Mai 22 2008
Das Angebot
Das Angebot, ein christliches Anspiel zum Thema Freiheit für 4 Personen
Sprecher: Ein gläubiger Edelmann war betrübt, das seine Untertanen so wenig von Gottes Wort hören wollten. Er überlegte immer wieder, was er tun konnte, um sie einmal ganz deutlich und nachhaltig auf das Gnadenangebot Gottes aufmerksam zu machen. Da ersann er einen recht ungewöhnlichen Plan. Eines Tages waren an verschiedenen Plätzen des Dorfes, die zu seinem Besitztum gehörten, und auch an seinem Amtshaus große Tafeln mit folgender Bekanntmachung angebracht: Am Dienstag, den 14 dieses Monats zwischen 9 und 12 Uhr werde ich geschäftlich im Dorf sein. Ich bin während der genannten Zeit bereit, freiwillig alle Schulden, die Dorfbewohner bei mir haben, zu bezahlen. Ich erwarte lediglich, dass die Schuldner einzeln zu mir kommen, mir ihre finanzielle Lage schildern und auf einer Liste die Art und die Höhe ihrer Schulden aufgezeichnet vorlegen. Graf von Manor
Schon bald sammelten sich Scharen von Menschen vor den einzelnen Anschlägen und vor dem Amtshaus. Neugier und Erstaunen trieb sie dorthin. Jeder fragte: Was soll das bedeuten? Aber für jeden hatte der Diener des Grafen nur eine und dieselbe Antwort:
Diener: Es ist das Schreiben unseres Herrn, mit seinem eigenen Siegel und seiner Unterschrift. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Es ist mir nur befohlen, die Bekanntmachung anzuschlagen.
Sprecher: Das sei alles, was er aussagen konnte, denn er weigerte sich auch weitere Auskunft zu geben. Der in dem Anschlag angegebene Tag kam näher, und die Erregung der Dorfbewohner wuchs immer mehr. Einige schienen zu denken, die könnten bei diesem Termin nur noch mehr in Schuld geraten und beschlossen, sich nicht an den Edelmann zu wenden. Andere wollten zunächst abwarten, wie es ihren Nachbarn erginge und dann vielleicht auch zum Amtshaus gehen. Wieder andere trauten dem Grafen zu, dass dieser sie nur an der Nase herumführen wollte. Und wieder andere meinten, es käme wohl auch einmal der Tag, an dem sie in der Lage seinen, ihre Schuld abzutragen, es gab sogar solche unter ihnen, die an der Echtheit des Schreibens und an seiner Unterschrift zweifelten. Einer meint es ist seine eigene Unterschrift und sein Siegel, und er wird sein Versprechen vielleicht doch einlösen.
Sprecher: Endlich kam der Tag, und die Dorfbewohner versammelten sich neugierig vor dem Amtshaus. All ihre Versuche, von den Dienern des Grafen etwas Näheres zu erfahren, waren erfolglos geblieben. Kurz vor 9 Uhr fuhr der Wagen des Edelmanns vor, Lord Manor stieg aus und ging in sein Dienstgebäude. Nach seinem Eintritt um 9 Uhr hörten die vielen Neugierigen, die vor dem Gebäude standen, wie die Tür von innen wieder aufgeriegelt und dann geöffnet wurde. Nun stand sie weit auf. Die vielen Menschen vor der Tür schauten einander an. Einer wartete auf den anderen. Keiner brachte den Mut auf, durch die Tür in das Haus einzutreten. Scheuten sie sich ihre Armut zuzugeben? Hatten sie Furcht ihre Schuld vergeblich anzuzeigen und dann ausgelacht zu werden? Doch da kam ein altes Ehepaar und bahnte sich den Weg ins Innere des Amtshauses. Der Lord von Manor sah erstaunt auf, und als diese alle Rechnungen vorlegten, zählte er die Rechnungen zusammen und schrieb den Betrag auf einen Scheck aus.
Edelmann: Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind. Hier, nehmen Sie diesen Scheck. Er hat genau die Summe ihrer Rechnungen.
Mann: Einen herzlichen Bank. (Geht zur Tür) Ich will gehen und es meinem Nachbarn sagen.
Edelmann: Nein, sage es ihnen nicht. Sie müssen selbst meinen Worten vertrauen, genau wie du es auch getan hast.
Sprecher: Dann wurde das alte Ehepaar in einen anderen Raum geschickt, wo es bis 12Uhr bleiben sollte. Die Zeit verging. Als die Leute, die draußen vor dem Amtshaus standen und warteten, merkten, dass der Alte aus dem Amtshaus nicht mehr herauskam, waren sie der Meinung, das Versprechen des Edelmannes könne nur leeres Geschwätz gewesen sein. Die Mittagsstunde kam immer näher. Man sah sich gegenseitig an, aber niemand ging hinein. Als die nahe Turmuhr 12 schlug, öffnete sich die Tür des Amtsgebäudes und das alte Ehepaar kam heraus.
Nun, wie ist es?
Wie ging es?
Habt ihr euer Geld bekommen?
Seid ihr eure Schuld los?
Von allen Seiten bestürmten man die beiden Alten mit Fragen. (Der alte Mann hielt sein Scheck hoch)
Mann: So gut wie bares Geld.
Sprecher: Im selben Augenblick trat auch der Edelmann aus der Tür. Als er seinen Wagen besteigen wollte, drängten sich viele seiner Untertanen an ihn heran, hielten ihm ihre Schuldscheine vor die Augen und baten um Nachlass.
Hier meine Papiere! Ich habe alles aufgeführt…
Hier meine Schuldscheine, bitte prüfen sie alles!
Wollen sie nicht für mich bezahlen? Sie versprachen doch…
Edelmann: Zu spät. Es hat soeben 12 Uhr geschlagen. Die von mir gesetzte Frist ist abgelaufen. (Damit fuhr Herr von Manor mit seinem Wagen davon)
Sprecher: Wie berichtet wurde, haben die Dorfbewohner verstanden, was Herr von Manor ihnen mit seinem Angebot hatte zeigen wollen. Einigen von ihnen wurde dann auch Gottes Gnadenangebot verständlich und sie nahmen es an. Gott hat uns Menschen ein weit größeres Gnadenangebot gemacht. Er will uns unsere Schuld, unsere Sünden vergeben. Aber auch sein Angebot ist befristet. Es gilt für heute! Hast du dieses Heute schon genutzt?
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