Jan
10
2008
Ein kleines Mädchen wurde zu Bett gebracht. Die Mutter wollte das Licht auslöschen und sagte: »Nun schlafe, mein Kind!« Die Kleine hätte gern gehabt, dass das Licht nicht ausgelöscht worden wäre; doch bald beruhigte sie sich, denn der Mond schien so hell zum Fenster herein.»Mama«, fragte sie, »ist der Mond Gottes Licht?« »Ja, mein Kind«, antwortete die Mutter, »der Mond und die Sterne sind Gottes Lichter.« »Wird Gott auch Sein Licht ausmachen und wie du zur Ruhe gehen?« fragte das Kind weiter. »Nein, mein Herz«, erwiderte die Mutter, »Gottes Lichter brennen immer, und Er selbst schläft und schlummert nicht.« »Dann«, rief das Kind, »dann, liebe Mutter, mache das Licht aus; solange Gott wacht, habe ich keine Angst!«
Jan
09
2008
Im Alter von etwa 12 Jahren: »Mein Vater ist ein kluger Mann, er weiß alles.«
Im Alter von 15 Jahren: »Mein Vater ist doch nicht so klug, wie ich dachte; er weiß manches nicht.«
Im Alter von 20 Jahren: »Mein Vater weiß doch eigentlich sehr wenig; wir lernen heutzutage weit mehr.«
Im Alter von 25 Jahren: »Es ist wirklich traurig, wie rückständig mein Vater ist, er steht gar nicht auf der Höhe der Zeit.«
Im Alter von 40 Jahren: »Mein Vater ist doch ein ganz gescheiter Mann und hat in vielen Stücken sehr richtige Anschauungen; er hat auch mehr gelernt, als ich dachte, und trifft manchmal den Nagel auf den Kopf.«
Im Alter von 45 Jahren: »Mein Vater ist wirklich ein verständiger Mann; ich bewundere ihn. Er at sich nicht von jedem Wind der Zeit beeinflussen lassen.«
Nov
13
2007
Ein Rabe hatte einen Käse gestohlen, setzte sich auf einen hohen Baum und wollte ihn verzehren. Als er aber seiner Art nach nicht schweigen konnte, während er isst, hörte ihn ein Fuchs über dem Käse kecken und lief herzu und sprach: »O Rabe, nun habe ich mein Lebtag nicht schöneren Vogel gesehen von Federn und Gestalt, als du bist. Und wenn du auch eine so schöne Stimme hättest zu singen, sollte man dich zum König krönen über alle Vögel.« Der Rabe schmeichelte solch Loben und er wollte seinen schönen Gesang hören lassen. Doch als er den Schnabel auftat, entfiel ihm der Käse. Den schnappte sich schnell der Fuchs, fraß ihn und lachte über den törichten Raben.
Lehre:
Hüte dich, wenn der Fuchs den Raben lobt,
hüte dich vor Schmeichlern.
Martin Luther
Okt
30
2007
Ich erinnere mich an ein Gebet, das eines meiner Kinder an einem Abend sprach, bevor es zu Bett ging. Das Kind war offenbar bedrückt darüber, dass es soviel Unruhe und Unzufriedenheit in der Welt gibt. Darum betete es: „…und lass doch alle gut schlafen! Lass den Papa und Mama gut schlafen! Und lass…" Nun wurden alle Verwandten und Bekannten aufgezählt und dann kam am Schluss: „…und lass den Teufel in der Hölle auch gut schlafen!" - Auf so etwas Hintergründiges kann doch nur ein Kind verfallen. Mein alter Onkel, der von diesem Gebet hörte, meinte: ,,Ach, das wäre gut, wenn der Teufel endlich gut schlafen wollte! Dann gäbe es Ruhe!" Als das Kind größer wurde, lernte es: Nicht der Schlaf des Teufels, sondern die Gegenwart des Erlösers Jesus gibt uns Geborgenheit.
Wilhelm Busch