Archive für die Kategorie 'Kindergeschichten'

Jul 14 2009

Brauner Biber

Geschrieben von under Kindergeschichten

BRAUNER BIBER
So hieß der kleine Indianer, der aus einer engen, hässlichen Siedlung am Rande einer nordamerikanischen Großstadt stammte. Die Zeiten, in denen seine Vorfahren als stolze, freie, unbesiegbare Männer in den endlosen Prärien des Westens jagten und Fallen stellten, waren längst vorbei. Brauner Biber war nun, als er alt genug geworden war, von seinem Vater bei einer bekannten Familie in der Nähe einer größeren Schule untergebracht worden. Er sollte jetzt diese Schule besuchen und nur jeweils übers Wochenende nach Hause kommen.
Brauner Biber war oft niedergeschlagen. Er konnte sich gar nicht mehr so recht freuen. Das Lernen machte ihm wenig Schwierigkeiten. Aber er litt unter der Trennung von Eltern und Geschwistern. Außerdem bedrückte es ihn, dass er von seinen weißen Schulkameraden wegen seiner anderen Hautfarbe verachtet wurde. Man schob ihn zur Seite, stellte ihn hinten an und machte sich lustig über ihn. Und wenn bei irgendeinem bösen Streich der Schuldige gesucht wurde, dann sollte er’s gewesen sein.
Als Brauner Biber wieder einmal übers Wochenende heimkam, erklärte er seinen Eltern, dass er nie wieder zur Schule gehen wolle. Er könne das Verhalten der weißen Kinder nicht mehr länger ertragen.
Lange saß er am Abend mit seinen Eltern zusammen und klagte ihnen sein Leid. Ach, sie verstanden ihn gut. Ähnliches hatten auch sie oft genug erfahren müssen.
Aber sie kannten auch den Herrn Jesus. Vater und Mutter waren schon länger sein Eigentum. Und deshalb konnten sie ihrem Jungen auch wieder Mut machen und ihn trösten:
»Versuch es noch einmal!
Wir beten für dich!
Sei tapfer, glaube an den Herrn Jesus!
Wurde nicht auch Er ohne Grund abgelehnt?
Wurde nicht auch Er verspottet?«
Brauner Biber kehrte wieder in die Schule zurück.
Bald kam der Winter. Es schneite fast jeden Tag. In seinen freien Stunden war Brauner Biber oft draußen im Freien. Dort wusste er bald überall gut Bescheid. Von seinem Vater hatte er so manches gelernt, wovon die Kinder in der Stadt kaum Ahnung hatten. Er baute kleine Fallen, stellte sie an versteckten Stellen auf und fing kleines Raubzeug, dessen Fell besonders wertvoll ist. So verging ihm auch die Zeit schneller, denn fast immer war er ja allein.
Wieder einmal hatte er mehrere Bisamratten gefangen. Als er die Tiere seinen Schulkameraden zeigte, lachten die nur. Charly, einer der ältesten von ihnen, war besonders frech. Er meinte: »Typisch Indianer!« Das sei wohl auch so ziemlich alles, was der kleine »Nager« fertig bringe. Aber das stimmte, wie Charly sehr genau wusste, durchaus nicht. Der Klassenlehrer war mit Braunem Biber und seinen Leistungen sehr zufrieden.
Inzwischen war der Fluss zugefroren. Die Jungen wollten Schlittschuhe und Hockeyschläger holen und sich am Fluss treffen. Brauner Biber schaute ihnen nach, wandte sich dann um und ging dem Wald zu. Dort wollte er nach seinen übrigen Fallen sehen.
Es dunkelte bereits, als er auf dem Heimweg war, mit dem Sack auf seinem Rücken. Als er in die Nähe des Flusses kam, glaubte er eine Stimme zu hören. Ob seine Schulkameraden noch immer Eishockey spielten? Er blieb stehen und lauschte. Wieder hörte er eine Stimme. Da rief doch jemand um Hilfe! Brauner Biber rannte nun dem Fluss zu, lief an dessen Ufer entlang und begann dabei, sich durch lautes Rufen selbst bemerkbar zu machen. Wieder blieb er kurz stehen. Und da hörte er die Stimme ganz in seiner Nähe. Er eilte darauf zu. Da hockte einer unterhalb der hohen Uferböschung auf einer Baumwurzel. Es war Charly.
Dieser war zuletzt noch ganz allein am Fluss gewesen. Seine Kameraden hatten sich bereits über die hohe Böschung auf den Heimweg begeben. Er hatte auf dem Eis noch ein paar Runden gedreht, hatte ihnen folgen wollen, war dann aber an der Böschung abgerutscht und hatte sich den Knöchel verstaucht. Es hatte zuerst nur ein wenig weh getan, so hatte Charly nicht gedacht, dass er schon nach wenigen Minuten nicht mehr laufen konnte. Und bis zu seinem Elternhaus war es weit.
Zunächst schraubte Brauner Biber dem verletzten Charly die Schlittschuhe von den Schuhen. Dann half er ihm mit äußerster Kraft die hohe Böschung hinauf. Oben mussten sie lange ausruhen, bis sie weitergehen konnten. Ganz behutsam setzten sie beide Fuß vor Fuß. Charly biss tapfer die Zähne zusammen, obwohl ihm vor Schmerzen immer wieder die Tränen kamen. Der Fuß war inzwischen stark angeschwollen, und der Junge wagte kaum noch aufzutreten.
Brauner Biber stützte Charly beim Gehen. Er schleppte daneben noch seinen Sack mit den Bisamratten und den Fallen und auch Charlys Schlittschuhe und den Hockeyschläger.
Anfangs sprach keiner der Jungen ein Wort. Der große Charly schaute immer wieder verstohlen zu dem kleinen Indianer an seiner Seite hin. Scham schnürte ihm die Kehle zu. »Brauner Nager« hatte er diesen hilfsbereiten Jungen genannt. Als sie wieder einmal stehen blieben, um auszuruhen, sagte Charly:
»Kannste mir verzeihen?«
Es wurde für die beiden ein sehr langer und mühsamer Heimweg. Charlys Eltern sorgten sich schon um ihren Jungen. Als dann auch Brauner Biber endlich heimgehen konnte, standen die Sterne schon lange am Himmel.
Charly und Brauner Biber blieben Freunde während ihrer ganzen gemeinsamen Schulzeit.

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Nov 21 2008

Vergiss nicht zu danken

Geschrieben von under Kindergeschichten

Vergiss nicht zu danken, eine christliche Geschichte für Kinder

Ein gottesfürchtiger König mit Namen Alphons bemerkte mit Missfallen die zunehmende Gottlosigkeit bei den zahlreichen Edelknaben, die an seinem Hofe dienten. Er stellte fest, dass keiner mehr von ihnen bei Tisch die Hände faltete, um zu beten. Er lud die gottlose Gesellschaft deshalb einmal an eine große Festtafel. Als nun auf seinen Wink die Speisen aufgetragen wurden, begannen alle, ohne das Haupt zu neigen und die Hände zu falten, gierig die köstlichen Speisen zu verzehren. – Da kam es zu einem Zwischenfall. Ein schmutziger, ganz zerlumpter Mann trat in den Speisesaal und setzte sich, ohne zu fragen oder zu bitten, mitten unter die Edelleute und begann laut schmatzend von den Speisen zu essen. Die Höflinge waren schockiert, zornig blickten sie auf den ungehobelten Gast. Dann schauten sie erwartungsvoll zum König und meinten, er würde veranlassen, den unverschämten Fremden hinauszuwerfen.
Der König hatte diesen Mann selbst ins Schloss gebeten und ihm vorher dieses Verhalten genau einstudiert. Deshalb verhielt sich der König vollkommen ruhig und ließ den zerlumpten Bettler weiterschmatzen. Nachdem der Fremde sich recht unanständig mit der Hand den Mund abgewischt
und den Teller abgeleckt hatte, verschwand er wieder mit geräuschvollem Gestampfe, ohne sich vor dem König zu verneigen oder irgendjemand zu grüßen.
»Das war ein unverschämter, frecher Bursche!« riefen jetzt die Edelknaben, »man sollte ihn bestrafen!«
»So?« sprach der König, »hat euch dieser Bettler nicht gefallen? Nun, dieser Mann hat genau dasselbe getan wie ihr. Er hatte vor dem König keine Ehrfurcht und keine königlichen Tischmanieren. Als das Essen begann, habe ich keinen von euch gesehen, der zu Tisch gebetet hätte. Ihr habt dem himmlischen König keine Ehre erwiesen und ihm nicht für alle guten Gaben gedankt. Nein, gierig habt ihr zugegriffen und Gott, den Geber aller Gaben, völlig vergessen. Schämt euch, ihr gottloses Gesindel – faltet gefälligst eure Hände, ehe ihr zu essen beginnt!« rief der König. Das war ein Königswort, welches mehr wert gewesen als Gold und Perlen.

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Nov 21 2008

Übermut tut selten gut!

Geschrieben von under Kindergeschichten

Übermut tut selten gut, eine christliche Geschichte für Kinder

Eine Witwe hatte eine einzige Tochter, die hieß Elisabeth. Gewöhnlich nannte man sie kurz Lisbeth. Die Mutter war eine einfache Frau, die nur einen Acker besaß und eine Ziege im Stall hatte. Ihr tägliches Brot verdiente sie als Putzfrau bei reichen Leuten. Ihre Tochter aber war sehr ehrgeizig, sie lernte in der Schule fleißig und brachte gute Zensuren nach Hause. Sie war ein sehr, sehr hübsches Mädchen und wurde durch die vielen Schmeichelworte recht eitel und überheblich. Mühelos konnte sie Gedichte auswendig lernen, sie besaß eine wunderschöne Stimme, und liebte die deutsche Sprache. Bei Aufsätzen hatte sie immer die besten Noten. Sie war der Stolz des Klassenlehrers, der sie nur die »kluge Else« nannte.
Zur Schulentlassung bekam sie eine besondere Auszeichnung vom Schulrat. Zunächst wollte Elisabeth in einem vornehmen Haushalt arbeiten, um einst ihre Talente noch besser glänzen lassen zu können. Eine Gräfin erteilte ihr Sprachunterricht im Englischen und im Französischen. Die Mutter gab ihrer Tochter manchen guten Rat mit auf den Weg, sie möge recht achtsam sein und fleißig jede Arbeit verrichten.
»Aber Mutter«, sagte Elisabeth, »das ist doch selbstverständlich!« Im Stillen aber dachte sie: Das braucht man mir doch nicht extra zu erklären, ich bin doch die »kluge Else«, ich weiß sehr gut, was ich zu tun habe.
Als sie nun in das Haus der Gräfin kam, herrschte ein strenger Winter, es schneite unentwegt und fror, dass alles zu Eis erstarrte. Elisabeth musste schon um sechs Uhr aufstehen, um das Feuer im Küchenherd anzuzünden und das Frühstück zuzubereiten. Da das Holz aber nicht gleich brennen wollte, weil es noch sehr feucht war, lief sie zur Nachbarin, um von dort etwas trockenes Holz zu holen. Sie nahm eine Laterne, um im Finstern besser sehen zu können. Bald lief sie mit einem Arm voll trockener Holzscheite den Weg zurück. An einer vereisten Stelle kam sie ins Rutschen, fiel auf den Boden und zerbrach dabei die Laterne. Darüber war sie sehr traurig, aber die Gräfin beruhigte sie: »Nun, so etwas kann passieren, du musst eben ein andermal vorsichtiger sein. Jetzt geh doch schnell in den Keller und hole zehn Eier, wir wollen zum Mittagessen Pfannkuchen backen.« Als die kluge Else im Keller war, huschte ihr ein Mäuslein über den Weg. Vor Mäusen hatte sie eine schreckliche Abscheu. Sie schrie ganz laut und ließ dabei die Schüssel mit den Eiern fallen. Ganz verweint kam sie zur Gräfin und klagte über ihr Missgeschick. Die Gräfin war natürlich darüber auch nicht erfreut, sagte aber: »Geh doch schnell zur Nachbarin und bring ihr die Kanne mit der Milch, ich habe sie ihr versprochen.« Als das Mädchen um die Ecke des Hauses bog, verfing sich ihr Haar in einem großen Eiszapfen, der von der Dachrinne des Hauses herunterhing. Dabei entglitt ihr die große Milchkanne und die kostbare Milch floss in den Schnee. Das war nun schon das dritte Unglück innerhalb einer Stunde. Ja, so kann es gehen, wenn man so hochmütig und stolz ist. Jetzt schimpfte die Gräfin: »Solch ein ungeschicktes Mädchen ist mir in der ganzen Welt noch nicht begegnet. Pack deine Sachen zusammen und geh wieder zu deiner Mutter zurück. Ich kann dich nicht gebrauchen.« Oh, das gab ein trauriges Wiedersehen bei der Mutter. Die »kluge, stolze Else« wurde dadurch sehr gedemütigt.
»Übermut tut selten gut!« Deshalb sollen wir immer ein demütiges und bescheidenes Herz haben, den dann kann Gott uns segnen.

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Nov 21 2008

Sünde bekennen

Geschrieben von under Kindergeschichten

Sünde bekennen, eine christliche Geschichte für Kinder

An einem herrlichen Sommermorgen gingen einst zwei Jungen im Wald spazieren. Sie hießen Johannes und Michael. Als sie eine Strecke gegangen waren, bemerkte Michael in den Ästen eines alten Baumes ein Vogelnest.
Beide Jungen wurden sich einig, auf den Baum hinaufzuklettern, um die Eier wegzunehmen. Während sie hinaufkletterten, erinnerte sich Johannes, dass sein Vater ihm gesagt hatte, es wäre eine große Sünde, Vogelnester auszunehmen. »Michael«, sagte er, »weißt du auch, dass es eine Sünde ist, wenn wir das Nest plündern? Mein Vater hat mir gesagt, Gott beobachte jeden, der so etwas tut.«
»Blödsinn, du bist ein Feigling, du hast nur Angst, die Äste könnten brechen. Solch ein Quatsch, niemand sieht uns. Es ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Los, komm und hilf mir!« Johannes ließ sich überreden, er kletterte weiter, obwohl sein Gewissen ihn mahnte. Endlich erreichten sie das Nest. Fünf schöne Eier lagen darin. Zwei bekam Johannes und drei behielt Michael. Nachdem sie die Eier in ihre Taschen verstaut hatten, zerstörten sie das Nest und warfen es herab.
Beim Zurückklettern rutschten sie auf einem morschen Ast, der plötzlich brach. Die Jungen stürzten beide kopfüber hinunter. Dort blieben sie eine Zeitlang bewusstlos liegen. Als die beiden erwachten, stellten sie fest, dass Michael sich den Fuß verstaucht hatte und Johannes den Arm gebrochen. Ja, liebe Kinder, so kann viel passieren, wenn man nicht gehorsam ist.
Unter großen Schmerzen schlichen die beiden nach Haus. Doch einer Sünde folgt meistens noch eine andere.
»Wenn mein Vater mich fragt, was ich an meinem Fuß habe, sage ich: ich sei ausgerutscht und habe mir ein wenig am Fuß wehgetan. Du sagst einfach, du seist hingefallen und hast den Arm dabei aufgeschlagen, hörst du!«
»Das werde ich nicht tun«, erwiderte Johannes. »Es ist schlimm genug, dass wir das Vogelnest geplündert haben. Ich will nicht noch lügen.«
Als Michael daheim war, fragte ihn der Vater, warum er so stark hinke.
»Ich bin ausgerutscht und in einen Graben gefallen, als ich mit Johannes im Wald spielte. Es ist nicht so schlimm, ich glaube, morgen wird der Schmerz schon vorüber sein.« Doch der Fuß schwoll kräftig an, und Michael konnte es vor Schmerzen kaum noch aushalten. Die Eltern holten den Arzt. Der besah sich den Schaden und meinte: »Es tut mir leid, dass sie mich nicht früher gerufen haben, der Fuß wird wohl nicht mehr zu heilen sein.« Als nach Wochen die Schwellung zurückgegangen war, stellte es sich heraus, dass Michael für immer am Stock gehen müsse, sein Fuß blieb kürzer als der andere.
Johannes erzählte daheim sofort, was sie im Wald getan hatten, wie sie auf den Baum geklettert seien, um das Vogelnest auszunehmen. Danach seien sie heruntergefallen. Der Arzt konnte seinen Arm sofort behandeln. Dadurch blieb kein Schaden zurück. Nach vielen Wochen war sein Arm mit Gottes Hilfe wieder heil.
Seht ihr, liebe Kinder, wenn man etwas Böses getan hat, ist es am besten, gleich die Wahrheit zu sagen, sonst macht man die Sache noch viel schlimmer. Deshalb lesen wir in der Bibel: »Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit kann nicht in uns wirken.
Wenn wir aber unsere Schuld eingestehen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott Wort hält: er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und alle Schuld von uns nehmen, die wir auf uns geladen haben.«

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