Nov 14 2007
Niemand hat Johann eingeladen
Niemand hat Johann eingeladen, ein christliches Anspiel zum Thema Ewigkeit für 5 Personen
Sprecher: Johann war ein Schmied, und ein sehr gottloser Mann. Er lästerte Gott, hasste alles, was gut und heilig war, und war bemüht das Leben aller, die an Gott glaubten und ihm dienten, schwer zu machen. Dabei verschonte er nicht einmal seine Frau, die den Herrn Jesus lieb hatte und ihm von ganzen Herzen in Geduld diente. Alle hatten diesen Mann in bezug auf die Errettung seiner Seele hoffnungslos aufgegeben. Man ließ ihn ruhig in seinen Sünden dahinleben und war froh wenn man von ihm nicht beunruhigt wurde.
Einige Meilen von dem Städtchen entfernt, in dem Johann seine Schmiede hatte, wohnte das alte Ehepaar Braun. Beide waren fast 90 Jahre alt und hatten ihr Leben aus Liebe dem Herrn geweiht. Nun erfreuten sie sich im hohen Alter des Friedens Gottes und der Gewissheit des ewigen Heils. Mit freudiger Erwartung sahen sie der Stunde entgegen, wo der Herr sie in sein himmlisches Reich holen würde.
Eines Morgens wachte der alte Mann in großer Erregung auf, und rief seiner Frau zu, sie sollte so schnell wie möglich aufstehen und das Frühstück vorbereiten. Am Tisch:
Frau: Was ist denn eigentlich passiert, dass du es heute so eilig hast?
Mann: Ich muss unbedingt in das Städtchen gehen um Johann einzuladen.
Frau: Johann einladen? Und in das Städtchen willst du? So weit kannst du doch unmöglich gehen.
Mann: Sage mir nur nicht, dass ich nicht in der Lage bin hinzugehen! Ich muss einfach gehen! Ich kann nicht warten. Ich hatte in der vergangenen Nacht einen Traum, und jetzt will ich den Johann einladen. Nachher kann ich dir mehr erzählen.
Sprecher: Sie beteten noch zusammen. Danach machte sich Herr Braun auf den Weg. Es war nicht leicht für ihn diese Strecke, die mehrere Meilen betrug, zur Stadt zu gehen. Aber Gott gab ihm die nötige Kraft dazu, so dass er ohne anzuhalten sein Ziel erreichte. Im Städtchen angekommen ging Herr Braun direkt auf die Schmiede zu. Johann war gerade draußen vor seiner Werkstatt.
Johann: Aber Herr Braun, was führt sie denn so früh am Morgen zu mir?
Mann: Das ist es gerade, was ich dir mitteilen will. Lass uns in die Schmiede gehen, wo wir uns setzen und unterhalten können.
Johann, ich hatte in der vergangenen Nacht einen Traum, und nun bin ich herkommen, um ihn dir zu erzählen. Ich träumte, dass die Stunde, auf die ich schon so lange gewartet und mich vorbereitet habe, gekommen war. Es war die Stunde meines Abschieds von der Erde. Es war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte und wie es der Herr in seinem Wort verheißen hat. Ich habe mich nicht in geringsten gefürchtet, wovon auch? Mein Sterbezimmer war voller Engel und sie redeten so freundlich mit mir. Dann neigte sich plötzlich ein Engel zu mir herab, nahm mich in seine Arme, und trug mich, begleitet von den anderen Engeln, weit fort. Sie trugen weit über die Bergen und Wolken hinaus, durch das mit Sternen besetzte Universum. Und wie sie dabei sangen. Noch nie habe ich etwas derart Schönes gehört. So ging es dann weiter, bis einer der Engel zu mir sagte: Schau doch mal hinüber in den Himmel. Johann, es ist unmöglich meine Gefühle und Empfindungen zu schildern, als ich den Himmel erblickte. Man kann es überhaupt nicht beschreiben was ich dort gesehen habe. Es war so herrlich schön, so… Ach, ich kann es gar nicht aussprechen, so wunderbar war es. Als wir näher kamen öffneten sich die Tore. Und noch schneller als wir gekommen waren, gelangten wir in der himmlischen Stadt. Ich wurde freudig empfangen, und alle freuten sich, dass auch ich am Ziel angelangt war. Ich kann die Herrlichkeit und die Freude des Himmels, so wie ich es gesehen und empfunden habe, gar nicht beschreiben. Ich konnte das alles erst gar nicht fassen.
Ich verdanke das alles nur der Gnade meines Heilands, der mich durch sein Blut von meinen Sünden erlöst hat. Ich fand dort alle meine Kinder, die mir vorausgegangen sind. Nicht eines von ihnen fehlte. Ja, mein Junge mit dem du so oft in deiner Schulzeit gespielt hast, war auch dort. Einige Zeit später sah ich den Engel, der mich in den Himmel getragen hatte, eine andere Person bringen. Es war meine Frau. Sie war jetzt noch schöner als an unserem Hochzeitstag. Wir saßen nun zusammen unter dem Baum des Lebens und am Strom, der von dem Thron Gottes und des Lammes ausgeht.
Wir alle waren so unbeschreiblich glücklich. Immer wieder sah ich die Engel andere bringen. Solche, die ich liebte, und auch solche, die du liebst. So gingen die Jahre der Ewigkeit dahin, ohne ein Ende zu nehmen. Da kam mir plötzlich in den Sinn, dass ich dich Johann, noch nirgends gesehen hatte. Da machte ich mich auf um nach dir zu suchen. Soviel ich mich auch bemühte und nach dir fragte, ich konnte dich nirgends finden. Da wurde ich besorgt um dich, ging zu Jesus und fragte ihn wo du seist. Oh Johann, ich wünschte du hättest gesehen wie traurig der Heiland war, als er mir sagte, du wärst nicht gekommen.
Da fragte ich nach dem Grund. Als ich so die Tränen meines Heilands sah, sagte er: „Es hat bis jetzt noch niemand Johann eingeladen!“ Da fiel ich zu seinen Füßen nieder und benetzte sie mit meinen Tränen und bat: „O Herr, lass mich noch einmal für kurze Zeit zurück auf diese Erde. Ich will dann hingehen und ihn einladen.“ Genau in diesem Zeitpunkt wachte ich auf. Im Osten fing die Sonne gerade an aufzugehen. Ich war froh, dass ich noch am Leben war und imstande zu dir zu gehen, um dich einzuladen mit mir in den Himmel zu kommen. Nun bin hier und habe dir meinen Traum erzählt. Jetzt ist es mein einziger Wunsch, dass du zum Herrn kommst, und dich für den Himmel bereitmachst. Lebe wohl Johann. Bedenke, du hast jetzt die Einladung und ich erwarte dich in dem Himmel.
Sprecher: Eine Zeitlang stand er wie gebannt da, dann machte er sich wieder an die Ar-beit, aber es wollte nicht so recht gelingen.
Johann: Der alte Braun hat recht. „Oh Gott, hab erbarmen mit mir.“
Anna: Johann, was ist passiert? Du siehst so bedrückt aus.
Johann: Ach. Der alte Braun war gerade hier. Er erzählte: Er hätte heute Nacht geträumt, er wäre im Himmel. Es war wunderschön. Er fand dort all seine Lieben. Nach einiger Zeit fiel ihm auf, dass ich fehlte. Nach längerem Forschen erfuhr er vom Heiland, dass ich nicht im Himmel war, weil sich niemand um mich gekümmert und mich zum Herrn eingeladen hat. Dann wachte er auf. Ja und jetzt… kam er, um mich zum himmlischen Vater einzuladen.
Anna! Ich kann nicht mehr. Ich will auch in dies herrliche Land zu dem lieben Heiland.
Anna: Gepriesen sei Gott! Wir schicken sofort einen Wagen los, um Herrn Braun zurückzuholen.
Johann: Ja, ich habe mich entschlossen, der Einladung zu folgen. Ich will auch von meinen Sünden errettet werden, und dem Herrn treu folgen.
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