Mrz 15 2008

ER MACHT KEINE FEHLER

Geschrieben von at 18:27 in Evangelisation

ER MACHT KEINE FEHLER ist ein christliches Anspiel zum Thema Evangelisation für 5 Personen

Autor: Die Nacht ließ sich herab auf die große Stadt. Der dunkle Himmel breitete sich über die hohen Häuser und es schien, als ob er auf den Spitzen de Bäume hinge. Und nun umhüllte sich alles mit einem dunklen Nebel. Es war eine außergewöhnliche ruhige Sommernacht, und es waren auch keine Sterne am Himmel zu sehen. Nur hin und wieder brannte eine Lampe am Wege. Die seltenen Autos glitten mit ihrem gleichgültigen Licht über die Seitenstege und verschwanden wieder. In den Fenstern verlöschte ein Licht nach dem andern. Die Menschen eilten zur Ruhe.
In der Ferne auf dem menschenleeren Stege sind weibliche Schritte zu hören, die wahrscheinlich sehr eilen. Es waren Schritte von einer, die auch zur Ruhe von ihren langen Tages Arbeit eilte. Sie war schon beinahe bei ihrem Ziel. Da, am Ende der Straße ist schon das große Haus zu sehen wo sie wohnte. Die Frau sang leise ein Lied, dessen Worte aber man nicht verstehen konnte. Plötzlich kam aus dem Dunkeln ihr jemand entgegen und etwas Blankes funkelte vor ihren Augen. Sie schrie laut auf, und das hörten die, die im Hause waren.

Stimme: Julian, wohin? Gehe nicht… Es ist gefährlich!

Autor: Ein sechzehnjähriger Jüngling, Julian, war schon in die Finsternis der Straße gestiegen. Das Licht, das aus der offenen Tür leuchtete, fiel auf die Frau, die aufzustehen versuchte, doch sie schien nicht genug Kraft dazu zu haben. Das schwache Licht beleuchtete ihre Hände, die sie nach oben ausstreckte, sie waren ganz blutig. Am Ende der Straße waren noch die Schritte des, sich rasch entfernenden, Verbrechers. Bis die Hilfe kam verlor die Frau die Besinnung. Julian half beim Hineintragen der Verwundeten in das Rettungsauto und fuhr auch mit ins Krankenhaus. Der Arzt sprach nicht viel, übergab Julian die Kleider der Frau, wahrscheinlich denkend, dass er ihr Sohn sei, und befahl ihm im Empfangszimmer zu warten. Er solle aber vorher ihren Namen im Buch der Registration der Verletzten einschreiben.

Julian: Ja, ich weiß ja nicht mal ihren Namen.

Autor: Dachte der Jüngling und machte zögernd das Täschchen der Frau auf, in der Hoffnung ihre Unterlagen dort zu finden. Doch leider fand er da nichts, außer eines kleines Büchleins, auf dessen Umschlag geschrieben stand: „Die Bibel“.

Julian: Die Bibel? Hier kann vielleicht ein Brief sein, dann erfahre ich etwas daraus. Gleich schlage ich sie mal auf.

Autor: Eine schöne gerade Frauenschrift: ,,Friede zuvor, mein Teurer! Mein Herz ist voll Freude und ich lächle, wenn ich gedenke daran, dass wir uns in zwei Wochen wiedersehen. Diese sechs Jahre unserer Trennung waren für mich eine Schule der Tapferkeit. Der Herr half mir herrlich nicht zu murren über das, dass du nicht bei mir warst. Ich freue mich über die Jahre unserer Trennung, wenn ich gedenke an die Zahl der Seelen, die du für Christus gewonnen hast. Gott sei Dank, dass Er gerade dich gebrauchen wollte zu dieser Evangelisation. Ich will dich so gerne sehen. Mir scheint es, du wirst ganz anders aussehen, als sechs Jahre zurück. Die zwei Jahre unseres gemeinsamen Lebens waren so kurz. Aber, Gott sei dank dass ich dich in zwei Wochen wiedersehen werde, wie du bist. Sind deine Haare noch immer so schwarz, oder werden sie schon grau? O, ja bald werde ich dich mit meinen Augen sehen. Der Herr bewahre dich auf dem Wege nach Hause. Deine, dich liebende und immer für dich betende Frau! Zu dieser Zeit betrat der Arzt das Empfangszimmer.

Arzt: Die Kranke ist zur Besinnung gekommen und möchte sie sehen, oder richtig gesagt hören, den sie wird nimmermehr sehen. Die Verbrecher haben ihre beiden Augen beschädigt, sie hat keine Augen mehr. Schade, sie ist noch so jung. Doch kommen sie herein, denn sie wartet.

Autor: Im Krankenzimmer war es hell. Als die Frau, deren Kopf verbunden war, Schritte vernahm, wandte sie sich zu dem Jüngling.

Frau: Teurer Freund, kommen sie näher. Sie haben sich um mich gekümmert. Ich danke dem Herrn für Sie, Er vergelte es Ihnen.

Julian: Was denn? Was denn? Ich habe ja gar nichts getan. Ich kam sogar nicht fertig, um zu sehen, wer der Verbrecher war.

Frau: Das war auch gar nicht notwendig.

Julian: Doch, er muss gestraft werden. Man muss ihm das vergelten.

Frau: Nein, nein, mein Freund, der Herr macht keine Fehler. Seine Liebe führt uns zum Ziel. Sein Wille geschehe.

Julian: Ihr spricht doch wohl im Fieber? Wo ist hier Liebe, wenn Ihr ohne beide Augen geblieben seid. Das ist doch ein schrecklicher Fehler.

Frau: Mein Lieber! Ich merke, dass du Jesus nicht kennst, aber ich weiß, dass Er sich um jede Seele kümmert und jede liebt.

Julian: Und das heißt sich zu kümmern?! Ich habe Ihren Brief gelesen, sie hoffen so, ihn wieder zu sehen und nun nimmt Euer liebende Jesus Ihnen beide Augen weg. Und das kann man Liebe nennen?!

Frau: Ich weiß nicht, Freund, aber ich weiß, dass auch dieses Liebe ist. Es wird uns einstmals offenbar werden. Willst du, dass ich dir erzähle, wie viel Jesus für uns Sünder leiden musste?

Autor: Mit leiser Stimme erzählte die Kranke Julian von Weihnachten, von dem Leiden Jesu, von Ostern und dann auch von den Sünden der Welt. Julians Kopf sank immer tiefer auf seine Brust. Er widersprach nicht mehr und hinderte ihr nicht beim Erzählen. Danach erzählte sie auch von sich.

Frau: Zwei Jahre lebten wir mit meinem Mann zusammen, zwei Jahre beteten wir, dass der Herr uns gebrauchen konnte, zur Rettung der Verlorenen. Er öffnete uns einen herrlichen Weg, mein Mann wurde berufen als Verkündiger des Evangeliums in das ferne Afrika. In dieser Zeit habe ich das Studium eines Arztes beendigt. Jetzt kommt er, und wir fahren zusammen dorthin, um zusammen zu dienen. Aber ich glaub, der Herr hat mich schon hier gebraucht, um deine Seele zu retten.

Julian: Ich habe jetzt alles verstanden. Wenn Ihr noch in solchem Zustand an meine verlorene Seele denken, so ist das nichts anderes, als Liebe von oben, nicht von Menschen. Und vor solcher Liebe beuge ich mich und will Ihr Schüler sein. Ich sehe jetzt meine Aufgabe vom Herrn, das Werk weiter zu führen, welches Sie nun lassen mussten. Ich werde ein Arzt und fahre in das ferne Afrika und werde allen Menschen verkündigen, dass Christus für mich gestorben ist, und dass sie, eine junge Frau eines Missionars so ein großes Opfer bringen mussten, damit ich von Jesu Liebe höre.

Autor: Ein heißes Gebet floss aus dem Munde Julians, und die junge Frau schloss sich mit Danksagung diesem Gebet an.

Frau: Jesus, du hast mir das Augenlicht genommen, aber in dieser Nacht hast du diesem Jüngling, der jetzt Missionar werden will, das ewige Leben geschenkt. Ich danke dir, dass du unsere Bedürfnisse so herrlich ergänzt. Ich weiß, du machst keine Fehler! Dir sei Ehre! Amen!

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