Du weißt, ein christliches Gedicht zum Thema Nachfolge
Du weißt, o Herr, ich brauche Kraft zum Wandern
Den Lebensweg der oftmals steil und schwer,
Ich brauche Kraft zum Schweigen, wenn’s bei andern
Oft glücklicher und leichter geht einher.
Doch meine Kraft ist schwach und so geringe,
Aus eigner Kraft ich gar nichts, Herr, vollbringe,
Drum gib der schwachen Rebe Deinen Saft,
– Herr, gib mir Kraft!
Du weißt, o Herr, ich brauch Geduld zum Tragen,
Was du mir zugeteilt an Not und Leid,
Geduld zum Schweigen aber nicht zu klagen
Wenn mir auch endlos scheint die Prüfungszeit.
Ich brauch Geduld zum Hoffen und zum Harren
Wenn auch die Nächte ohne Schlaf oft waren,
Drum trau ich einzig nur auf Deine Huld,
– Gib mir Geduld!
Du weißt, o Herr, ich brauche Trost in Stunden,
Wenn niemand trösten kann mein müdes Herz,
Wenn heiß mir brennen meine tiefen Wunden
Dann brauch ich Trost in meinem bittern Schmerz.
Ich brauche Trost, wenn mir vor lauter Weinen
Die Sonne nicht mehr kann ins Herze scheinen,
Wenn ich vom Sturm des Lebens bin umtost,
– Herr, gib mir Trost!
Du weißt, o Herr, ich brauche Mut zum Zeugen
Dich zu bekennen vor der argen Welt.
Ich brauche Mut zum Reden nicht zu schweigen,
Wenn man mich auch sogar verspottet hätt’.
Du weißt, o Herr, wie ich so feige bin
Drum gib mir Mut und schenk mir Deinen Sinn.
Du kennst ja meine Schwachheiten so gut,
– Herr, gib mir Mut!
Du weißt, ich brauche Dich an jedem Orte
Und ohne Dich seh ich nicht einen Schritt.
Ich fände nie den Weg zur Himmelspforte,
Wenn, Heiland, Du nicht selber gehest mit.
Du weißt, wie bang mir ist in schweren Stunden
Doch hast Du selbst die Welt ja überwunden,
Und süßen Frieden Du schon hier verheißt,
– Ja Herr, Du weißt!