Jul
29
2009
Willst du gesegnet sein?
Willst du gesegnet sein? Sei selbst ein Segen.
Willst du geliebt sein? Liebe treu und rein.
Den Becher den du anderen bringst entgegen,
wird deinen Lippen süßer sein.
Du strebst nach Hohem, neig‘ dich zum Geringen.
Willst du gehört sein, höre selber zu.
Du möchtest große, schwere Opfer bringen.
Dort weint ein Kindlein, gib ihm Trost und Ruh.
Willst du, dass deines Geistes Leuchte glänze,
tritt still zur Seite, gib den andern Raum,
und gönne ihnen Stumm die Lorbeerkränze,
di du erhoffst im kühnen Traum.
Du musst vielleicht im dunkeln Tale wandern,
nach treuem Mitgefühl dein Herze bangt.
Schau um dich, ob von den Betrübten allen,
nicht grade einer deinen Trost verlangt?
Was dir Gewinn war, achte nur für Schaden
Um Christi Willen, nicht aus Tugendstolz.
Den Himmelsthron vertauschte Er in Gnaden
Um deinetwillen mit dem Marterholz.
„Wer mir will dienen“, spricht dein Herr und Meister,
„Der folge mir.“ Stimmst du von Herzen ein?
O höre doch, als sel‘gen lohn verheißt Er:
„Da, wo Ich bin, soll auch Mein Diener sein.“
Jan
09
2008
Die beste Kunst, ein christliches Gedicht zum Thema Dienst
Es gibt kein Leben ohne Last,
wie’s auch nach außen scheine;
wohl dir, wenn mutig und gefasst
du willig trägst die deine.
Und siehst du deinen Nächsten sich
mit schwerer Bürde plagen,
dann steh nicht müßig, eile dich,
und hilf die Last ihm tragen!
Gib ihm von deinem Überfluss,
such ihn vor Not zu schützen,
und freue dich in dem Genuss,
dass du darfst andern nützen.
Denn dieses Lebens beste Kunst
ist, Schwaches liebend pflegen
und merken, dass uns Gottes Gunst
für andre setzt zum Segen.
Nov
23
2007
Was ich möchte
Die Harfe möcht’ ich schlagen
für Jesus weit und breit,
den Menschen anzusagen
die angenehme Zeit.
Ihr Leben ist verloren
und fern dem wahren Glück!
Drum komme, Christenharfe,
und rufe sie zurück!
Die Orgel möcht’ ich rühren
in meines Meisters Kraft,
um Seelen hinzuführen zu Ihm,
der Frieden schafft.
Laß deine Klänge rauschen,
o Herr, des Geistes Weh’n.
Auf daß die Sünder lauschen
und von dem Tod ersteh’n.
Ich möchte Lieder singen
so hell wie Glockenklang,
und meine Brüder bringen
zu Jesu durch den Sang.
Ach, möchte ich sie locken,
daß sie dem Herrn sich weih’n!
Drum klingt, ihr Himmelsglocken,
klingt in ihr Herz hinein.
Den Bogen möcht’ ich führen
und wecken Himmelslust.
Ein Feuer möcht’ ich schüren
in einer jeden Brust:
Bis alle ohne Sorgen
vertrau’n auf Jesum Christ.
Bis jeder still geborgen
in Seinem Heiland ist.
Nov
23
2007
Geweihte Hände
Es waren meine Hände voll
mit goldner Schätze Glanz.
Manch Kleinod, den ich liebevoll
gehütet lebenslang.
Da kam mein König wunderbar,
berührte meine Hand.
Und alles, was mir köstlich war,
sank vor mir in den Sand.
Er sprach: „Nur leere Hand allein
kann Mir zum Dienste tauglich sein.”
Es waren meine Hände oft
von Erdenstaub bedeckt.
Mein Tun, von dem ich Heil erhofft,
war elend und befleckt.
Mein König, der Sein Blut vergoß,
berührte meine Hand.
Und Seine Heilung mich durchfloß
und jeder Flecken schwand.
Er sprach: „Nur reine Hand allein
kann Mir zum Dienste tauglich sein.”
Es waren meine Hände heiß
vom Schaffen früh und spät.
Erregt in fieberhaftem Fleiß
und lässig zum Gebet.
Mein sanfter König trat herzu,
berührte meine Hand.
Und siehe, himmlisch süße Ruh
in Seinem Dienst ich fand.
Er sprach: „Nur stille Hand allein
kann Mir zum Dienste tauglich sein.”
Es waren meine Hände voll
in selbsterwählter Kraft.
Doch ach, des eignen Lebens Mark
nicht Gottes Werke schafft.
Mein König kam mit Macht herbei,
berührte meine Hand.
Und all mein eignes brach entzwei,
Sein Geist mich überwand.
Er sprach: „Nur meine Hand allein
kann deiner Hand den Sieg verleih’n!”