Aug 31 2007

Gottes Ernte

Geschrieben von at 23:22 in Erntedankfest

Gottes Ernte, ein christliches Anspiel zum Thema Erntedankfest für drei Personen.

Sprecher:
An einem trüben Sonntagsmorgen
Wo alles schweigt in stiller Ruh
Da wanderte ein alter Pfarrer
Dem Heimatdörflein langsam zu.

Es regnete in starken Strömen,
wie nur so oft in letzter Zeit,
doch unser lieber alter Pfarrer
Sah’n über Zeit und Ewigkeit.

Sein Antlitz leuchtete von Frieden,
Geduld und Demut lag darin,
so kämpfte er sich mühsam weiter
Auf dem durchweichten Feldweg hin.

Nicht lang, dann hört er eine Stimme,
die ihm bekannt vom Dörflein sei.
Gezogen von zwei starken Braunen
Holt ihn ein Bauerwäglein ein.

Der Bauer, der die Pferde lenkte
Blickt finster und verdrießlich drein.
Ihm ging die Ruh des Heil’gen-Tages
Nicht sonderlich ins Herz hinein.

Bauer: Steig nur herauf, mein lieber Pfarrer!

Sprecher: Sagt er in etwas hartem Ton.

Bauer: Das ist ein hartes Wetter heute Wie alle Tage schon.

Sprecher:
Mit Dank nahm unser lieber Pfarrer
Die Einladung des Bauern ein.
So fuhren sie dann schweigend weiter
Bis der Bauer zu sprechen fing an.

Bauer: Herr Pfarrer,
ich sage euch nun kurz und klein:
wenn ich am Erntefeste fehle,
so lass es euch kein Wunder sein.

Es geht mir wider mein Gewissen,
Gott kann ja machen was er will,
doch für’s verkommnes Korn zu danken
das will mir gar nicht in den Sinn.

Pfarrer: Gut, das sie es mir heute sagen, ich hätte sonst gedacht am Ende ihr wäret krank, vielleicht verreist.

Sprecher:
Und wieder ging es schweigend weiter
Bis sie am Wege nebenan
Auf einem schmalen Ackerstreifen
Ein armes Weiblein trafen an.

Sie grub mit ihren beiden Kindern
Trotz Regen, Wind Kartoffeln aus,
doch ach, nur wenige der Knollen
konnt mit sich nehmen sie nach Haus.

Bauer:
Da sehen sie, mein lieber Pfarrer,
wie soll man solches nur verstehn,
wer nur ein bisschen Mitleid hätte,
konnt nicht so viel in Unglück sehn.

Sprecher:
Nun blickt der Pfarrer ernst und freundlich
Ihm tief ins Aug, das Herz so leer.

Pfarrer:
Mein Lieber, sag du und wir alle
Von wo kommt unser Mitleid her?

Ist’s nicht von dem, des Herz voll Liebe,
Erbarmung, Güt und Freundlichkeit,
für uns starb Er am Kreuzesstamme,
für uns erwarb die Seligkeit.

Bauer:
Und doch ich kann es nicht begreifen
Wie schön stand doch in diesem Jahre
Die Saat im Feld an jedem Ort.

Und nun der überflüss’ge Regen,
der nie ein End zu nehmen scheint,
verdirbt es alles und wir haben
nur Korn, das jetzt schon wächst u. keimt.

Ist’s nicht alles ob vor einem Kinde
Ein Kuchen süß ich hingelegt
Und will es denn zum Munde führen
Nehm ich ihn vor der Nase weg.

Nein, sagen sie nur nicht Herr Pfarrer
Ich weiß es dennoch nur zu gut
Auch euch ist trübselig ums Herze,
auch euch fehlt heute aller Mut.

Pfarrer:
Ja sehr, mein Freund, seht trüb und traurig,
kein Hoffnungsschein, nur dunkle Nacht,
denn ach, sie haben an das schlimmste
das allerschlimmste nicht gedacht.

Bauer:
Das schlimmste sind die arme Leute
Die nun in Not und Elend stehn.
Es gibt, das lässt sich nicht beschreiben
Ein Hungersjahr, sie sollen sehn.

Sprecher:
Doch der liebe alter Pfarrer
Er schüttelt mit dem grauen Haupt.

Pfarrer:
Das ist noch nicht das allerschlimmste
Für den, der noch an Jesus glaubt.

Die Not, die Gott und Menschen schickt
Hilft Er auch tragen bis ans Ziel.
Er hat ja tausend Wunderwege
Und macht aus wenigem oft viel.

Er nennt sich nicht umsonst der Vater,
der seine Kinder speisen will.
Ich hab es oftmals schon erfahren
Drum beug ich mich und schweige still.

Nein, nein, wenn wir Missernte machen,
Ist nicht so arges viel dabei,
doch wenn der liebe Gott nichts ernte
ja das ist schlimm, wie’ nur kann sein.

Das ist dann unser eigner Schaden
Wir stehen leer vor dem Gericht.

Sprecher:
Mit großen Augen blickt der Bauer
Den guten Alten ins Gesicht.
Doch ruhig sprach der Alte weiter,
gedankenvoll den Blick zur Fern.

Pfarrer:
Sie wissen ja aus ihrer Bibel
Wir sind das Ackerwerk des Herrn.

Wir, die wir seine Kinder heißen
Von uns will Er auch Früchte gern.
Mit unserm inwendigen Menschen
Sind wir das Ackerfeld des Herrn.

Sie meinen es geschieht uns Unrecht,
Wenn trotz Fleiß und Arbeit nun
Auf unsern Feldern, unsern Gärten
Einmal eine schlechte Ernte nun.

Doch wie muss es den Heiland kränken
Der doch sein bestes für uns gibt,
wenn Jahr um Jahr an unserm Herzen
er immer nur Missernte sieht.

Besinnen sie sich einmal ernstlich
Auf jene gute, schöne Zeit,
wo schöne Sonnenjahre waren
Gott ferne hielt von uns das Leid.

Sind denn der Dank und auch die Liebe
Zu Jesum Christum unserm Herrn
So herrlich wie ein Korn gediehen
Das Er aus Lieb auch schenkte gern.

Und heut in diesem Regenjahre
Wie gerne möchte Er da Geduld,
ja Demut und vertrauen ernten
und Glauben an des Heilands Huld.

Doch nein, Er gehet wieder leere,
was wirklich nicht sein Schaden ist,
es ist ja unser eigner Schaden,
das ist, was mir am Herze frist.

Sprecher:
Ein tiefes Schweigen hüllt den Bauer
Im stillen Nachdenken nun ein,
sogar wieder die Regensströme
legte keinen Wiederspruch er ein.

Die Predigt ging ihm tief zu Herzen,
er hat beim Feste nicht gefehlt.
Er brachte Dank mit Reuetränen
Und hat aus wundem Herz gefleht:

Bauer:
O Gott, mein lieber Herr und Heiland,
vergib es deinem schwachen Kind,
dass es so oft Missernte brachte,
vergib mir diese schwere Sünd.

Du willst fortan in meinem Herzen
Auch eine Ernte nehmen ein,
und nicht mehr leer ausgehn, wie vorher,
bis du mich nimmst zum Himmel ein.

Sprecher:
Ist dies nicht ein getreues Abbild,
für uns, die wir versammelt hier;
hat nicht in diesem Jahr manch Murren
der Herr gehört von dir und mir.

Bald war zu groß der Sturm, dann Hitze
Und dann kein Regen nicht.
Nicht zu verstehn ist Gottes Walten,
die Führung seiner Vaterhand.

Hat da der liebe Herr und Meister
Geduld gefunden und Vertrauen,
wie sieht’s bei uns mit Gottes Ernte,
was wird sein Auge an uns sehn?

Ist er nicht leer von uns geschieden
Mit Wehmut und mit Herzensleid.
Hat er nur Missernte gefunden
Kein Halm für jene Ewigkeit?

O hebet hoch die Glaubensfackel
Zum Preis für seine Liebe groß
Und lasst beim heut’gen Erntefeste
Uns alle danken klein und groß.

http://www.christenload.com/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/doc.gif Name: Gottes Ernte (37KB)
Klicks: 178

PDF Drucker    Sende Artikel als PDF   

1 Punkt2 Punkte3 Punkte4 Punkte5 Punkte (Noch nicht bewertet)
Loading ... Loading ...

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

eXTReMe Tracker Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de