Aug 10 2007

Hoffnung für den Kapitän

Geschrieben von admin at 17:48 in Frieden

Sprecher: Johann Müller war schon seit vielen Jahren Kapitän. Die raue See und die wilden Matrosen hatten ihn zu einem harten, herzlosen Mann gemacht. Er war ein gottloser Mensch und so schlecht, dass man dachte, ein Mensch könnte gar nicht schlechter sein. Doch Johann Müller verstand sein Handwerk und wurde trotz allem von seiner Mannschaft als ihren Kapitän geachtet. Er verstand sich durchzusetzen. Noch nie hatte er ein Schiff verloren und brachte auch seine Leute immer durch. Deshalb hielten sie zu ihm.
Das Schiff war wieder auf hoher See. Der Kapitän war von einer unheilbaren Krankheit befallen und wurde mit jedem Tag schwächer. Er versuchte es vor seinen Leuten zu verheimlichen, obwohl er innerlich fühlte, dass sein Ende nahe war, dass er bald sterben musste. Er hatte keine ruhige Minute mehr. Immer wenn er alleine war, plagten ihm seine Gedanken.

Kapitän: Bald werde ich sterben, doch was dann? Was ist, wenn es einen Gott gibt? Wenn es einen Himmel und eine Hölle gibt, wenn wir für unser Leben Rechenschaft abgeben müssen und unsere Sünden bestraft werden? Geh’ ich dann rettungslos verloren? Gibt es keine Hoffnung mehr für mich?

Sprecher: Der Kapitän ließ den 1. Steuermann rufen, in der Hoffnung, dass er ihm die Antwort geben könnte.

Kapitän: Hör zu, Steuermann. Ich fühle, dass es mit mir zu Ende geht. Ich werde bald sterben. Wenn du eine Bibel hast, so lies mir doch vor, ob Gott noch Gnade für mich hat und bete für mich.

1.Steuerm.: Aber, Herr Kapitän, ich habe keine Bibel und beten kann ich auch nicht. Es tut mir leid, aber da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.

Kapitän: Dann hol schnell den 2.Steuermann. Vielleicht kann er mir helfen.

(Kapitän wartet, der 1.Steuermann holt den 2. Steuermann)

Nun, wie steht es mit dir? Kannst du für mich beten und mir etwas aus der Bibel vorlesen? Ich werde nicht mehr lange leben und möchte nicht verloren gehen.

2.Steuerm.: Ich habe noch nie in der Bibel gelesen, Herr Kapitän, und beten? Ich weiß gar nicht, wie man das macht.

Sprecher: Der Kapitän war verzweifelt, ließ aber auch den 3.Steuermann rufen und fragte auch ihn.

3.Steuerm.: O ja, Herr Kapitän. Als ich noch klein war hat meine Mutter mich gelehrt zu beten und mir aus der Bibel vorgelesen. Doch seit vielen Jahren, seit ich von zu Hause fort bin, habe ich nicht mehr gebetet, nie in einer Bibel gelesen. Ich kann Ihnen nicht helfen.

Kapitän: Gibt es keinen Menschen auf meinem Schiff, der eine Bibel hat, niemand der zu beten versteht? ‘Glaubt denn keiner an Gott?

1.Steuerm.: Nein, Herr Kapitän. Von unseren Leuten glaubt keiner an Gott. Ich habe noch nie bei den Männern eine Bibel gesehen. Auch…

3.Steuerm.: Doch! Ich habe Willi, dem Jungen, der für unseren Koch arbeitet, einmal eine Bibel gesehen. Er liest oft in einem Buch. Es ist bestimmt die Bibel.

Kapitän: Dann beeilt euch und ruft ihn her!

Sprecher: Willi war gerade dabei Kartoffel zu schälen als man ihn rief.

1 Steuerm.: Los, Willi! Du sollst zum Kapitän kommen. Schnell! Beeile dich!

Willi: Ich komme! (zu sich) Was ist denn los? Ich habe doch nichts falsch gemacht!

Sprecher: Wenn man zum Kapitän kommen sollte, so hieß das nichts Gutes. Aber Willi nahm allen Mut zusammen und ging zur Kapitänskajüte. Er befürchtete Strafe zu bekommen und öffnete mit zitternd und klopfendem Herzen die Tür und meldete sich beim Kapitän.

Kapitän: Willi, hast du eine Bibel?

Willi: Ja, Herr Kapitän, ich habe eine Bibel, aber ich lese sie nur in der Freizeit. Ich versäume meine Arbeit nicht.

Kapitän: Hör mal, mein lieber junge. Ich weiß, dass ich bald sterben muss. Hol bitte deine Bibel und lies mit etwas vor. Schau mal nach, ob es darin steht, dass Gott Sündern vergibt!

Sprecher:
Willi lief los, um seine Bibel zu holen. Er blätterte aufgeregt hin und her und wusste nicht, was er dem Kapitän vorlesen sollte. So bat er Gott, dass Richtige zu finden. Da erinnerte er sich, dass seine kranke Mutter auf dem Sterbebett bat, ihr etwas aus Jesaja 53 vorzulesen. Schnell lief er zum Kapitän und begann dasselbe Kapitel vorzulesen. Er kam bis zum fünften Vers…

Willi: Aber er ist um unsere Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt….

Kapitän:
Halt, junge. Lies es noch einmal vor. Das ist für mich geschrieben.

Sprecher: Der Vers wurde wiederholt. Willi merkte, dass es dem Kapitän ansprach. Er wurde etwas freier und wollte es seinem Zuhörer noch deutlicher erklären.

Kapitän:
Oh, wie tut es so gut, so etwas zu hören! Ist für mich denn wirklich noch Rettung da?

Willi: Herr Kapitän, meine Mutter erlaubte mir einst den Vers auch anders zu lesen. Sie sagte, ich habe das Recht meinen Namen einzusetzen. Darf ich den Vers noch einmal lesen, so wie meine Mutter es mir erklärte?

Kapitän:
Ja, mein Junge, ja!

Willi:
“Aber er ist um “Willis” Missetat willen verwundet und um “Willis” Sünde willen zerschlagen. Die Strafe “Willis” liegt auf ihn, auf dass “Willi” Frieden hätte und durch seine Wunden ist “Willi” geheilt.”

Kapitän: Mein Junge, lies mir den Vers bitte noch einmal vor, aber diesmal setzt du den Namen deines Kapitäns ein

Willi: “Aber er ist um “Johann Müllers” Missetat willen verwundet und um “Johann Müllers” Sünde willen zerschlagen. Die Strafe “Johann Müllers” liegt auf ihn, auf dass “ Johann Müller” Frieden hätte und durch seine Wunden ist “Johann Müller” geheilt.”

Kapitän: Genug, mein Junge. Du kannst nun gehen. Ich weiß jetzt, dass auch mir meine große Schuld vergeben wird. Ich muss nicht mehr verloren gehen, wenn ich sterbe.

Sprecher: Der Kapitän fand Frieden mit Gott, weil er seinen verlorenen Zustand erkannt hatte. Er lebte nur noch einige Tage. Aber in dieser kurzen Zeit, musste die ganze Besatzung in seine Kajüte kommen. Allen bat er um Vergebung. Obwohl er sein Leben lang gottlos gewesen war, wusste er was er zu tun hatte.
Er erzählte allen seinen Leuten von Gottes Gnade und dass sie ihre Sünden bekennen mussten. Sie sollten nicht so werden wie er war und sich rechtzeitig zu Gott bekehren. In tiefen Frieden schlief er ein.

-ENDE-

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