst, ich möchte nicht, dass Du um mich weinst. Mir geht es jetzt viel besser, als Du es dir je vorstellen kannst. Ich möchte viel mehr, dass Du um Dich weinst. Deine Schuld ist vor dem menschlichen Gericht zwar gebüßt, jedoch nicht vor Gott! Und das ist viel schlimmer! Ernst, ich habe Dir alles vergeben, und ich freue mich, dass ich es tun durfte. Und ich bitte Dich: Bitte auch Gott um Vergebung, so wird er Dir vergeben! Wenn Dein Leben jedoch in diesem Lauf weitergeht, so wirst Du einmal mit Entsetzen vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen müssen! Wenn Du Dich nicht bekehrst, so wartet auf Dich die ewige Verdammnis. Doch glaub es mir, Ernst, Gott möchte Dir vergeben! Für dich sind nun zwei gestorben – Jesus Christus, und ich. Ernst, wenn Du mich je wiedersehen möchtest, so bekehre Dich und wir werden uns in der Ewigkeit treffen. Dein Christian
Ernst: Oh nein!! (Akkord) Christian! Nein… Christian, dass kann… Christian, Du… Christian, ich kann das nicht verstehen. Christian, warum? Oh Herr!! Erbarme Dich meiner! Herr!! Ich bin ein elender Sünder! Herr ich bin es nicht wert, dass ich noch am Leben bin. Ich habe den Tod verdient!! Oh Herr, Du weißt um meine Tat! Du weißt auch wie oft ich Christian geschlagen habe. Herr ich bin am Ende! Du Herr, bist meine einzige Rettung! Ich bitte Dich um Deine Gnade! Herr, vergib!!
Autor: Und Gott ließ sein Gebet nicht unbeantwortet. Tiefer Friede kehrte in sein Herz. Jetzt erkannte er was Gnade ist. Jetzt verstand er was Jesus Christus am Kreuz für die Menschen getan hat!
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