Nov 22 2007

Titanic

Geschrieben von at 20:41 in Ewigkeit

Titanic, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 13 Personen

Offizier: Ihr Name?

Schmidt: Josef Schmidt.

Offizier: Mister Schmidt, Sie sind Steuermann?

Schmidt: Ja, Sir, aber nur Binnenschiffer.

Offizier: Sie wollen nach New York? Haben Sie Verwandte dort?

Schmidt: Nein, Sir, ich möchte in die Vereinigten Staaten übersiedeln.

Offizier: Sie sprechen sehr gut Englisch. Ihre Sprachkenntnisse werden Ihnen noch sehr nützlich sein.

Schmidt: Ich hoffe, Sir.

Offizier: Also, hier haben Sie Ihre Schiffskarte – Sie wohnen in Kabine E 50, der Steward zeigt Ihnen den Weg. Viel Glück wünsche ich Ihnen!

Autor: Am 11.April 1912 betritt Josef Schmidt um 13 Uhr das stolzeste, schönste und neuste Schiff der Welt, ein Kunstgebilde der Innenarchitektur und Inbegriff neuzeitlichen Fortschritts.
Dieses Schiff soll ein Symbol der erhabenen, stolzen Welt sein. Mehr als 1300 Passagiere und 890 Besatzungsmitglieder befinden sich an Bord, als der Luxusdampfer zu seiner ersten Reise über den Atlantik in See sticht.
(besonders langsam und deutlich lesen)
Hoch über dem geheimnisvollen Abgrund der Meerestiefe stürmt das große Schiff mit 46300 Bruttoregistertonnen, einer Länge von 269 m, 28 m Breite und 7 Stockwerken hoch, voller Menschen, Gepäck, Lebensmittel und Energiebedarf dahin.
Josef  Schmidt ist schon drei Tage unterwegs nach Amerika, um seiner Berufung nachzukommen, missionarisch unter den noch in Amerika lebenden Indianern zu wirken. Lange hatte er für seine Pläne gebetet, bis er zu wissen meinte, von Gott zu dieser Arbeit berufen zu sein. Seine gut bezahlte Stellung als Steuermann hatte er gekündigt und unter dem Segen seiner Kirchengemeinde Deutschland verlassen.
Nun ist er wieder an Deck und unterhält sich mit dem Deckoffizier.

Schmidt: Das Wetter hat sich wieder etwas beruhigt.

Offizier: Am ersten Tag haben wir tatsächlich eine wilde Sturmfahrt erlebt. Aber in unserm Schiff kann uns nichts passieren. Wir nähern uns schon der Küste von Amerika.

Schmidt: Man erzählt, dieses neu erbaute Schiff habe das Prädikat „Unsinkbar“ erhalten.

Offizier: Das stimmt. Dieser Dampfer hat einen doppelten Boden und ist in 16 wasserdichte Abteilungen unterteilt. Außerdem sichert ein Netz von elektrischen Kontrollapparaten, Alarm- und Telefonleitungen gegen Überraschungen.

Schmidt: Das ist ja raffiniert.

Offizier: In der Tat, hier kann man sich sicher und geborgen fühlen. So, ich möchte jetzt essen gehen. Auf Wiedersehen!

Autor: Nach diesem Gespräch geht Josef Schmidt in die Doppelkabine der 3. Klasse und liest in der Heiligen Schrift die Begebenheit von der Seereise des Apostels Paulus auf dem Mittelmeer:

Schmidt: (liest Apg. 27,15)
Was muss das für eine “Nussschale” gewesen sein gegen das mächtige Stahlmonstrum, auf dem ich mich jetzt befinde. Die drei Schiffsschrauben mit ihren zwei Vierzylinder – Kolbenmaschinen verleihen dem Schiff die kaum denkbare Kraft von 50 000 PS, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 24 Knoten. Aber die interessanteste Sicherheitsvorrichtung ist eine wasserdichte Konstruktion.
(liest weiter Apg. 27,18-25)

Autor: Im stillen Gebet dankt Schmidt dem Gott, der Himmel und Erde geschaffen und der den besten Schutz gegen alle Unsicherheiten gibt. Ja, an ihn will sich Josef halten, von ihm allein Schutz und jede Hilfe erwarten. Er zieht sich seine Windjacke an und beginnt einen erneuten Rundgang durch das Schiff. Obwohl er nun schon drei Tage an Bord lebt, steht er immer wieder irritiert vor der Vielzahl von Gängen in den verschiedenen Stockwerken.
Es ist eine mondlose, ruhige Nacht. Die funkelnden Sterne leuchten in geheimnisvoller Zwiesprache mit dem schwarzen Himmelsraum. Die Wasseroberfläche gleicht einer polierten Glasplatte. Josef Schmidt hat den Ozean noch nie in solcher eindrücklichen Stille gesehen. Seine Seele weitet sich beim Anblick der erhabenen Größe und Höhe des dunklen Panoramas.

- Musik -

Josef tritt den Rückweg an. Er steigt die eiserne Treppe hinunter. Durch die langen weißen Gänge, die zu den Luxuskabinen führen, vorbei an den Ballsälen, Tennisplätzen, Bibliotheken und Billiardräumen. Er hört Stimmen aus der Bar, wo bei einem Kartenspiel laut diskutiert wird. Eine vornehme, mit Diamanten geschmückte Dame kommt ihm entgegen von einem Steward begleitet, der ihr behilflich ist, die Kabine zu finden. Lebhaft gibt der in Weiß gekleidete Steward technische Erklärungen ab:

Steward: Gnädige Frau, niemand wird das Schiff zum Sinken bringen. Der Kapitän kann durch ein einfaches Betätigen eines elektrischen Schalters augenblicklich alle Schotten schließen und damit das Schiff praktisch unsinkbar machen.

Dame: Meinen Sie?

Steward: Aber gewiss, gnädige Frau, selbst Gott könnte dieses Schiff nicht versenken…

Dame: Aber, aber… mein Herr, ist das nicht Gotteslästerung?

Steward: Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Ich glaube, die Werftarbeiter in England haben diesen Satz an die Außenwand der Titanic geschrieben.

Dame: Das ist ja entsetzlich!

Autor: Auch Josef ist über dieses kurze Gespräch schockiert. Als er seine Kabine erreicht hat, kniet er an seinem schmalen Bett nieder und betet um Vergebung aller seiner Sünden und allen gottlosen Treibens an Bord dieses Schiffes.

- Musik -

Die meisten Passagiere liegen bereits in dieser ruhigen und kalten Sonntagnacht in ihren kuscheligen, gemütlichen Betten. Auch Josef schließt seine Augen und schlummert bei den monotonen Geräuschen langsam ein. Bilder aus der Heimat erscheinen ihm: Josef sieht seine Mutter, wie sie betend am Bett kniet – er hört den Vater bei Tisch das Dankgebet sprechen – eine Katze erscheint und kratzt an der Tür – das Kratzen lässt nicht nach.
Plötzlich ist Josef hellwach. Er spürt, dass Traum und Wirklichkeit ineinander übergegangen sind.

Schmidt: Was ist das? Ein merkwürdiges Knirschen von der äußeren Schiffsseite.

Autor: Das Geräusch ist nicht sehr stark; es genügt aber, dass er sofort von seinem Bett aufsteht. Er lehnt sich an den Hohlraum des runden Bullauges. Da sieht er durch das Glasfenster eine Graugrüne Wand aus Eis vorübergleiten.

Schmidt: Wir haben einen Eisberg gerammt!

Autor: So schnell er kann, zieht er sich wieder die Schuhe an. Noch immer hört er das knirschende Scharren und gedämpft polternde Geräusch an der äußeren Schiffswand. Dann ist es still. Josef blickt erschrocken auf das kleine Zifferblatt am Arm – es ist gerade 20 Minuten vor Mitternacht.

- Musik -

Der Vollmatrose Frederik Fleet starrt intensiv in die schimmernde Nacht; tiefe Nebelbänke kriechen von Neufundland herüber und schieben sich als milchige Watte vor den Bug des Schiffes. Fleet ist einer der sechs Ausguckposten, der hoch über der Kommandobrücke vom Mast her Ausschau hält. Er trägt die größte Verantwortung, denn dieser nächtliche Späher gilt als das “Auge des Schiffes“. Ab und zu wechselt er einige Worte mit Lee, seinem Kollegen.

Fleet: Mensch, ist das kalt! Es scheint immer kälter zu werden.

Lee: Ist ja auch kein Wunder! Es wird doch ständig vor Eis gewarnt. Aber bis jetzt ist alles glatt gelaufen.

Fleet: Du hast recht. (spricht zu sich selbst) Hm, da sind kleine Punkte. Sie werden von Sekunde zu Sekunde größer. (wird immer aufgeregter)
Lee! Siehst du dort!

Lee: Was soll ich sehen?

Fleet: Da, vorn, die Punkte! Sie türmen sich zu einer hohen Wand!

Autor: Rasch schlägt er dreimal an die Signalglocke und reißt fast zur gleichen Zeit den Hörer des Telefons von der Gabel, um Sprachkontakt zur Kommandobrücke zu bekommen.

1. Offizier: Was haben Sie gesehen?

Fleet: Vor uns treibender Eisberg hart voraus!

1. Offizier: Verstanden.

Autor: Sofort stürzt er zum Maschinentelegrafen und zieht auf “äußerste Kraft zurück“. Entgeistert starren die gewarnten Besatzungsmitglieder auf den wachsenden Eisberg. Der Erste Offizier wird totenbleich. Die feuchte, glitzernde Wand scheint das Schiff zermalmen zu wollen.

Lee: (panisch) Die Titanic wird gar nicht langsamer.

Fleet: So schnell können Schiffe auch nicht bremsen! Halt! Wir schwenken nach Steuerbord! Es ist ein Wunder!

Lee: Puh, das war knapp! Wir sind noch einmal um Haaresbreite davongekommen!

Autor: Messerscharf gleitet der Dampfer an der Eiswand vorbei. Zugleich aber geht ein fast unmerklicher Stoß durch den Riesenleib der Titanic.
Der Erste Offizier, der jetzt das Kommando führt, greift hart nach dem Schalter, der die wasserdichten Schotten schließt. – Doch alles scheint zu spät – urgewaltige Naturmächte haben zugeschlagen. Sekunden später, das Knirschen war gerade erstorben, stürzt Kapitän Smith aus seiner Kabine.

Kapitän: Was war das?

1. Offizier: Ein Eisberg, Sir! Ich ließ die Ruder hart Steuerbord herumreißen und die Maschine auf äußerste Kraft zurücksetzen. Ich wollte die Wand Backbord liegen lassen. Wir waren aber zu dicht am Eis. Mehr konnte ich nicht tun.

Kapitän: Schließen Sie die Schotten!

1. Offizier: Die Schotten sind bereits geschlossen, Sir!

Autor: Josef Schmidt bemerkt, dass die Maschinen gestoppt sind. Schnell läuft er den Gang entlang, während er seine wetterfeste Jacke anzieht. Er bleibt an Deck stehen. Er will sich genau vergewissern, ob nicht bei der Kollision etwas Schlimmes passiert ist. Zu ihm gesellt sich ein junger Deutscher aus Köln. Dieser junge Mann ist kaum 20 Jahre alt.

Deutscher: Meinen Sie, die Sache ist ernst zu nehmen?

Schmidt: Ich denke schon, sonst hätte der Kapitän die Fahrt nicht unterbrochen.

Deutscher: Aber es herrscht keine Katastrophenstimmung, es heulen keine Sirenen! Kein schrilles Glockenzeichen ist zu vernehmen, nichts deutet auf eine unheilvolle Situation hin. Jedes Anzeichen einer Gefahr fehlt einfach.

Schmidt: Der Schein trügt. Schauen Sie doch dort hinauf!

Autor: Er deutet auf die vier Schornsteine, drei von ihnen blasen Dampf mit steigendem Lärm ab.

Schmidt: Als ich in meiner Kabine war, hörte ich ein verdächtiges Knirschen an der Schiffswand und sah den dunkelgrünen Eisberg am Bullauge sehr dicht vorüberziehen. Vielleicht haben wir ein Leck – auf alle Fälle werden wir die Fahrt nicht so bald wieder fortsetzen können, sonst würde man nicht so kräftig Dampf ablassen.

Deutscher: Aber die Titanic gilt als vollkommen unsinkbar!

Schmidt: Was ist schon vollkommen, das Menschenhand geschaffen hat? Vollkommenheit bleibt das Privileg Gottes – alles andere ist unvollkommen und vergänglich.

Deutscher: Sie haben also ernsthafte Bedenken?

Schmidt: Auf alle Fälle ist der Schaden so groß, dass der Kapitän sich entschlossen hat, die Weiterfahrt für einige Zeit zu unterbrechen; das ist sehr viel und es ist äußerst ernst zu nehmen.

Deutscher: Möglich, dass ein Schaden entstanden ist. Vielleicht wird es ein paar Stunden dauern und dann geht die Reise weiter.

Autor: Die Titanic liegt wie tot im Wasser, das träge gegen die Bordwand plätschert, Einige Eisstücke bedecken die Laufstege und das Deck. Sonst scheint alles normal zu sein. Kapitän Smith ist bereits mit seinem Ersten Offizier zu einer Inspektion unterwegs.

Kapitän: Lass uns möglichst wenig Aufsehen erregen. Wir nehmen den schmalen Mannschaftsgang!

1. Offizier: Ja, Sir!

Kapitän: Wir dürfen keine Panik an Bord aufkommen lassen.

Autor: Beide laufen tief unten durch das Labyrinth der Gänge, vorbei an dem Postraum, in dem unaufhaltsam Wasser eindringt.

1. Offizier: Wassereinbruch! Wassereinbruch! Großes Leck! Das Wasser dringt sehr schnell ein.

Autor: Um 0.05 Uhr, also erst 25 Minuten nach der Kollision mit dem Eisberg, befiehlt der Kapitän dem Chefoffizier die Boote klarzumachen. Seinem Ersten Offizier gibt er die Anweisung, die Passagiere zu sammeln. Dem Funker wird Befehl gegeben, sofort den Hilferuf auszusenden.

Kapitän: Bitte funken Sie ununterbrochen das Notsignal! Das Schiff ist durch Unterwassereis schwer beschädigt und kann nur noch kurze Zeit über Wasser gehalten werden. Wir sinken.

Funker: Senden wir doch das neue Zeichen SOS. Vielleicht ist es die erste und für uns die letzte Chance, diesen Ruf zu senden!

Autor: Alle Schiffe, die in der eisigen Verlassenheit des Nordatlantiks ihre Route ziehen, können sich über Hunderte von Meilen von der anbahnenden Katastrophe ein Bild machen.

Funker: SOS – Titanic! Wir sinken, helft! Kommt uns zur Hilfe! SOS – Save our souls  – Rettet  unsere Seelen!

Autor: Ein weißer Sternenregen ergießt sich über das todeswunde Schiff, doch gilt “WEISS“ nicht als Notsignal, sondern “ROT“. – Aber Notraketen waren ja sowieso überflüssig, das Schiff galt ja als unsinkbar!
Es dauert längere Zeit, ehe sich der Dampfer “Frankfurt“ meldet.

Funker Fr.: Ist es schlimm?

Funker: Wir sinken!

Funker Fr.: Die Titanic, das unsinkbare Schiff, unter Feuerwerk? Besoffene Bande!

Autor: Allmählich kommt Bewegung in die schlaftrunkene Gesellschaft. Schon nach wenigen Minuten ergießt sich ein Menschenstrom in die großen Säle. Die Besatzungsmitglieder treiben alle sanft durch die Gänge. Den Passagieren werden Schwimmwesten angelegt. Auf die aufgeregten Fragen wird nur geantwortet:

1. Offizier: Wir proben nur ein Rettungsmanöver.

Dame: Mitten in der Nacht bei dieser Kälte?

1. Offizier: Wir müssen auf alle Situationen gut vorbereitet sein. Also, bitte; legen Sie Ihre Schwimmweste an!

Dame: Aber die Titanic ist doch unsinkbar, oder?

Autor: Darauf weiß der Offizier keine Antwort. Doch langsam erkennen die Menschen, dass es kein Übungsmanöver ist, sondern bittere Wahrheit. Panik breitet sich unter der Menschenmasse aus.

- Musik -

Autor: Um 0.45 Uhr wird das erste Rettungsboot zu Wasser gelassen.

1. Offizier: Frauen und Kinder zuerst in die Boote. Das Schiff ist gründlich ausgerüstet, für jeden gibt es einen Platz in den Rettungsbooten.

Autor: Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Es gibt nur 20 hölzerne Rettungsboote und vier große Rettungsflöße aus Leinwand. All diese Boote können höchstens 1200 Menschen aufnehmen, aber es befinden sich mehr als 2400 Personen an Bord der Titanic. Da das Schiff für unsinkbar galt, sparte man, um für alle einen Platz zu schaffen.
Auf den ausgesandten Notruf antwortet ein britisches Passagierschiff: Carpartia an Titanic, kommen mit Volldampf, sind gegen drei Uhr dort! Aushalten!
Die See schwappt bereits über das vordere Deck der Titanic, das Brüllen der Dampfpfeifen ist erstorben und die Neigung des Schiffes hat sichtlich zugenommen. Die Flut steigt und dringt in das größte Schiff der Welt. Nein, die Titanic ist keine Arche, sondern wird in kürzester Zeit zu einem Riesensarg für Hunderte Menschen. Die Menschenmenge stößt und drängt zu den Booten. Männer versuchen Frauen und Kinder rücksichtslos zur Seite zu drängen. Der Erste Offizier zieht seine Pistole:

1. Offizier: Wenn je ein Mann versucht die Boote zu erreichen, schieße ich ohne Anruf!

Autor: Aus einem Boot schreit ein Steward:

Steward: Wir haben keinen Seemann an Bord!

1. Offizier: Sind Seeleute hier?

Schmidt: Ich bin Steuermann, Sir.

1. Offizier: Steuermann sind Sie?

Schmidt: Ja, aber nur bei der Binnenschifffahrt.

1. Offizier: Dann übernehmen Sie vorerst das Boot, bis ich ein Mitglied der Besatzung gefunden habe.

Autor: Ehe Josef Schmidt recht nachdenken kann, sitzt er als Führer im Rettungsboot. Einige Boote haben jetzt die Titanic verlassen. Eines nach dem andern rudert langsam von dem riesigen Luxusdampfer weg.
Auf dem Schiff klammern sich Männer an die Mäntel von Besatzungsmitgliedern.

Deutscher: Ich gebe Ihnen tausend Dollar für einen Platz!

Autor: Ein anderer überbietet ihn:

Mann: Hunderttausend Dollar! – Eine Million! Mein ganzes Vermögen!

Autor: Kopfüber und kopfunter fallen sie in die Rettungsboote. Wie Strandgut liegen die Passagiere in den Booten übereinander, verletzt, mit gebrochenen Gliedern, verrenkten Armen, ohnmächtig, einige vor Kälte und Grauen stöhnend.

Offizier: Halt! Zurück! Die Boote sind überfüllt! Nicht überladen!

Autor: Um die Menge zu beruhigen spielt das Schiffsorchester den Choral: “Näher mein Gott zu Dir.” Einige Leute beten zum ersten Mal in ihrem Leben. Auch Josef Schmidt im Rettungsboot ruft zu Gott um Gnade für alle Zurückbleibende.
Da – plötzlich scheint ein inwendiger Stoß das Schiff getroffen zu haben – auf das kleine Schiff kommt eine Meereswoge zu. Das Vorderschiff der Titanic sinkt wie ein schwerer Felsen ins Meer, während sich das Heck wie ein Monstrum erhebt.
Wie dunkle Äpfel fallen Männer, Frauen und Kinder in das unheimliche Wassergrab. Keiner ist imstande auf dem Deck noch aufrecht zu stehen. Das Heck steigt immer weiter bis zu einer Höhe von 60°. Josef denkt an die Hunderte und Aberhunderte Passagiere, die sich jetzt in den langen Gängen des Schiffsleibes zu Tode schreien, kämpfen und ertrinken.
Um 2.20 Uhr verschwindet der große Koloss gurgelnd in der Tiefe. Über der spiegelglatten See hört man weithin die grässlichen Wahnsinnsschreie aus Hunderten von Menschenkehlen, deren Körper in großen Schwimmwesten im Eiswasser treiben und denen die Kälte wie mit Rasiermessern in die Leiber zu schneiden scheint. Manche treiben auf Brettern, andere auf Korkstücken, Kisten und Türen über den unheimlichen Tiefen des Meeres. Wird jemand von ihnen noch gerettet werden können?
Die größte Schiffskatastrophe der Geschichte ist wohl allen bekannt. Aber geht es dir nicht auch oft so wie den Leuten auf der Titanic? Du fühlst dich sicher und meinst, dass du noch viel Zeit hast, dich mit der Frage der Ewigkeit zu beschäftigen. Du täuscht dein Gewissen mit dem Gedanken: “So schlimm ist es um mich wohl nicht bestellt, es leben ja alle so!”

Doch es ist höchste Zeit! SOS – Rette deine Seele!

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