Archive für die Kategorie 'Kindergeschichten'

Nov 21 2008

Vergiss nicht zu danken

Geschrieben von Christ under Kindergeschichten

Vergiss nicht zu danken, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein gottesfürchtiger König mit Namen Alphons bemerkte mit Missfallen die zunehmende Gottlosigkeit bei den zahlreichen Edelknaben, die an seinem Hofe dienten. Er stellte fest, dass keiner mehr von ihnen bei Tisch die Hände faltete, um zu beten. Er lud die gottlose Gesellschaft deshalb einmal an eine große Festtafel. Als nun auf seinen Wink die Speisen aufgetragen wurden, begannen alle, ohne das Haupt zu neigen und die Hände zu falten, gierig die köstlichen Speisen zu verzehren. – Da kam es zu einem Zwischenfall. Ein schmutziger, ganz zerlumpter Mann trat in den Speisesaal und setzte sich, ohne zu fragen oder zu bitten, mitten unter die Edelleute und begann laut schmatzend von den Speisen zu essen. Die Höflinge waren schockiert, zornig blickten sie auf den ungehobelten Gast. Dann schauten sie erwartungsvoll zum König und meinten, er würde veranlassen, den unverschämten Fremden hinauszuwerfen.
Der König hatte diesen Mann selbst ins Schloss gebeten und ihm vorher dieses Verhalten genau einstudiert. Deshalb verhielt sich der König vollkommen ruhig und ließ den zerlumpten Bettler weiterschmatzen. Nachdem der Fremde sich recht unanständig mit der Hand den Mund abgewischt
und den Teller abgeleckt hatte, verschwand er wieder mit geräuschvollem Gestampfe, ohne sich vor
dem König zu verneigen oder irgendjemand zu grüßen.
»Das war ein unverschämter, frecher Bursche!« riefen jetzt die Edelknaben, »man sollte ihn bestrafen!«
»So?« sprach der König, »hat euch dieser Bettler nicht gefallen? Nun, dieser Mann hat genau dasselbe getan wie ihr. Er hatte vor dem König keine Ehrfurcht und keine königlichen Tischmanieren. Als das Essen begann, habe ich keinen von euch gesehen, der zu Tisch gebetet hätte. Ihr habt dem himmlischen König keine Ehre erwiesen und ihm nicht für alle guten Gaben gedankt. Nein, gierig habt ihr zugegriffen und Gott, den Geber aller Gaben, völlig vergessen. Schämt euch, ihr gottloses Gesindel - faltet gefälligst eure Hände, ehe ihr zu essen beginnt!« rief der König. Das war ein Königswort, welches mehr wert gewesen als Gold und Perlen.

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Nov 21 2008

Übermut tut selten gut!

Geschrieben von Christ under Kindergeschichten

Übermut tut selten gut, eine christliche Geschichte für Kinder

Eine Witwe hatte eine einzige Tochter, die hieß Elisabeth. Gewöhnlich nannte man sie kurz Lisbeth. Die Mutter war eine einfache Frau, die nur einen Acker besaß und eine Ziege im Stall hatte. Ihr tägliches Brot verdiente sie als Putzfrau bei reichen Leuten. Ihre Tochter aber war sehr ehrgeizig, sie lernte in der Schule fleißig und brachte gute Zensuren nach Hause. Sie war ein sehr, sehr hübsches Mädchen und wurde durch die vielen Schmeichelworte recht eitel und überheblich. Mühelos konnte sie Gedichte auswendig lernen, sie besaß eine wunderschöne Stimme, und liebte die deutsche Sprache. Bei Aufsätzen hatte sie immer die besten Noten. Sie war der Stolz des Klassenlehrers, der sie nur die »kluge Else« nannte.
Zur Schulentlassung bekam sie eine besondere Auszeichnung vom Schulrat. Zunächst wollte Elisabeth in einem vornehmen Haushalt arbeiten, um einst ihre Talente noch besser glänzen lassen zu können. Eine Gräfin erteilte ihr Sprachunterricht im Englischen und im Französischen. Die Mutter gab ihrer Tochter manchen guten Rat mit auf den Weg, sie möge recht achtsam sein und fleißig jede Arbeit verrichten.
»Aber Mutter«, sagte Elisabeth, »das ist doch selbstverständlich!« Im Stillen aber dachte sie: Das braucht man mir doch nicht extra zu erklären, ich bin doch die »kluge Else«, ich weiß sehr gut, was ich zu tun habe.
Als sie nun in das Haus der Gräfin kam, herrschte ein strenger Winter, es schneite unentwegt und fror, dass alles zu Eis erstarrte. Elisabeth musste schon um sechs Uhr aufstehen, um das Feuer im Küchenherd anzuzünden und das Frühstück zuzubereiten. Da das Holz aber nicht gleich brennen wollte, weil es noch sehr feucht war, lief sie zur Nachbarin, um von dort etwas trockenes Holz zu holen. Sie nahm eine Laterne, um im Finstern besser sehen zu können. Bald lief sie mit einem Arm voll trockener Holzscheite den Weg zurück. An einer vereisten Stelle kam sie ins Rutschen, fiel auf den Boden und zerbrach dabei die Laterne. Darüber war sie sehr traurig, aber die Gräfin beruhigte sie: »Nun, so etwas kann passieren, du musst eben ein andermal vorsichtiger sein. Jetzt geh doch schnell in den Keller und hole zehn Eier, wir wollen zum Mittagessen Pfannkuchen backen.« Als die kluge Else im Keller war, huschte ihr ein Mäuslein über den Weg. Vor Mäusen hatte sie eine schreckliche Abscheu. Sie schrie ganz laut und ließ dabei die Schüssel mit den Eiern fallen. Ganz verweint kam sie zur Gräfin und klagte über ihr Missgeschick. Die Gräfin war natürlich darüber auch nicht erfreut, sagte aber: »Geh doch schnell zur Nachbarin und bring ihr die Kanne mit der Milch, ich habe sie ihr versprochen.« Als das Mädchen um die Ecke des Hauses bog, verfing sich ihr Haar in einem großen Eiszapfen, der von der Dachrinne des Hauses herunterhing. Dabei entglitt ihr die große Milchkanne und die kostbare Milch floss in den Schnee. Das war nun schon das dritte Unglück innerhalb einer Stunde. Ja, so kann es gehen, wenn man so hochmütig und stolz ist. Jetzt schimpfte die Gräfin: »Solch ein ungeschicktes Mädchen ist mir in der ganzen Welt noch nicht begegnet. Pack deine Sachen zusammen und geh wieder zu deiner Mutter zurück. Ich kann dich nicht gebrauchen.« Oh, das gab ein trauriges Wiedersehen bei der Mutter. Die »kluge, stolze Else« wurde dadurch sehr gedemütigt.
»Übermut tut selten gut!« Deshalb sollen wir immer ein demütiges und bescheidenes Herz haben, den dann kann Gott uns segnen.

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Nov 21 2008

Sünde bekennen

Geschrieben von Christ under Kindergeschichten

Sünde bekennen, eine christliche Geschichte für Kinder

An einem herrlichen Sommermorgen gingen einst zwei Jungen im Wald spazieren. Sie hießen Johannes und Michael. Als sie eine Strecke gegangen waren, bemerkte Michael in den Ästen eines alten Baumes ein Vogelnest.
Beide Jungen wurden sich einig, auf den Baum hinaufzuklettern, um die Eier wegzunehmen. Während sie hinaufkletterten, erinnerte sich Johannes, dass sein Vater ihm gesagt hatte, es wäre eine große Sünde, Vogelnester auszunehmen. »Michael«, sagte er, »weißt du auch, dass es eine Sünde ist, wenn wir das Nest plündern? Mein Vater hat mir gesagt, Gott beobachte jeden, der so etwas tut.«
»Blödsinn, du bist ein Feigling, du hast nur Angst, die Äste könnten brechen. Solch ein Quatsch, niemand sieht uns. Es ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Los, komm und hilf mir!« Johannes ließ sich überreden, er kletterte weiter, obwohl sein Gewissen ihn mahnte. Endlich erreichten sie das Nest. Fünf schöne Eier lagen darin. Zwei bekam Johannes und drei behielt Michael. Nachdem sie die Eier in ihre Taschen verstaut hatten, zerstörten sie das Nest und warfen es herab.
Beim Zurückklettern rutschten sie auf einem morschen Ast, der plötzlich brach. Die Jungen stürzten beide kopfüber hinunter. Dort blieben sie eine Zeitlang bewusstlos liegen. Als die beiden erwachten, stellten sie fest, dass Michael sich den Fuß verstaucht hatte und Johannes den Arm gebrochen. Ja, liebe Kinder, so kann viel passieren, wenn man nicht gehorsam ist.
Unter großen Schmerzen schlichen die beiden nach Haus. Doch einer Sünde folgt meistens noch eine andere.
»Wenn mein Vater mich fragt, was ich an meinem Fuß habe, sage ich: ich sei ausgerutscht und habe mir ein wenig am Fuß wehgetan. Du sagst einfach, du seist hingefallen und hast den Arm dabei aufgeschlagen, hörst du!«
»Das werde ich nicht tun«, erwiderte Johannes. »Es ist schlimm genug, dass wir das Vogelnest geplündert haben. Ich will nicht noch lügen.«
Als Michael daheim war, fragte ihn der Vater, warum er so stark hinke.
»Ich bin ausgerutscht und in einen Graben gefallen, als ich mit Johannes im Wald spielte. Es ist nicht so schlimm, ich glaube, morgen wird der Schmerz schon vorüber sein.« Doch der Fuß schwoll kräftig an, und Michael konnte es vor Schmerzen kaum noch aushalten. Die Eltern holten den Arzt. Der besah sich den Schaden und meinte: »Es tut mir leid, dass sie mich nicht früher gerufen haben, der Fuß wird wohl nicht mehr zu heilen sein.« Als nach Wochen die Schwellung zurückgegangen war, stellte es sich heraus, dass Michael für immer am Stock gehen müsse, sein Fuß blieb kürzer als der andere.
Johannes erzählte daheim sofort, was sie im Wald getan hatten, wie sie auf den Baum geklettert seien, um das Vogelnest auszunehmen. Danach seien sie heruntergefallen. Der Arzt konnte seinen Arm sofort behandeln. Dadurch blieb kein Schaden zurück. Nach vielen Wochen war sein Arm mit Gottes Hilfe wieder heil.
Seht ihr, liebe Kinder, wenn man etwas Böses getan hat, ist es am besten, gleich die Wahrheit zu sagen, sonst macht man die Sache noch viel schlimmer. Deshalb lesen wir in der Bibel: »Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit kann nicht in uns wirken.
Wenn wir aber unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott Wort hält: er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben.«

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Nov 21 2008

Regen muss auch sein!

Geschrieben von Christ under Kindergeschichten

Regen muss auch sein, eine christliche Geschichte für Kinder

Wenn es draußen regnet, sind viele Erwachsene aber auch Kinder unzufrieden, sie sagen dann: »Solch ein >Hundewetter< oder »Was für ein >Sauwetter<«.
Pfarrer Flattich konnte solche Redensarten nicht leiden. Einmal war er zu einer vornehmen Gesellschaft eingeladen. Da er meistens seine Wege zu Fuß ging, schickte er die Kutsche des Grafen zurück. Unterwegs wurde er von einem heftigen Landregen überrascht. Natürlich kam er ganz durchnässt im Schloss an. Der Diener holte sofort trockene Kleider und schimpfte über das abscheuliche Wetter. Die Gräfin war auch sehr böse: »Gerade an meinem Geburtstag gibt es solch ein miserables Wetter.« Pfarrer Flattich wollte das Wetter verteidigen und sagte kurz: »Regen muss auch sein!« Aber diese vornehme Gesellschaft begann noch mehr auf den garstigen Regen zu schimpfen, ein gemeines Hundewetter, ja, ein grässliches Sauwetter nannten sie den Regen.
Endlich hatten sich die Gemüter beruhigt, und man setzte sich an den feingedeckten Geburtstagstisch. Nun wurden die köstlichen Speisen aufgetragen. Als der Pfarrer den ersten Löffel von der Suppe gekostet hatte, sagte er laut und vernehmlich: »Ein miserables Zeug!« und legte den Löffel neben den Teller. Er ließ die anderen essen. Der Gräfin fiel vor Schreck der Löffel in die Suppe, sie wurde vor Wut ganz rot im Gesicht, aber sie schwieg noch.
Bald brachte der Diener die anderen Speisen. Pfarrer Flattich nahm sich etwas auf den Teller, probierte und legte die Gabel zur Seite mit den Worten: »Ein wahres Hundeessen!« Jetzt riss der gnädigen Frau der Geduldsfaden, empört meinte sie: »Der Herr Pfarrer sei wohl so verwöhnt, dass ihm die guten Gaben Gottes nicht schmecken. «
»Sehen Sie, gnädige Frau, jetzt habe ich Sie in der Schlinge. Sie werden schon ungehalten und fühlen sich gekränkt, wenn ich eine Speise beschimpfe, die Sie noch nicht einmal selbst zubereitet haben. Wie soll ich denn da schweigen, wenn Sie das gute Wetter, das unser treuer Gott geschaffen hat, ein Hunde- oder Sauwetter nennen? Ich habe die gleichen Worte gebraucht, mit denen Sie das Wetter beschimpften, das unser guter Gott bereitet hat, oder ist das Wetter keine gute Gabe Gottes?« sagte
der Pfarrer.
Die Gräfin verstand den derben Spaß und entschuldigte sich. Der Pfarrer ließ sich nun das »miserable Zeug« gut schmecken und lobte später die wunderbaren Speisen. Ja, er betete und dankte Gott dafür.
Liebe Kinder, wir wollen nicht murren, wenn uns das Wetter einmal nicht passt. Meistens schimpfen die Leute über das Wetter, einmal ist es ihnen zu kalt, einmal zu heiß, einmal zu trocken und einmal zu nass. - Man kann es ihnen nie recht machen. Christen sollen für alles Dank sagen und Gott von Herzen loben.

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