Nov 29 2008

In einer westdeutschen Stadt…

Geschrieben von Christ at 15:18 in Freiheit

In einer westdeutschen Stadt…, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 5 Personen

Autor: In einer westdeutschen Stadt befand sich eine von bibelgläubigen Christen gegründete Gemeinde, deren Mitglied auch der 22-jährige Andreas Müller war. Er besuchte häufig die Andachten, sang im Gemeindechor mit und spendete seiner Meinung nach, viel in die Gemeindekasse. Die Jugend dieser Gemeinde wartete gerade auf den Jugendleiter, der gewöhnlich früher, heute aber knapp vor 7 Uhr in Begleitung von 2 Unbekannten kam. Nach dem Anfang standen der fremde junge Mann und ein noch jüngeres Mädchen - der Geste des Leiters folgend - auf, wodurch sie die Aufmerksamkeit der neugierigen Jugend auf sich lenkten.

Walter:
Wie ihr seht, liebe Geschwister, bin ich heute zum ersten Mal unter euch. Ich heiße Walter Schneider und bin 23 Jahre alt. Meine Schwester Monika ist 20. Wir sind mit den Eltern und jüngeren Geschwistern in die Berlinergasse 7 gezogen und hoffen, hier bald Gemeindemitglieder zu werden.

Autor:
Auf Fragen seitens der Jugend antwortete Walter und beteiligt sich dann auch mit Monika an der Bibelarbeit.
Andreas war der offene, aber auch freundliche Neue sympathisch erschienen; deshalb war er auch der erste, der ihn nach der Jugendstunde ansprach:

Andreas: Walter, du wirst sicher zu Hause noch zwei Stunden aufbleiben und die könntest du heute bei mir verbringen.

Walter: Danke für die Einladung, aber ich kenne noch gar nicht deinen Namen und muss außerdem meine Schwester nach Hause fahren.

Andreas: Also, ich heiße Andreas Müller, um deine Schwester brauchst du dir keine Gedanken zu machen, sie kann ja mitkommen.

Walter: Gut, ich frage sie gleich.

Autor: Monika musste unbedingt zu Hause um noch etwas Wichtiges zu erledigen. Er fuhr sie also erst nach Hause und informierte bei Gelegenheit die Eltern, bevor er sich zu Andreas begab, der ihm den Weg gut beschrieben hatte. Schon eine Viertelstunde später saß er in Andreas Zimmer und betrachtete den vor dem Fenster stehenden Profi - Synthetik sitze und die daneben hängende E - Gitarre.

Walter:
Andreas, du musst ein rechter Hobby - Musiker sein!

Andreas: Nein, ich hatte das alles gekauft, als ich mich noch dafür interessierte. Jetzt habe ich keine Lust mehr darauf zu spielen. Es dauert mir auch zu lange bis ich sie spielen kann. Außerdem habe ich viel zu wenig Zeit. Ich komme höchstens zweimal im Monat dazu, meine paar Akkorde an den ungestimmten Saiten zusammenzubasteln. Ansonsten erinnern mich die Sachen daran, dass ich wieder einmal unnötig Geld ausgegeben habe.

Walter: Du hast wenig Zeit? Liegt das an deinem Beruf? Was machst du eigentlich?

Andreas:
Ich bin Karosseriebauer. Der Beruf an sich raubt mir nicht so viel Zeit; aber er gibt mir die Möglichkeit, noch nebenbei etwas zu verdienen. Da ich aber Geld für solche Sachen wie Kleider und ähnliches brauche, nutze ich die Gelegenheit aus, mir nebenbei noch etwas zu verdienen. Da kommt man manchmal ganz schön in Stresssituationen.

Walter: Aber du verdienst doch auch Hauptberuflich sicher genug?

Andreas:
Das stimmt, aber ich gebe eine bestimmte Summe den Eltern. Und was ich behalte, reicht mir nicht immer aus.

Autor:
Auch Walter gab den größten Teil den Eltern für Miete und ähnliches ab. Als er dann aber erfuhr, dass Andreas mit fast der Hälfte seines Monatseinkommens nicht auskam, war er natürlich erstaunt.

Walter:
Aber Andreas, mir reichen 2/3 dieser Summe aus.

Andreas:
Was? Das kann wohl kaum sein. Und doch bist du ordentlich gekleidet. Weißt du, was ich für Klamotten ausgebe? Wenn man die Bodybuildingskosten und sonstige monatliche Ausgaben dazu addiert, macht es das aus, was ich von meinem Lohn für mich behalte. Dann muss ich noch nebenbei die Kosten für einen guten Urlaub bestreiten. Das alles braucht man doch!

Walter: Aber wozu gibst du eine so relativ hohe Summe aus?

Andreas:
Walter, tu doch nicht so, als hättest du davon keine Ahnung. Man muss schon jetzt gut aussehen und immer fit sein, wenn man einst gut verheiratet sein will. Außerdem will man ja auch nicht so rumlaufen wie ein Bettler, oder? Für mich selber akzeptiere ich nur Markenkleidung. Ach, was ich noch vergessen habe: Ich unterstütze ja auch die Gemeinde und spende in ein Missionswerk. Das macht auch etwas aus.

Walter: Ich bin da anderer Meinung, Andreas. Um glücklich verheiratet zu sein, sollte man zwar nicht den Eindruck verleihen; ungepflegt zu sein. Aber es reicht zum ordentlichen Aussehen, wenn man gepflegt ist. Du brauchst also weder kostspielige Kleidung noch sündhaft teures Parfum dazu. Außerdem ist ein Gebet um die richtige Partnerin viel wirksamer, als eigenes Bemühen. Was das Spenden. angeht, spende ruhig weiter, denn so sammelst du dir Schätze im Himmel wo weder Rost noch Motten sie fressen können.

Andreas: Du magst in bestimmtem Dingen recht haben. Ich bin jetzt aber nicht in der Verfassung, mit dir darüber zu diskutieren. Aber tu nicht so, als ab ein wahrer Christ nicht reich sein möchte.

Walter: Du hast recht, wenn du das Gegenteil behauptest. Jeder wahre Christ will reich an Früchten für das Reich Gottes sein. Und er ist es schon in Gott und seiner Liebe. Du meinst aber sicher irdischen Reichtum. Nun, es gibt Christen, die reich sind, ihr Vermögen aber Gott zur Verfügung stellen und selbst möglichst wenig davon genießen wollen; denn es steht in Matthäus 13… - gleich habe ich es -… hier 22. Es ist über den Samen auf der vierfachen Acker: „Das aber unter die Dornen fiel, das ist wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort und er bringt nicht Frucht.“ Der Reichtum ist aber nicht nur für die Frucht, wie Jesus hier sagt, sondern auch für die Seele schädlich. Das wissen wir aus dem Gleichnis von dem Reichen Jüngling.
Deshalb glaube ich, dass kaum ein wahrer Christ sich diesen Reichtum wünscht. Wenn er nämlich dies täte, um ihn Gott zu weihen, würde er sich indirekt eine Anfechtung oder Glaubensprüfung herbeiwünschen, obwohl man sowieso schon fast täglich geprüft wird, und oft nicht besteht.

Autor:
Solche Worte hatte Andreas von seinem Gast nicht erwartet. Ihm wurde nahezu in allem widersprochen. Und als Walter ihn dann einlud, übermorgen zu ihm zu kommen, willigte er zwar ein, doch in seinem Inneren wehrte sich alles dagegen. Es wurde ihm sogar recht unbehaglich, einerseits seinem Gast höflich zuzuhören und andererseits schon solch eine Abneigung ihm gegenüber zu haben. Als Walter dann nach Hause musste, begleitete Andreas ihn um nicht unfreundlich zu erscheinen zum Auto, wo Walter ihm noch etwas zu sagen hatte:

Walter:
Also, vergiss nicht, mich Freitags zu besuchen. Und zu unserem ersten Thema hätte ich noch etwas. Ich rate dir nicht, nebenberufliche Arbeit. Aber auch Bodybuilding nur dann, wenn es deiner Gesundheit dient. Solange du alles zum Leben hast, strebe nicht nach Geld, sondern wie du die Zeit auskaufen könntest. Machs gut! Gute Nacht!

Andreas: Gute Nacht.

Autor:
Während Walter losfuhr, glaubte Andreas einen Fehler gemacht zu haben, als er Walter einlud. Seiner Meinung nach, nahm dieser alles zu ernst und gönnte keinem anderen eine freie Meinung. Er hätte ja gleich ins Kloster gehen können, dann würde er unter denen, die Gott in der Freiheit dienen wollen, wenigstens keine entmutigenden Botschaften verbreiten, dachte Andreas.
Da ihm aber keine Ausrede einfiel, machte er sich dann doch Freitagabends auf den Weg, in der Hoffnung Monika anders kennen zu lernen. Bei Walter lernte er dann auch die ganze 7-köpfige Familie kennen. Während Monika den Tisch deckte, unterhielten sich die jungen Männer über die vergangene Singstunde, die auch von dem Neuen besucht worden war. Als alles fertig war, begaben sich alle zu Tisch. Nachdem das Tischgebet gesprochen war, wurde es wieder ganz still. Andreas wurde diese Stille unbehaglich und er suchte nach einem passenden Gesprächsstoff um die Stille zu brechen. Doch er wurde rechtzeitig dieser Aufgabe entledigt.

Monika: Habt ihr eigentlich auch ein Orchester in der Gemeinde?

Andreas:
Ja, zwar kein großes, aber wir haben trotzdem regelmäßig Montag um 7 Uhr Übstunde. Ich bin kein Mitglied, weil ich zu wenig Zeit dazu habe.

Autor: Monika hatte von Walter schon erfahren, wie es um Andreas freie Zeit stand und fragte deshalb nicht weiter. Dafür hatte aber Andreas eine Frage auf den Lippen:

Andreas: Ach, was ich euch fragen wollte: Es ist schon ziemlich sicher, dass ihr Gemeinde und Jugendmitglieder werdet. Wollt ihr da vielleicht am diesjährigen Urlaub mitmachen? Um genauer zu sein: es sind schon 3 verschiedene geplant.

Autor: Nun berichtete Andreas, dass die erste Freizeit offiziell von der Jugend organisiert worden war und in Österreich stattfinden sollte. Die zweite sei für Leute, die in einem Missionswerk aushelfen wollten. Und die dritte sei von Alexander und ihm organisiert worden und liefe privat. Das Ziel sei Spanien.

Monika: Wir haben noch gar nicht an Urlaub gedacht, aber ich würde mich ganz besonders für das Missionswerk interessieren.

Andreas: Oh, dann kennst du dich schlecht aus. Da fahren nur Schüler die viel Zeit haben und einige ältere scheinheilige mit. Die mit der ganzen Jugend fahren, sind auch so langweilige Typen. Dafür geht in Spanien was ab. Da hat uns keiner etwas zu sagen, und wir können machen was wir wollen. Es wird zwar teuer, aber wozu verdient man sich sein Geld? Meer, Sand und Sonne habe ich schon lange nicht mehr genossen. Das letzte Mal waren wir in so einem einsamen, von der Welt abgeschlossenen Gebirgsdorf. Ein glatter Reinfall auf eine Werbung.

Monika:
Andreas, findest du nicht, dass euer Plan ein wenig verantwortungslos aufgebaut ist? Du kannst es dir wohl gar nicht vorstellen, was auf so einer weiten Reise alles passieren kann, wenn man nicht jemanden mit hat, der für alles Tun und Lassen gerade steht. Ich sage es dir aus eigener Erfahrung. Als Walter noch unbekehrt und ich mit halbem Herzen für Gott da war, haben wir auch solche Reisen unternommen. Ich hoffte auf diesen Reisen endlich mal meine modischen Kleider anziehen zu dürfen, die in der Kirche zum Anstoß waren. Meine Haarspraydose habe ich sicher genau so oft und lang, wie eine Frisöse für ihre Kunden, benutzt. Es fragt sich, ob eine Theaterdame mehr Parfüm und Schminke benutzt, als ich damals auf einer Reise verbraucht hatte. Ich wollte auch etwas mit Jungs erleben, doch Gott hatte mich davor bewahrt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Das alles ist mir jetzt zuwider, weil es mir zwar augenblickliche Freude, aber ein unglückliches Leben geben würde. Vor Autopannen, Krankheit, unabsichtliche Verwicklung in einen kriminellen Fall und unverantwortliche Freundschaften seid ihr, wie auch wir damals, nicht sicher. Wie gut war es für mich, als ich später eine solche Reise unter der Leitung unseres Jugendleiters unternahm. Ich wollte zwar auf dieser Reise das gleiche tun wie auf den vorigen; er aber hat mich durch sein ernstes Wort und die Bibel vor manchem Unrecht gegenüber meinem Heiland, der ja alles sah, zurückgehalten. Nach dieser Reise habe ich mich durch Gottes Hilfe geändert. Ich würde auch euch nicht raten, wegzufahren, ohne einen in der Bibel gegründeten und vertrauensvollen aber auch autoritären Bruder der euch betreuen könnte mitzunehmen.

Autor: Monika und Walter erzählten ihm noch manches Erlebnis aus ihrem Leben, das mit Motiven, die ihm sehr bekannt waren, weil es zum Teil seine eigenen waren, begann und böse endete. Doch er konnte ihnen nicht glauben, dass seine Einstellung gegenüber Gott falsch ist. Als er dieser Rede innerlich satt nach Hause wollte, wurde er von ihnen zum Auto begleitet. Die nächsten zwei Wochen versuchte er mit allen möglichen Mitteln, eine Begegnung mit den Geschwistern zu vermeiden. Umso mehr unterhielt er sich in dieser Zeit mit anderen Jugendlichen, die die Neuen auch schon kennengelernt hatten. Eines Tages trifft er seinen Freund Alexander.

Alexander:
Hallo Andy, wie geht’s?

Andreas: Hallo Alex. Na ja, leidlich. Ah, jetzt fällt mir wieder ein, was ich dich gestern schon fragen wollte. Wie gefallen dir eigentlich Walter und Monika?

Alexander:
Mit Walter habe ich mich noch nicht ganz bekannt gemacht. Nur vom Sehen, Hören, Grüßen weiß ich wie er ist. Nämlich genauso wie seine Schwester, die ich vorgestern kennengelernt habe. Du weißt ja, sie sind schon letzte Woche in die Gemeinde aufgenommen worden. Nun war sie am Montag schon auf der Orchesterprobe. Sie spielt Gitarre, Akkordeon und Flöte, was dich freilich nicht interessiert. Also, nach der Übstunde habe ich sie gefragt ob ich sie heimfahren soll, da sie keine Möglichkeit hatte nach Hause zu kommen. Sie willigte ein und so nahm ich sie mit. Ich legte gleich meine beste Kassette mit den englischen Liedern ein und fragte sie dann, wie sie ihr gefallen würden. Und weißt du, was sie mir geantwortet hat?

Monika: Alexander, nimm es mir nicht übel, aber diese Lieder reizen viel mehr den Körper, als dass sie die Seele erbauen. Vielleicht siehst du keine Gefahr in dieser Musik, aber ich bin schon den Weg gegangen, den alle jugendlichen gehen müssen, die sich erst für betonungsverschobene Rhythmen, dann für Rock ähnliche Schlagzeugbeteiligung und schließlich ganz für die Rockmusik interessieren. Ich hatte mich auch für diese Lieder interessiert, und bin dann sehr schnell den Weg abwärts gestiegen. Ich habe am Ende sogar christliche Rockmusik gehört, deren sogenannt christliche Konzerte zu einer Disco wurden. Wenn wir als Christen in dieser Musik Gott suchen, dann sind wir wahrscheinlich auf einem größeren Irrweg, als Anhänger von manchen Irrlehren.

Alexander:
Dann hat sie mir geraten, nie Lieder anzuhören deren Bedeutung ich wegen der Sprache nicht verstehe. Da man womöglich sogar an einer Gotteslästerung die man hört, beteiligt wäre. Sie versprach mir dann noch, einige Bücher die das Thema noch ausführlicher beschreiben sollten zu geben. Dann bedankte und verabschiedete sie sich. Also ich finde, irgendwie nehmen die alles viel zu eng.

Autor: Dieser Meinung war Andreas, wie schon erwähnt, auch. Doch diese zwei Wochen der Trennung, von den neuen waren schwere Wochen für ihn. Er brauchte Geld, denn seine Monatsration war wieder einmal ausgegangen. Er nahm also wieder Privataufträge an, was ihm die Meidung der Neuen erleichterte, denn er war jetzt seltener in der Kirche und fuhr eilig wieder fort, wenn er sich mal sehen ließ. Er kam selten vor Mitternacht nach Hause und da er Schlaf trotzdem brauchte, verzichtete er aufs Bibel lesen, Stille Zeit und auf alles, was ihm, wenn er nur hauptberuflich arbeitete, angeblich viel Zeit wegnahm. So kam er in Stress, dass er des Öfteren an Walters Worte denken musste. Vielleicht hatte er ja recht, wenn er sagte, dass es keinen Sinn hätte, soviel Geld für Vergnügen und Kleidung auszugeben. Andererseits war er ja bekannt, als einer der immer die besten und teuersten Klamotten hatte: also einer, der immer die besten Mittel für ein Unternehmen stellte und als einer der das schönste, teuerste und am besten ausgestattete Auto hatte. Das erfüllte ihn mit Stolz. Und sollte er nun auf dies alles verzichten? Nur um etwas mehr Zeit für die Bibel zu haben. Nein, er war ja sowieso einer der keinen Bibelvers auswendig lernen konnte, und nach 5 Minuten vergaß, was er soeben gelesen hatte. Nein, er lebte nicht davon. Natürlich hatte er keinen Grund auf alles zu achten. Er brauchte ja keine Buße mehr zu tun - und Heiligung sei sowieso etwas für die Alten. Aber eine Predigt die ihn anging, konnte er nach Monaten später nacherzählen. Zum Beispiel interessierte ihn, was Gott von denen hält, die häufig spenden oder im Kirchenchor singen. Das war so sein Gedankengang, als er plötzlich gestört wurde. Ein Streifenwagen hatte seinen BMW soeben überholt und gehupt. Er hatte wieder einmal die Geschwindigkeit überschritten. Normalerweise waren es immer riskante überhol Manöver mit seinem PS-starken Wagen, die die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter schon oft auf ihn gelenkt hatte. Heute war er einfach aus Gewohnheit den Verkehrsschildern nicht gefolgt und war so in Gedanken versunken, dass er den folgenden Polizeiwagen erst jetzt bemerkte.
Den darauffolgenden Samstag veranstaltete die Jugend einen Ausflug zu einem nahegelegenen Grillplatz. Auch der gestresste Karosseriebauer nahm teil. Nach einigen Stunden fröhlichen Spieles waren alle damit beschäftigt, das Grillen zu beschleunigen und bald schon durfte die Jugend nach einem Gebet für die Speise zu den Würstchen langen. Monika, Walter und Andreas setzten sich zusammen an einen Tisch, denn Andreas wollte sie nach der Trennung wieder sprechen. Es war nicht seine Absicht, ihnen vorzugaukeln, er hätte nichts gegen sie. Nein, er suchte ein ernstes Gespräch welches er eigens einleitete:

Andreas: Walter, ich habe über eure Worte nachgedacht. Ich gebe zu, dass mein Leben nach biblischem Sinn nicht ganz in Ordnung ist. Meine Wünsche sind so zeitlich und gerade ich muss auch viel Geld für sie ausgeben. Ich habe von allem vielleicht das beste in der ganzen Jugend, und doch macht es mich um so leerer im Innern wenn ich nachdenke, dass ich für mein Auto, meine Kleider und manches mehr, soviel gearbeitet und manche Andacht versäumt habe obwohl mich keine Schulden dazu zwangen. Ihr könnt es euch gar nicht vorstellen, welchen Stress ich in den letzten zwei Wochen hatte, weil ich wieder mal nebenbei verdiente. Und was konnte ich mit dem Geld anfangen, das ich unter Aufopferung der Andachten und der Stillen Zeit verdient habe? Eine Geldbuße wegen verkehrswidrigem benehmen, einige überflüssige Kleider, die meinen Kleiderschrank sowieso schon wölben und ich konnte noch etwas für den Urlaub zurücklegen. Meine Seele ist manchmal davon umso leerer, wenn ich mal darüber nachdenke. Aber andererseits, was würdet ihr mir vorschlagen? Soll ich etwa in Zukunft Mönch werden und durch die Straßen mit einer großen Bibel in der Hand und einem frommen Kopf laufen? Es bringt doch auch nichts, eine Gesetzeslast auf sich zu laden die ganz der Natur widerstrebt. Dann fühle ich mich sicher auch nicht besser als bisher.

Monika: Andreas, ich glaube dir fehlt die Liebe, 1.Joh. 5,3. Du musst das „halten von Gottes Geboten“ falsch verstanden haben. Es gibt zwar Menschen die die Gebote befolgen, obwohl es eine Last für sie ist. Doch sie sind geübt darin. Aber für uns gilt etwas anderes: 1.Joh. 4,9 + 10. Die Dankbarkeit für sein Erlösungswerk am Kreuz auf Golgatha gibt uns die Liebe zu Jesus und dem Vater, so dass wir gern bereit sind auf alles zu verzichten, was der Seele schadet. Wer dazu nicht fähig ist, dem fehlt die Liebe, die doch die größte Gabe ist, damit wir in Christus bleiben, 1.Joh. 4,16. Wenn du das Gesetz auf dich nimmst, um dir den Himmel und ein gutes Gewissen zu verdienen, fällt es dir zur Last. Aber aus Liebe zum Erlöser findest du Freude an einem Leben das zwar nicht auf Rosen gebettet ist, aber dich doch viel glücklicher macht.

Autor: So sprachen sie noch einige Zeit miteinander bis Andreas den Wunsch äußerte, in der Stille mit ihnen zu beten. Nach diesem Gebet änderte sich vieles in Andreas Leben. Es machte ihm keinen Spaß mehr, von allem das teuerste und beste zu haben um aufzufallen. Auch den Urlaub schrieb er ab, weil er die Gefahren jetzt auch erkannte, denen sich die gemeldeten drei jungen Männer und zwei Mädchen aus der Jugend aussetzen würden, wenn sie auf eigene Faust einen längeren Aufenthalt alleine in einem fremden Land wagen würden. Auch an Bodybuilding hatte er kein Interesse mehr, da er kerngesund war und diese Sportart ihm früher viel Zeit geraubt hatte. Und da er jetzt Haupt- oder nebenberuflich mehr verdiente als er dringend brauchte, weihte er den Überschuss aus Dankbarkeit seinem Erlöser, den er neu lieb gewonnen hatte. Er sah jetzt auch ganz allgemein ein, dass seine Wünsche, sein Denken und sein Handeln nicht mit dem seines Herrn übereingestimmt hatten. Also begann er ein neues glückliches Leben indem er jetzt für den Herrn da war und nicht für sich und seine Wünsche.

Lieber Zuhörer, diese Geschichte soll uns nicht dazu führen, unsere Autos, Kleider und unseren auch manchmal erholungsbedürftigen Körper verkommen zu lassen. Aber sie will uns auffordern diese Wünsche ganz und gar Nebensache sein zu lassen und unsere wichtigen und wichtigsten Wünsche, denen des Herrn zu unterstellen. Lasst uns wie es in Matthäus 6,33 steht, zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, so wird uns auch alles andre zufallen.

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