Okt 04 2007
Weinbergsarbeit ist Geduldarbeit
Weinbergsarbeit ist Geduldarbeit, ein christliches Anspiel zum Thema Dienst für 9 Personen
Sprecher: Es hatte einer einen Feigenbaum. Der war gepflanzt in seinem Weinberg und er kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: “Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre gekommen und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum und finde sie nicht. Haue ihn ab! Was hindert er das Land?” Er aber antwortete und sprach zu ihm: “Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis das ich um ihn grabe und bedünge ihn, ob er doch noch wollte Frucht bringen, wenn nicht so haue ich ihn ab.”
Besitzer: Und nun mein lieber Freund, will ich dir meinen Weinberg zeigen, meinen Garten mit Obst und Feigenbaum. Komm, die Ernte ist gerade vorüber. Dort ist mein Gärtner Amos, er wird uns ein wenig herumführen!
Freund: Ja, ich hörte, dass du einen herrlichen Garten hast mit ertragreichen Bäu-men und einen guten Weinberg. Gern will ich mir alles anschauen.
Besitzer: Guten Tag, Amos! Wie steht es mit meinem Garten und den Arbeitern? Was macht die Ernte? Können wir zufrieden sein? Habt ihr die Arbeit geschafft? Hier habe ich meinen Freund mitgebracht, wir werden uns ein wenig umsehen.
Amos: Herr, die Arbeit ist für dieses Jahr geschafft. Die Trauben waren schwer und köstlich reif, sie waren gesund und hatten viel guten Saft, auch haben sie reichlich getragen, die Gefäße sind alle voll, die Bäume brachten gute Frucht. Wir haben Mühe alles zu lagern. Ein gutes Jahr fürwahr und die ganze Plage der Arbeit hat sich gelohnt, das Hacken, das Säen, das Jäten, das Schneiden, das Gießen, das Hinaufschaffen der guten Erde, das Ausharren in der sengenden Hitze. Gott, der Herr, hat unsrer Hände Werk gesegnet. Nun sind wir fröhlich, voll Singens und Dankens. Höre Herr, deine Knechte, wie lieblich es klingt, wenn sie Worte anstimmen aus dem Psalter und Gott loben!
alle Arbeiter: Lobe den Herrn meine Seele!
1. Arbeiter: Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
2. Arbeiter: Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie. Wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
3. Arbeiter: Du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.
4. Arbeiter: Du lassest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst.
5. Arbeiter: Die Bäume des Herrn stehen voll Saft, die er gepflanzt hat.
Freund: Aber sieh, mein Freund, was hast du dort für ein Prachtexemplar von Baum? Herrliche Äste! Gut gewachsen, kräftig im Stamm. An ihm hast du gewiss viel Freude! Darf man fragen, lieber Freund, was du von ihm geerntet hast?
Besitzer: Amos, sag du es meinem Freund!
Amos: Mein Herr, er hat leider nichts getragen.
Freund: Was? Nichts? Das kann nicht wahr sein! Solch ein Baum und keine Frucht?
Amos: Mein Herr, wir Gärtner kennen dies; es gibt Dinge, die sehen viel versprechend aus, so als müsste etwas Großartiges dahinterstecken. Bäume geschaffen zum „Viel-Frucht-Bringen“. Solche Bäume, mein Herr, gibt es leider auch in Gottes Garten.
Besitzer: Schade! Sehr schade, Amos! Weißt du noch wie ich mich gefreut habe, als du ihn in die Erde setztest, ich selbst habe diesen Platz für ihn ausgesucht, es ist der rechte Platz für ihn. Ich sagte: “Amos, ich freue mich, endlich habe ich die Sorte gefunden, die ich seit langem suchte. Kümmere dich besonders um ihn, zeig deine ganze Gärtnerkunst.” Das war vor drei Jahren.
Freund: Nun, mein Freund, ich habe gehört, manche Bäume ruhen sich aus, vielleicht ruht er aus, der prächtige Baum.
Besitzer: Das ,,Prächtige“ kannst du dir sparen, lieber Freund, nur der Baum ist prächtig, der seine Pracht in der Frucht zeigt. Dieser hier ist unnütz, er nimmt den anderen die Kraft, sein Platz würde ein anderer besser ausfüllen, unter seinem üppigen Laub wächst nicht einmal Gemüse. Amos, wir haben unser Bestes getan: Ich gab ihm den besten Platz, du hast deine ganze Kunst angewandt; nun hilft nur noch eine scharfe Axt, ich will dem Knecht Bescheid geben, meine Geduld ist zu Ende!
Amos: Herr, nein, ach nein! Hab noch ein Jahr Geduld. Sieh, ich will es noch einmal versuchen, will graben, düngen, schneiden und lichten! Gärtnerarbeit ist halt Geduldsarbeit, ich habe ganz einfach noch Hoffnung, Gärtnerarbeit ist Hoffnungsarbeit!
Freund: Lieber Freund, dein Gärtner hat recht, dieser Baum wird tragen wie die anderen, lass ihn noch ein Jahr.
Besitzer: Ich gebe nach, hoffentlich lohnt sich die Geduld und all eure Hoffnung! Er soll weiter seinen Platz haben, Sonne, Wasser und Dünger bekommen. Du, Amos, wirst dich weiter um ihn kümmern mit viel Liebe wie ich weiß, aber bedenke, meine Geduld hat ihre Grenzen.
Amos: So wie ich mich freue über jeden Apfel, den ich pflücke, der aus einer Blüte entstanden ist, wie ein Geheimnis….
Sprecher: …so freut sich Gott über die Frucht, die ich für Ihn gebracht habe.
Besitzer: So wie ich von jedem Baum und Strauch in meinem Garten Früchte erwarte und suche, was jedes getragen hat…
Sprecher: …so hält Gott Ausschau nach meiner Frucht, er erwartet sie.
Freund: So wie der Gärtner sich viel Mühe gibt mit Graben, Düngen, Wässern Schneiden, viel Geduld aufbringt, wartet, hofft…
Sprecher: …so ist Gott, ein Gott der Liebe, ein Gott der Geduld, der wartet auch auf den, der noch keine Frucht getragen hat.
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