Archive für die Kategorie 'Kindergeschichten'

Nov 21 2008

Jeder bringt sein kleines Opfer

Geschrieben von under Kindergeschichten

Jeder bringt sein kleines Opfer, eine christliche Geschichte für Kinder

Eine Quelle ist der Ursprung des fließenden Wassers. Durch den Regen dringt das Wasser in die Erde hinein. Dann sammelt sich das Wasser in der Erde und sprudelt an einem Ort aus der Erde wieder heraus. Fließt das Wasser aus einem lockeren Boden, dann ist es eine Grundwasserquelle, kommt das Wasser aus einer Felsspalte, dann spricht man von einer Spaltquelle.
In England gab es einmal eine Kirchengemeinde, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, in alle Welt Bibeln zu verschicken. Die Bauern aus den Dörfern kamen zum Gottesdienst mit Pferd und Wagen angereist. Während der Versammlung wurde besprochen, wie das Geld zusammenkommen sollte, um Tausende von Bibeln erst einmal zu kaufen. Da erhob sich ein Mann und redete folgende Worte: »Ihr lieben Männer und Frauen! Ihr denkt so bei euch, was können wir tun, um in aller Welt Bibeln zu verteilen? Wir sind ein armes Bauernvolk, wir können höchstens ein paar Pfennige geben, und was will man damit schon anfangen? Hört mir zu, ihr Männer und Frauen, als ich über den Berg kam, da sah ich eine Quelle und fragte: »Quelle, wo willst du hin?« — »Ich laufe zum Strom!« Und als ich an den Strom kam, da sprach ich: »Strom, wo willst du hin?« — »Ich eile ins Meer!« Ich fragte dann: »Was willst du dort?« — »Ja, da kommen alle Wasser der Quellen, der Brunnen, der Flüsse und Ströme zusammen und unsere Millionen Wassertropfen werden so stark, dass wir dann große Schiffe über die Weltmeere tragen, die viele Waren und Nahrungsmittel für alle Völker transportieren.« Jetzt zog der Redner einen Geldbeutel hervor und holte einen Pfennig heraus: »Seht ihr den kleinen Pfennig? Ich sage jetzt zu ihm: »Eile, laufe mein kleiner Pfennig! Pfennig, wo willst du hin?« — »Zu der Mark aus Silber!« — »Taler, Taler du musst wandern — wohin?« — »Zu den Hunderten, zu den Tausenden, ja zu den Millionen, so wie die Millionen Wassertropfen im großen Meer vereinigt sind, sollen auch die Pfennige sich versammeln.« Deshalb wollen wir alle so viel geben, wie wir nur können, dann kommen Millionen Pfennige zusammen und bald haben wir zehntausend Mark beieinander. Nur laufen muss der Pfennig, immer laufen in großer Eile. Habt ihr mich verstanden?«
Dann setzte sich der Mann. Die Bauern gaben nun immer fleißig ihr Opfer, und bald konnten die ersten Bibeln ihre große Reise antreten.

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Nov 21 2008

Warum der Kuckuck so ruhelos ist

Geschrieben von under Kindergeschichten

Warum der Kuckuck so ruhelos ist, eine christliche Geschichte für Kinder

Über den Kuckuck erzählt man sich im Volksmund folgende Geschichte: >Als Gott der Herr, der allmächtige Schöpfer, alle Vögel geschaffen hatte, vom Fischadler bis zum kleinsten Zaunkönig, wies der Herr jedem der Vögel sein Gebiet an: Den mächtigen Adler setzte er in die steilen Felsen des Hochgebirges, das Rotkehlchen in die niederen Sträucher, und die Lerche sollte über dem Acker emporsteigen, um Gott zu loben, der Kiebitz in sumpfigen Gebieten sein Wesen treiben. Die Schwalbe durfte sich an die Balken und Hausecken der Häuser und Ställe ihr Nest bauen, während der Storch sein großes Nest ganz oben auf die Häuser bauen sollte. Der klobige Vogel Strauß mit seinen langen Beinen und seinem langen Hals konnte sich in der Wüste auslaufen, die Schwäne und Wildgänse hingegen nisten an den Seen und Gewässern.
Aber dem Kuckuck war das alles nicht recht. Das Wasser war ihm zu nass, die Wüste zu trocken, das Dach zu hoch, das Haus zu dumpf und der Acker zu sandig.
Da wurde der Schöpfer über den Kuckuck unwillig und sagte zu ihm: >Bitte suche dir deinen Standpunkt selber aus, der dir gefällt.< Seitdem fliegt der Kuckuck von Ort zu Ort, von Wald zu Wald und findet nirgends einen Platz, an dem es ihm länger als ein Jahr gefällt. Er schläft jede Nacht auf einem anderen Baum, legt seine Eier in fremde Nester und fliegt davon. Er kümmert sich um seine Kinder nicht und kennt sie nicht einmal.«
Diese Geschichte ist natürlich nur eine Legende, sie hat aber einen tiefen Inhalt. Menschen, die nirgends richtig zufrieden sind, reisen oft in der Welt umher und finden nirgends Ruhe.

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Nov 21 2008

Gib Gott die Ehre

Geschrieben von under Kindergeschichten

Gib Gott die Ehre, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein Dachdecker arbeitete hoch oben an der Spitze des Turmes. Da riss das Seil, mit dem er sich befestigt hatte. Mit großer Geschwindigkeit stürzte er nun hinunter und blieb in den Ästen des Lindenbaumes hängen. Die Äste brachen zwar, doch hatten sie den Sturz des Handwerkers so gemildert, dass er ohne großen Schaden auf dem weichen Rasen in einem Garten landete. Viele Leute sahen ihn fallen und schrien laut auf vor Schreck, sie liefen herbei und glaubten, ihn zerschmettert auf der Erde zu finden. Wie waren sie erstaunt, als sie den Totgeglaubten unversehrt auf dem Rasen liegen sahen. Bald war eine große Menschenmenge um ihn versammelt, und jeder wollte wissen, wie es ihm gehe. Dann kam noch ein Gastwirt, der rief in die Menge der Menschen: »Das ist doch ein Wunder, das muss gefeiert werden! Kommt ins Gasthaus, wir wollen den Geretteten heute hochleben lassen.«
Gesagt, getan, die Leute nahmen den Dachdecker in ihre Mitte und folgten dem Gastwirt mit lautem Jubel in das Gasthaus. Hier tranken sie lärmend viel Alkohol und ließen den Dachdecker fortwährend hochleben. Immer wieder musste er von dem gefährlichen Sturz erzählen – ja, es war ein Wunder, denn die Engel Gottes hatten diesen Mann so gehalten, dass er nicht auf Steine gefallen war, sondern in den Lindenbaum und dann erst von Ast zu Ast auf den weichen Rasen. Aber niemand von den lärmenden Gästen gab Gott die Ehre, keiner wollte dem Herrn Jesus für die herrliche Bewahrung danken.
Vom vielen Reden und Trinken war der Dachdecker müde auf der Ofenbank eingeschlafen. Als die letzten Gäste eben das Wirtshaus verlassen wollten, bemerkten sie, wie der Mann auf der Ofenbank entsetzlich zu stöhnen begann und mit den Händen in der Luft herumfuchtelte und kaum noch atmen konnte. – Sie wollten schnell zu Hilfe eilen, aber da fiel der Dachdecker von der Ofenbank herunter und war auf der Stelle tot. – Er hatte vergessen, dem wunderbaren Gott die Ehre zu geben und ihm zu danken, der ihn doch so herrlich gerettet hatte, als er vom hohen Turm stürzte. – Die Menschen im Ort waren über diesen Vorfall sehr erschrocken, sie fielen auf ihre Knie und taten vor Gott Buße für ihr gottloses Treiben. Von diesem Tage an wurde jeden Abend oben vom Turm ein »Feierabendchoral« geblasen.

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Nov 21 2008

Ein frommer Schmiedgeselle

Geschrieben von under Kindergeschichten

Ein frommer Schmiedgeselle, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein frommer Grobschmiedgeselle kam auf seiner Wanderschaft in eine Werkstatt, in der fleißig gearbeitet wurde. Von früh bis spät erklang ein Hämmern und Feilen, ein Kreischen und Sägen. Der stämmige Schmied war ein fleißiger Mann, aber als der Sonntag kam und das Hämmern nicht aufhörte, war er sehr traurig, denn er wollte gern in die Kirche gehen. Er hätte viel lieber den Blasebalg an der Orgel getreten und ein geistliches Lied angestimmt, als den Blasebalg für das Schmiedefeuer zu bedienen. Der Besitzer der Schmiede war aber ein habgieriger Mann und konnte nicht genug Geld bekommen. Er handelte nach dem Motto: »Warum soll mein Handwerk nicht auch am Sonntag einen Goldenen Boden haben?«
An den ersten Sonntagen fügte sich der Geselle den Anordnungen des Meisters, doch dann schlug ihm sein Gewissen zu sehr, und er sagte zu seinem Herrn: »Meister, ich kann ohne Gottes Wort am Sonntag nicht bestehen. Wenn ich am Sonntag arbeiten muss, so bin ich in der Woche nur ein halber Mensch; darum seid so gut und gestattet mir, am Sonntag in die Kirche zu gehen.«
Der Meister antwortete: »Nein, Geselle, das geht nicht; du hast die Aufsicht in der Werkstatt, wenn ich dann auch noch fort müsste, stünde mein Geschäft still.« -
»Ohne Gottes Wort verkümmert meine Seele«, sagte der Geselle, »Ihr wisst, dass ich nicht faul bin und gerne arbeite. Aber was nicht geht, das geht nicht. Ein Christ gehört am Sonntag in den Gottesdienst.«
Der Meister sah seinen Gesellen ganz entgeistert an, noch nie hatte er einen frommen Arbeiter in seiner Schmiede beschäftigt. »Gut«, sagte er, »geh meinetwegen in die Kirche. Aber eines möchte ich doch erbitten, wenn ein Auftrag sehr eilig ist, dann musst du an deinem Arbeitsplatz sein.« Wie froh war nun der gottesfürchtige Mann, als er am nächsten Sonntag seinen guten, blauen Rock anziehen konnte und mit dem Gesangbuch unter dem Arm ins Haus Gottes gehen durfte. Er wurde von der Predigt so erquickt, dass er singend und fröhlich wie ein Vogel nach Hause kam.
Als die Woche vergangen war, sagte der Meister am Samstag: »Geselle, wir haben einen eiligen Auftrag, morgen musst du in der Werkstatt sein.«
»Gut«, sagte der fromme Mann, »wenn es nicht anders geht, so soll es sein.« Aber von diesem Tag an hatte der Meister für jedes Wochenende einen eiligen Auftrag, und der Geselle konnte nicht mehr zum Gottesdienst gehen. Der Meister bezahlte am Sonntag den doppelten Lohn. Eines Tages sagte der Geselle: »Nein, ich will kein Geld, der Sonntag ist nicht zum Geldverdienen da, und wenn ich schon am Sonntag arbeite, dann tue ich es Euch zuliebe, das Geld will ich nicht.« – Der Meister sah seinen Gesellen mit großen Augen an, nun begann sein Gewissen zu schlagen. Seit jenem Tage blieb die Schmiede am Sonntag geschlossen. Ja, der Meister ging von nun an mit seinem Gesellen jeden Sonntag in die Kirche und wurde selbst ein frommer Mann.

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