Archive für die Kategorie 'Nachfolge'

Sep 23 2008

Eine Rebe auf der Reise

Geschrieben von Christ under Erntedankfest, Nachfolge

Eine Rebe auf der Reise, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge oder zum Erntedankfest für 6 Personen

Sprecher: Habt ihr etwas Phantasie? Gut! Dann stellt euch vor, ihr läget am Fuß eines Weinberges im Gras und belauschtet ein Gespräch. Es ist ein ungewöhnliches Gespräch, denn eine Weinrebe, ein Grashalm, eine Blume und ein Vogel sind daran beteiligt.
(Gras und Blume stehen vorn. Die Rebe kommt angestürmt. Der Vogel wartet bis zu seinem ersten Auftritt im Hintergrund. Zur Verdeutlichung können die Akteure Namensschilder tragen.)

Gras: Hallo! Was kommt denn da angestürmt? Pass auf! Fast hättest du mich umgeknickt!

Rebe: Entschuldigung, Grashalm! Der Wind hat mich hier einfach fallengelassen. Übrigens: Ich bin eine Rebe vom größten Weinstock dort oben.

Gras: Schon gut. Du kannst dich ruhig hier niederlassen.

Rebe: Danke. Aber lange möchte ich mich nicht hier aufhalten. Eigentlich wollte ich höher hinaus, aber der Wind kümmert sich scheinbar nicht um meine Wünsche. Hoffentlich nimmt er mich mit, wenn er wiederkommt, denn ich möchte etwas von der Welt sehen.

1. Blume: Darf ich dich einmal etwas fragen?

Rebe: Klar!

1. Blume: Tut es dir nicht leid, dass der Wind dich vom Weinstock abgerissen hat?

Rebe: Kein bisschen!

1. Blume: Das verstehe ich nicht! Du gehörst doch an den Weinstock. Da ist dein richtiger Platz.

Rebe: Wieso? Muss man denn immer am gleichen Ort hocken?

2. Blume: Aber vom Weinstock bekommst du doch deine Nahrung. Er gibt dir den Saft, damit du wachsen kannst.

Rebe: Ach, immer der gleiche Saft! Auf die Dauer ist das doch langweilig. Sieh mich an: Bin ich nicht frisch und grün? Ich fühle mich stark und gesund. Bald werden Trauben an mir wachsen. Ich habe alles, was ich brauche. Ich will meinen Platz im Leben selbst aussuchen und unabhängig sein.

Gras: Das klingt ja fast, als hättest du es bei deinem Weinstock sehr schlecht gehabt.

Rebe: Keineswegs! Mir fehlte nur die Unabhängigkeit, wie ich sie jetzt genieße. Herrlich, diese neu gewonnene Freiheit!

2. Blume: Irgend etwas stimmt aber an der Sache nicht. Für einen Vogel und Schmetterling ist es ja gut und richtig, umherzufliegen, aber für eine Weinrebe…

Rebe: Ihr versteht mich eben nicht, fest gewurzelt wie ihr seid.

Gras: Nein, viel verstehe ich davon nicht. Aber ich weiß, dass ein Grashalm verwelkt, wenn er abgeknickt wird.

Rebe: Na und? Bin ich etwa aus Gras? – Langsam geht ihr mir mit eurem ‚Wenn’ und ,Aber’ auf die Nerven! Ich werde schon etwas aus mir machen, und zwar ganz allein. Aus eigener Kraft. Die Welt werde ich mir ansehen.
(Vogel tritt hinzu)

Vogel: Hallo! Über was redet ihr denn so eifrig? – He, Rebe, dich kenne ich doch! Was machst du denn hier unten? Vorhin hingst du doch noch an dem Weinstock dort oben.

Rebe: Ja, vorhin! Aber jetzt bin ich nicht mehr von ihm abhängig! Endlich bin ich mein eigener Herr!

Vogel: Da hast du aber einen schlechten Tausch gemacht, Weinstock gegen Erde! Hier unten gibt’s für dich doch nichts zu holen. Oder interessierst du dich etwa auch für Regenwürmer, so wie ich?

Rebe: Ich will hier ja auch nicht bleiben, sondern möglichst viel herumkommen. Darum gefiel es mir nicht mehr am Weinstock.

Vogel: Aha. Ein Stückchen könnte ich dich vielleicht mitnehmen.

Rebe: Das wäre schön. Dafür darfst du dir dann von mir Weintrauben pflücken, wenn ich erst welche habe.

Vogel: Das ist ein Angebot! Wo soll’s denn hingehen?

Rebe: Auf die Spitze des Berges, bitte.

Vogel: Also los!

Rebe: Auf Wiedersehen, ihr Seßhaften! Lasst es euch nicht sauer werden, dass ihr in der Erde eingewurzelt seid. Bekommt ihr auch nicht Lust zum Verreisen, wenn ihr mich hier fliegen seht?
(durcheinander)

1. Blume: Nein, danke!

2. Blume: Nein, danke!

Gras: Nein, danke!
(Vogel und Rebe treten in den Hintergrund)

Sprecher: Wochen seit diesem denkwürdigen Gespräch vergangen. Es ist Herbst geworden. Im Laub der Weinstöcke glänzt eine Fülle reifer, blauer Trauben. Gras und Blume haben längst ihre Samen mit dem Wind verstreut. Sie haben jetzt viel Zeit zum Nachdenken. Da erhalten sie unerwartet Besuch.
(Vogel tritt vor)

Gras: Ach, du bist’s Vogel! Dich hat man ja hier lange nicht mehr gesehen.

1. Blume: Du holst dir wohl deinen Nachtisch vom Weinberg?

Vogel: Ich versuche es jedenfalls. Das ist gar nicht so einfach. Die Menschen versuchen mit allen Mitteln, uns von den reifen Trauben fernzuhalten.

2. Blume: Warum holst du dir nicht die Weinbeeren, die dir die Rebe am Sommeranfang versprochen hat?

Vogel: Meinst du die Rebe, die ich zur Bergspitze getragen habe?

2. Blume: Genau die! – Wie hat es eigentlich damals mit dem Flug geklappt?

Gras: Ist sie dort zufrieden? Wie geht es ihr?
(Vogel unterbricht)

Vogel: Eins nach dem andern! Ich kann nicht zig Fragen gleichzeitig beantworten, wenn ich auch sonst nicht auf den Schnabel gefallen bin. Der Flug hat geklappt und die Rebe war begeistert von dem Platz, den sie sich ausgesucht hatte. Ich legte sie ab und verabschiedete mich…
(Gras fällt ihm ins Wort)

Gras: Bist du nicht noch mal dagewesen?

Vogel: Doch, einmal noch, kurz darauf.

1. Blume: Und?

Vogel: Da gibt’s nicht mehr viel zu erzählen. Sie sah kränklich aus.

Gras: War sie etwa abgeknickt?

Vogel: Nein, das nicht. Aber sie ließ alle Blätter hängen, sah gelb und welk aus und sagte: ,,Ich probiere es schon die ganze Zeit, und ich werde mich auch weiter bemühen, aber ich sehe kein Ergebnis. Außerdem fühle ich mich müde. Ob das am Wetter liegt?" – Ich fragte: „Was probierst du?“ – „Dass ich wachse und endlich Trauben bekomme“, antwortete sie. „Ich konzentriere mich, strenge mich an, denke nur noch an Weintrauben, aber es wächst keine einzige.“

Gras: Ja, wenn sie schon so verwelkt war, dann…

2. Blume: …dann ist sie bestimmt jetzt ganz vertrocknet. Wäre sie doch nur am Weinstock geblieben! Dort hätte es ihr niemals an Saft gefehlt.

Gras: Und auch nicht an Früchten.

Sprecher: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Johannes 15, 5

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Mai 07 2008

Titus und seine Familie

Geschrieben von sanfterose under Nachfolge, Treue

Titus und seine Familie, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge und Treue für 8 Personen.

Teil I

Oberst: Ach, was ist doch für ein strenger Befehl vom König gekommen ist. Warum muss das gerade mir passieren? Aber hier steht es klar und deutlich. Ich will es euch vorlesen: (ließt zu den Gästen gewandt)

Hier ist mein Befehl den du sofort auszuführen hast. Die Christen sollen für ihre grässliche Schwärmerei auf Erden ausgerottet werden. Es gilt kein Ansehen der Person. Diese Menschen sollen von der Erde vertilgt werden. Sie sollen sich selbst entscheiden ob sie die Qual oder den Frieden auf Erden haben wollen. Du aber befolge diesen Befehl sofort.“

(Betrübt) Das ist leichter gesagt als getan. Diese Sache muss ich mir erst gut und gründlich überlegen. So einfach ist es nicht Menschen umzubringen. Wenn man die Christen doch auf eine andere Art und Weise dazu bringen könnte sich von diesem Glauben abzusagen. Vielleicht fällt mir noch etwas ein?

Da, - mir kommt ein Gedanke wie man diese Christen zum wanken bringen könnte. Man müsste einen Mann, der einen starken Glauben hat, davon überzeugen das es besser ist sich vor dem König zu beugen. Wenn er dann auf den Vorschlag eingeht sind die anderen leichter zu überzeugen. Welcher Mann hat den bei diesen Christen etwas zu sagen? Titus!!! Er steht wirklich fest und entschieden im Glauben, den werde ich dazu bringen ihn zu lassen. Nun ich werde ihn holen lassen.

(zum Hauptmann) Hauptmann? Hör einmal her, es ist ein sehr strenger Befehl vom König gekommen.

Hauptmann: Was ist geschehen?

Oberst: (Befehlend) Geh zu Titus und sage ihm dass er sofort zu mir kommen soll. Ich habe ihm etwas Wichtiges zu sagen.

Hauptmann: Zu Befehl! Ich hole ihn!

Oberst: (zu sich) Ob das alles so wird wie ich es mir vorstelle?

Titus: Darf ich einzutreten?

Oberst: Jawohl! Ich habe dich ja gerufen.

Titus: Und was kann ich tun?

Oberst: Ich denke, das ist nichts schweres, du wirst mir bestimmt gehorchen. Sage dich vom Christentum los und dann wirst du Ruhm und Ehre in dieser Welt haben.

Titus: Herr Oberst, meine Antwort ist klar und bestimmt. Nein, auch wenn man mir das Leben nehmen würde, ich werde meinen Heiland nicht verleugnen. Ich will ihm nur noch treuer dienen.

Oberst: (spöttisch) Du armer Mann, überlege es dir gut. Nimm diese Warnung an. Wenn du dich nicht von deinem Gott lossagst musst du den Martertod sterben.

Titus: Absagen? Von Gott und Jesus Christ? Er ist doch mein Erlöser und mein Retter. Oh nein! Davor möge mich der Herr bewahren. Lieber sterbe ich.

Oberst: (drohend) Wenn du diesen guten Rat nicht annimmst wirst du auf grausame Art dein Leben beenden.

Titus: Vor einem grausamen Tod fürchte ich mich nicht. Nein, ich will mit Freuden für Jesus Christus sterben, denn auch er hat sein Leben für mich dahin gegeben.

Oberst: So, so! Vor dem Tod fürchtest du dich nicht? Dann werden wir andere Mittel suchen um dich zum Absagen zu zwingen. Aber jetzt kannst du erstmal nach Hause gehen.

Titus: Lebt wohl Herr Oberst. Möge der Herr Euch Euer böses Tun nicht vergelten.

Oberst: Lieber Mann, du wolltest nicht auf mich hören, jetzt aber wirst du sehen was wir alles tun können. Du hast doch drei liebe Kinder nun wollen wir sehen ob du bestehen wirst wenn wir eins nach dem anderen von wegholen werden.

Lied / Musik

Teil II

Titus: Kinder, ich habe vom Oberst eine ernste Nachricht bekommen. Der König verlangt dass wir uns vom Glauben absagen, sonst müssen wir Verfolgung erleiden. Wir aber wollen Gott auch für diese Zeit danken. Er wird uns den Himmel zubereiten. Wir finden im Psalm 31; 1-7 passende Worte die uns trösten

Herr auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netzte ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber hoffe auf den Herrn.

Gott will seine Kinder aus allem Bösen durch seine Mächtige Hand befreien. Er wird uns nach seiner Gnade Hilfe senden. Lasst uns, bevor wir in die Prüfung gehen, gemeinsam zum Heiland beten.

Marcus: Ja Vater, der Herr wird uns dann zur Seite stehen und durchtragen.

Erzähler: So beteten sie ganz ernst zu Gott: „Vater, höre unser flehen. Hilf uns auch in Trübsal und Gefahr auf deine Hilfe zu vertrauen. Lass uns im Glauben fest bestehen. Herr, auch wenn wir durch den Tod gehen werden, mögest du uns beschützen und bewahren. Doch dein Wille geschehe.“

Lied / Musik

Hauptmann: Titus, hier ist ein strenger Befehl! Wenn eure jüngste Tochter den Glauben nicht aufgibt, soll sie in dieser Nacht verbrannt werden.

Titus: Mein liebes Kind, eine harte Prüfung ist für dich bestimmt. Willst du unserm Herrn und Meister auch so treu sein Wie einst Polikarpus? Als er Christus lästern sollte, sagte er: „Ich diene meinem Gott schon 86 Jahre und er hat mich in allen Gefahren bewahrt. Deshalb will ich ihn mit Freuden bekennen und mich für ihn verbrennen lassen.“
Mein Kind, willst auch du so treu sein?

Mutter: Es bricht mir fast das Herz Maria, wenn ich daran denke was für dich bestimmt ist, und doch kann ich nur sagen: bleib unserm Herrn Jesus Christus treu.

Maria: O, Papa und Mama, ich weiß das Jesus mich liebt. Ihm will ihm gerne mein Leben geben. Er ist ja auch für mich gestorben. Darum liebe Eltern, betet das ich treu bleibe, damit wir uns dann im Himmel wieder sehen.

Marcus: Komm, wir wollen dich alle noch nach draußen begleiten.

Hauptmann: (Böse) Nein! Es darf niemand mitkommen! Wie könnt ihr nur zulassen dass wir sie töten? Tut doch einfach was der König befohlen hat!

Mutter: Herr Hauptmann, es fällt uns wirklich nicht leicht sie gehen zu lassen. Ich fühle mich, als würde man mir das Herz aus dem Leibe reißen, aber deshalb Christum absagen? Drum gehe mit Gott Maria, er sei mit dir.

Erzähler: So ging Maria im festen Glauben mit dem Hauptmanns. Ihr liefen die Tränen über das Gesicht und doch vertraute sie auf Gott.

Lied / Musik

Teil III

Mutter: Ach Titus, dieser Morgen erinnert mich an unsere Tochter.
Was haben sie wohl alles mit ihr gemacht? Ist sie Standhaft geblieben? Hat sie lange gelitten? Titus, mir bricht das Herz. Mein Kind – mein Kind!!!

Titus: Vertraue auf Gott Esther, denn ich habe für die weiteren schweren Stunden wieder ein schönes Trostwort gefunden. Es wird uns die Kraft geben alles tragen. Sie stehen im gleichen Psalm. Psalm 31; 8 – 15 geschrieben: Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, das du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weitem Raum. Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch deine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet. Vor all meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Bekannten. Die mich sehen auf der Gasse fliehen vor mir. Ich bin vergessen in ihrem Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Denn ich höre, wie viele über mich lästern: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen. Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Genauso wie ich eben gelesen habe wollen auch wir uns im Herrn freuen und ihm auch in dieser Trübsal fröhlich nachfolgen.

Akkord

Hauptmann: Ich muss euch sagen dass von eurem kleinem Kind nur noch ein Häufchen Asche geblieben ist. Nun schickt mich der Oberst die ältere Tochter zu holen. Hoffentlich wirst du klüger als deine Schwester sein. Man wird dich mit Gold überschütten, alle deine Bitten erfüllen und dir das größte Glück auf Erden geben wenn du dich von deinem Glauben absagen.

Julia: Ehrwürdiger Herr, Gold und Perlen brauche ich nicht, die teuerste, wertvollste und köstlichste Gabe ist Jesus. Was nützen mir Glück und Schätze in Fülle wenn ich an meiner Seele Schaden nehme?

Hauptmann: Es ist doch schade wenn ein Blümchen wie du vernichtet werden solltest. Du bist doch noch so jung…

Julia: O Hauptmann, das Fleisch des Menschen ist Gras, auch solche Blumen, - glauben Sie mir. Das Gras wird verwelken und die Blume fällt ab, nur der, der Jesus hat, wird bestehen.

Hauptmann: (wegwerfend / verächtlich) Ach…, du könntest auf Erden sehr glücklich leben und jetzt wirst du den wilden Tieren vorgeworfen. Hast du nicht Angst? Willst du es dir nicht anders überlegen?

Julia: Ignatius starb als Märtyrer für Jesus und erwarb sich eine Krone. Ich will genauso sprechen wie er es damals tat: „Ich bin ein kleines Getreidekörnlein und durch des Raubtieres Zähne werde ich gemahlen.

Titus: O Julia, ich freue mich das du Jesu Lehre ins Herz genommen hast. Gott schenke dir Kraft für ihn zu sterben.

Mutter: (Verzweifelt) Julia, dich gehen zu lassen fällt mir schwer, und doch möchte ich mit dem Herrn sagen: bleibe ihm treu.

Julia: Mir ist als wenn der Himmel offen steht. Dort bei Jesus werden wir uns wieder sehen.

Hauptmann: (streng / drängend) Komm jetzt, wenn du deine Meinung nicht änderst, sollst du sterben.

Lied / Musik

Teil IV

Mutter: Wieder ein neuer Tag, was wird heute wohl passieren?

Titus: Ja, auch mir ist das Herz schwer. Doch lass uns den Psalm noch weiter lesen. Psalm 31; 16 – 21 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lass leuchten dein Angesicht über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! Herr, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch. Wie groß ist deine Güte Herr, die du bewahrt hast, denen die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten, denen die auf dich trauen. Du birgt sie in deinem Schutz von den Rotten der Leute, du deckst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. Unsere Zeit steht in Gottes Händen und er wird all unsere Geschicke zu unserem Besten lenken. Lass uns geduldig sein, denn alles soll nach seinem Willen geschehen.

Lied / Musik

Hauptmann: Ich muss wieder zu Euch kommen und werde euren Sohn mitnehmen. Eure Tochter hat das große Glück verschmäht. Sie hat alles was der Oberst ihr bot zurück gewiesen. Jetzt ist der Sohn an der Reihe, aber ich gebe Euch noch etwas Zeit, überlegt es euch gut. Seht ihn Euch einmal an, er ist jung und kräftig, er könnte Euch helfend zur Seite stehen. Ihr habt ja sonst niemanden mehr. Bedenkt alles denn noch habt Ihr Zeit. Bleibt ihr bei Eurem Glauben? Nun dann wartet ein schrecklicher Tod auf ihn.

Marcus: (bestimmt) Nein, ich werde Gott nicht verleugnen, Ich leide gerne für ihn denn sein lieber Sohn starb für mich, deshalb fürchte ich keinen Tod. Er wird mir auch in dieser Not helfen.

Hauptmann: (spöttisch) So…Weißt du was der Oberst mit dir vorhat? Der Oberst will dich kreuzigen lassen! Denke doch mal nach! Diese große Qual! Wirst du es ertragen?

Marcus: Es ist für mich eine große Freude. Ich werde genauso sterben wie unser Heiland.

Titus: Mein lieber Sohn, Gott steh dir bei, bleibe ihm bis in den Tod getreu.

Mutter: Behalte deinen Glauben! Bei Jesus erwartet dich die Ehrenkrone.

Erzähler: Nun sind die Eltern alleine geblieben, alle Kinder sind von ihnen gegangen. Und doch bleiben sie fest im Glauben an Gott. Der Oberst hatte ihn nicht rauben können, er blieb unbeweglich auf Gott gegründet. Doch lasst uns weiter auf die Eltern schauen. Der folgende Tag brachte wieder eine große Prüfung mit sich.

Lied / Musik

Teil V

Mutter: Ich habe eben die Schritte des Hauptmanns gehört. Gott möge uns beistehen, damit auch wir getreu bleiben können wie unsere Kinder.

Titus: Ja, er möge uns helfen, nur durch seine Gnade, können wir ein Licht in dieser Nacht sehen.

Hauptmann: Jetzt seid ihr gemeint, edle Frau. Ihr müsst vor dem Oberst erscheinen. Bis jetzt habt Ihr mit Eurem Mann zusammen gehalten, habt Eure Kinder den Tieren und Flammen gegeben. Jetzt aber steht Euer eigens Leben auf dem Spiel. Wollt Ihr es retten? Sagt Euch nur von eurem Glauben an Gott ab, sonst geht Ihr geradewegs in den Tod, und werdet ohne Rücksicht enthauptet.

Mutter: Denn Glauben an Gott kann ich nicht lassen und so werde ich aus diesem Leben scheiden. Ich will jetzt nur noch an Jesus denken. Bei ihm wird es viel schöner sein. Titus, ich werde von dir keinen Abschied nehmen, denn wir treffen uns bei Jesus wieder.

Titus: Der Herr sei dir jetzt Stecken und Stab Esther, er möge dich bis ins finstere Grab führen und dich dann droben in Gnaden annehmen. Das ist alles was ich dir noch sagen kann.

Titus: (zu sich) Und mich gebe ich nun in Jesu Hände, denn auch mein Ende ist nahe. Der Herr, mache mich völlig bereit um ihn in die Ewigkeit zu folgen. Mit David will ich früh und spät loben. Es steht hier so schön in dem Psalm 31; 22 – 25: Gelobt sei der Herr; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: ich bin von deinen Augen verstoßen. Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie. Liebet den Herrn, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der Herr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herren harret!
Den Gläubigen schützt der Herr und mehr brauche ich nicht. Ich glaube fest dass der Herr mein ist und etwas Schöneres, als den Herrn zu lieben und bei ihm in Ewigkeit zu sein, kann es für mich nicht geben.

Lied / Musik

Hauptmann: Jetzt seid Ihr dran Titus, und nun sollt Ihr sofort zum Oberst kommen. Er erwartet Euch. Seid Ihr bereit?

Titus: Ja.

Erzähler: Die Hoffnung dass auch er bald bei dem Herrn sein würde tröstete ihn und hielt die Verzagtheit fern. So kam Titus froh und ruhig zum Oberst.

Teil VI

Oberst: Schau dir mal diese schöne Sachen an, das alles wollte ich deinen Kindern geben, aber sie haben diese Schätze verachtet, ja, sie haben sie noch nicht mal angeschaut. Dir möchte ich noch größere Schätze zeigen… Doch ich sehe es schon auch das wird umsonst sein. Gibt es auf dieser Erde nichts was deinem Herzen gefällt?

Titus: Ach Oberst, Euer Bemühen ist ganz umsonst, ich brauche nichts als meinen Jesus.

Oberst: Titus! Wenn das so ist, dann komm jetzt sofort mit!!!

Teil VI

Erzähler: Titus folgt dem Oberst langsam in einen anderen Raum? Was würde ihn erwarten? Trotz seines Gottvertrauens war große Angst in seinem Herzen.

Titus: Ist das wahr? Was ist bloß mit mir geschehen? Meine Lieben, ihr lebt ja. Ich dachte, ihr seid grausam hingerichtet und jetzt steht ihr auf einmal vor mir. Wie groß und schön ist doch dieses Wiedersehen. Lasst uns Gott von Herzen loben und preisen. Er hat uns so wunderbar geführt und geholfen.

Oberst: Euer Glaube hat großes gewagt. Ich sehe eure große Liebe zum Herrn. Diese Liebe hat mich, der ich so fern von Gott war, besiegt.

Titus: Aber warum habe Sie uns so schwer geprüft? Wenn wir Gott auch loben, es waren sehr harte Prüfungen für uns.

Oberst: Ich weiß, aber es war meine Pflicht. Der König gab diesen Befehl. Komm mit Titus, ich werde dir alles erzählen.

Kurze Pause

Teil VIII

Oberst: Von den Christen wird in diesem Land viel gehalten und ich habe sie gern, dann aber kam vom König ein strenger Befehl dass alle Christen sofort ausgerottet werden sollten. Der König ist ein großer Feind dieser Religion und deshalb erlaubte er allen sie zu verspotten und zu verhöhnen. Würden die Christen dann immer noch nicht vom Glauben lassen, wollte er es mit harten Mitteln wagen. Ich aber kannte den lebendigen Glauben nicht und glaubte dass er leicht zu rauben sei. Mit dir fing ich das traurige Werk an. Du bist ja ein bekannter Mann. Deshalb dachte ich: Wenn er sich lossagt werden es die anderen auch tun. Ich bot euch alle Schätze in Hülle und Fülle an und dachte ich würde es schaffen. Aber ihr wolltet euren Glauben nicht aufgeben sondern wurdet nur noch fester. Da gab ich dem Hauptmann den strengen Befehl einen nach dem anderen von euch abzuholen. Als sie dann hier waren stellte ich sie auf eine starke Probe, aber auch da lobten sie nur den Herrn.

Hauptmann: Auch ich habe bei dir einen Glauben gesehen den ich nie vergessen werde. Diese ganzen Geschehnisse haben mich dazu gebracht zu Gott zu beten. Ich möchte mein Leben dem Herrn hingeben.

Oberst: Wie du weist, mein lieber Titus, ließ ich erst eure kleine Tochter zu mir in den Saal führen. Als sie dann zu mir gebracht wurde, habe ich mir alles Mögliche ausgedacht was so ein Kind erfreuen könnte. Aber es schien mir dass ihr Glaube dadurch nur noch fester wurde. Als sie dann nichts aus meiner Hand nahm habe ich ihr ganz ernst mit dem Feuertod gedroht. Ich ließ sie sogar das Feuer sehen, doch sie stand ganz ruhig und wartete auf den Befehl ins Feuergrab zu treten. Da konnte ich nicht anders und habe sie befreit. Dem Hauptmann befahl ich dann die zweite Tochter zu holen, ihr drohte ich, dass sie unter wilden, reißenden Tieren ihr junges Leben verlieren sollte. Sie kam mit einem einem ernsten Gesicht und zeigte keine Angst vor dem Tod. Da versuchte ich ihr den Glauben zu nehmen, ich wollte ihr kostbare Sachen und Geld schenken aber sie sagte: „Das brauche ich nicht.“ Da ließ ich sie in den Raum führen wo die reißenden Tiere rein gelassen werden sollten. Man ließ sie allein und ich schaute zum Fenster um sehen was sie nun tun würde. Sie stand ganz still, mit dem entschlossenen Mut ihr junges Leben dahinzugeben. Der Anblick drang mir sehr tief ins Herz und so ließ ich deine Tochter zu der kleineren Schwester führen.

Hauptmann: Und ich bekam erneut einen Befehl, diesmal sollte ich den Sohn holen. Was hat er für einen Glauben gehabt. Dieser Glaube war’s, der mich zu dem festen Entschluss brachte mein Leben zu ändern.

Oberst: Ja, das was wir bei deinen Töchtern gesehen hatten fanden wir auch bei deinem Sohn. Er ist ja noch sehr jung, doch als er seinen Glauben bekannte, da hat er dort gestanden wie ein Mann. Er sah weder die Drohung und den Schrecken. Wir ließen ihn dann sein Kreuz, den Hammer und die Nägel sehen, doch er sagte zu den Dienern: „Tut was man euch befohlen hat. Ich sterbe gerne wie Jesus Christus.“ Ich sah hier eine große verborgene Kraft, eine Kraft die deinen Kindern den Mut gab so zu handeln. Diese Kraft besiegte nun mein Herz und ich will von nun an mit euch himmelwärts ziehen. Als dann auch die Mutter hierhin gebracht wurde habe ich sie gleich zu den Kindern gegeben. Das Glück war nicht zubeschreiben. Dir sind sie nun alle zurückgegeben, führe dein Familienleben weiter. Doch, eine Bitte habe ich noch, nehmt mich in eurem Kreise auf, ich möchte mich euch auf der Reise zum Himmel anschließen.

Hauptmann: Auch ich möchte mich euch anschließen. Lasst uns als Freunde den Weg mit Jesus gehen

Oberst: Und wenn ich hier auf der Erde auch alles verlieren sollte, wenn die Leiden auch groß werden sollte, ich will Jesus nachfolgen!

Titus: Lasst uns gemeinsam seinen Namen ehren und preisen. Es war eine schwere Prüfung, aber Gott hat seinen reichen Segen dazu geschenkt, möge er es auch weiter tun.

 

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Dez 29 2007

Die kleine Lehrerin

Geschrieben von Hedwig under Nachfolge

Die kleine Lehrerin, ein christliches Anspiel für 3 Personen

Erzähler: Robert Moffart war ein berühmter Missionar in Afrika. Bei seinen Reisen durch die Uwälder sah er viele wilde Tiere und traf eine Mengewilder afrikanischer Volksstämme, die vorher noch nie ein Weißer gesehen hatte. Eines Tages stieß er auf eine Tafel, die an einem Baum befestigt war. Auf ihr stand, dass in einem kleinen Dorf in der Nähe eine christliche Schule ist.

Robert: Ich bin sprachlos. Bis zu diesem Augenblick glaubte ich, ich wäre der erste Missionar in diesem Teil des Landes. Und nur Missionare gründen christliche Schulen für eingeborene Jungen und Mädchen.

Erzähler: Moffart ging sofort in das kleine Dorf und traf am Eingang ein kleines Mädchen von ungefähr zwölf Jahren.

Robert: Ich habe an einem Baum ein Schild gesehen. Dort stand, dass in diesem Dorf christlicher Unterricht erteilt wird. Würdest du so lieb sein und mich zu dem Lehrer führen?

Erzähler: Das Mädchen beugte schüchtern ihren Kopf hinunter und schwieg.

Robert: Nun, wer ist hier der Lehrer?

Mädchen: (schüchtern) Ich bin der Lehrer.

Robert: Aber, wie ist es denn dazu gekommen? Woher weist du von Jesus?

Mädchen: Ich war einmal zu Besuch in einem entfernten Stamm. Dort habe einen Missionar gehört, der von der Liebe Jesu erzählt hat. So bin ich jetzt die erste Missionarin für die Kinder in unserem Volksstamm.

Erzähler: Das kleine Mädchen wusste nicht viel. Doch was sie von Jesus und seiner Liebe wusste, erzählte sie gleich ihren Freunden und Bekannten weiter.

Auch unsere Aufgabe ist es, wie dieses Mädchen, von Jesus Christus weiterzusagen. Auch sie brauchen ihn und seine Liebe, damit sie das ewige Leben erben können.

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Nov 20 2007

Um Seinetwillen

Geschrieben von Christ under Nachfolge

Um Seinetwillen, ein christliches Anspiel zum Thema Nachfolge für 8 Personen

1. Szene

Andronikus:  Schau Marcellus, ein Morgen in Rom ist doch schön! Wie lange bist du fort gewesen und hast die Welthauptstadt nicht kennen- und liebenlernen können. Dieses Treiben und Lärmen macht mich dessen immer wieder bewusst, welche Macht Rom besitzt. Überlege mal, UNS gehört die ganze Welt! - Ich muss dir unbedingt noch das Amphitheater und (stolz) - mein Pferd zeigen. (kleine Pause)

Marcellus:  Andronikus, wer ist das dort, die in der Sänfte getragen wird?

Andronikus:  Deine verwandte: Livitta, die Tochter der Pomponia und des Flawius Agrippa aus dem Geschlecht der Julier. Flawius Agrippa kehrt auch im Hause des Kaisers ein und aus. Du solltest noch wissen, dass er seine Frau närrisch liebt. Er ist zwar ein echter stolzer Römer, aber ihr gehört sein Herz, er liebt sie über alles. Man sagt sogar, dass sie sich beide glänzend verstehen, und alles füreinander tun würden. (einen Schritt weitergehend)

Marcellus:  Ist das dort drüben die Gladiatorenschule?

Andronikus:  (nickt zustimmend) Ja, das ist sie.

Marcellus:  Ich liebe diese Art von Vergnügen überhaupt nicht. Auch wenn es nur Sklaven und Verbrecher sind, die ihr Leben dort lassen, hat ihr Leben doch einen Wert. Mir liegt das Studieren und Forschen über den Sinn des Lebens besser.

Andronikus:  Aber Marcellus! Warum sich das Leben erschweren durch dumme und nichts einbringende Gedanken? Du verpasst doch den Anschluss an die moderne Welt. Wir leben nur einmal. Ich will das Leben genießen - alles, was es mir bietet!

Marcellus:  Du bist zwar mein Freund, aber darin werde ich nie deine Meinung teilen. Ich will wissen, wo das echte himmlische Wesen ist. Ich habe mir die Zukunft deuten lassen, habe den Göttern geopfert und sie angebetet. (bitter) - Nichts und niemand hat geantwortet. Jetzt glaube ich nicht mehr, dass sie sich um uns Menschen kümmern. (sinnend) - Wenn ich darüber nachdenke, WAS Wahrheit ist, wird mein Herz unruhig. Welcher Gott lebt wirklich?!

Sprecher:  Andronikus versuchte seinen Freund durch Ermunterungen aufzuheitern und beide wollten, um die quälenden Gedanken zu verscheuchen, in eine Taverne gehen, um einen Wein zu trinken. Durch enge Gassen, Menschengewühl, an feilschende Verkäufer vorbei, bahnten sie sich den Weg. Marcellus befriedigte es überhaupt nicht, sich beim Wein zu vergnügen, um so einen Ausweg zu finden. Mitten im Gewühl sehen sie plötzlich einen seltsam aussehenden Zug: Greise, Männer, Frauen und Kinder wurden gebunden von einem Römer geführt. Andronikus hielt sie an, um zu fragen was diese Menschen verbrochen hätten. Marcellus fragte noch einmal nach, als der Zug vorbei war:

Marcellus:  Sagte er Christiani? Ich meine, das hätte ich schon einmal gehört.

Andronikus:  Ja. Interessierst du dich für diese Verruchten? Der Zorn der Götter ist über uns, seit die Anschauung dieser Wahnwitzigen auch bei uns Gehör gefunden hat. Sie beten eine gekreuzigte Gottheit an. Marcellus, hüte dich vor den Anbetern des Eselskopfes und Vertilgern unschuldiger Kinder.

Marcellus:  Ich habe gehört, sie streuen dem Kaiser keinen Weihrauch und verstehen, wie sonst keiner zu sterben. Aber ist es im freien römischen Reich Sitte, unschuldige Frauen und Kinder dieser Anbetung wegen zu töten?

Andronikus:  (nachdenklich) - Sie haben einen seltsamen Zauber, (Pause) - der, ich weiß nicht wie, die Menschen anlockt. Selbst echte Römer sollen sich ihrem Glauben schon zugewandt haben. Ich verstehe nicht, wie sie ihre Einstellung so schnell verbreiten. - (energisch) - Aber jetzt reicht’s der trüben Gedanken. (fröhlich) Marcellus, das Leben ist kurz, warum es verträumen, anstatt es zu genießen? Komm!

2. Szene

Sprecher:  In den Kissen des weichgepolsterten Ruhebettes, das an einer luftigen Terrasse des inneren Gemaches einer reich ausgestatteten römischen Villa stand, saß eine kränklich aussehende Frau, mittleren Alters. Sie war schon seit Jahren leidend, hatte blasse und doch gleichmäßige Züge.

Pomponia:  (sich umschauend) - Persis? (Persis erscheint) - Liebe Persis, räume die Spielsachen von Julietta und die Laute von Livitta weg. Dann komm bitte mit der Rolle und ließ mir vor.

Persis:  (sorgend) - Der Auferstandene gebe, dass Livitta nie in den Tempel gehe, um die Götter zu ehren. Mein Herz bangt um die junge Herrin. Aber das Samenkorn Gottes hat schon angefangen zu keimen, aber was wird die Frucht sein?

Sprecher:  Persis hatte, nachdem sie den Auftrag erfüllt hatte, auf einem Schemel neben der Herrin Platz genommen und eine Schriftrolle geöffnet. Es war der 1.Johannesbrief, in den die beiden verborgenen Jüngerinnen sich bei verschlossener Tür vertieften. Wie wertvoll war beiden diese Schrift!

(beide über der Rolle, sinnend)

Pomponia:  Verbirgst du es auch sicher genug vor spähenden Blicken?

Persis:  Ja, Herrin, ich weiß wie gefährlich es ist zu den Christen zu gehören. Niemand soll es von mir erfahren, was wir für einen Glauben vertreten.

(kleine Pause)

Pomponia:  Ich halte es nicht mehr aus, Persis, ich muss bekennen, dass ich - dass ich auch, dem Herzen nach eine Christiani bin.

Persis:  O Herrin, solche stille Feier ist kostbar. Wie viel Kraft strömt davon aus, die uns weiterhilft, die unseren Schwächen aufhilft, die uns kräftigt, um Zeuge sein zu können. Solche Kraft hat auch das Wort: "Wer mich bekennt vor meinem himmlischen Vater …" (horcht) - Aber ich glaube ich höre Stimmen, ich sehe nach was es ist.

Sprecher:  Damit wurde der stillen und für beide erquickenden Andacht ein Ende gesetzt. Am Morgen danach kam Flavius Agrippa aus dem kaiserlichen Palast, sichtlich verstimmt. Pomponia fragte nach dem Grund seiner Unruhe.

Flavius:  Verbergen kann ich es dir doch nicht. Es taucht überall wie Gespenster der Glaube der Christiani auf. Schon mein Vater erzählte, dass unter Nero die Anhänger dieser aufrührerischen Sekte verfolgt wurden. Sie hatten merkwürdige Maßstäbe. Sie beten einen gekreuzigten Jesus lieber an, anstatt dem Kaiser Weihrauch zu streuen. (kleine Denkpause, langsam und gedankenverloren) - Zwei von ihnen wurden heute verhört. Sie sagten, ihr Reich sei nicht weltlich noch irdisch, es sei vom Himmel, aber am Ende der Tage würde er erscheinen. Dann würde der Gottessohn in Herrlichkeit kommen zu richten Lebendige und Tote und wird einem jeden vergelten nach seinem Tun!

Pomponia:  (voller Spannung) - Und - was sagte der Kaiser?

Flavius:  Er lachte sie aus. Er verachtete sie und schickte sie weg.

Pomponia:  (jedes Wort ausgewählt langsam, nach Worten ringend) Flavius - ich habe dich - zu sehr lieb - um dir noch weiter - um dir verbergen zu können, dass ich - ich auch meine Einstellung geändert habe - und, und jetzt auch zu den Christiani gehöre. (ganz sicher und glaubensstark) - ICH GLAUBE, DASS JESUS FÜR MICH GESTORBEN IST.

- Klavierakkord -

Flavius:  Pomponia!! - (kann im Akkord mit Hall begleiten)

Sprecher:  Flavius Agrippa fuhr zusammen. Langsam ballte er seine Fäuste. Er war eine harte, leidenschaftliche Natur. Dann sah er schnell nach, ob nicht jemand ihr Gespräch und Pomponias Geständnis mitgehört hatte. Wieder vor Pomponia fehlten ihm die Worte. Der Zorn hatte ihn unfähig gemacht, jetzt vernünftig zu sprechen. Langsam wich der Zorn einer unheilvollen Ruhe.

Flavius:  (langsam) - Pomponia, habe ich dich je in irgendeiner Weise verletzt? Habe ich dir je einen Wunsch versagt? Ja, wahrlich, der hat recht, der meint die Zerstörung des Menschengeschlechts habe mit dem Eintritt dieser Christiani in die Welt begonnen. Warum betest du nicht zu den Göttern? - Pomponia, weißt du, was du mir damit antust?! - (bittend) - Nimm das Wort zurück, das du eben gesprochen hast. Ein Römer gibt sich nicht leicht zum Bitten her, das weißt du, aber höre mir zu, Pomponia: Flavius Agrippa, der Julier, bittet Dich, komm zurück!

Pomponia:  Leiden kann ich, sterben kann ich - aber nicht den verleugnen, dessen Tod mein Leben geworden ist, Jesus Christus, der Sohn Gottes.

Flavius:  (fest, streng) - Gut! Du hast mich umsonst bitten lassen. Ich werde es nicht vergessen! Auch Du wirst bitten, und es wird umsonst sein. Heute noch werden die Kinder in unser Landhaus gebracht, und Du wirst sie nicht wiedersehen. Sie sollen nicht das Gift einsaugen, das ihre Mutter in sich trägt.

Pomponia:  Wirst Du mich anzeigen? Wirst Du…

Flavius:  Nein! Ich wünsche keinen Skandal in meiner Familie. Wehe Dir, wenn Du noch irgendwie Kontakt zu der Sekte unterhältst. Ich werde streng darüber wachen lassen!

Sprecher:  Flavius Agrippa wandte sich um und verließ dröhnenden Schrittes das Gemach. Jetzt übermahnte Pomponia mit aller Wucht die Trennung von ihren geliebten Kindern. Würde das genügen, was sie in der Kürze der Zeit übermittelt hatte? Würden Julian, Julietta und Livitta standhaft bleiben in dem, dessen sie belehrt worden waren? Alle drei hatten ein reines Herz und eine von der Mutter übertragene gesunde Einstellung, auch was das Wort Gottes betraf. Wem konnte sie es besser sagen als ihrem König. Noch während sie betete fühlte sie sich sacht berührt. Als sie aufsah, stand Livitta vor ihr.

Livitta:  Mutter, ich komme nur ganz kurz und das ohne Erlaubnis. Vater sagt wir sollen ins Landhaus, Du seist zu krank uns bei Dir zu haben. Ich glaube es ist nicht so. Ich sage es Dir ins Ohr: Ich gehöre auch dem Heiland an, ich will ihm treu bleiben, Julian und ich. Er lässt Dich grüßen - Er darf nicht mehr kommen, und wir beide werden für Julietta sorgen.

Pomponia:  Geh mit Gott, mein Kind und sage es Julian und Julietta immer wieder - jeden Tag - ich bete für Euch.

Sprecher:  Mutter und Tochter verabschiedeten sich hastig und so schnell wie Livitta gekommen war, verschwand sie auch wieder. Da wurde es Pomponia klar: Das war das Leiden für ihren Herrn. Eingesperrt in ihrem eigenen Haus, die Kinder unter fremder Obhut, keine Gemeinschaft mit Gläubigen. Freudig wollte sie jedoch trotz ihrer körperlichen Leiden für Jesus, den Gekreuzigten, leiden.

3.Szene

Sprecher:  Die Dämmerung war hereingebrochen und an den Ufern des Tibers begannen leichte übel riechende Düfte aufzusteigen. Es waren keine Menschen mehr unterwegs, außer einer Kohorte, die der Kaserne zuschritt, um endlich die Rüstungen abzulegen und den Abend zu genießen. Als alles wieder still geworden war, löste sich eine Gestalt aus dem Schatten, um zu den Katakomben zu eilen. Nach dem Abendmahl, das Marcellus dort miterleben durfte, stand er noch lange in einem öffentlichen Park und versuchte seiner Gefühle Herr zu werden. (leise einsetzende Musik)

Marcellus:  Seltsam, welche Ruhe, in mir tobt nichts mehr, fragt nichts mehr nach irgendetwas Unerreichbarem. Herr, ist das "zu - Dir - gehören"? Ist das der Friede mit Dir? Je tiefer ich mich versenke umso dunkler scheint mir die in der bisher gelebten Finsternis! O mein Gott, ich